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Prahmfähre über die Oste, Baujahr 1911, Oberndorf (Land Hadeln)

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E 2232 de Die Prahmfähre über die Oste in Oberndorf im Kreis Land Hadeln ist eine Gierfähre, die in besonderer Weise betrieben wird, weil durch Ebbe und Flut die Strömungsrichtung des Flusses in regelmäßigen Zeitabständen wechselt. Das Wasser reicht bis zur Deichlücke, wenn der Fährmann morgens gegen 5 Uhr zur
Fähre kommt. Die Vorbereitungen die erste Überfahrt müssen getroffen werden.
Über Nacht ist die Fähre mit einer Kette an dem Flußboden liegenden Fährseil befestigt.
Mit einem Motorboot gelangt der Fährmann zu der im Strom liegenden Fähre. Wegen des Gezeitenwechsels in der Nacht muß der Prahm zunächst gedreht werden, denn die
Laufrollen müssen immer der Flußströmung zugewandt sein. Nach Lösen der
Kette wird das Seil ausgehängt und der Prahm um die
Hauptrolle gedreht. Die Fähre hängt am Seil und kann daher nicht durch die Strömung abgetrieben werden.
Die Drehbewegung wird durch Festhalten des Seiles abgefangen. Von Hand wird die Fähre dann ans Ufer gezogen.
Die Fähre läuft am Seil im Ebbstrom zum anderen Ufer. Der erste Fahrgast wird morgens von Bentwisch nach Oberndorf übergesetzt. Das Wasser der Oste fließt jetzt in Richtung zur Küste. Drei Fährleute wechseln in drei Schichten einander
ab. Im Fährhaus steht dem
Mann während der Nachtschicht eine Fährstube zur Verfügung.
Auf dem Schulweg nach Oberndorf müssen Kinder, die zu Fuß, mit Fahrrädern oder mit Kleinbussen aus den umliegenden Orten kommen, die Fähre benutzen. Nur morgens und am späten Abend wird vorwiegend zu festgelegten Zeiten übergesetzt. Sonst fährt man je nach Bedarf.
Bei den Fahrten mit den Schulkindern wird von der Schule eine Aufsichtsperson gestellt, die auf die jüngeren Kinder aufzupassen hat.
Der Wasserstand der Oste ist inzwischen gefallen und die mit Schotter angefüllte Auffahrt zwischen Deichlücke und dem Wasser ist größer geworden. Die Fähre liegt weiter zur Strommitte.
Der Zugang zur Fähre führt durch die Deichlücke. Bei Sturmflut mussten vor Erbauung des Sperrwerkes an der Ostemündung die Deichlücken durch Nutenbretter verschlossen werden.
Diese Überfahrt mit den Schulkindern erfolgt zur Zeit des Schichtwechsels mit zwei Fährleuten.
Das Übersetzen kann beginnen.
Der Prahm liegt auf und muß angeschoben werden.
Der andere Fährmann zieht inzwischen von Hand die Fähre in die Strömung. Der in eine Schräglage zur Flußströmung gebrachte Prahm wird durch die Strömung am Fährseil entlanggetrieben. Die Fähre giert im Ebbstrom zum anderen Ufer. Das Seil ist quer durch den Fluß gelegt und an den Deichmauern befestigt. Die Fähre wird über Rollen am Seil geführt, das eine Länge von
110 m hat. Es muß zweimal im Jahr erneuert werden.
Die Länge der Fahrstrecke beträgt
je nach Wasserstand 60-90 m.
Zur Rückfahrt von Oberndorf nach Bentwisch wird eine Stange mit einer Seilrolle herübergeklappt, da das Seil in der anderen Fahrtrichtung über diese Rolle geführt werden muß.
Der Klappenbaum wird eingehängt und das Seil von der Eckrolle abgelegt. Die Fähre wird
so lange angeschoben, bis sie frei schwimmt.
Nun wird das Seil, das nur auf der Hauptrolle aufliegt, mit einem Handhaken hochgenommen und auf die Seitenwand aufgelegt.
Das Seil wird in die Mittelrolle eingehängt; dadurch wird die Fähre in eine Schräglage zur Strömung gebracht. Damit die
Fähre noch stärker von der Strömung getrieben wird, lässt man ein Schwert herunter.
Mit einem Fährknüppel wird der Prahm vom Ufer weggezogen, bis er von
der Strömung erfaßt wird. Das im Flußboden liegende Seil läuft erst über die Mittelrolle
und dann über die Hauptrolle, auch Hauptblock genannt.
Der Fährprahm ist aus Eisen und wurde 1911 gebaut. Er ist ohne die Fährklappen 14 m lang, 4,80 m breit und hat eine
Tragfähigkeit von 6 ½ t.
Früher wurde ein Prahm aus Holz verwendet. In Ufernähe lässt die Strömung nach und der Fährmann muß wieder von Hand die Fähre ziehen. Die hölzernen
Fährknüppel werden von dem selbst angefertigt.
Das Schwert wird hochgezogen, und beim Erreichen des Ufers
legt der Fährmann das Seil um einen Haken, damit die Fähre nicht abtreiben kann. Nach Aushängen des Klappenbaums wird die Stange mit der Mittelrolle wieder zur Seitenwand herübergeschwenkt.
Dieser Fährmann ist Eigentümer der Fähre und Inhaber des Fährrechts, das über
mehrere Generationen vererbt worden ist.
Durch die Nähe der Küste beträgt der Wasserstandsunterschied zwischen Mittlerem Hochwasser und Niedrigwasser 2,40 m. Die Anlegestelle der Fähre verschiebt sich dadurch um rund 15 m. Bei der Flutströmung steigt das Wasser 5 Stunden, dagegen
fällt bei Ebbe das Wasser 7 ½ Stunden, wobei es wieder zur Ostemündung fließt. Bei
fallendem Wasserstand muß die mit Schotter befestigte Uferauffahrt, der sog. Specken, von zurückbleibendem Schlick nach fast jeder Überfahrt gereinigt werden. Durch dieses "Speckenspülen" wird ein
gefahrloser Zugang zur Fähre ermöglicht. Bei ablaufendem Wasser sind längere Betriebspausen zu vermeiden. Nur während der Nacht ist die Fähre fünf Stunden nicht in Betrieb.
Die Zufahrten zur Fähre sind steil. Mit Handwinden, die in der Nähe der Deichlücken stehen, können z. B. Fuhrwerke hochgezogen werden. Die Schifffahrt wird durch das Fährseil nicht behindert, wenn der Fährprahm am Ufer liegt. Die Fähre kommt von Oberndorf herüber. Jetzt beim Wechsel von Ebbe zu Flut steht das Wasser still und der Prahm muß mit der Hand gezogen werden.
Durch die aufkommende Flut wechselt die Strömungsrichtung des Wassers. Der Fährmann beginnt die Fähre zu drehen, indem er das Seil aus der Mittelrolle aushängt. Fahrzeuge dürfen dabei nicht auf der Fähre sein.
Das Wasser steht nur wenige Minuten still. In dieser Zeit muß der Prahm gedreht werden.
Der Lampenmast zur Kennzeichnung der Fähre bei Dunkelheit muß beim Drehen angehoben werden. Durch den Schwung dreht der Prahm jetzt von selbst.
Die Seilrollen sind wieder der Strömung zugewandt. Die Fähre wird mit der Hand an das Ufer gezogen. Das Fährseil muß am Ufer versetzt werden, da die Fähre jetzt an der anderen Seite des Seiles geführt
wird. Durch Losmachen einer Querkette wird das Seil in eine Lage weiter flußabwärts gebracht.
Die Fährklappe liegt auf der Böschung auf. Sie ist wie die Fähre selbst mit Bohlen ausgelegt.
Bereits beim Anschieben dreht der Fährmann den Prahm in die gewünschte Richtung. Die in die Strömung des zulaufenden Wassers liegende Fähre zieht am Seil. Um den Prahm noch weiter zu drehen, holt der Fährmann das Seil hoch und hängt es in die Mittelrolle ein. Das an einer Kette hängende Schwert wird heruntergelassen. Es ist 3 m lang und ½ m breit. Im Flutstrom giert die
Fähre in einem flussaufwärts gerichteten Bogen zum anderen Ufer.
Die sog. Ebbkette wird bei Flut
nicht benötigt und an der Mauer aufgehängt. Mit dieser Kette, der Flutkette, wird das Seil um einige Meter flussabwärts herübergezogen, damit der Prahm im Bereich der Auffahrtrampe anlegen kann.
Gegenüber der Deichlücke von Oberndorf sieht man die Deichlücke von Bentwisch mit dem Fährhaus dahinter.
Die Fähre kommt in der Flutströmung von Oberndorf herüber. Bei dieser
Fahrtrichtung wird das Seil über die Hauptrolle und die Eckrolle geführt.
Jetzt ist niedriger Wasserstand. Aber einige Stunden später reicht das Wasser bis an die Deichlücke, so daß der Fährmann genau anlegen muß. Bei Hochflut ragen die Klappen sogar in
die Deichlücken hinein.
Die Fähre kann nicht mehr allein aus den Fährgeldeinnahmen betrieben werden. Es wird ein Zuschuß aus öffentlichen Mitteln gewährt, um den Fährverkehr über die Oste in Oberndorf auch weiterhin zu ermöglichen.
Flüte
Uhr
Strömungsrichtung
Kette <Zugmittel>
Fähre
Prahm
Motorboot
Lose
Fähre
Strömung
Prahm
Seil
Kette <Zugmittel>
Fähre
Fähre
Seil
Fähre
Richtung
Sportrad
Ahle <Werkzeug>
Fähre
Sperrwerk
Fähre
Strömung
Prahm
Seil
Motorroller
Fähre
Seil
Fähre
Seitenwand
Strömung
Seil
Fähre
Strömung
Prahm
Seil
Tragfähigkeit
Strömung
Prahm
Fähre
Seil
Seitenwand
Fähre
Fähre
Fähre
Fähre
Prahm
Seil
Flüte
Fahrzeug
Strömungsrichtung
Fuhrwerk
Fähre
Prahm
Drehen
Fähre
Strömung
Seiler
Fähre
Seil
Böschung
Bohle
Fähre
Strömung
Prahm
Seil
Kette <Zugmittel>
Zulauf <Verfahrenstechnik>
Fähre
Richtung
Prahm
Seil
Flüte
Meter
Seil
Fähre
Wölbungsklappe
Vorlesung/Konferenz
Fähre

Metadaten

Formale Metadaten

Titel Prahmfähre über die Oste, Baujahr 1911, Oberndorf (Land Hadeln)
Alternativer Titel Pontoon Ferry Crossing the Oste, Constructed 1911, Oberndorf (Land Hadeln)
Autor Luckmann, Detlev
Lizenz CC-Namensnennung - keine kommerzielle Nutzung - keine Bearbeitung 3.0 Deutschland:
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DOI 10.3203/IWF/E-2232
IWF-Signatur E 2232
Herausgeber IWF (Göttingen)
Erscheinungsjahr 1979
Sprache Deutsch
Produzent IWF
Produktionsjahr 1974

Technische Metadaten

IWF-Filmdaten Film, 16 mm, LT, 186 m ; F, 17 min

Inhaltliche Metadaten

Fachgebiet Technik
Abstract Der Fährprahm wird durch die Strömung an einem quer auf dem Flußboden verlegten Seil über Rollen geführt. Die richtige Schrägstellung des Prahms erfolgt durch Umhängen des Seiles in die entsprechenden Laufrollen. Beim beginnenden Wechsel der Strömungsrichtung bzw. bei Stillstand des Wassers (Gezeiteneinfluß) muß der Fährmann den Prahm von Hand am Seil voranziehen, außerdem muß der Prahm in Strommitte gedreht werden.
The non self-contained prahm of the ferry at Oberndorf is guided along a rope installed in the river bottom via rollers. After having been secured in corresponding rope pulleys or rollers the prahm will drift on the river in the direction of flow initially after departure, will then be banked in relation to the flow and in this way will yaw or sheer to the other bank. In the opposite direction the prahm will be brought into the correct banking position by being secured in other rollers. Since the direction of flow as well as the water levels of the Oste river will be subject to tidal influences, the prahm must be turned in the middle of the river as the direction of flow will change. In this way, the rollers will remain in a position facing the flow. The prahm used in this place was built in the year of 1911. The ferry place Oberndorf is traceable more than 300 years back. Operation of the ferry was closed down in 1977.
Schlagwörter Prahmfähre
Fähren / Prahmfähre
Wasserfahrzeuge / Fähren
Fahrzeuge / Wasserfahrzeuge
vehicles / watercrafts
watercrafts / ferries
ferry / pontoon ferry
pontoon ferry
prahm ferry

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