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Instrumentelle Samenübertragung beim Rind - 1. Gewinnung und Konservierung des Samens

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Formal Metadata

Title
Instrumentelle Samenübertragung beim Rind - 1. Gewinnung und Konservierung des Samens
Alternative Title
Artificial Insemination in Cattle - 1. Collecting and Storing Semen
Author
License
No Open Access License:
German copyright law applies. This film may be used for your own use but it may not be distributed via the internet or passed on to external parties.
Identifiers
IWF SignatureC 1507
Publisher
Release Date
Language
Other Version
Producer
Production Year1982

Technical Metadata

IWF Technical DataFilm, 16 mm, LT, 120 m ; F, 11 min

Content Metadata

Subject Area
Genre
Abstract
Samengewinnung beim Bullen unter Verwendung der künstlichen Scheide. Hygienische Vorbereitung des Samenspenders. Technik der Samenentnahme. Untersuchung des Ejakulates, Vorbereitung für die Tiefgefrierung. Verlauf der Einfrierkurve. Verschiedene Verfahren der Tiefgefrierung (Minitübsystem, Pailettenmethode, Glasampullen, Pelletverfahren).
Keywords
IWF Classification
Transcript: German(auto-generated)
Die instrumentelle Samenübertragung hat in der Rinderzucht weltweite Verbreitung gefunden.
In der Bundesrepublik Deutschland werden etwa 80 Prozent aller Tiere künstlich besamt. Fruchtbarkeitskontrolle, Verhütung von Genitalinfektionen und Leistungssteigerung sind die wesentlichen Vorteile, die die künstliche Besamung der Zucht bietet.
Für die Samenübertragung eignen sich nur Bullen, die hinsichtlich Geschlechtsgesundheit, Fruchtbarkeit, Erbgesundheit und Leistung sorgfältig ausgewählt wurden. Die optimale Haltung und Fütterung der Samenspender
ist Voraussetzung für die Gewinnung befruchtungsfähigen Samens. Nur durch sorgfältige hygienische und sexuelle Vorbereitung können qualitativ und quantitativ einwandfreie Ejakulate erhalten werden.
Die ausführliche Waschung ist ebenso Bestandteil der geschlechtlichen Stimulierung wie der später folgende Aufsprung ohne Samenentnahme. Hierbei wird der Penis des Bullen, wie auch bei der Samenentnahme, abgelenkt. Das Abspritzen des Vorsekretes ist deutlich zu erkennen. Wird ein Phantom benutzt, erfolgt der Probesprung ohne Ablenken des Penis.
Zur Samenentnahme setzt sich der Operateur in das Phantom. Die künstliche Scheide wird ohne Ablenken des Penis angeboten.
Der kräftige Nachstoß führt zur Ejakulation. Bei der Samenentnahme am lebenden Sprungpartner wird der Penis in die bereitgehaltene künstliche Scheide gelenkt. Senkende Scheide und entleerende Wasserfüllung
beschleunigen den Samenabfluss in das Auffanglas. Das eindeutig gekennzeichnete Ejakulat wird zur Vermeidung von Kälteschäden sofort ins Labor gereicht.
Nach Temperaturanpassung im Wasserbad von 27 Grad Celsius wird das Ejakulat auf Volumen, Konsistenz und Farbe geprüft. Hier ein normales Ejakulat von etwa 6 Millilitern rahmenähnlich und Elfenbeinfarben.
Mikroskopisch erfolgt die Beurteilung der Massenbewegung am unbedeckten Tropfen, während die Einzelbewegung der Spermien am bedeckten Präparat ermittelt wird. Dieses Präparat zeigt eine gute, wellenförmig verlaufende Massenbewegung.
Der Anteil an vorwärts beweglichen Samenzellen liegt bei gut 70 Prozent. Damit erfüllt dieses Ejakulat die an Bullensamen gestellten Mindestanforderungen. Zur weiteren Temperaturangleichung wird das Ejakulat auf 23 Grad Celsius angepasst.
Um die Anzahl der Besamungsdosen ermitteln zu können, wird die Spermiendichte mit einem elektronischen Partikelzählgerät bestimmt.
Je nach Dichte und Volumen können aus einem Ejakulat 150 bis 500 Portionen gewonnen werden. Hier eine mittlere Dichte von 1,25 Millionen
pro Mikroliter. Jetzt wird der Samen für die Tiefgefrierung vorbereitet. Dafür sind geeignete Schutz- und Puffersubstanzen erforderlich. In diesem Fall wird ein Trissverdünner verwendet.
Um Schädigungen der Samenzellen beim Umfüllen zu machen, wird die Flaschenband mit der Verdünnungspflüssigkeit benetzt.
Dem Sperma wird nun der Verdünner 1 zugesetzt,
der 20 Prozent Eidotter enthält. In der gleichen Weise erfolgt die Zugabe des Verdünners 2, dem als Gefrierschutz Glycerin beigegeben wurde. Die Endverdünnung hat eine Glycerinkonzentration von 6 Prozent.
Der Verdünnung schließt sich eine Kontrolluntersuchung an. Mindestens 70 Prozent der Samenzellen sollten vorwärts beweglich sein. Vor der Abfüllung werden die Portionsröhrchen gekennzeichnet.
Entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen müssen Name des Bullen, Herdbuchnummer, Tag der Herstellung und die Besamungsorganisation aufgedruckt sein. Das Abfüllen und Verschließen der Röhrchen erfolgt automatisch.
Die Minityp werden hier mit 0,25 Milliliter verdünntem Sperma beschickt und durch Metall oder Kunststoffkugeln verschlossen.
Die Luftblasen an beiden Seiten des Röhrchens werden durch Schlagen zur Mitte verlagert. So wird das Eindringen von flüssigem Stickstoff beim Einfrieren und Lagern und die Gefahr
einer Explosion später beim Aufdauen verhindert. Vor der Tiefgefrierung werden die Minitypröhrchen in Plastik oder Metallbehälter
verpackt. Nach vierstündiger Anpassung bei 5 Grad Celsius wird das Gefriergut in die etwa minus 140 Grad kalte Dampfzone vier Zentimeter über dem Stickstoffspiegel eingebracht. Hierdurch ist ein optimaler
Verlauf der Einfrierkurve gewährleistet. Ausgehend von 5 Grad Celsius erreicht das unterkühlte Gefriergut nach ein bis 7 Grad Celsius bilden sich die ersten Eiskristalle, sodass innerhalb weniger Minuten
das Gefriergut in den festen Aggregatzustand überführt ist. Nach 10 bis 12 Minuten erreicht der Sperma minus 120 Grad Celsius und kann in den flüssigen Stickstoff von minus 196 Grad Celsius umgelagert werden.
Zur Kontrolle der Überlebensrate wird ein Samenröhrchen im Wasserbad bei plus 1,5 Grad Celsius. Die Abfüllung der Samenzellen sollte nach dem Aufdauen vorwärtsbeweglich sein. Neben dem
bisher gezeigten Minitypsystem werden weitere Konfektionierungsverfahren zur Tiefgefrierkonservierung angewandt. Ein ähnliches Prinzip liegt der Paillettenmethode zugrunde. Die Röhrchen werden hier im Vakuum gefüllt und durch Ultraschall verschlossen. Die
älteste Methode ist das Abfüllen von Sperma in Glasampullen, die in einer Gasflamme zugeschmolzen werden. Beim
Pelletverfahren wird mit Trockeneis von minus 79 Grad Celsius gearbeitet. Wie auch die vorher erwähnten Methoden ermöglicht dieses Konservierungsverfahren eine breiten Anwendung der instrumentellen Samenübertragung.