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Wasserkraftwerk Oldau an der Aller (Baujahr 1911)

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Formal Metadata

Title Wasserkraftwerk Oldau an der Aller (Baujahr 1911)
Alternative Title Hydro-electric Generating Station at Oldau-on-Aller (Built in 1911)
Author Luckmann, Detlev
Treue, Wilhelm
License CC Attribution - NonCommercial - NoDerivatives 3.0 Germany:
You are free to use, copy, distribute and transmit the work or content in unchanged form for any legal and non-commercial purpose as long as the work is attributed to the author in the manner specified by the author or licensor.
DOI 10.3203/IWF/E-2423
IWF Signature E 2423
Publisher IWF (Göttingen)
Release Date 1979
Language German
Producer IWF
Production Year 1973

Technical Metadata

IWF Technical Data Film, 16 mm, LT, 184 m ; SW, 17 min

Content Metadata

Subject Area Engineering
Abstract Beschreibung der Außenanlagen (Schleuse, Seilfähre, Wehr und Krafthaus); Wartungsarbeiten an den Holzkämmen der Übersetzungsgetriebe. Inbetriebnahme des mechanischen Teils des Kraftwerks: Füllen der Turbinenkammer, Anlaufen des Generators mit einer Turbine, Zuschalten einer zweiten Turbine. Erläuterung der Schwierigkeiten einer Wasserkraftnutzung bei geringer Fallhöhe.
After a descriptionof the outside facilities, such as locks, rope ferry, weir and power house, the mechanical section of the power works goes into operation after repair work on the wooden cogging of the step-up gear. After filling of the turbine chambers and start of the generator with one turbine, a second turbine is connected. During these procedures the difficulties involved in the utilization of water power when the height of fall is low are explained.
Keywords Energie / Wasserkraft
Wasserkraftwerke
Kraftwerke / Wasserkraftwerke
power station / hydroelectric power station
hydroelectricity
hydroelectric power station
energy / waterpower
hydropower
Annotations
Transcript
Im Rahmen der Allerkanalisierung wurde an dieser Staustufe
das Wasserkraftwerk Oldau errichtet. In Fahrtrichtung des Bootes befindet sich eine Schleuse, durch die die Schiffe in den Unterwasserlauf gelangen.
Mit einer Handkurbel wird ein Schleusentor geöffnet.
Nach Passieren einer Fährstelle fährt das
Boot in die Schleusenkammer ein.
Zur Benutzung der Fähre wird das im Flußboden liegende Seil gespannt.
Von der gegenüberliegenden Seite zieht der Schleusenwärter
am Seil den Fährprahm herüber.
Am diesseitigen Ufer wartet schon ein Fuhrwerk zum Übersetzen zu den Wiesen am Kraftwerk. Fahrzeuge, aber auch Weidetiere gelangen nur auf diese Weise herüber. Fußgänger können über die Schleusentore gehen.
Im Hintergrund erkennt man das Kraftwerksgebäude. Es liegt auf einer 8 ha großen Insel, die durch den Bau des
Schleusenkanals zur Umgebung einer Flußschleife entstanden ist. Die Fähre wird nur für die Anlieger betrieben. Das Kraftwerksgebäude ragt vom Ufer in den
Flußlauf hinein und staut zusammen mit dem Schützenwehr das
Wasser. Das breite Schütz kann zur Abführung der großen
Hochwasser und bei Eisgang hochgezogen
Durch die kleinen Schütze, die bei Hochwasser ebenfalls in besonderer Weise hochgezogen werden, fließt das gestaute Wasser noch ungenutzt in das Unterwasser ab. Zwischen Wehr und Kraftwerksgebäude befindet sich auch eine Fischtreppe.
Das nutzbare Gefälle an diesem Kraftwerk beträgt nur 2,80 m.
Bei größerer Wasserführung vermindert sich das Gefälle, weil durch den Rückstau das Unterwasser ansteigt. Der Unterwasserlauf mündet nach 700 m in den Schleusenkanal. Der Pfeil auf dem Schild zeigt in Richtung zur Schleuse.
Am Kraftwerksgebäude sind die Zahnstangen der Oberwasserschütze zu erkennen. Die Schütze sind noch geschlossen, um Wartungsarbeiten in den Turbinenkammern ausführen zu können.
In der Maschinenhalle steht im Hintergrund ein Schwungradgenerator. Er ist auf der Landseite der Halle errichtet und wird über eine geteilte Vorgelegewelle von mehreren einflutigen Francisturbinen angetrieben. Der
Generator liefert Drehstrom bis zu einer Leistung von 450
kW bei einer Spannung von 5500 V. Der mitlaufende Gleichstromdynamo
im Vordergrund erzeugt die Erregerspannung von 110 V.
Diese Spannung wird von den Bürsten am Kollektor abgenommen und über Schleifringe der
Läuferwicklung des Generators zugeführt.
In den Statorwicklungen wird der Starkstrom induziert
und in 3 Phasen abgeführt. Der Wärter besichtigt jetzt die
drei unterschiedlich ausgelegten Turbinenantriebseinheiten. Der Generator wird je nach Wasserstand von einer oder
zwei Turbinen angetrieben.
Die senkrecht stehenden Turbinen treiben große Glockenräder an. Diese gusseisernen Räder sind mit
Holzkämmen versehen, die in die stählernen Ritzel auf der Vorgelegewelle eingreifen. Die Holzkämme sind auf der Unterseite
des Rades verkeilt.
Unter jedem Glockenrad befindet sich eine Turbinenkammer. In der noch nicht gefluteten Kammer ist die Turbine sichtbar. Am Umfang der Turbine kann der Wasserzufluß
durch verstellbare Leitschaufeln verändert werden. Die senkrechte
Turbinenwelle läuft in einem Schutzrohr. Die Leitschaufeln
sind hier noch geschlossen. Über ein Gestänge können sie
von der Maschinenhalle aus geöffnet werden.
Diese 6 m breite hölzerne Schützwand wird zum Fluten der Kammer hochgezogen. Durch undichte Stellen dringt etwas Wasser ein, das aber bei niedrigem Unterwasserstand durch ein geöffnetes Tellerventil am Boden abfließen kann. Hinter den Leitschaufeln erkennt
man das Laufrad, das das zuströmende Wasser nach unten ins Saugrohr umlenkt. Vor Inbetriebnahme werden die Kammräder von
Schmiermittelresten gereinigt. Für die Kämme aus Weißbuche dient im wesentlichen Bienenwachs mit Graphitzusatz als Gleitmittel. Bei sorgfältiger Wartung können die Holzkämme über 50 Jahre halten.
Vor dem Schmieren der Kämme wird frisches Wachs erwärmt, damit es dünnflüssig wird. In diesem Zustand läßt sich das Schmiermittel mit einem Pinsel auf den Flanken der Holzkämme leicht auftragen. Da die Turbine nur in einer Richtung
läuft, werden die Holzkämme auch nur auf einer Seite behandelt. Diese Wartungsarbeiten brauchen nur in größeren Zeitabständen
wiederholt zu werden. Nun wird die erste Turbine in Betrieb genommen. Das Abflußventil in der Turbinenkammer wird deshalb
geschlossen. Die weiteren Bedienungsschritte erfolgen von der Maschinenhalle aus. Zum Fluten der Turbinenkammer wird
mit je einem Handrad eine Hälfte der geteilten Schützwand hochgezogen. Außen am Gebäude greifen Zahnräder in Zahnstangen,
an denen die Schütze hängen. Etwa 2000 Handradumdrehungen
sind notwendig, um die beiden Schütze einer Turbinenkammer 3
m aufwärts zu bewegen. Bevor nun der Wärter den Generator anlaufen läßt, muß die Bremse gelöst werden.
Ein Tropföler für das obere Führungslager am Kammrad wird eingestellt. Jetzt
werden die Leitschaufeln an der Turbine geöffnet. Das zuströmende Wasser setzt die Turbine mit dem angekuppelten Generator in Gang.
Das Kammrad auf der verlängerten Turbinenwelle treibt das Ritzel auf der Vorgelegewelle an. Dabei wird die niedrigere Turbinendrehzahl auf eine höhere Generatordrehzahl übersetzt.
Der Wärter prüft, ob alle Ringschmierlager der Vorgelegewelle einwandfrei arbeiten.
In diesen Gleitlagern wird durch einen umlaufenden Ring, der in ein Ölbad eintaucht, das Öl
über das ganze Lager verteilt.
Diese Kupplung verbindet das Ritzel mit der Vorgelegewelle. Daneben befindet sich ein Gleitlager des Generators. Dieses
Lager unterhalb der Vorgelegewelle muß alle axialen Kräfte, die
auf die Turbinenwelle wirken, aufnehmen. Der Generator hat eine Nenndrehzahl von 125 Umdrehungen
pro Minute. Nur bei dieser Drehzahl darf er bei richtiger
Phasenlage an das Stromnetz geschaltet werden. Bei plötzlichem
Lastabfall am Generator tritt diese mechanische
Notabschaltvorrichtung für die Turbinen selbsttätig in Aktion.
Der Generator wird jetzt nur von einer Turbine angetrieben, die bei voller Beaufschlagung 330 kW leistet. Der Wasserverbrauch
beträgt dann 17 m3 pro Sekunde.
Wenn das Kraftwerk in Betrieb ist, darf das Wasser nicht mehr über das Wehr ablaufen. Deshalb geht der Schleusenwärter zu einem Schaltschrank um einen Motor zum Schließen der Schütze in Gang zu setzen. Noch
fließt das Wasser ab. Doch allmählich schließen sich die Schütze.
Das vor dem Kraftwerk bis zum Stauziel angestaute Wasser
fließt durch den Rechen in die Turbinenkammer. Damit keine Wassergefälle-Verluste auftreten, muß das am Rechen zurückgehaltene Treibgut von Zeit zu Zeit entfernt werden. Die zweite
Turbine soll in Betrieb gesetzt werden. Die Turbinenkammer ist
bereits geflutet.
Der Wärter preßt noch etwas Fett in das untere Turbinenlager, das sich im Wasser befindet.
Die Turbine wird gleich über dieses Ritzel auf der noch stillstehenden
Hohlwelle des Vorgeleges den Generator antreiben. Nach dem
Öffnen der Leitschaufeln am Turbinenumfang setzt sich die
Turbinenwelle mit dem Kammrad in Bewegung und treibt die Hohlwelle an.
Wenn diese Welle die Drehzahl des Vorgeleges erreicht hat,
wird sie an die Generatorwelle gekuppelt, so daß auch die zweite Turbine bei entsprechender Wasserbeaufschlagung den Generator antreibt. Bereits bei geringer Erhöhung des Wasserzuflusses
steigt das Unterwasser in Oldau durch Rückstau an. Die zweite Turbinenanlage ist daher für eine geringere Gefällehöhe ausgelegt.
Der Wärter kann auch von der Halle aus eine Fettpresse
für das untere Turbinenlager bedienen.
Unter den Turbinen fließt das Wasser durch die Saugrohre in das Unterwasser ab. Die Wasseraustrittsöffnungen können zur Durchführung von Reparaturen im Saugrohr durch Dammbalken verschlossen werden.
Der Betrieb dieses Kraftwerks hat sich trotz des geringen nutzbaren Gefälles im Rahmen der früheren Allerzentrale der
Stadt Celle sehr bewährt.
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