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Jenseits des etablierten OSM-Routing-Regelsatzes

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Formal Metadata

Title
Jenseits des etablierten OSM-Routing-Regelsatzes
Subtitle
alte Fragen und neue Herausforderungen
Title of Series
Number of Parts
96
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CC Attribution 4.0 International:
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Abstract
Etablierte Routing-Regeln entstehen nicht alleine durch Tagging-Proposals, sondern durch komplexe Wechselwirkungen, und in vielen Randbereichen auch gar nicht. Ein Überblick.
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25:28
RoutingRoutingMeeting/Interview
RoutingTypContribute <Programm>ACCESS <Programm>YES <Computer>GRADERALLY <Programm>WikiOrder (biology)TypSoftwareNoten <Programm>MAPPERContinuous trackPlane (geometry)Software developerOpen sourceGebiet <Mathematik>RoutingRouter (computing)Pascal's triangleTime zoneCompilerStatisticsComputer animation
GRADERoutingGrass (card game)Matrix (mathematics)Mach's principleContinuous trackMAPPERComputer animation
YES <Computer>Continuous trackService (economics)ACCESS <Programm>Matrix (mathematics)Computer animationDiagram
ORACLE ADFRouting
Continuous trackVapor barrierWikiSample (statistics)RoutingWikiConstraint (mathematics)EditorRouter (computing)Noten <Programm>RoutingContinuous trackMAPPERVapor barrierAdditionComputer animation
RoutingInformation
Computer animation
Level (video gaming)Router (computing)Zusammenhang <Mathematik>Physical quantitySocial classRoutingLecture/ConferenceMeeting/Interview
Inference
Transcript: German(auto-generated)
Routing mit OSM, also ich bin da auch z.B. totaler Leier, denke, völlig kompliziert, kann ich nichts mit anfangen. Der Arne Brenschel meint, so kompliziert ist das gar nicht, aber da gibt es ein paar Grauzonen und die möchte er jetzt ein bisschen beleuchten.
Ok, vielen Dank. Also wie gesagt, Routingregeln sind das Thema bzw. der Unterschied zwischen dem dokumentierten und dem etablierten Regelsatz. Das ist nämlich durchaus nicht dasselbe. Erstmal ganz kurz zu mir, nehme einfach den Pascal Neist seine Seite als Vorstellung, um zu beweisen, dass ich jetzt auch Mapper bin.
Also wenn Sie Bedenken haben, hier spricht jetzt ein Softwareentwickler über Tagging und das kann nicht gut gehen, keine Angst, ich bin Mapper. Und das kommt im Wesentlichen, diese über 1000 Changesets aus meiner Bemühung des Straßennetzqualitäts zu sichern, also im gesamten Dachraum nach Fehlern zu suchen und dafür zu sorgen, dass das Straßennetz verbunden bleibt.
Und aus diesen Bemühungen, die Erfahrung, die ich daraus gewonnen habe, das ist im Wesentlichen die Erfahrung, die ich jetzt auch hier präsentieren will. Ich fange mal ganz vorne an, bei A wie Anliegerzone, also in USM gibt es keine Zonen, das ist glaube ich bekannt,
eine 30er Zone oder eine Fußgängerzone kann ich nur so abbilden, dass ich jeden Weg einzeln markiere, das gilt im Prinzip auch für eine Anliegerzone. Hier ist mal ganz schematisch, das rote ist, soll eine Anliegerstraße sein und die Regel ist ganz klar, ich darf da nicht durchfahren, es sei denn, ich will genau dahin. Jetzt gibt es da so Grenzfälle, also ich kann eine Anliegerstraße haben und da geht aber nochmal
eine andere Straße ab und natürlich kann ich da nur hin, wenn ich durch die Anliegerstraße fahre. Und dann wird jeder sagen, naja, also das muss der Router schon verstehen, dann gehört das eben mit zur Anliegerzone. Das heißt, auch wenn es keine Zonen gibt, ich kann das gar nicht verhindern, dass die Zonen funktionieren und wenn so eine kleine Insel funktioniert,
dann funktioniert das auch mit einer größeren Insel und ich bin automatisch da, dass ich eben eine Anliegerzone auch dadurch meppen kann, dass ich eben nur die Eingänge als Anliegerzone markiere und nicht die einzelnen Straßen, obwohl das nirgends wo im Wiki steht oder so, das ist eigentlich jetzt mehr so eine Wildwestregel, aber es funktioniert halt und wird auch angewandt.
Zum Beispiel hier in Schlutup, das ist so eine Hafenstadt in der Nähe von Lübeck, das ist glaube ich die größte Anliegerzone, die ich kenne in O.S.M., das ist die ganze Stadt, einfach dadurch, dass die drei Zugänge, die es zu dieser Stadt gibt, als Anliegerweg markiert sind und dann ist die ganze Stadt eine Anliegerzone.
Und natürlich ist das nicht die Wirklichkeit, sondern in der Wirklichkeit gibt es einfach nur ein Durchfahrtsverbot durch diese Stadt. Also hier wird sozusagen das Anliegerkonzept missbraucht, mein Durchfahrtsverbot abzubilden, aber es funktioniert, also zumindest in Open Source Routingmaschinen funktioniert das.
Das B-Router stürzt aber ab, weil eben ist die Insel zu groß und Graf Hopper macht glaube ich gar keine richtige Anliegerlogik. Es ist natürlich ein Workaround, also eigentlich ist es ja ein Durchgangsverbot und keine Anliegerzone und es funktioniert natürlich nur dann, wenn ich jetzt nicht in so einem Gebiet noch echte Anliegerzonen habe, weil dann scheitert das Konzept, das ist halt nicht hierarchisch. Also offensichtlich fehlt ein Konzept für Durchfahrtsverbote.
Zum Beispiel auch hier in der Nähe von Stuttgart, dieser kleine Ort Peruse, da ist das hier als Anliegerstraße gemapped und das steht auch so auf dem Schild. Ich hab's geprüft, da steht also, ja man darf da also nicht durchfahren, wenn man zur Autobahn will, sondern eben nur wenn man in diesen Ort will.
Könnte man jetzt hier wieder machen, indem man einfach den kompletten Ort abdichtet als Anliegerzone und dann würde das funktionieren, traue ich mich aber jetzt nicht im Sinne eines Quasemappings das zu machen. Also das muss dann schon der Mapper vor Ort machen, zumal es ja doch wieder nur ein Workaround ist.
Wenn man jetzt weiter guckt, ganz oft findet man in der Eifel sowas, da gibt es dann tatsächlich auch Verbindungsstraßen, die als Anliegerstraßen markiert sind. Und das steht auf irgendwelchen Schildern und das kann man jetzt schlecht dementieren, es ist so, aber es gibt einfach keinerlei Konzept in USM, um das abzubilden.
Also so wie es jetzt hier ist, ist die Straße einfach gesperrt. Das ist natürlich auch nicht richtig. Okay, also so viel zu Anliegerzonen. Man sieht also, hier wachsen sozusagen Mapping-Konzepte völlig parallel zum Wiki. Ich modelliere Durchfahrtsverbote als Anliegerzonen und es funktioniert.
Jetzt fange ich mal ein bisschen grundsätzlicher an. Was ist denn eigentlich der etablierte Routing-Regelsatz in USM? Und das hier ist quasi der innere Kern, das ist die Excess Hierarchie. Also das beschreibt, wenn ich jetzt Zugangsverbote mappen will, die Hierarchie, wie ich das angeben kann.
Also entweder sage ich das ganz konkret für einen Transportmodus hier für Fahrräder oder ich sage es für abstrakte Oberklassen, ich sage keine Fahrzeuge oder überhaupt gar niemand. Und diese Excess Hierarchie, die ist total etabliert. Also jeder Mapper, selbst wenn er das Bild nicht kennt, der kennt das.
Und die einzige Schwierigkeit, die es gibt, ist hier bei diesen HGV Heavy Good Vehicles, also LKWs. Das passt nicht so richtig in die Hierarchie und deswegen ist das Bild auch umstritten. Weil faktisch ist es ja so, wenn ich an eine Straße ran schreibe, Motorcar gleich No, dann erwarte ich, das gilt auch für LKWs.
Aber hier in dieser Hierarchie wäre es ja so, dass es eben zwei Blätter sind auf gleicher Ebene. Das heißt, es findet die Vererbung nicht statt. Das heißt, man könnte es auch so machen, wäre aber auch nicht falsch, dann passt es im umgekehrten Fall wieder nicht. Also das heißt, die LKWs, die passen nicht in diese Excess Hierarchie, was aber jetzt nicht schlimm ist.
Also es ist ja trotzdem eine etablierte Regel, die keiner bestreitet. Es ist einfach so, dass es mal so und mal so ist und es gilt immer das Ergebnis, was am restriktivsten ist. Trotzdem haben wir hier eine Regel und niemand bestreitet sie und damit kann man wirklich gut arbeiten.
Das reicht jetzt noch nicht, um wirklich Routing zu machen, sondern ganz oft sind ja Zugangsverbote oder Gebote nicht geteckt. Ich brauche also noch Standardwerte zu irgendwelchen Wegtypen, um zu sagen, darf ich da lang fahren oder nicht. Und das findet man im Wiki, solche Standardzugangsmatratzen und da steht jetzt zum
Beispiel drin, dass wenn ich eine Autobahn habe, dann darf da ein Auto fahren. Weil das ist das Wesen einer Autobahn. Ich muss das also jetzt nicht extra dran schreiben, dass da ein Auto fahren darf. Und das ist ganz wunderbar, da kann ich also für jeden Wegtyp hier nachschauen, ob da ein Auto fahren darf und ich gucke zur Sicherheit noch, ob wirklich alle Wegtypen dabei sind,
indem ich das hier gegen die Statistik aus OSM-Tech-Info dagegen halte, aber zu meiner Überraschung merke ich, von den drei häufigsten fehlen zwei. Und das ist eigentlich quasi die Hälfte der Wege, sind über
diese Standardzugangsmatrix nicht definiert und das ist eigentlich eine ziemliche Katastrophe. Das heißt, man kann der OSM-Karte nicht zuverlässig entnehmen, ob ein Track für Autos zugänglich ist oder nicht. Jetzt sagt das Wiki, ja, das ist so, aber es ist so, weil es länderspezifisch ist. Es ist einfach in Deutschland anders wie in Österreich.
Und in diesem selben Wiki-Artikel gibt es also nicht nur diese eine Matriz, sondern es gibt auch noch 50 andere für alle möglichen Länder. Und da steht dann zum Beispiel hier für Deutschland steht, Track Proposal Destination, also Tracks, an denen keine Zugangsberechtigung geteckt ist, nur als Anlieger befahrbar.
Und wir sehen, hier sind also noch ganz viele Fußnoten und in allen diesen Fußnoten steht SDVO drin. Gucken wir nach Österreich, jetzt steht da für Track Yes, also Tracks sind immer befahrbar, wenn nix dran steht, und jetzt sind es schon acht Fußnoten, die da dran stehen.
Und da steht auch, das heißt in Österreich irgendwie auch SDVO und da sehen wir, was das Problem ist. Also das geht einfach am Thema vorbei. Das heißt, hier oben ist die Frage gestellt, was bedeutet es, wenn in den USM an einem Weg kein Access-Tag ist? Und hier unten ist die Frage beantwortet, was bedeutet es, wenn an einem Weg kein Schild steht?
Das heißt, das wird verwechselt, aber das sind zwei völlig verschiedene Fragen. Diese Gleichsetzung herstellen zu wollen, das ist einfach nicht richtig. Das heißt, ich kann in den USM einfach Standardzugangsregeln definieren, die mit der Straßenverkehrsordnung nichts zu tun haben. Und ich muss das sogar, deswegen sollte man sowas nicht lesen.
Trotzdem muss ich ja jetzt, wenn ich einer Maschine Routing beibringen will, muss ich ja diesen Regelsatz in eine maschinenlesbare Form übersetzen. Und da kann ich jetzt nicht reinschreiben, Track, naja, die einen meinen so, die anderen meinen so, sondern ich muss da jetzt was hinschreiben.
Und das ist zum Beispiel der Teil von dem Skript in B-Router, der Auto Routing abbildet. Und wir sehen hier sehr schön, hier findet sich diese Access-Hierarchie wieder. Und hier steht die Liste aller Wegtypen, wo Autos standardmäßig fahren dürfen, und da steht Track eben nicht dabei, weil ich es da nicht hingeschrieben habe.
Jetzt ist B-Router nicht der einzige Router, den es gibt. Es gibt ja noch mehr. Wie machen die das? Und jetzt habe ich hier extra mal zwei Beispiele rausgesucht für Deutschland und für Österreich. Und zwar zwei Beispiele, wo es eben so einen Track gibt, der halt zu so einer Abkürzung einlädt. Und jetzt ist die Frage, nimmt der Router den oder nicht?
Und ja, wir sehen einen Unterschied, mal wird er genommen, mal nicht. Aber dieser Unterschied ist eben nicht länderspezifisch zwischen Deutschland und Österreich, sondern der ist toolspezifisch. Also ob und so das Routing-Maschine nimmt ihn nicht, Graf Hopper nimmt ihn. Das heißt, diese Behauptung, dass es da eine länderspezifische Besonderheit gibt, ist erstmal nicht belegt.
Jetzt müssen wir trotzdem entscheiden, was ist richtig oder falsch, das können wir ja jetzt hier noch nicht entscheiden. Und da möchte ich sowas mal hier zeigen. Das ist ein landwirtschaftlicher Weg hier, der ist nicht befahrbar, da steht Access-Gleich-Ecke-Cultural dran.
Das ist auch richtig, das ist auch so bestildert. Wenn ich jetzt da lang fahre und hab mich jetzt zufällig verfranst und benutze ein Navi, was mich leiden soll, dann macht das jetzt sowas. Das führt mich also raus von diesem verbotenen Weg auf erlaubte Wege, wieder auf den Pfad der Tugend.
Aber das ist natürlich nicht gut, weil ich will ja, wenn ich ein Navi benutze, ausgerechnet dann, wenn ich mich mal verfranst hab, dann brauche ich Hilfe, dann will ich, dass es mir hilft und nicht mich noch bestraft, indem es mich dann noch in den Schlamm schickt. Das heißt eigentlich die Frage, ist ein Track befahrbar, wenn nix dran steht, das kann ich mir nicht überlegen.
Ich kann nicht sagen, ja ich bin dabei der Meinung oder so, sondern ich muss das der Karte entnehmen. Das heißt, die Mapper haben das bereits entschieden, die haben das jahrelang so gemapped. Und wenn die Karte eben so ist, dass ein Track, an dem nix dran steht, eher verboten ist, dann muss ich das auch so machen.
Das heißt, ich kann nicht in die Straßenverkehrsordnung gucken, ich muss tatsächlich in die Karte gucken, um das zu beantworten. Und dann habe ich halt eine Regel, wie ich das mache. Hier ganz kurz ein Beispiel, was mir tatsächlich persönlich passiert ist. Ich stand also hier auf so einem Parkplatz an so einer Freizeitlocation, wollte mich routen lassen mit Magic Earth.
Jetzt war hier ein Mappingfehler, also an dem eigentlichen Zugangsweg stand Motorcar No. Und dann hat mich das Ding eben geleitet über andere Wege, die nicht verboten sind. Aber das waren eben Wiesenwege, die wirklich nur ein Traktor findet. Also es war völlig unmöglich. Daraufhin habe ich das dann auch nicht mehr verwendet, dieses Programm.
So jetzt habe ich hier einfach mal versucht, diese Standardmatrix zu vervollständigen. Ich habe also jetzt drangeschrieben für Track und für Service, was ist der Standardzugang. Und so kann man es machen. Jetzt gibt es hier noch das Problem, wenn ich jetzt sage, Fahrräder dürfen aber Tracks, dann muss ich das generell so machen.
Also ich muss auch für den Fall, dass eben an dem Weg landwirtschaftlicher Zugang dran steht, trotzdem sagen, okay die Fahrräder dürfen trotzdem. Hier, das ist ein Bild vom ADFC, wie das eben tatsächlich in Deutschland aussieht. Hier habe ich ein Schild, wo ich nach Straßenverkehrsordnung eindeutig nicht Fahrrad fahren darf.
Und da unten steht der touristische Radwegweiser gleich mit dran. Das heißt, die etablierte Regel ist eben, ich darf das und ich muss das auch so abbilden. Sonst funktioniert das, sonst wird das Routing wieder labil. Okay, ich muss mich ein bisschen beeilen.
Ich habe jetzt den etablierten Regelsatz fast vollständig. Es gibt jetzt noch ein bisschen mehr, zusätzlich zu den Highwaytypen gibt es noch die Barrieren. Das funktioniert ganz genauso, auch wieder mit Standardmatrix. Es gibt auch wieder das Sorgenkind, also das, was bei den Highways der Track ist. Das ist bei den Barrieren das Liftgate, also die Schranke. Es ist einfach nicht rauszukriegen, ob eine Schranke auf ist oder zu.
Die Mapper schreiben es auch nicht dran. Gut, das Motorwaytech für Schnellstraßen ist klar. Einbahnregeln brauche ich. Auch da gibt es wieder so ein Sorgenkind. Also eine Autobahn, an der kein One-Way-Tech steht, weiß ich wieder nicht, ist das eine Einbahnstraße oder nicht. Und das passiert also regelmäßig bei irgendwelchen Baustellen, dass das wieder missverständlich ist.
Okay, und als letztes brauche ich Abbiegebeschränkungen. Jetzt gehe ich noch in den letzten fünf Minuten auf die Abbiegebeschränkungen ein. Das ist jetzt extra so klein, versuchen Sie nicht das zu lesen, nur wie das im Wiki aussieht und das ist die deutsche Seite. Also die englische, die ist noch viel größer, weil da noch viel mehr Edit Wars ausgetragen werden.
Ich will nur hier auf zwei Stellen deuten, auch wenn man es jetzt nicht lesen kann. Hier steht erklärt, dass Abbiegebeschränkungen natürlich nicht nur via Note haben können, sondern auch multiple via Ways, weil man das eben manchmal braucht.
Und hier unten steht, dass wenn ich bedingte Abbiegebeschränkungen habe, die zum Beispiel nur für Lkw gelten, dass ich also verschiedene Tagging Schemas habe, wie ich das darstellen kann. Und das ist natürlich jetzt für einen Softwareentwickler, der hergeht und sagt, ich will jetzt mal einen OSM-Booter schreiben, sag mir mal, wie die Regeln sind, was ich programmieren muss, ist das also ganz furchtbar, weil wenn der das machen will,
der wird alt und grau, bis er fertig ist. Da ist die Hürde viel zu hoch. Wenn ich jetzt gucke, was muss ich tatsächlich programmieren, um Abbiegebeschränkungen zu machen, das ist viel einfacher. Also ich habe einfach eine Relation mit From und To-Members, habe einen Restriction-Typ, der heißt entweder No oder Only
und habe eine Accept-Liste fertig. Das ist die etablierte Regel. Wenn ich das programmiere, bin ich safe, kann ich Routing machen. Also brauche ich das Wiki nicht lesen. Trotzdem ist natürlich jetzt das Wiki nicht einfach nur, ich meine, es hat ja Recht. Zum Teil sind diese Sachen vielleicht nicht so konsistent,
aber sie sind eben etabliert. Zu den multiple Weavays will ich kurz erklären. Also die sind hauptsächlich wegen U-Turn-Verboten notwendig. Also wenn ich da Abbiegeschränkungen habe und sage, okay, hier nicht links abbiegen, dann kann ich das einfach auf einen Knoten beziehen. Dann kann ich sagen, okay, an diesem Knoten einfach nicht links abbiegen.
Bei einem Wendeverbot, das ist hier genau das Bild aus dem Wiki, geht das manchmal so nicht. Dann muss ich also auch noch irgendwie Zwischenwege definieren, auf die sich das Wendeverbot bezieht. Das ist also aus Programmierersicht eine Herausforderung.
Aber die Frage ist, braucht man das wirklich? Ich habe ja verschiedene Detailierungstiefen, wie ich so eine Kreuzung mappen kann. Eine normale Kreuzung ist einfach eine simple Kreuzung, ohne dass die Wege gesplittet sind. Da sind Wendeverbote implizit. Da brauche ich gar nichts mappen. Während, wenn ich mir in Deutschland die Karte anschaue, sehen die Kreuzungen meistens so aus.
Die sind also noch ein bisschen detaillierter gemapped. Da sind die einzelnen Übergänge eben ausmodelliert. Da brauche ich auch keine multiplen Viaways. Ich brauche eigentlich überhaupt keine abbiege Beschränkungen. Da steckt die ganze Logik schon in den Einbahnstraßen. Das heißt, hier werden die multiplen Viaways eigentlich nur gefordert für einen bestimmten Mappingflavor,
für einen bestimmten Kreuzungstyp. Und kein Router hat sie je implementiert. Ich weiß nicht, ob kein Router sie je implementiert hat. Also ich habe sie nicht implementiert. Ich glaube, die meisten Editoren auch nicht. Und man muss einfach sagen, das Thema ist tot. Es gibt keine abbiege Beschränkungen mit multiplen Viaways. Aber wirklich stehen sie halt noch drin.
Das andere Thema bei den abbiege Beschränkungen waren diese bedingten Beschränkungen. Und das ist jetzt aber tatsächlich ein großes Thema. Weil da gibt es ganz viele verschiedene historische Schema da, wie man Bedingungen abbildet. Also bei den abbiege Beschränkungen wie diese Accept-Liste. Aber jetzt gibt es da auch ein akzeptiertes Proposal,
das ganze Thema viel konsistenter, viel allgemeiner zu behandeln. Und diese Sachen, die begegnen einem auch immer wieder. Also B-Router benutzt zum Beispiel schon lange One-Way-Bicycle oder Max-Speed-Forward oder sowas. Das kommt ja aus diesem Schema, wo generell hier irgendwelche Texts erweitert werden können
um Transportmodus, Richtung, Bedingungen usw. Und natürlich versucht man auch möglichst jetzt dieses konsistente Bedingungsschema in die Karte zu kriegen, aber es ist eben noch nicht drin. Das heißt, wenn ich in die Wiki-Seite zu abbiege Beschränkungen schreibe, ja, Bedingungen gehen so oder so,
das ist nur die halbe Wahrheit. Das heißt, das eine ist sozusagen die gemapte Praxis und das andere ist das, was man haben will. Ist kein Widerspruch, aber eigentlich der Software-Entwickler der müsste halt die Information kriegen, was er machen muss. Okay, damit auch Punktlandung.
Bin ich fertig und bedanke mich für die Aufmerksamkeit. Ja, Arne Brennschütte, vielen Dank. Also ich konnte das sehr gut nachvollziehen. Ich mache gerne Fahrradtouren. Dieses Schild mit dem landwirtschaftlichen Verkehr und dem Fahrradweg, der da langgeht,
also das trifft man ständig. Hat jemand Fragen zu diesem Vortrag? Ja, du hast dich ja sehr viel mit den Tracks jetzt beschäftigt. Die sind ja auch sehr viel in Verwendung, sodass man das niemals ändern wird, im Grunde genommen in OSM grundsätzlich.
Aber hast du eine Meinung, ganz abstrakt dazu, ob das Konzept Tracks als Klasse zu erfassen überhaupt sinnvoll ist? Ja, ich glaube schon, dass es sinnvoll ist. Also man sollte einen Weg nach seiner physischen Beschaffenheit
darstellen und nicht nach seiner rechtlichen Einordnung. Das passiert halt nicht oft, weil jetzt jemand sagt, okay, ich will aber darstellen, dass dieser Weg mit Autos befahrbar ist, selbst wenn er die Zugangsbeschränkungen richtig hinkriegt in der Karte, ist es ja immer noch nicht sichtbar. Wenn er dran schreibt, ist es unklassifiziert, dann sieht man auch schön in OSM Karte,
okay, das ist befahrbar. Das heißt, es wäre dann ein schönes Konzept, wenn die Renderer, die Router und das WG sich ein bisschen mehr einig wären. Jetzt nochmal für mich, du hattest gesagt,
in Schlutup es funktioniert, jetzt ist die Frage, wenn ich jetzt von Schlutup raus nach Schlutup rein wollte, dann würde ich ja theoretisch eine Route erzeugen, die erst im freien Straßennetz unterwegs ist, dann eine Destination durchfährt und dann wieder im freien Straßennetz unterwegs ist. Warum funktioniert das? Das müsste doch eigentlich technisch unzulässig sein.
Ja, weil die Router eben automatisch Inseln erkennen. Also ich habe eine Destination-Insel, das ist also ein Bereich, der nur über Destination-Wege erreichbar ist. Das wird automatisch als Insel erkannt und komplett Destination geteckt virtuell. Das heißt, der Router macht einfach
diese Zonenergänzung von sich aus. Also quasi man nimmt an, dass die große zusammenhängende Insel Europa ist Destination-frei und die kleineren Inseln werden diese, an denen man Implicit Destination gibt. Ach so, jetzt verstehe ich das deine Frage. Du wolltest es andersrum.
Ja, das glaube ich, das wird nicht funktionieren. Gibt es noch eine Frage? Das ist nicht der Fall. Ich bedanke mich bei Herrn Brennschütte, der uns etwas beleuchtet hat über die Grauzonen
beim Routingen mit Open-Spiel mit Daten. Danke.