#rp15 revisited: Agnieszka M. Walorska im DCTP.TV-Interview
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Formal Metadata
Title |
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Title of Series | ||
Part Number | 168 | |
Number of Parts | 177 | |
Author | ||
License | CC Attribution 3.0 Unported: You are free to use, adapt and copy, distribute and transmit the work or content in adapted or unchanged form for any legal purpose as long as the work is attributed to the author in the manner specified by the author or licensor. | |
Identifiers | 10.5446/31813 (DOI) | |
Publisher | ||
Release Date | ||
Language | ||
Production Place | Berlin |
Content Metadata
Subject Area | ||
Genre | ||
Abstract |
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re:publica 2015168 / 177
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Meeting/Interview
00:22
Digital signalTotal S.A.Meeting/Interview
00:38
Total S.A.FacebookMoment (mathematics)Meeting/Interview
01:25
Meeting/Interview
01:40
Meeting/Interview
01:56
FacebookMeeting/Interview
02:24
Meeting/Interview
02:45
Meeting/Interview
03:49
Computing platformMeeting/Interview
04:10
FacebookMeeting/InterviewLecture/Conference
04:51
FacebookLecture/ConferenceMeeting/Interview
05:08
Normal (geometry)FacebookMeeting/Interview
05:28
FacebookMeeting/Interview
06:00
FacebookMeeting/Interview
07:01
Moment (mathematics)FacebookWebsiteMeeting/Interview
07:41
Meeting/Interview
07:59
Bit rateGoogleMoment (mathematics)Meeting/Interview
08:29
GoogleHeißgasFormal verificationMeeting/Interview
09:03
Meeting/Interview
09:21
Meeting/Interview
10:03
Moment (mathematics)Digital signalPasswordGroup actionFacebookInterface (computing)Meeting/Interview
11:09
Digitale DatenMeeting/InterviewLecture/Conference
11:36
ZahlInternetdienstWeb serviceMeeting/Interview
11:55
Interface (computing)Computing platformMeeting/Interview
12:28
Meeting/InterviewComputer animation
12:44
GoogleMeeting/Interview
13:31
KommunikationMeeting/Interview
14:03
KommunikationEmailMeeting/Interview
14:18
FacebookMeeting/Interview
14:35
Link (knot theory)Run-time systemMeeting/Interview
15:01
Perspective (visual)Meeting/Interview
15:26
PasswordVulnerability (computing)Computer animationMeeting/Interview
16:23
Moment (mathematics)Meeting/Interview
17:11
Digitale DatenMeeting/Interview
17:35
EmailTwitterFacebookMeeting/Interview
17:54
ZugriffMeeting/Interview
18:12
Meeting/Interview
18:34
Total S.A.Löschen <Datenverarbeitung>FacebookPropositional formulaMeeting/Interview
18:58
Process (computing)Meeting/Interview
19:15
Meeting/Interview
19:35
Meeting/Interview
19:57
Focus (optics)Grand Unified TheoryYouTubeMeeting/Interview
Transcript: German(auto-generated)
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Herzlich willkommen, Philipp Banzer für DCTP TV auf der Republika in Berlin. Was passiert eigentlich mit unseren Daten bei Google, Facebook, E-Mail, wenn wir sterben? Oder wenn Angehörige, wir wollen es nicht hoffen, sterben? Das haben viele nicht auf dem Schirm und deswegen reden wir jetzt mal darüber mit Agnieszka Walowska.
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Ganz herzlich willkommen. Vielen Dank. Beruflich bist du so Beraterin von Konzernen, digitalen Fragen. Hast dich jetzt aber hier auf der Republika mit einem Thema beschäftigt. Ja, was passiert eigentlich mit Daten von Toten? Warum müssen wir uns damit beschäftigen? Wenn wir tot sind, ist es doch egal eigentlich, oder?
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Das Thema wird immer brisanter. Mal immer mehr Leute, die soziale Netzwerke nutzen. Mittlerweile sind es etwa zwei Milliarden auf der Welt und 1,4 Milliarden selbst auf Facebook. Die Leute, die diese sozialen Netzwerke nutzen, die werden ja auch immer älter.
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Von daher sterben immer mehr davon. Also zum Beispiel, schon auf Facebook sterben 10.000 Nutzer pro Tag. Das heißt, das Thema wird einfach immer wieder relevanter. Im Moment ist es etwa so, dass 1 von 30 Accounts auf Facebook den Toten Nutzern gehört.
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1 von 30? Ja. Das ist viel. Das ist so, wie man sich vielleicht eine Schulklasse vorstellt und einer davon ist tot. Was mache ich denn dann? Also angenommen, Angehöriger stirbt? Warum will ich an die Daten?
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Ja, also wenn man sich vorstellt, ein Freund von mir hat letztes Jahr Selbstmord begangen und der war halt auch krank in der letzten Zeit und leicht paranoid. Und die Sachen, die er in der letzten Zeit auch gepostet hat, das sind nicht die
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Sachen, die wir seine Freunde gerne sehen würden online als das Letzte, was von ihm geblieben ist. Das könnte zum Beispiel ein Grund sein. Der andere Grund könnte sein, wenn ich mit jemandem, der verstorben ist, auf Facebook befreundet bin, bekomme ich die ganze Zeit Erinnerung an seinen Geburtstag, bekomme
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ich einen Vorschlag, du hast dich ja bei dem und dem schon lange nicht gemeldet, vielleicht schreibst du ihm eine Nachricht. Er wartet auf deine Kontaktaufnahme und du weißt, die Person ist tot und daran bist du dann immer wieder auf eine etwas spooky Art und Weise erinnert.
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Und es gehört wahrscheinlich auch so ein bisschen zur Trauerarbeit, diesen Nachlass zumindest zu sichern, anzuschauen, zu sichten, irgendwie um über diese Sache auch überhaupt sich zu beschäftigen und sie einzusortieren, oder? Wahrscheinlich ja, allerdings, ich sehe da auch noch ein anderes Problem,
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also angenommen, mir würden Steine auf den Kopf fallen und dann bin ich irgendwie tot. Ich bin nicht verheiratet, habe keine Kinder, also wer sind meine hinterblieben? Das sind meine Eltern. Und meine Eltern sind jetzt nicht unbedingt digital natives, sie würden ja nicht mal wissen, dass meine Facebook, Twitter, Google, Tinder, was auch immer, irgendwo
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existiert und dass sie sich darum kümmern müssen. Und dann wird es wahrscheinlich für die auch schwierig, weil irgendwann mal würden Freunde sagen, ach, hier sind noch so ihre Profile und irgendwie muss ihr das regeln und das ist noch eine zusätzliche Belastung, gerade in so einer schwierigen Situation, in dem schon zum Beispiel Eltern sind, wenn ein Kind stirbt, wenn
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ihr Kind stirbt und deswegen, also wäre es wichtig für mich, das vorher schon vielleicht geregelt zu haben, sodass sie sich gar nicht so stark darum kümmern müssen. Und im nächsten Schritt, wenn sie das dann alles wissen, dann müssen sie sich bei jedem Dienst ja auch noch darum bemühen, dass das gelöscht wird oder wollen sie, dass es gelöscht wird, will ich, dass es gelöscht wird, also die werden ja
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auch keine Ahnung haben, was so meine Vorstellung wäre, vielleicht will ich nicht gelöscht werden auf den ganzen Plattformen, vielleicht will ich halt weiterleben. Also das sind so schwierige Fragen, die ich ja vielleicht selbst noch gar nicht definiert habe. Weißt du denn, was mit deinen Daten passieren soll, wenn du stirbst? Ja, also eigentlich, so in meiner Herangehensweise ist mir doch egal, ich bin ja tot.
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Also der einzige Grund für mich, eben das zu regeln, wäre halt, mein Hinterblieben, die Arbeit halt zu vereinfachen oder diese Trauerphase nicht noch schwieriger zu machen. Und von daher habe ich mir natürlich schon so ein bisschen überlegt, also dass es vielleicht okay wäre, da wo es diese Möglichkeit besteht zum Beispiel
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so Memorial Accounts zu haben, wie bei Facebook, bei Facebook gibt es so eine Memorial Paid. So nach dem Motto, Mensch ist verstorben, aber hier gibt es noch ein Foto und noch ein paar, wie so ein Grabstein im Prinzip. Ja, das klingt ja wie so ein Grabstein, klingt dann ja sehr, na gut, aber nicht so
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so eine Seite, die die Angehörigen bestimmen, wie sie aussieht. Ja, das ist zum Beispiel bei Facebook nicht möglich, dass sie das so richtig bestimmen, also das fängt jetzt so ein bisschen an, dass man da Möglichkeiten hat, aber letztendlich sehr lange Zeit war die Facebook Policy so, dass es letztendlich so aussah wie ein normaler Profil, nur man
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konnte da keine Freundschaftsanfrage schicken, keine Nachricht schicken und so weiter. Also es war ja gar nicht so auf den ersten Blick so richtig unterscheidbar. Ja, aber du hast ein Video, zeigst du, bevor wir darüber reden, ein Video zeigst du noch von einem Mann, was auch relativ oft schon angesehen wurde. Worum geht es hier, was hat der von Problemen?
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Das ist das Video vom letzten Jahr und der Sohn von diesem Mann ist verstorben und das war zu dem Zeitpunkt, als Facebook diese Look-Back-Videos eingeführt hat, also die Videos, in denen man so gesehen hat, seitdem ich Facebook beigetreten bin, waren das meine populärsten Posts, meine Bilder und so weiter und das konntest du aber nur quasi selbst als Nutzer
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generieren und da sein Sohn eben verstorben ist, hatte er keine Möglichkeit dieses Videos zu generieren und das hätte er sehr gerne als Andenken gehabt und er hat an Facebook mehrere Nachrichten geschrieben, an Support, telefoniert und so weiter, damit sie das eben für ihn tun.
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Aber die ganze Zeit hat sich Facebook mit irgendwie Policy ausgeredet. Okay, das dürfen wir nicht und du kannst keine Zugangsdaten zu dem Profil haben und so weiter und in diesem Video hat er eben gesagt, er will ja gar nicht Zugangsdaten, er will nur dieses eine Video und tatsächlich hat das funktioniert und er hat dieses Video von seinem Sohn erhalten und
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Facebook hat das tatsächlich dann ja auch verändert und mittlerweile darfst du als Hinterbliebene auch dieses Video anfordern, also dieses Look-Back-Video für einen Verstorbenen, das glaube ich für viele halt einfach ein schönes Andenken ist in den Zeiten, wo wirklich alles einfach auf Facebook ja auch gepostet wird. Aber wie ist denn die Policy-Design wieder?
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Wie ist die Policy von Facebook? Na im Moment ist es so, dass das relativ umständiger Prozess ist, also das heißt, wenn der Nutzer verstirbt, da gibt es hier eine extra Website. Aber woher wissen die denn, dass er verstirbt? Ja eben Facebook weiß es nicht, deswegen, also die machen ja natürlich, sie recherchieren nicht aktiv danach, deswegen hast du eine
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Seite, wo du als Hinterbliebene halt eben sagen kannst, der Nutzer ist verstorben und dann entsprechende Belege dafür beidlegen. Also das heißt, du musst da den Death-Certificate hochladen, du musst dich identifizieren, du musst definieren, was halt dein, in welchem Verhältnis du zu diesem verstorbenen Stand ist und ja. Okay und dann
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richten die so eine Seite ein. Genau und dann kannst du definieren, ob das Account gelöscht werden soll, das ist eine Option und die andere Option ist einfach, dass dieses Profil einfach, dass es schon existiert, einfach, ja, memorialisiert wird. Also so. Kommst du an die Daten ran, als Angehörige? Du kommst nicht an die Nachrichten oder ansonsten noch was rein.
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Nee. Findest du das gut? Ja, also ich, also ich, für mich persönlich finde es gut, weil ich eigentlich keinen Grund dafür sehe, warum jemand meine Nachrichten nach meinem Tod lesen sollte. Also da muss ich sagen, ist nicht nötig, was ich mir vorstellen kann, dass ich es ganz gut fände, vielleicht wenn, wenn ich definieren könnte, dass
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bestimmte Videos oder Bilder runtergeladen werden, so als Nachdenken, als Andenken, aber das ist im Moment nicht möglich. Wem macht das Google? Google macht das anders, ne? Ja, Google macht das komplett anders und das finde ich eigentlich nur viel mehr spooky, weil Google hat so etwas, das heißt Inactive Account Manager und
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das heißt, du kannst definieren so eine Timeout-Period zwischen drei und 18 Monaten und die Aktion, die dann ausgeführt werden sollen, wenn du sich innerhalb diesen drei bis 18 Monaten nicht anmeldest. Ja, also die wollen ja gar keine Verifizierung des Todes letztendlich, sondern du kannst sogar selbst definieren, ok, wenn ich mich solange nicht anmelde, dann
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passiert das und das. Also ich sage, ich will mir sechs Monate, wenn ich mich sechs Monate nicht anmelde, passiert. Ah, welche Optionen habe ich? Genau, das heißt, meine Daten, meine ganzen Google-Daten werden gelöscht oder ich kann ja definieren, so einen Autoresponder definieren, der halt einfach an die Leute gehen wird, die an mich schreiben oder und kann ich bis zu zehn Personen definieren, die dann
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Zugang zu meinen Daten bekommen können. Aber das Problem ist, das bezieht sich ja gar nicht so explizit auf den Tod, ja, weil ich meine, drei Monate, also wenn ich jetzt drei Monate ohne nachzudenken sage, ja, drei Monate, wenn ich mich drei Monate nicht anmelde, bin ich wahrscheinlich tot. Aber vielleicht bin ich das gar nicht. Vielleicht bin
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ich jetzt auf Reisen gegangen, habe ich überhaupt nicht daran gedacht. Vielleicht bin ich jetzt irgendwie, keine Ahnung, im Gefängnis oder vielleicht bin ich dann tatsächlich irgendwie krank geworden oder hatte einen Unfall, der aber nicht tödlich ist und dann in der Zeit passiert das Ganze. Also das sehe ich halt immer so als Gefahr, wenn man an so eine Aktivität oder Nicht-Aktivität solche Sachen halt
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knüpft. Aber welche Möglichkeiten hast du denn, ein Testament quasi zu verfassen für deine digitalen Präsenzen? Ja, im Moment habe ich kaum welche. Das ist halt das Problem. Also im Moment könnte ich ja letztendlich sagen, als Beilage zu meinem normalen Testament sagen, das sind meine Accounts und ich möchte, dass mit dem Account das passiert, mit dem das passiert, mit dem das.
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Also das ist jetzt letztendlich die einzige sichere Option, die ich habe und dann jemanden bestimmen, der sich ja auf diese Einführung dieser Aktion kümmert. Ich könnte ja auch definieren, keine Ahnung, da die Passwörter vielleicht aufschreiben und sagen, zu den Accounts möchte ich, dass der und der die Passwörter
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bekommt. Das ist so die Option, weil andere Optionen habe ich im Moment gar nicht so richtig, da eben diese ganzen Schnittstellen ja gar nicht existieren. Also ich kann bei Facebook jetzt definieren, die sind so ein Legacy Contact, kann ich definieren. Allerdings funktioniert das nur für die Nutzer aus den USA. Das wurde jetzt
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noch nicht woanders eingeführt und kann ich zum Beispiel sagen, okay, das ist die Person, die sich dann darum kümmern soll und die darf das, das, das und das. Okay, und das ist sozusagen so mal dieser testamentarische Teil. Du lebst noch und willst vorsorgen, was passiert mit deinen digitalen Daten für den Fall, dass du stirbst. Genau. Das ist nicht einfach, aber es lässt
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sich irgendwie mit mehreren Schritten regeln. Das lässt sich mit mehreren Schritten regeln, aber vor allem das Problem ist aber, wenn ich das ja auch verschriftliche und meine ganzen irgendwie 37 Accounts, ne wahrscheinlich 73 Accounts eher ausflüsste, dann hat halt derjenige, der das dann
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ausführen muss, halt echt viel Arbeit und der hat wahrscheinlich auch in der Zeit echt noch Besseres zu tun. Also wichtigere Sachen zu tun. Und da gibt es doch aber auch Dienste, die diesen Service anbieten sozusagen, oder? Ja, es gibt ja paar Dienste, die das anbieten. Allerdings, wie gesagt, sie können ja auch nicht viel mehr und die können ja letztendlich auch nur so etwas wie ein
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Testament sein oder wofür Schnittstellen existieren, ist zum Beispiel so eine Nachricht versenden, weil diese, weil die Posting Schnittstellen letztendlich existieren für die einzelnen Plattformen. Also das heißt, ich kann meine letzte Nachricht schreiben, aber da hast du wieder das Problem der Verifizierung, ja?
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Also dann, die haben alle das Problem, wie verifizierst du den Tod? Also was bietet dir dieses an? Also zum Beispiel Perpetu, dieses Dienst, was ich irgendwann mal gezeigt habe, das bietet den Versand so einer, so eine Abschiedsnachricht. Für den, okay. Also für, wenn ich sterbe soll eine Nachricht versendet
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Aber woher wissen die, dass du gestorben bist? Ich bin mir jetzt nicht sicher, wie die das regeln, aber das ist ja auch wiederum, die regeln das auch so wie Google mit so einem Inactivity. Das heißt, die schicken dir eine Nachricht, wenn du irgendwie x-mal die Nachricht nicht reagiert hast, dann geht dann alle deine Freunde, hey, guys, sorry, I'm bad, was schreitst du da? Ja, das ist halt die Frage, ja.
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Also, das ist ja auch super spooky, stell dir mal vor. Das ist total spooky, vor allem, stell dir vor, da passiert, da geht was schief, da geht was schief, da ist irgendwas gehackt oder einfach, ich habe vergessen, mich da zu melden und habe irgendeinen Schwachsinn da reingeschrieben, wie Grüße aus dem Jenseits, tschüss.
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Und dann geht es ja noch, während ich noch lebe, los, dann ist es ja ein Super-Gau. Ja, oder auch für den Fall, dass du stirbst und hast irgendeinen Quatsch reingeschrieben und dann kriegen deine Angehörigen so eine Mail so, hey, so übrigens, ich bin tot oder was immer man da auch reinschreibt, also. Ja, es gibt ja Leute, die das dann halt machen. Also, zumal wenn du dich tatsächlich bewusst mit
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dem Thema tot beschäftigt hast, weil du vielleicht krank bist oder irgendwie da von dieser Möglichkeit halt betroffen bist, dann willst du vielleicht noch so eine Message halt schreiben. Da beschäftigst du dich tatsächlich damit, vielleicht willst du tatsächlich noch irgendwie was sagen, irgendwie was schön mit euch und so weiter.
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Ist trotzdem eine etwas seltsame Art der Kommunikation. Also, ich weiß nicht, ob ich von so einer Nachricht erfahren möchte, dass ein Freund oder ein Kontakt von mir halt tot ist, weil ich würde dann ja auch nicht so genau wissen, wie ich das einzuordnen habe. Ist es Nukes oder ist es denn tatsächlich oder? Per E-Mail oder so, wie das dann eingeht.
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Also, mein Gott, und wie verifizieren die? Ich meine, die müssen ja irgendeine Idee müssen sie ja haben, wie sie den Tod verifizieren. Ja, genau, also einige haben das entweder auch so eine, auf eine Art wie Facebook. Also, das heißt, es ist tatsächlich zum Beispiel Death Certificate. Angehörige, das hochladen. Genau, Angehörige, das hochladen oder dass sie das beweisen mit den Link zu Todesanzeigen zum Beispiel oder halt diese Inaktivität.
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Aber diese Inaktivität, wie gesagt, da würde ich mich echt nicht drauf einlassen. Und was sind denn das noch so für Fragen? Also, das ist ja ein Thema, was wirklich nicht oft diskutiert wird. Also, worüber wir nicht nachdenken, du, weil du halt einen tragischen Fall in deiner Umgebung damit konfrontiert warst. Aber das ist ja eigentlich nicht der Zeitpunkt, an dem man da erst anfangen
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will, drüber nachzudenken, sondern eigentlich, dass man da früher drüber nachdenkt. Was sind denn das für Fragen, mit denen man sich da beschäftigen muss? Also, die Fragen von der Perspektive des Anbieters sind zum Beispiel schon mal, wie gestalte ich so etwas? Weil das ist, also, wie reagieren die Leute zum Beispiel auf Gestaltung,
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wenn sie dann mit dem Thema Tod konfrontiert sind? Also, wenn ich mir so was wie Perpetuo anschaue, dann denke ich mir, ich weiß es nicht, wenn gerade jemand, der mir nahe steht, verstorben ist, weiß ich nicht, ob ich so ein linkendes Männchen da sehen möchte und das alles so ein bisschen ins Lächerliche zieht. Das finde ich so ein bisschen problematisch. Und das Problematische bei der
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Entwicklung ist auch, dass du das ja auch nicht so testen kannst, weil du eben so eine ähnliche Situation ja auch nicht simulieren kannst. Das ist ein Punkt. Also, das heißt, wie stellst du das überhaupt da so? Das ist respektvoll. Also, angemessen und respektvoll. Genau, dargestellt wird. Und das andere ist halt einfach Sicherheit, weil, wie gesagt,
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wenn bei so einem Thema was schief geht und zum Beispiel einige von den Anbietern, die bieten die Möglichkeit an, dort die Passwörter zum Beispiel einzugeben. Also, stell dir vor, irgendwie da passiert was, da passiert eine Sicherheitslücke und da sind meine ganzen Passwörter halt irgendwie raus oder eben die Nachricht geht an die falsche
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Person. Aber was würdest du den jetzt Leuten überlegen oder raten, die jetzt sagen, okay, finde ich interessant, man sollte sich mal darüber nach Gedanken machen. Was wären so Schritte, die man jetzt unternehmen könnte? Also, ich würde jetzt zumindest, also, da ist, wie gesagt, von den ganzen Anbietern, die existieren, da kann ich jetzt nicht sagen, es gäbe jetzt etwas, was das
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Ganze abdecken würde. Also, es wird daran gearbeitet und ich gehe davon aus, dass es in ein paar Jahren so weit ist. Aber im Moment muss man das wirklich als Anlage zum Testament letztendlich definieren. Also, ich würde zumindest ab und zu mal so einen Check machen,
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was für Accounts habe ich, damit, um die aufzuschreiben und vielleicht, wenn ich ein Testament habe. Aber da fängt das Problem schon an. Die meisten Leute haben ja gar kein Testament. Die machen sich ja nicht nur keine Gedanken über die digitalen Daten, sondern insgesamt. Weil ich meine, warum soll ich mir mit nicht mal 30 Gedanken machen über mein Tod?
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Ja, warum? Ich will ja nicht sterben. Aber dann würde ich da wirklich die Accounts aufschreiben und zumindest grob sagen, was will ich so ungefähr, dass damit passiert. Weil das würde schon die Hinterblieben halt echt entlasten. Aber, wie gesagt, da wird bestimmt noch sehr, sehr viel passieren,
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weil dieses Thema, also es werden immer mehr Leute sterben, die einfach digital irgendwo unterwegs sind. Sei es Facebook, E-Mail hat ja mittlerweile jeder. Twitter haben viele Leute, Instagram, also alles. Ja, und mit löschen allein ist halt nicht immer die Antwort. Genau. Also das kann man jetzt, das muss man schon sehr fein granular dann bestimmen. Einige wollen, dass die
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Nachfahren den kompletten Zugriff bekommen, nur auf die Mails, auch auf die Fotos, auf beides, auf alle Facebook-Nachrichten, nein, nur auf die öffentlichen. Ja. So, ja. Nein, ich will das vorher löschen oder es soll jetzt gesamt oder die Gelegenheit bekommen zu löschen. Also da gibt es da sehr, sehr viele Optionen, die man irgendwie regeln muss. Ja.
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Ein Standard, so ein Todes-API oder sowas. Ein Todes-API klingt spooky, ja. Aber nein, nein, das gibt es eben nicht. Es gibt keinen standardisierten Prozess. Jeder, wie man schon auf diesen Beispielen, Facebook, Google, jeder regelt das anders. Aber wie ist denn das jetzt mit diesen ganzen Toten? Wie du sagst, ein Account von 30 bei Facebook
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gehört zu einer verstorbenen Person. Was gibt es denn da für Erfahrungen mit denen? Also wir haben uns hier in einem Video gesehen, der Vater versucht halt Zugang zu bekommen. Er wollte jetzt halt ein Video haben, aber er hätte ja auch sagen können, ich will das löschen. Es gibt ja viele Gründe da Zugang haben zu wollen. Die sind jetzt einfach da und es sieht so aus. Viele sind einfach da. Viele sind einfach da und passiert nichts.
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Ja, die bleiben einfach dort. Deswegen, das ist eigentlich noch mehr spooky, weil du das eben nicht weißt. Du weißt es nicht. Und das wird ja, wenn dafür jetzt nicht mehr Bewusstsein irgendwann mal existiert und vor allem standardisierte Prozesse, dann wird es ja das noch mehr geben. Und gibt es so was wie Online-Friedhöfe? Ja, es gibt ja zig Sachen, ja. Es gibt ja zig Sachen mit irgendwelchen
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Online-Memory-Pages, so Obituaries, also irgendwie so Sachen, wo man so ein bisschen sowas reinstellen kann. Also es gibt ja wirklich ganz, ganz unterschiedliche Zugänge zu dem Thema. Aber das sind dann so Sachen, die halt die die Hinterbliebenen genau, die da reinstellen können. Und das geht ja nicht um den Nachlass,
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den digitalen Nachlass. Genau, das geht nicht um den Nachlass. Weil das ist ja nicht einfach. Also da machen dann irgendwie die Hinterblieben etwas, was denen ja irgendwie helfen würde, die Trauer halt zu bewältigen. Aber das hat letztendlich noch nie so mit meinen Daten zu tun und damit was, was ich halt will, das da passiert. Ja. Agnieszka, ganz herzlichen Dank, dass du da mal so
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ein Fokus auf dieses Thema lenkst. Gerne. Genau. Vielen Dank für deinen Besuch. Dankeschön. Vielen Dank fürs Zugucken Philipp Banzer von der Republika in Berlin für DCDP TV. Unsere Videos gibt es bei YouTube und die Videos der Republika übrigens auch und auch den Vortrag von Agnieszka Walorska wird es da geben. Ich danke fürs Zugucken.
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Alles Gute und bis dann. Tschüss.