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Lightning Talk Slot 3 – The New Normal of Higher Education

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Formal Metadata

Title
Lightning Talk Slot 3 – The New Normal of Higher Education
Title of Series
Number of Parts
55
Author
et al.
License
CC Attribution 3.0 Unported:
You are free to use, adapt and copy, distribute and transmit the work or content in adapted or unchanged form for any legal purpose as long as the work is attributed to the author in the manner specified by the author or licensor.
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Publisher
Release Date
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Content Metadata

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Genre
Abstract
Florian Wehking, Heinrich Söbke , Mario Wolf "360° Models in Environmental Engineering Education: Virtualizing of a field trip" As 360° models appear as promising learning tool a 360° model was used in order to enable environmental engineering students to gain practical experience in 2020 as well. Designed as a virtual field trip (VFT) through an urban district of the city of Weimar and part of a lecture, students are asked to create a concept for a wastewater infrastructure based on the VFT. The 360° model, its didactical scenario as well as user feedback are presented in this session. Allan Owens, Clive Holtham, Tatiana Chemi "Reshaping higher education: the art of practical wisdom" Presenters from three countries and disparate disciplinary backgrounds have, through their collaboration on an Erasmus project "Beyond Text", developed a framework for how universities should return to their historic interest in education for "practical wisdom". This session will use interactive methods to review how old-normal practices need to be unlearnt, and five non-traditional learning principles set in motion. Caterina Hauser, Nadine Linschinger, Simone Adams "Reaching the 99 %: From Overnight Remote Teaching to Transforming Higher Ed Learning" This session focuses on “instructional designers in action”, sharing experiences in supporting faculty members during the COVID-19 crisis at Austria’s second largest university. We will discuss models to accommodate different levels of “digital fluency” (Briggs & Makice, 2011), aiming to transform makeshift remote teaching into a functioning online ecosystem. Our session will include a multimedia artifact, a poll, and a brainstorming session to develop long-term strategies for online teaching.
Computer animation
Computer animation
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Lecture/ConferenceComputer animation
Computer animation
Computer animation
Meeting/Interview
Meeting/Interview
Meeting/Interview
Computer animation
Transcript: German(auto-generated)
Willkommen. Ich freu mich, dass ihr alle da seid. Ähm, kurz noch mal ein kleiner Hinweis, falls ihr die Folien gleich nicht richtig gut sehen könnt. Rechts unten ist ein kleines Icon. Da könnt ihr einstellen, dass ihr den Pool-Screen sehen möchtet.
Genau, dann ist es soweit alles von mir. Ich will gar nicht so viel mehr Zeit rüden, sondern direkt weitergeben an Nicolai, Angelika und Fabian, die zum Thema Interaktion in der Liebphalme besprechen werden. Ja, wunderbar.
Herzlich willkommen zu unserem Talk. Wir werden Ihnen einen Analysebaum vorstellen, der Ihnen bei der Benennung von Interaktionssituationen helfen soll. Wir zeigen an vier Beispielen ein Vorgehen zur Problemanalyse und Lösungsfindung. Unsere Präsentation basiert auf den Erkenntnissen aus unserer Evaluation. Jetzt springen die Folien etwas zu schnell.
Okay, die zweite Folie, danke. Vor allem bei der Analyse der Freitextanworten haben wir festgestellt, dass die Interaktion ein relevantes Thema ist und war. Sowohl im Asynchronen wie auch im Synchronenbereich und in der Präsenzlehre spielt sie eine entscheidende Rolle, die nach Verbesserung ruft. Die Untergliederung sehen Sie auf dieser Folie.
Bei der weiteren Analyse haben wir die Interaktion in drei grundlegende Interaktionen unterschieden, und zwar in Kommunikation, Interaktion und Organisation, die hier den Stamm bilden des Baumes und daraufhin weiterhin differenziert, je nachdem, wer mit wem kommuniziert, und zwar die Dozenten mit den Dozenten,
die Dozierenden mit den Studierenden und die Studierenden untereinander. Dies haben wir dann noch weiter aufgeschlüsselt in asynchrone, synchronen und präsente Kommunikation oder Interaktion. Und dadurch ist der ganze Baum relativ komplex geworden. Diese unüberschaubare Komplexität brechen wir nun auf vier Beispiele herunter.
Die wir nachfolgend vorstellen werden. Hierfür behalten wir die Unterteilung der Interaktion in die drei Bereiche Organisation, Kommunikation und Interaktion bei. Die Präsenzlehre wird als Beispiel nicht weiter berücksichtigt. Kommen wir zum ersten Beispiel. Sie erreichen ständig E-Mails mit organisatorischen Fragen.
Eine Möglichkeit, um auf der asynchronen Ebene der Organisation, die Sie hier nochmal beispielhaft sehen, zu perfektionieren, ist der Einsatz von sogenannten FAQs. Diese können bei einem sinnvollen Einsatz den E-Mail-Verkehr stark reduzieren.
Dazu haben wir folgende Handlungsempfehlung. FAQs sollte man sehr prominent platzieren. Verweisen Sie auch regelmäßig auf diese FAQs und halten Sie diese immer aktuell. Eine gute Struktur sorgt dafür, dass keine Fragen offen bleiben. Achten Sie bei Ihren Formulierungen vor allem darauf, dass Sie keinen Interpretationsspielraum bieten
und damit Nachfragen befördern. Als weiteres Beispiel haben wir Zufallsbegegnungen gewählt. Diese fallen im Homeoffice häufig weg, weil man die Kollegen nicht mehr auf dem Flur, beim Kaffee oder in der Mensa irgendwo trifft. Aber diese Zufallsbegegnungen sind sehr nützlich, um neue Impulse zu bekommen, sowohl für die fachliche Sache,
aber auch für Organisationssachen oder auch private Kommunikation. Um diese fehlenden Zufallsbegegnungen auszugleichen, kann man entsprechend online Gesprächsrunden organisieren, indem man sich online trifft und für die interne Kommunikation nutzen. Dafür sollte man regelmäßige Termine festlegen, an denen man sich austauschen kann. Diese sollten natürlich so gelegt sein,
dass alle Leute gleichzeitig Zeit haben, also am besten nicht mit irgendwelchen Lehrveranstaltungen überschneiden. Und man kann sich vorher festlegen, vielleicht sogar ein Schwerpunktthema aussuchen, über das man reden möchte. Das dritte Beispiel zielt auf die Kommunikation zwischen Dozierenden und Studierenden in der asynchronen Lehre ab. Hierfür wird die Produktion von studentischen Mini-E-Lectures
mit digitalen Mitteln zum Good Practice Beispiel. So werden die herkömmlichen Referate in der digitalen Lehre ersetzt. Im Hinblick auf die Optimierung dieser Form der Kommunikation werden folgende Handlungsempfehlungen formuliert. Die Orientierung an vorher bekannt gegebenen Lernzielen, die notwendige Basis der Digitalkompetenz verdeutlichen
und planvoll in die Tat umsetzen und den Kriterienkatalog der Bewertung allen Beteiligten unbedingt transparent machen. In der digitalen Lehre sind asynchrone Interaktionformen sehr gefragt. Eine gute Möglichkeit bieten Tools, bei denen gemeinsam ein Produkt erstellt wird, zum Beispiel ein E-Portfolio mit Mahara.
Individuelle Lernwege verbinden sich hier zu einem gemeinsamen Produkt. Auch hierfür haben wir Handlungsempfehlungen. Asynchrone Interaktion kann man fördern, wenn man ein digitales Produkt verlangt, das gemeinsam erstellt wird. Damit die Vorteile der individuellen Lernwege aber nicht verloren gehen, ist es wichtig, auch individuelle Teile zu verlangen.
Gerade multimediale Aspekte verlangen nach verschiedenen Skills von Studierenden. Und so werden die Fähigkeiten einzelner Studierenden gefragt. Als Fazit haben wir festgestellt, dass es bei der Interaktion sehr gut ist, wenn man sich der Komplexität, der dahinter steht, bewusst zu sein. Und dies ermöglicht einem,
die Interaktionssituationen, die auftreten können, exakt zu bestimmen und auch dafür Lösungen zu finden. Dazu soll dieser Baum helfen. Für die Planung einer Lehrveranstaltung hilft es sich, vorher zu fragen, welche Interaktionssituationen auftreten können und mit deren Veranstaltung verknüpft sind. Des Weiteren, die Bewusstmachung unterstützt beim Schwierigkeiten antizipieren, beim Handlungsanweisungen prüfen
und beim Lösungen mit Tools oder Strategien finden. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, Ihr Team Digitalisierung in der Lehre und Postdigitalentwicklung des Geografischen Instituts der Ruhr-Universität Bochum.
Super getimed. Sorry für die Trouble am Anfang. Das führt gleich besser mit Interaktionssituationen. Annabelle wählt zum Thema, was uns das KineWin-Framework über Corona lehrt. Annabelle, ich würde dich bitten, sich einmal mit Kameras, ich sehe schon, du bist schon dabei,
Fabian Angelika, einmal genau untertauchen, bitte. Vielen Dank euch. Und einmal Bühne frei für Annabelle. Nee, meinen Vorteil brauche ich noch. Ja, der kommt sofort. So, und dann mache ich mich einmal stumm und dann werde ich sofort den Timer starten,
sobald du lossprichst. Vielen Dank. Mein Name ist Annabelle Bild. Ich bin Referentin für Hochschulstrategie und Digitalisierung in der Fernuniversität in Hagen. Ich möchte Ihnen und euch heute einen Wahrnehmungs- und Interpretationsrahmen vorstellen, der aus der Komplexitätsforschung stammt. Und ich werde Ihnen ein Beispiel geben, warum wir uns das in Corona-Zeiten häufiger angucken sollten,
das KineWin-Framework. Im Bildungssektor war Corona ein Schock. Also von jetzt auf gleich musste der Hochschulbetrieb radikal umgestellt werden. Und nichtsdestotrotz Digitalisierungsprozesse wurden in den letzten Monaten bereits angepackt. Bei der Umsetzung ist aber auch nicht alles so glatt gelaufen.
Oft war nicht klar, was eigentlich leistbar und gewünscht war. Und hierbei kann das Framework helfen. KineWin ist ein Modell für die Entscheidungsfindung. Das ist schon 2007 von Dave Snowden von IBM entwickelt worden. Der Name ist ein valisisches Wort für Heimat oder Habitat. Snowden geht davon aus, dass man erst erkennen muss,
welche Kontexte eine Situation bestimmen, bevor man sich mit ihr befasst. Weil er sagt, unterschiedliche Kontexte brauchen unterschiedliche Handlungen. Es gibt vier Bereiche. Zuerst mal der einfache. In einfachen Zusammenhängen ist die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung einfach, also offensichtlich und leicht zu erkennen. Wenn was schief geht, ist es leicht das Problem zu erkennen
und zu beheben. Es gibt keine Überraschungen. Snowden nennt das die bekannten Erkenntnisse. Es gibt vordefinierte Wege zur Lösung des Problems. In einfachen Systemen müssen Informationen wahrgenommen und kategorisiert werden. Also sehen, was reinkommt, das einordnen, entscheiden, was zu tun ist. Wie bei einem Helpdesk. Die gleichen Fragen, ein vordefinierter Satz von Antworten und eine beste Lösung.
In einfachen Systemen funktioniert deswegen auch nur best practice, weil die Übertragung ganz offensichtlich funktioniert. In komplizierten Zusammenhängen gibt es auch einen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung, aber der kann erst nach einer Analyse erkannt werden. Das ist nicht offensichtlich. Daher ist in diesem Zusammenhängen Expertenwissen notwendig, bevor eine Entscheidung getroffen werden kann.
Komplizierte Kontexte können sogar mehrere Lösungen mit unterschiedlichen Antworten haben, die bekannten und unbekannten. Hier muss das Problem erst wahrgenommen und analysiert werden, bevor es Antworten gibt. Das ist die typische Welt des Expertentums. Es gibt mehr als eine Lösung für Probleme, und es ist aber schwieriger, sie zu identifizieren. Komplizierte Kontexte wenden good practices an.
Zum Beispiel alles, was mit externen Beratungsdiensten gelöst werden kann. Es gibt viele Wege, aber sie brauchen Hilfe. Komplex bedeutet, ich kann es nicht vorhersagen und ich muss mich auf Unsicherheiten einlassen. Es kann erst nach dem Prozess beurteilt werden, ob eine Entscheidung richtig oder falsch war. Die unbekannten, unbekannten.
Wir wissen also gar nicht, was der richtige Weg ist. Wir kennen die Lösung erst in dem Moment, in dem wir sie gefunden haben. Das ist die Domäne des Experimentierens. Und daraus folgt, probieren Sie aus und dann nehmen Sie wahr, reflektieren, lernen Sie und versuchen Sie es nochmal. Schauen Sie, was funktioniert und was nicht und reagieren Sie angemessen. Ein Beispiel, die meisten Arten von Innovation.
Professionelles Training oder bewährte Praktiken werden durch das Ausprobieren verschiedener Ansätze und Ideen ersetzt. Chaotisch letztlich, hier gibt es überhaupt keinen Bezug zwischen Ursache und Wirkung oder zumindest ist es unmöglich, das herauszufinden. Es gibt weder Muster noch Strukturen. Das System ist in absolutem Stress und unter Druck und es bleibt keine Zeit, das Problem zu analysieren.
Ein Beispiel ist erst kürzlich Bergamo gewesen. Sie erinnern sich vermutlich alle daran. In chaotischen Situationen ist Handeln am wichtigsten. Also, Krisenmanagement betreiben, versuchen sich zu stabilisieren, Misserfolge oder Erfolge messen, entscheiden, was als nächstes zu tun ist. Und manchmal ist eine Zuordnung zu einem der Bereiche überhaupt nicht möglich. Und dann neigen die Leute dazu, sich in den
einfachen Bereich einzuordnen, was ziemlich gefährlich ist. Knaven hilft uns bei der Wahrnehmung und Einordnung. Es geht also um Komplexität und falsche Sicherheiten. Einer der größten Fehler, mit dem Institutionen zu kämpfen haben, ist, dass die Handlungsstrategien, die in einfachen oder komplizierten Zusammenhänge funktionieren, in komplexe
Zusammenhänge übertragen und, dass das schwierig wird, hat Corona uns gezeigt. Als Beispiel. Bislang haben sie immer Vorlesungen im Hörsaal gehalten. Und dann kam Corona und sie mussten sehr schnell auf digitale Lehre umstellen und haben gehofft, dass sie einfach ihre Vorlesungen filmen und online stellen können. Also, Übertragung von Best Practice war bei anderen funktioniert, ist ja auch.
Aber sobald sie Best Practice anwenden, gehen sie davon aus, dass sie sich in einem einfachen Kontext befinden. Nur, höchstwahrscheinlich sind sie das gar nicht. Die Prozesse einer Hochschule sind komplex. Es gibt keine lineare Vorhersagbarkeit der Wirkung. Und sie glauben, dann ist da ihre Schuld, wenn das Konzept scheitert. Und sie denken, ich muss die Vorlesung besser machen, ich muss schönere Folien machen, ich muss meine Bitrate verbessern.
Aber das ist Arbeit an Ursache und Wirkung. Aber wenn der Kontext systematisch nicht passt, dann hilft es auch, sich auf einfache Art und Weise daran abzuarbeiten. Das war also ein Plädoyer dafür, dass man sich dessen Bewusstsein sollte, in welchem Kontext man wie agiert. Es ist wichtig, die Komplexität der sozialen Wirklichkeit anzuerkennen und zu erkennen, dass die Suche nach dem einen
besten Weg oftmals irreführend ist. Eine Betrachtung des Kenevin-Frameworks könnte helfen, die Denkweise zu überprüfen und Mut machen, weil Scheitern einfach oft systembedingt ist. Vielen Dank. Vielen Dank, Annabär, auch für dein interessanter Runde.
Von Kamine und Josefine. Der Titel ist das virtuelle Klassenzimmer, die New Normal Lernumgebung. Kann ich euch beide hören? Ich sehe euch beide schon. Josefine höre ich noch nicht.
Kannst du mich hören? Ja, Kamine, dich höre ich sehr gut. Hallo. Josefine auch da. Super, ich werde mich jetzt wieder rausschalten und euch die Bühne und es geht los, sobald ihr ready seid. Ich freue mich drauf.
Guten Tag, meine Damen und Herren. Josefine Betig und ich werden heute einige Ergebnisse aus einer Studie vorstellen, die wir an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Berlin, Köln und Frankfurt durchgeführt haben. Der Titel der Studie ist das virtuelle Klassenzimmer, die New Normal Lernumgebung.
Was war die Zielsetzung der Studie? Die Zielsetzung der Studie war der Vergleich der Wahrnehmung von E-Learning vor und während der Corona-Pandemie. Darüber hinaus wollten wir auch Herausforderungen der digitalen Lehre identifizieren, die während der Corona-Krise auftauchen. Wie sieht das Design aus,
das wir uns ausgedacht haben? Wir haben zwei Stichproben, unabhängige Stichproben von Studierenden vor und während der Pandemie nach ihren Einstellungen zum E-Learning gefragt. Wir konnten nur Studierende aus dem Standort Berlin für den Vergleich verwenden, weil Daten vor der Pandemie nur für die Berliner vorhanden waren.
Die Studierenden wurden nach ihren Kenntnissen von Lern-Apps, webbasierten Trainings, computerbasierten Trainings, Simulation und virtuellen Klassenzimmern gefragt. Bei der Frage nach der Bekanntheit virtueller Klassenzimmer gaben sie signifikant häufiger als statistisch erwartet an, dass ihnen virtuelle Klassenzimmer bekannt sind.
Ein sehr interessanter Befund dieser Studie ist, dass virtuelle Klassenzimmer während der Pandemie nicht nur bekanntheit zuvor sind, sondern dass sie auch signifikant häufiger an der Uni eingesetzt werden, als statistisch erwartet. Aber wie sieht es sonst aus? Lässt sich der Effekt auch außerhalb der Uni beobachten?
Und die Antwort auf diese Frage ist Ja. Dieser Effekt lässt sich auch außerhalb der Uni beobachten. Auch hier werden virtuelle Klassenzimmer signifikant häufiger als statistisch erwartet eingesetzt. Und wie sieht es mit der Bereitschaft aus, virtuelle Klassenzimmer weiterhin zu verwenden?
Um diese Frage zu beantworten, haben wir die Studierenden danach gefragt, inwieweit sie bereit wären, virtuelle Klassenzimmer in Zukunft zu verwenden. Dabei stellt sich während der Pandemie im Vergleich zu vor der Pandemie eine signifikant höhere Bereitschaft heraus, wobei die aktuell beobachtete Bereitschaft unabhängig von der
Corona-Krise ist. Eine Validierung unserer Ergebnisse ergibt sich aus einer Befragung von 62 E-Learning- Unternehmen, die vom MMB-Institut durchgeführt wurde. Danach ergab sich ebenso, dass virtuelle Klassenzimmer am stärksten von der Corona-Krise profitieren. Das waren die wichtigsten Ergebnisse des Vergleichs vor und während der
Corona-Pandemie. Okay, wir haben die Studierenden außerdem danach gefragt, ob eine Reglementierung des Ablaufs der Lehrveranstaltung im virtuellen Klassenzimmer wirklich notwendig ist. Und diese Frage wurde von 65,7% der Stichprobe mit Ja beantwortet. Wir haben außerdem noch gefragt,
wie genau das reglementiert werden sollte. Die Aussagen der Studierenden haben wir mit einer Thematikanalysis ausgewertet, aus der sich 9 Themen ergaben. Am häufigsten wurde das Thema Video und Audio und darunter das Thema Webcam kodiert. In Bezug auf die Webcam stellen wir fest, dass
viele Studierende sich wünschen, dass diese eingeschaltet bleiben sollen. Und diejenigen, die sich das wünschen, geben außerdem in mehr als die Hälfte der Fälle an, dass die Webcam die ganze Zeit, also permanent, immer eingeschaltet bleiben soll. Aber stellt sich jetzt die Frage, warum konzentrieren
sich so viele Aussagen auf die Webcam? Zur Klärung der Frage können wir mehrere Theorien heranziehen. Zum Beispiel das bekannte 73855 Rule der nonverbalen Kommunikation und Modifikationen davon. Dann auch noch die Non-Verbalimedia-See oder auch die Social Presence Theorie.
Aber welcher Beitrag liefern jetzt unsere Daten dazu? Wir finden in unseren Daten vor allem Aussagen zur Relevanz der nonverbalen Kommunikation in rund 27 Prozent der Begründungen. Und wir stellen fest, dass viele Studierende meinen, dass man sich bei
eingeschalteter Webcam besser konzentrieren kann. Das sind unsere Ergebnisse. ja, die Studierenden möchten, dass die Webcam eingeschaltet bleibt. Aber was tun sie eigentlich in Wirklichkeit? In Wirklichkeit zeigt die Realität, dass die Webcam bei den
Studierenden nur dann eingeschaltet ist, wenn die untereinander sind. Wenn ein Dozent dabei ist, ist die Webcam hingegen immer aus. Wir sind fertig mit unserem Vortrag und sind gespannt auf die Fragen. Und bitten Sie natürlich jetzt Ihre Webcam nicht auszuschalten. Vielen Dank.
Frau Wittmann, keinen Ton bei Ihnen. Ja, so viele
Knöpfe auf einmal zu drücken. So, jetzt nochmal. Vielen Dank an euch alle für diese interessanten Insights. Und ja, wir haben noch keine Fragen hier direkt in den Conversations im Chat. Schön erstmal, dass ihr alle zurück auf der Bühne seid.
Da haben wir hier wieder alle Vortragenden zusammen. Ich sehe, wir haben im Publikum 55 Leute zusammen. Gibt es zu den drei Themen, die wir hatten, direkt konkrete Fragen? Ich sehe, hier kommt eine Meldung. Darf ich selber was fragen? Ja, gerne. Dann einmal
ich müsste auf der linken Seite die Möglichkeit geben, anzufragen. Ich war das. Ich wollte nur fragen, ob ich auf als Referentin selber was sagen darf. Na klar, sehr, sehr gerne. Ich fand den ersten Lightning Talk total toll, von Angelika, Fabian und Nikolaj. Und ich
fand es so spannend, diese beiden Konzepte mal übereinander zu legen, weil ich habe so viel Parallelen gesehen, was ihr gesagt habt, mit FAQ zum Beispiel, das passt bei mir ins einfache oder ePortfolio ist eigentlich was, wo man Komplexitäten mit reduziert. Und ich würde das so schön finden, mit euch zusammen mal das beides aufeinander zu legen und zu gucken, wie das irgendwie zusammenpasst.
Ja, super. Dann tauschen wir an die Daten aus. Ich glaube, das würde jetzt einen Rahmen hier sprengen. Wir können es mal versuchen, wenn keine anderen Fragen kommen. Aber sonst können wir das vielleicht machen und das nächste Festival dann irgendwie etwas daraus ableiten. Das ist ein sehr gutes Stichwort, um auch nochmal
zu betonen, dass es oben rechts bei uns allen dieses Cloudan-Icon gibt. Und da gibt es jederzeit die Möglichkeit, Leute anzufragen, Leute direkt zu kontaktieren. Also auch, falls sie oder ihr in der Publikum Lust habt, jetzt hier eine oder eine der Speakerinnen zu kontaktieren, auch nochmal privat, dann
das gerne immer unter Cloudan, weil das ist ja auch das Ziel des Festivals, die wir vernetzen. Jetzt ist hier noch eine Frage, sehe ich gerade von Annika Isabel. Es wäre interessant zu wissen, wie diese einheitliche Regelung für Webcams aussehen könnte. Habt ihr dazu konkrete Ideen? Ja, also es gibt ja viele Vorschläge, die jetzt von den Studierenden selber
gekommen sind. Also sie haben sozusagen die meisten, also diese 43,6% sagen, die Webcam sollte immer an sein. Aber die haben auch zusätzliche also Inweise gegeben. Zum Beispiel man könnte die Webcam einschalten, wenn man spricht,
damit man wenigstens die Person sieht beim Sprechen. Oder auch, wenn es um eine Interaktion direkt geht zwischen Dozent und Student. Oder auch bei Gruppenarbeiten. Oder auch einfach zu Beginn, damit der Dozent die Möglichkeit hat, die Studierenden
zu sehen. Oder auch am Ende, damit dann auch man weiß, ok, die Person, der Student oder die Studentin ist bis zum Ende der Veranstaltung geblieben. Und dann das als Mittel sozusagen dann der Anwesenheitskontrolle. Also es gibt sehr viele Vorschläge. Es gibt aber auch
Studierende, die gesagt haben, nein, also das möchten wir eigentlich nicht, weil die empfinden die Webcam als eine Einschränkung, also als einen Eingriff in die Privatsphäre. Also da sind viele nicht einverstanden damit. Und sie haben auch Probleme,
wenn es darum geht, beim Screensharing. Da könnte man zum Beispiel versehentlich irgendwas, was man nicht zeigen will, dann zeigen. Und dann gibt es auch das Problem, manche Leute befürchten, dass Dinge aufgenommen werden und dann irgendwie verbreitet werden auf dem
Internet und so weiter. Also das ist wirklich ein sehr wichtiges Thema. Das Wichtige aber daran ist, ein großer Teil der Kommunikation ist nonverbal. Und das heißt, dieses Teil fehlt natürlich, wenn die Webcam nicht da ist, aber es gibt auch viele Probleme, die gelöst werden sollen in diesem
Zusammenhang, ja. Vielen Dank. Wir haben jetzt hier auch nochmal eine Frage. Ich gebe mal erstmal nochmal ab. Die hat Annabell hier auch schon mal kurz beantwortet, aber ich finde sie nochmal interessant. Vielleicht für alle. Haben Sie den Eindruck, dass Sie als Fernuni bzw. Studis einen Vorteil haben, weil Fernlehre schon bekannt ist? Vielleicht kannst du dazu nochmal eingehen,
Annabell. Ja, also ich glaube schon, dass wir einfach dadurch, dass wir das seit jetzt 45 Jahren machen, zwar nicht seit 45 Jahren online, aber dennoch irgendwie mit Studierenden, die nicht vor Ort sind, dass wir da schon Vorteile haben. Und wir haben, das habe ich jetzt auch gerade schon mal geschrieben, wir haben deswegen ja auch mit dem Hochschulforum Digitalisierung ganz zu Anfang schon des
Corona-Semesters eine Community of Practice gegründet, die auch immer noch über MetaMaus erreichbar ist, wo wir eben versucht haben, Staatshilfe zu geben für die ganzen Präsenzhochschulen, die da so ins kalte Wasser geschlissen worden sind. Und da gab es eben verschiedene auch Vorträge, sozusagen unsererseits, wo wir nochmal geguckt haben, zum Beispiel
wie gehen Hybridseminare oder was ist in Sachen Barrierefreiheit zu beachten und solche Dinge. Und der Plan ist auch durchaus diese Community of Practice weiterzuführen und dann zwar eben nicht nur mit uns, als diejenigen, die Erfahrung haben, sondern die Erfahrung ist ja inzwischen auch schon an allen, da gibt es ja Beispiele aus allen Hochschulen und insofern wird es da sicherlich
weitergehen. Da wird es auf dem Hochschulforum Digitalisierung Blog auch in Kürze nochmal einen Beitrag zu geben, das kann ich vielleicht vorweg nehmen. Ja gut, den werde ich dann auch fleißig teilen im Komm-Team, wo ich ja her bin, im AfD. Ja gut, danke fürs Werbung machen auf jeden Fall an der Stelle. Wir haben ja nochmal eine Frage dazu.
Sind die Studis in Sachen Selbstlernkompetenz weiter an der Fernuni? Vielleicht noch einmal an der Berlin Dich an, bevor wir nochmal zu dem Thema Webcam zurückgehen, was ja hier tatsächlich auch relativ viel jetzt gerade aufgegriffen wurde in den Fragen. Ja, also Selbstlernkompetenz insofern, dass unsere Studis natürlich auch ein bisschen eine andere Zielgruppe sind und ein bisschen heterogener sind, vielleicht als die Studis an Präsenzhochschulen.
Bei uns sind die durchschnittlich 38 Jahre alt, das heißt, die haben zum Teil schon eine Ausbildung hinter sich, haben eine Familienphase hinter sich und haben eine andere Motivation, jetzt auch wirklich ihr Lernen zu ermöglichen. Und insofern sind die natürlich dann auch schon, stehen die irgendwie anders im Leben, sage ich jetzt mal, ohne die anderen zu diskreditieren und müssen eben noch viel mehr damit kämpfen,
irgendwie die Lernphasen gut in den Tagesablauf zu integrieren. Und genau, da gibt es eben, glaube ich, durchaus eine höhere Selbstlernkompetenz. Aber wie gesagt, wir haben ja auch sehr viele und es gibt auch viele, bei denen es gar nicht klappt. Also, die dann auch schnell abbrechen, weil sie merken, es geht nicht. Ich kann immer nur aus denen berichten, die es gut läuft.
Ja, auf jeden Fall. Wir haben jetzt hier noch, ich würde sagen, noch mal hier eine Frage zu dem rechtlichen, zu der rechtlichen Frage. Nämlich einmal hier weiter oben, darf es überhaupt eine rechtliche Regelung, da bezieht es sich nochmal auf die Nutzung der Webcams und genau da vielleicht auch nochmal zu euch,
zu Kamine und über viele andere. Ja, also ich meine, das Rechtliche haben wir uns jetzt noch nicht wirklich informiert. Wir haben zwar bei uns an der Hochschule Experten, die sich damit beschäftigen. Das ist aber so wirklich etwas, was eben, glaube ich,
juristisch jetzt hier analysiert werden sollte. Dazu kann ich jetzt nichts sagen. Ich weiß nur, dass es eben so Diskussionen gibt zu diesem Thema, auch international. Also es gibt, es gab so an der Stanford University zum Beispiel ein Open Brief
von den Eltern, die gebeten haben, dass man eigentlich die Webcam nicht unbedingt eingeschaltet bleiben sollte, weil die Studierenden eben sich eingegriffen fühlten in ihrer Privatsphäre. Weil man dann auch sehen kann, über die Webcam, was, wie die Studenten eigentlich leben und
dann auch teilweise Störungen bestehen, die man eigentlich nicht unbedingt zeigen will. Also das sind wirklich Probleme und natürlich da kommt, sobald es Probleme dieser Art gibt und wenn man von Reglementierung spricht, können wir natürlich schon auf der wissenschaftlichen Ebene beantworten, weil wir ja Wissenschaftler sind,
aber da müssen wir natürlich auch noch das Juristische dazu tun.