Heinz Kirchhoff spricht über geburtsmechanische Störungen unter besonderer Berücksichtigung des Langen Beckens - Vorlesung an der Universität Göttingen 1974
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Identifikatoren | 10.3203/IWF/G-165 (DOI) | |
IWF-Signatur | G 165 | |
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Erscheinungsjahr | ||
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Produktionsjahr | 1974 |
Technische Metadaten
IWF-Filmdaten | Film, 16 mm, MT, 502 m ; SW, 46 min |
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Transkript: Deutsch(automatisch erzeugt)
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G165.
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Verehrte Kolleginnen und Kollegen, Sie werden sich vielleicht wundern,
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dass ich, nachdem ich einen Abschiedsfrieden gehalten habe, nur noch einmal in das Kräteter trete. Das hat mehrere Gründe. Wenn man ungefähr, ich habe überrechnet, 3000 Mal hier gestanden hat und sich dann verabschiedet hat, dann muss schon ein wahrer Grund sein, nochmal wieder herzukommen. Die drei Gründe darf ich schnell nennen. Der eine Grund war der,
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dass ich an Hannah gebeten hatte, doch noch einmal sie kennenzulernen, weil ich ja wieder prüfe. Denn manch einer ist ja nicht gerade gerne morgens aufgestanden und hat mich jemals kennengelernt, muss nur im Examen mich zum ersten Mal, das wollte ich vermeiden. Das zweite, ich wollte gerne mal zu einem Thema Stellung nehmen, ein Thema, was mir sehr am Herzen liegt
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und was bisher im Schrifttum auch in der Anerkennung doch sehr zu kurz gekommen ist. Und damit addiert sich oder potenziert sich, wenn Sie wollen, der dritte Grund, nämlich, dass hier nun eine biografische Filmdokumentation vorgenommen wird, wie Sie sich an der ganzen Vorbereitung sehen. Und ich will Ihnen sagen, ich hatte mir das auch schon angetragen bei meiner Abschiedsvorlesung
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und ich hatte mich dagegen gewehrt. Ich habe im Nebenniesie gerne unter den Scheinwerferlampen gestanden. Ich war viel lieber in der Klinik oder im Labor oder in der Bibliothek. Aber nachdem ich von einem dorttereiberswisswertigen Film erfahren habe, dass ich in einem sehr guten Rahmen mich befinde,
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als ein Sauerbruch sich seinerzeit gewehrt hat und dann aber doch auch gefilmt wurde, dann habe ich mir also bereit erklärt, nicht das zu tun. Es wäre an sich üblich, will es aber nicht tun, aus dem Leben etwas zu erzählen, an so einer Abschiedsfolie, einer Dokumentationsfilm. Vielleicht werden Sie aber wissen, warum ist der Kirchhof Gynäkologe geworden.
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Nun, ich hatte immer schon 80 werden wollen in den letzten Jahren meiner Schulzeit. Mein Abitur war nicht gerade das Beste. Heute würde ich vielleicht gar nicht hier stehen, wenn der Numerus Clausus mit dem Quotienten mich dann ausschließen würde. Aber ich habe ein Medizinstudio mit wirklich Freude verlebt
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und bin dann eigentlich schon in meiner letzten Formulaturzeit zum Gynäkologen, zum Geburtshilfer geworden, weil ich nämlich dort an der Eppendorfer Frauenklinik Herrn Professor Haselhard als Oberarzt hatte, der nun mit einer Akribie den Geburtshilf in Einzelfall uns klar machte
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und da Mathematik auch meine Freude war, die übersprachen, war dies mathematische. Weil das so ist, kann es nur so sein, kann man nur das machen, war für mich der Grund, dass ich nun die Gynäkologen Geburtshilfe als Fach wählte. Nun, in seiner Zeit war es nicht, dass man gleich eine gute Stelle bekam. Man musste immer erst ein anderes Fach noch sich erwerben,
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entweder Pathologie oder Physiologie, und ich bin dann Röntgiologe geworden und bin dadurch eben auch mit der Röntgidiagnostik vertraut geworden, was sich daher für meine geburtslichen Forschungen sehr gut ausgewirkt hat. Nun, die Geburtshilfe ist ja an diesem Ort Göttingen,
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möchte ich sagen, der Gönnius Lodzi. Das heißt, hier ist die Geburtshilfe akademisch ein. Das haben wir ohne Übertreibe, ohne Stolz oder doch mit etwas Stolz sagen geboren worden. Denn wenn Sie doch sehen, links, der Albrecht von Haller, der nach der Gründung 1737 der Göttingen Universität
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schon sehr bald auch eine Frauenklinik verlangte und nun überlegte, woher bekomme ich eine akademische Lehre. Denn in Deutschland gab es noch gar keine akademische Frauenklinik, gab einige Frauenkliniken. Sie wissen, dass die Hebammen für die einzigen waren, die die Geburtshilfe treiben durften.
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Und der Achst wurde ja noch im 16. Jahrhundert um Scheiterhaufen verbrannt in Hamburg, wenn er Geburtshilfe trieb, eine wahre Geschichte. Nun hat er sich rumgesehen, der Albrecht von Haller und fand nun, das ist der nächste Herr dort, der Herrn Röderer aus Straßburg, der nun hier die Frauenklinik aufbaute, damals in dem alten Akoschihaus,
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dem ersten im Armhospital St. Kruzes. Und schon bald zog man um in das wunderschöne Akoschihaus am 82er-Platz, Sie werden es kennen, in der Nähe vom Sternen-Kienpott, da sehen Sie nicht, war doch die wunderschöne Treppenhaus und das war eben die zweite Frauenklinik. Nun, ich will natürlich auf die ganze Geschichte nicht eingehen, aber ich habe Ihnen hier nur wenige der Köpfe
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von den Neugeboren hingelegt, die wir in einer Sammlung haben. Woher stammen die? Nun, ich will nur zwei Leute herausgreifen. Der eine hängt dort unten, Ozeander, der von 1792 bis 1822, also 30 Jahre nach Ordinarius, hier wirkte und der einen Weltruf,
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ich würde sagen, einen berüchtigten Weltruf bekam, weil er nämlich damals sagte, so geht die Geburtshilfe nicht, wir müssen aktiver werden und nun bei 54% aller Geburt, meine Damen und Herren, die Zange anwandte. Die Göttinger Schule, wie sie damals genannt wurde,
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Ozeander, kam nur in einen riesigen Kontrast, ein Kampfverein, damals waren es eigentlich wirklich Kämpfe, die Kongresse und die Besprechungen waren keineswegs so lau wie heute, man hat sich sehr die Gegner die Kopf gewaschen und auf der anderen Seite stand die Wiederschule mit Boere und Ozeander konnte nun an einem wunderschönen,
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mit Handstückchen akribiv vortragenden Protokoll für jeden einzelnen Fall sagen, warum und weshalb er es gemacht hat, wir haben die ganzen Berichte noch hier alle handschriftlich sehr hübsch, eine sehr schöne Dokumentation. Und nun kam das, was imponierend war, erstens hat er jedes zu protokollieren
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und zweitens hat er jedes Kind selbst ziziert und hat nun die verliehen Verletzungen festgestellt, die nun durch die Zange leider eben zum Tode des Kindes führten. Und aus dem Naulus wurde ein Paulus und hat sich mit Boere wieder vertragen und hat eingehen, dass er ein zu aktiver Mann war.
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Dann folgte Siebold von Siebold, der auch 30 Jahre in Ordinalis war, der berühmte Siebold aus der Familie, der, wie man auch sagt, der Establiaden, also der ganzen 80er Generation, der nun auch die Geburtshilfe weiter trieb. Wenn wir einmal die Geburtshilfe überblicken, in den letzten 200 Jahren,
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so müssten wir nach meiner Ansicht ganz grob gesprochen drei Phasen unterscheiden. Die eine Phase, die reine mechanische Phase, das mechanische Denken. Dann kam die zweite Phase, das funktionelle Denken und der dritte nehmen wir jetzt in der Phase der Risikogebote, der Perinatologie.
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Mechanische Denken, was war das? Das war eben nichts anderes als nun, es geht nicht, also muss ich handeln. Die russianischen Ergebnisse liegen hier, oder es wurde der Kaiserschen dann durchgeführt. Dieses mechanische Denken ging eigentlich
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bis zwischen den beiden Kriegen, bis Anfang der 30er Jahre. Und da war natürlich eine große Zahl von pathologischen Becken dabei und da spielte sicherlich die Arhites mit dem engen Becken eine gewichtige Rolle und was Sie vielleicht gar nicht so beurteilen können, auch sehr schwer wie eine soziale Faktor.
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Ich denke immer noch mit einem Grauen an die Zeit meiner Leipziger Oberartittigkeit zurück. Nicht mit Leipziger Zeit, sondern was jetzt kommt, war das Grauen, die Leipziger Zeit war sehr interessant. Aber wir hatten auch für 15 bis 20 Geburten pro Tag und dabei ein riesengroßes Krankengut von pathologischen Fällen. Wie kam das?
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Damals wurde noch nach Leipzig bei anderen Kliniken in der Provinz nicht so operiert werden, kommt in den damaligen Verhältnissen vor dem Krieg und kamen fast alle verschleppten Fälle zu uns herein. Das waren die Menschen im Erzgebirge oder aus der Industrie, mit sehr schlechten sozialen Bedingungen, wo sie als Kinder schon haben arbeiten müssen
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und ohne Zweifel die Kombination schlechter sozialer Stammt, frühe Arbeit und Rahites nun zu ungewöhnlichen Beckenanomalien führte und damit auch zur Komplikation unter der Geburt. Sie werden es ja nicht mehr erleben, Gott sei Dank, wie oft habe ich in meinem Leben ein lebendes Kind
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im Mutterleib zerstöckeln müssen, weil das Kind einfach nicht durchgeht durch das Becken. Aber andererseits konnten wir bei einer Frau mit gesprungener Blase, mit Temperaturen, die ja damals nie ein Kaiserschlitt waren, das ja den Tod der Mutter bedeutet. Also mussten wir ein lebendes Kind im Mutterleib töten und dann extrahieren.
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Das sind Grauen von Erinnerungen der damaligen Zeit. Das war das mechanische Denken. Wir denken durch die damaligen Verhältnisse, man konnte auch nicht rennchen, aber dann kam doch eine Wandel so Mitte der 30er Jahre und wir nennen es ja das funktionell denkende Geburtstilfe, was ja heute noch ausschlaggebend ist.
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Was heißt jetzt funktionell? Ein Wort kann das schon beweisen, nämlich das Frage des Missverhältnisses. Man sprach nicht mehr vom engen Becken oder schräg verengten Becken, man sprach funktionell, es geht einfach nicht, es ist ein Missverhältnis da. Man fängt nun an zu überlegen, was kann die Ursache sein? Was können Ursachen sein?
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Man hat nun natürlich jetzt auch gesehen, dass bei normalen Becken ein Missverhältnis vorliegen kann. Einmal die Größe des Kindes oder die Deflektionslagen, der hohe Gradstand oder andere Anomalien, Querlagen usw. hat doch diese Dinge beachtet und mir der ganzen Funktion Mutter und Frucht
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und Becken gemeinsam nicht mehr Beachtung geschenkt. Und diese funktionelle Denken ist auch heute ja für uns maßgeblich. Nun kommt eine letzte dritte Periode, in der wir uns jetzt gerade befinden. Ich habe bewusst im Eingang eben zwei Worte gebraucht. Einmal Risikoschwangerschaft und Geburt und Perinatologie.
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Das ist nicht unbedingt das Gleiche. Wie ich erfahren habe, hat Herr Halle Ihnen gerade diesen Tagen von diesen Dingen erzählt. Ich kann mich also sehr kurz fassen. Was ist eigentlich der Unterschied? Meine Damen und Herren, wenn Sie eine Statistik auch heute noch lesen über die deutsche Geburtshilfe, dann werden Sie überrascht sein, dass wir immer noch ein gewisses Unsicherheitsgefühl oder vielleicht ein schätztes Gewissen haben.
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Da wir angeblich, scheinbar oder anscheinend in dieser Situation stehen, die vielleicht vermeidbar wäre. Das heißt, nicht so günstig für Skandinavien, wie Holland, wie Belgien und viele andere Länder. Also war das eine ganz wichtige Frage.
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Wie kommt es dazu? Dadurch ist ein ganz wichtiges Moment in die Debatte geworfen. Nämlich die Früherkennung von pathologischen Zuständen in der Schwangerschaft. Das Wort Risikoschwangerschaft und damit Risikogeburt mit einer Intensivierung der Schwanger- und Vorsorge haben wir Herrn Bickenbach,
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dem jetzt im meditierten Reinhardis in München zu verdanken. Bei ihm stammt der Begriff Risikogeburt und Risikoschwangerschaft. Seit wir nun, und dadurch sind wir ein bisschen mit verantwortlich, es im Ministerium in Bonn erreicht haben, dass die Mutterschutzfristen besser beachtet werden, dass auch vor allen Dingen jetzt die Frau
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in der Schwangerschaft eine Vorsorge durchführen darf. Das können Sie sich gar nicht mehr vorstellen. Das war in früheren Jahren nicht möglich. Da mussten wir eine Diagnose erfinden, damit die Frauen in der Schwangerschaft zu uns kommen. Das soll das reine Prophylaxe. Heute wissen Sie, kann eine Frau 6- oder 8-mal mit ihrem Kassenschein zum Arzt gehen
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und eine prophylaktische Untersuchung durchführen lassen. Das ist also der große Gewinn. Das weist sich auch aus in der hervorragenden Besserung unserer neu geborenen Stärklichkeitszahl und unmittellichen Komplikation. Das ist der eine Grund. Dann kam der Mut, so müssen wir es sagen, von Herrn Saarling.
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Der Name ist ja allen heute ein Begriff, ja sogar in der Welt ein Begriff. Das neue ist Herr Joppich einmal zu mir, der sagte, Herr Kirchhoff, Sie haben Glück, dass Sie ein Saarling kam, die Deutsche geputzt hat, ihr altes Renommee in der Welt wieder gefunden. Man muss Herrn Saarlings Mut bewohner und das will ich einmal an dieser Stelle sagen, auch den Mut seines Chefs.
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Ich wüsste nicht, ob ich als Chef einem Assistenten ein solches Platz hätte gegeben für Dinge, die für uns damals ein Kabu bedeuteten. Gelegen Sie einmal, dass ein Assistentarzt nun in einem Muttermund ein Gerät einführte, um eine Amniöskopie durchzuführen.
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Dass er die Blase sprengt, also Kopfschwarte Brutanalysen durchführte oder eine Amniözenthese durchführte und nun hier Fruchtwasser. Das waren für uns Dinge, ja wir werden früher an der Stelle fristlos entlassen worden, wenn wir das durchgeführt hätten. Aber das sind heute Dinge, die wir eben kennen.
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Das ist nun die Perinatologie. Das alles zusammen erscheint mir ganz wichtig, der Freiheit abzustecken. Nun, wenn wir einmal jetzt auf die Geburtszüge zurückkommen und die geburtsmechanischen Momente betrachten und da ja nur hier Examenssemester sitzen, dann will ich Ihnen einmal ganz kurz erzählen,
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wie ich die Geburtszüge für den praktischen Arzt, sprich Examskandidaten, ansehe. Sie werden sagen, was sollen wir nach Geburtszüge eigentlich lernen, denn die meisten Geburten finden ja doch in der Klinik statt, in Deutschland 95 Prozent. Aber A, wissen Sie gar nicht, wo Sie in Ihrem Leben mal arbeiten werden. Und zwar ist, man muss ja über die Dinge etwas wissen,
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genauso wie die Ohrenspiegel, Auskultation oder was weiß ich, lernen und vielleicht später nicht wieder anwenden. So muss man auch über die Geburtszüge Bescheid wissen. Und es kommt heute immer noch wieder vor, dass Frau Rauhen nicht mehr transportiert werden können, weil es zu spät ist oder weil der Transport nicht klappt und der Hausarzt auf dem Lande muss eben doch eingreifen.
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Und dann gibt es da letztlich nur zwei Situationen. Und ich frage dann folgt, ich frage immer, wenn ich Staatsexamen immer dort einen Fall schildere, passen Sie auf, zum Beispiel eine gute Hebamme, bewusst sage ich, eine gute Hebamme ruft Sie, sagt der Doktor, ich muss Sie jetzt rufen, denn die Frau presst schon zwei Stunden mit und es geht nicht weiter.
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Dann ist sie verpflichtet, ob ich der Hebamme ordnen kann, ein Achter zu rufen. Jetzt die Entscheidung. Dann höre ich immer, ich sage immer wieder, ja, das ist ein enges, enges Becken oder ein Hydrocephalus, aber ich sage immer, eine gute Hebamme, habe ich gesagt. Also wo kann der Scharen oder die Komplikation nur liegen?
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Doch nur auf dem Beckenboden, im Beckenausgang. Also muss ich jetzt überlegen, was können die Ursachen sein, dass der Beckenausgang oder die Becken, die Austauschen nicht weitergehen. Das kann die Wehenschwäche sein, das kann der Tiefequerstand sein, kann die Deflationslage sein,
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kann der Scharenbogenwinkel sein, also sehr, sehr viele Momente. Die zweite Frage, die ich fast immer wieder stelle, auch für den praktischen Arzt, eine andere Hebamme ruft sie ein paar Tage später und sagt jetzt, ich habe eine Erstgebärende und wir haben jetzt schon ungefähr 3-4 Stunden
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Wehentätigkeit, ich habe das Gefühl, die Geburt steht still, es geht nicht weiter, das Köpfchen tritt nicht ein. Das heißt, auf Deutsch ist jetzt hier im Beckeneingang die Komplikation zu suchen. Und da müssen wir doch jetzt immer noch zwei große Gruppen unterscheiden.
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Niemals würde ich heute einem Studenten von einem Studenten fordern, dass er die ganzen Anomalien seltener Form beherrscht. Das schräg verengte Becken, das exostose Becken, das Wirbelgleitbecken oder, oder, oder, das sind Dinge, die wir alle selbst kaum sehen, die sollte man überhaupt meiner Ansicht nach kaum beibringen, den braucht er praktisch überhaupt nicht.
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Was er aber wissen muss, dass immer noch wieder zwei Becken formen, auch heute noch, damit er konfrontiert werden kann, nämlich einmal das enge Becken, meistens das platte Becken, also Beckeneingang, und das allgemein verengte Becken. Dann frage ich im Staatsexamen,
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wie könnte nun unterscheiden, ob einer von diesen beiden Typen vorliegt? Und da wissen Sie, dass der Mechanismus ein ganz besonderer ist, wenn Sie jetzt immer das enge Becken nehmen, wir haben jetzt hier ein Promontorium, das ist jetzt sehr eng, da hat ja der Kopf jetzt nun zwei Tendenzwöglichkeiten, wie er versucht,
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sich jetzt in das Beckeneingang mit seiner günstigen Formation einzupenden, nämlich er wird einmal jetzt versuchen, an dem Promontorium oder der Symphüse vorbei zu kommen. Das heißt, er bleibt entweder an der Symphüse hängen, dann haben Sie die ausgesprochene hintere Scheitebeineinstellung, oder er bleibt am Promontorium
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hängen, dann haben Sie die vordere Scheitebeineinstellung. Also einmal, die Obliquitäten werden sehr extrem gefordert, und dabei ist es wichtig zu wissen, dass die hintere Scheitebeineinstellung günstiger ist, daher nemotechnisch, die hintere ist hinderlich, die vordere ist
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förderlich, so kann man sich leider merken, nicht wahr? Und einmal also die Obliquitäten, und nun kommt noch etwas hinzu, was im Examen fast nie beantwortet wird, er macht noch etwas der Kopf. Er will ja versuchen, durch den verengten Beckeneingang jetzt hindurchzukommen, aber dann macht er immer eine gleiche Deflektion. Wenn er mit dem bitemporalen
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8,5 bis 8,1 cm andere Verhältnisse finden, als beim Bipaietal von 9,5. Sie haben also bei einem engen Becken zwei Anomalien als Tast befunden. Einmal die hintere Vorder-Scheitebeineinstellung, und zweit eine leichte Deflektionsgabe.
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Was ist nun der Unterschied zum allgemein verengten Becken? Allgemein verengte Becken ist ja nicht, wie beim engen Becken, nur im Beckeneingang verengt, das ist ja eine Beckenarm-Miniatur. Sie sind alle Ebenen, sind alle Maße verengt.
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Das heißt, der Kopf findet im ganzen Becken doch Verengungen, Verkleinerungen vor, und er muss nun versuchen, sich dieser Form anzupassen. Der Röhrer hat damals schon etwa hier 1753, zum ersten Mal, auch dafür haben wir schriftliche Belege,
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dieses allgemein verengte Becken beschrieben. Mein Amtsvorgänger, das hat ja auch diese Komplikation, die rösische Einstellung genannt, als Erinnerung an den ersten Auto. Was macht der Kopf beim allgemein verengten Becken? Er versucht, sich zu verlängern und damit zu verkleinern.
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Das heißt, er macht also eine forcierte Flexion, nicht Deflexion, wie beim engen Becken, eine vermehrte Flexion, und da hat er einen sehr lang ausgezogenen Kopf, und sie finden nun, ab beim Tasten, finden sie jetzt stark in Führung, und zwar zur Mitte hin, nun die kleine Fontanelle.
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Also die kleine ist ungewöhnlich stark in Führung, und der Kopf ist sehr lang ausgezogen. Das ist der Unterschied zwischen allgemein verengten Becken. Das nur zur Einleitung, oh Gott, Einleitung, ja, zur Einleitung dessen, was ich zum Funktionellen zu sagen hatte.
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Anfang der 30er-Jahre, als ich nach Kiel kam, fiel mir auf als Röntgiologe, das sehr wenig geröntgt wurde, und man seinerzeit nun, wie die Kaisersche machte, mit der Diagnose Missverhältnis bei normalen Becken von außen gemessen.
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Das gefiel mir nicht. Wir haben da alle diese Patienten wieder bestellt, bei denen seinerzeit eine Sektio gemacht worden war, wegen Missverhältnis. Und da fanden wir nun überraschenderweise, dass nun eine längere Beckenform vorherrscht, und Sie wissen, wie für mir der Name geprägt wurde, das lange Becken, in Gegensatz zum engen Becken.
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Nur will ich einige Worte sagen, was das lange Becken bedeutet. Und da erstoße ich immer wieder auf Unkenntnisse, im Schriftum auf Ablehnung, wenn wir noch Zeit haben, wenn ich mit ein paar Worten darauf eingehe, wie ich mir erkläre, dass diese Anomalie, die eine gewichtige Rolle spielt, immer noch wieder nicht genügend anerkannt wird.
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Sodass auch heute noch, wir werden gleich solche Statistik sehen, auch heute immer noch vom engen Becken gesprochen wird, ob es sich niemals um enge Becken handelt. Man muss wissen, dass das lange Becken nicht, wie es im Schriftum von meinen Gegnern wieder gesagt wird, das Assimilationsbecken ist. Wir wissen, dass die größte Teil der langen Becken
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auf Assimilationsrückzuführen sind. Aber der zweite Kausalfaktor, nämlich die Entwicklungshemmung, ist bisher immer zu kurz, darüber wird auch gar nicht erwähnt. Was ist jetzt die Assimilation? Sie wissen, dass der fünfte Lomawirbel gar nicht selten,
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morpholo und funktionell in die Beckenkanal einbezogen wird. Und sie kam oft nur eine kleine Fortsetzung des Querfortsatzes. Und schon kann das Becken nicht mehr um eine Wirbelkörperlänge verlängert werden. Und wir können solche Bilder sehen,
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dass es verschiedene Variationen gibt. Dadurch haben wir nun aber etwas ganz Typisches. Wir haben ja nun einmal die Beckenverlängerung um eine ganze Wirbelkörperlänge. Hier ist eine Triffuse. Das war die alte Conductor Vera. Und wir haben nun eine Verlängerung um eine Wirbelkörperhöhe.
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Also einmal ist der Beckenverlänger. Dadurch, bitte denken Sie mit, dadurch ist jetzt natürlich die Conductor Vera wesentlich größer als normal. Das müssen wir bitte beachten. Und der Beckeneingang ist ein steiler. Wir haben also A eine Verlängerung,
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B einen steilen Beckeneingang und haben vor allen Dingen jetzt eine überlange Conductor Vera. Das werden wir uns leider merken, warum das so besonders wichtig ist. Einmal also eine Assimilation eines Wirbels, wobei wir uns gar nicht festlegen wollen, ob es eine Numerization, eine Sackalitation ist. Dann müssen wir die ganze Wirbel auszählen.
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Sieben Cervical, die Brustwirbel und fünf Lumbar mit der 24. Wirbel. Das spielt keine Rolle. Die Übergangsphasen können sowohl am 24., aber auch am 23. oder auch am 26. einmal sein. Lumbarization, Sackalitation. Das brauchen wir gar nicht hier ventilieren. Nun aber der zweite Grund.
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Und der ist wie gesagt immer bisher zu kurz gekommen, weil man immer gesagt hat, Assimilationsbecken sehen wir so unendlich viel. Ich habe gerade Herrn Burser-Kaufmann, dem ich ein Manuskript geschickt habe, unter 40-jährigen Erfahrungen, der mir dann schrieb, man sieht nur für Assimilationsbecken und die haben doch nicht alle gleich Komplikationen.
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Da habe ich ihn darauf geantwortet, wenn Sie eine Statistik des Orthopäden, vom Chirurgen anatomen, dann sehen Sie Spankungen von 1 bis 99%. Der eine nimmt den kleinen Aussackung am Querfortzatsch zur Assimilation und der andere sagt nur, wenn beider da jetzt eine knöchelnde Verbindung da ist, das in Assimilation. Da kann man das gar nicht zahlenmäßig erfassen
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und erst rechtlich, wie es jetzt gerade jüngst wieder geschehen ist, dass man bei Kartinompatienten die Frauen röntgt und Assimilationsbecken als Standard, wie man an ihre Geburten verlaufen. Das ist kein Beweis, dass wir nicht einen ganz wichtigen Faktor in der Geburtsmechanik durch das lange Becken besitzen. Der zweite Grund wird wie gesagt immer verkannt
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und was ist der zweite Grund? Das ist eine Entwicklungshemmung. Meine Damen und Herren, Sie werden Sie vielleicht aus der Anatomie noch erinnern, dass das infantile Becken, verzeihen Sie, dass das embryonale Becken oder das neu gewohrene Becken eine solche Form aufweist. In diesem Alter, es hat überhaupt
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gar kein Promontorium. Es steht der Beckeneingang ungewöhnlich steil bei jedem Kind neu gewohnt. Ich finde diese Beckenform vor. Im Laufe der Entwicklung wird nun daraus ein Becken, was so aussieht, das heißt, es kommt die Kreuzbeinhöhle,
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der berühmte notwendige Toleranztraum, damit das Kind sich in der Mitte drehen kann. Der kommt erst im Laufe der Zeit und hier kommt ein Promontorium. Jenes Kind wird also mit dieser Beckenform geboren und nun kommt das, was ich eben sagte, bei einer gar nicht geringen Zahl von Frauen
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und Jungen bleibt jetzt diese Beckenform bestehen. Das lange Becken wird sowohl auch in Kombination und isoliert durch Assimilation und durch eine Entwicklungshemmung ausgerührt. Noch schlimmer ist, wenn sich beide Formen oder Ursachen addieren, dann bekommen wir die Gruppe 3, die wir gleich sehen werden,
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und die beiden Faktoren zusammenkommen. Nun haben wir eben gesehen, dass die Beckenform besteht und was ich von Eingang sagte, wir haben eine zu lange Kondugata Vera. Was ist jetzt die Folge?
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Dass nun der Beckeneingang nicht so quer oval aussieht, wie üblich, sondern der Beckeneingang übertreibend etwas, ungefähr so aussieht, wir haben jetzt die größten Durchmesser hier und haben ihn jetzt da. Das ist das Becken, was Sie gelernt haben, als anthropoides Becken oder bei der Anthropoiden das normale Becken ist und was
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bei vielen, vielen Frauen eben besteht, einmal als Entwicklungshemmung und auch bei den Kondugata Vera durch einen zusätzlichen Wirbel eben verlängert worden ist. Wir haben also jetzt nicht wie bei normalen Becken den größten Durchmesser im Queren,
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kein queres, ein längs ovales Becken. Das ist nun aber sehr wichtig, denn nun kann der Kopf sich nicht, wie wir es uns wünschen, jetzt nun mit seinem normalen Durchmesser in das Becken sich einkosten, er kann nicht aufgefangen, kann sich nicht akkommodieren, er muss also jetzt sich
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diesen Beckenform anpassen, wir haben dadurch in der Kombination den hohen Grad statt. Und das, was uns niemand abnimmt, die von hohen Grad stimmt. Dazu jetzt bitte mal einige Aufnahmen bitte mal. Sie können jetzt die ersten beiden durchgehen lassen.
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Wir fangen ja an mit einigen Zahlen über die Sektio-Häufigkeit, wir werden gleich sehen, dass die Sektio-Häufigkeit überraschend zugenommen hat. Wir sehen eine Konstanz und in jeder Klinik waren wir stolz, wenn sie um drei bis vier Prozent hatte. Und man hat fast gesagt,
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ja der Ruhm in der Klinik ist eben eine möglichst geringe Zahl zu haben. Und jetzt sehen Sie einen Anstich, der zu einem größten Teil bedingt ist, die Perinatologie, aber auch durch noch andere Menschen wird gleich sehen werden. Bitte mal das nächste Bild. Und wenn Sie jetzt das moderne Schriftstuhl bitte sehen, meine Damen,
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ich habe das wirklich sehr mühsam herausgesucht, dann lehnen Sie immer noch das Engel Becken an erster Stelle. Das Engel Becken an erster Stelle. Und Herr Kaufmann schreibt mir seinen Brief, das nehme ich Ihnen auch nicht ab, denn bei der moderne Perinatologie sind doch die Kinderfaktoren die Hauptsache. Nein. Meine Damen und Herren, wenn wir auch
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oft geschrieben haben aus kindlicher Beratung darauf, warum die Asphyxie eintrat, ist in meisten Klinik gar nicht geklärt worden, nämlich meist aus geborgsmechanischen Komplikationen. Also bei der Kindinikation decken sich auch sehr
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oder verstecken sich auch sehr viele Fälle von Beckenanomalie. Sie sehen dann die EPH-Gestung, das in der Previa und da sehen. Bitte mal das nächste Bild. Und nun haben wir einmal jetzt 356 Kaiserinnen bearbeitet mit Hilfe eines Dottaranten, der auch hier sitzt, mit einer dem ich sehr zu danken habe für diese Zahlen, die
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sehen, dass wir überraschenderweise in 24% das lange Becken an erster Stelle stehen haben. Ich sage wieder, das nimmt uns kein Mensch ab. Aber es ist nun mal so. Ich kann Ihnen nur darauf erwidern, es gibt auch keine Klinik in der ganzen Welt, die über jedem unklaren Fall eine Röntgenaufnahme
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macht. Wir machen das aber. Ich komme darauf zu sprechen. Dadurch können wir überblicken, warum wir keinen Schnitt gemacht haben. Sie sehen, Risikoschaden nur 12% enges Becken. Ich bitte mal weiter. Nun noch einmal aufgeteilt. Lange Becken werden wir die Beckenanomie im Ganzen
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und bleibt das 17% nur enge Becken über und 3,8% wird das lange Becken. Für das nächste Bild. Und hier noch einmal gefangen einer ganz anderen Warte aus. Wir haben nun einmal all die Fälle zusammengestellt, bei denen wir nun nicht weiter kamen und haben geröntgt. Davon haben wir 221 Fälle, 33 mal hoher
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Grabstand und nur 54 mal Fälle mit Fälle, die überraschen wird. Warum die Schnittentbindung zugenommen haben? Weil nämlich durch die Acceleration der Jugend, der Neugeborene, auch die Gewichte der Kinder ungewöhnlich
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angestiegen sind. 1930 und sie haben jetzt den Höhepunkt erreicht. Sie sehen, ich war die Gewichtszunahme. Hier ist der Krieg, der typische Einfluss des Kriegels. Die Gewichte haben wieder abgenommen. Das nächste Bild zeigt Ihnen auch das gleiche noch einmal mit Kinder über 3.500. Meine Damen und Herren,
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wir haben jetzt 15% der Kinder über 4.000 Gramm. Als ich Student war, wurde ein solches Kind vorgestellt. Das hat man höchst nicht mal an 1% gehabt. Und wir haben feststellen können, dass bei den
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Kinder über 3.500, das ist eine wichtige Zahl. Bitte weiter. Und nur die eine einzige Zahl. Das sind 6 verschiedene Autoren, die über das lange Becken auch gearbeitet haben. Sie sehen, ich war nur ungefähr 55% gegen spontan. Alle anderen mussten operiert werden. Bitte weiter. Wir können gleich wieder
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machen. Wir können weiter machen. Nun eine anatomische Bilder dazu. Gleich das nächste Haufen. Wir sehen jetzt hier eine Verbreiterung des Kriegerfortsatzes. Aber noch keine Verbindung. Hier erfasst eine normale Form. Trotzdem hat im
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seitlichen Aufnahmen jetzt diese Wirbel einwandfrei eine Zugehörigkeit zum Sakralwirbel. Also zum Gebärkanal, zum Geburtskanal. Morphologisch noch lumbar. Funktionell aber schon ein echtes langes Beck. Bitte weiter. Oder ein solcher Fall hier
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normal und hier eine knöchernde Vereinigung. Und diese Wirbel erscheint noch wie ein Lombarwirbel. Das neue Promontorium hier, das alte war jetzt hier. Bitte weiter. Und da sehen Sie jetzt eine doppelseitige knöchernde Vereinigung. Der Wirbel mit einem Spina bifida. Das Ganze ist jetzt schon
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einbezogen. Die Frau hat also jetzt 6. Sakralwirbel. Und natürlich das Promontorium steht außerordentlich hoch. Bitte weiter. Da sehen Sie die verschiedenen Varianzen noch einmal. Auch das ist für den Anatom natürlich ein Assimilationsbeginn. Und wenn der Wirbel so steht wie er jetzt, macht er keine Komplikation. Er kann aber
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funktionell jetzt schon eingekippt sein und hier das doppelte Promontorium jetzt schon sich abzeichnen. Bitte mal weiter. Da sehen Sie, dass die Alten das auch schon gekannt haben. Das ist ein Assimilationsbeginn einer alten
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Becken. Aber wenn man das versucht, kann man von außen das feststellen. Nein. Herr Schmidt-Mathies und ich haben eine Sache konstruiert hier, in der wir sowohl geröntgt haben und fotografiert haben, was bisher noch nie gemacht worden ist. Sie können sehen, wie sich die
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Rautengrube ganz anders darstellt, wie man bisher in Leerbrüchern klar das typische langes Becken. Bitte weiter. Und nun noch einmal wie gesagt das phtale Becken und nun das weibliche
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Becken. Da noch einmal jetzt gezeichnet phtal und das normale Becken. Bitte weiter. Nun habe ich Ihnen eben gesagt, dass eben bei dem Kind einmal das Promontorium hoch steht und ein langer Beckenkanal besteht. Interessant ist, was meine Studien in Leipzig seinerzeit etwas
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neues ergeben haben. Zusätzlich noch, jedes Kind wird in einem runden Becken, ob männlich oder weiblich geboren, jedes Becken ist bei der Geburt ein Kreis, ein runder Beckenalga. Und Sie sehen, mit neun Jahren fängt es auf einmal an, sich umgekehrt zu entwickeln. Sie sehen,
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nur in der Präpabilitätsphase kommt es bei dem anthropoiden Becken zwei Variationen. Einmal von Haus aus ausbleibender normalen Entwicklung und auch das lange gestreckte Kreuzbein mit dem hohen Promontorium gestanden. Das ist also eine doppelte
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Situation, die Erhemmungsbildung bei diesen langen Beckenformen. Bitte weiter. Da sehen Sie ein solches langes Becken, ein anthropoides, längsovales. Bitte weiter. Kann ein bisschen schneller jetzt gehen. Da sehen Sie noch einmal solches Bild, sehr interessant zu sehen. Der Quere ist
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kleiner als der Längsdurchmesser. Und da nun, was ich eben schon sagte, nicht wahr, das normale Becken, queroval und dadurch das Promontorium, eben längsoval. Bitte weiter. Da die verschiedenen Formen, das anthropoide und das weibliche Becken.
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Und nun ganz kurz einige Beispiele. Das nennen wir jetzt die Gruppe 1. Warum? Nur der Übergangswirbel ist pathologisch. Das Becken selber ist normal geblieben. Der Kopf bleibt aber hier schon dran hängen. Also ein steiler Beckeneingang, ein doppeltes Promontorium.
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Bitte Beispiele dafür. Da sehen Sie es sehr hübsch. Promontorium, das zweite Promontorium. Und so steht der Beckeneingang. Der Kopf steht im geraden. Hier ist die Stirnpartie. Also hoher Gradstand. Bitte weiter. Das gleiche noch einmal. Ein dorso posteriorhoher Gradstand. Doppeltes
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Promontorium. Das Kind ist wunderschön Die Gruppe 2 wird von den meisten verkannt. Die sehen Sechswirbel. Und die Toleranzraum ist erhalten geblieben. Aber der ganz große Abstand
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Condorata Vera und jetzt der steile Beckeneingang. Dazu auch mal ein Beispiel. Sie sehen jetzt hier sehr hübsch. Jetzt die Kreuzbandhöhle erhalten. Der Kopf kann nicht herein. Er hat sich eingeklemmt im Beckeneingang als hoher Gradstand. Bitte weiter. Und dann nur die wichtige Gruppe. Nur haben Sie sowohl eine Assimilation und ein
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Verharren auf einer frühen Entwicklungsstufe. Was wir als Gruppe 3 bezeichnet haben. Bitte. Da sehen Sie jetzt der Kopf versucht hineinzukommen. Sie sehen wie in der Einbahn ein ganz langer Kanal ist hier runter. Der Kopf kann sich gar nicht drehen. Wenn ein Becken
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überwunden hat, dann kommt die Schwierigkeit, dass er sich hängeln bleibt in der Beckenmitte weil der Toleranzraum der Drehung bleibt. Bitte weiter. Da sehen Sie ein weiteres Beispiel. Hier ist es im Füße. Ein steiler Eingang. Der Kopf ist hängeln geblieben. Er kann nicht weiter. Er ist sehr stark deformiert. Bitte weiter. Hier habe ich einmal nachskizziert.
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Wie kann nur der Arzt draußen das lange Becken feststellen ohne ein Röntgenapparat zu haben? Meine Damen und Herren, finden Sie ein Überschein des Köpfchens bei normalen Beckenmaßen und finden eine hintere Scheitelbeineinschöpfung und die
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Feilner fast auf der Symphüse reiten, dann können Sie sich darüber klaren, das ist ein langes Becken. Warum? Weil der Kopf nicht eingefangen, nicht geschient wird. Er muss irgendwo bei der Wehenkraft bleiben. Er setzt sich verharrt. Er reitet auf der Symphüse. Also ein Symptom überstehen des klinischen Kopfes hinter
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der Scheitelbeineinschöpfung bei normalen Beckenmaßen. Bitte weiter. Da sehen Sie hier, er kann nicht herein. Hier ist das normale Einstellen und er geht daran vorbei. Er bleibt auf der Symphüse hängen. Bitte
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weiter. Das Hängen bleibt, kann sich nicht drehen. Also ein Beckenmittenquerstand. Weiter, bitte. Und nun die schnellen Symptome. Hohe Promontorium, steiler Beckeneingang,
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links oberen Beckeneingang. Der Öffnungsschwing ist vermindert. Beckenmitte ist vor kurz. Der Geburtskern ist um 1,5 bis 30 Meter verlängert. Bitte weiter. Und nun mit wenigen Worten aus dem hohen Gradstand einige Worte. Sie wissen, dass wir zwei verschiedene Formen haben. Einmal
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die dorsoposteriohohen Gradstand oder im internationalen Schrifttum auch anders genannt. Die positio occipitopubica oder der dorsoposteriohohen Gradstand rück und nach hinten. Oder die
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tosacralis. Das sind die beiden Formen. Und dazu der Toshirbefund, bitte. Dann sehen Sie jetzt, ich war die Feiernachschild entweder ganz im Gaben oder ein klein wenig als hinter der Hinterhauptlage. Aber der Rücken steht hier nach hinten. Bitte mal dazu einige Beispiele. Und sehen Sie das glaube ich sehr hübsch. Sie sehen auch hier diese ganz lange
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Becken. Und Sie sehen das Kind jetzt völlig im Profil. Hier liegt der Rücken, also ein dorsoposteriohoher Gradstand. Bitte hier ist diese Füße und der Kopf steht breit über. Das werden wir gleich sehen. Das ist das zweite Moment bei der praktischen Arzt draußen, die Diagnose stellen kann, ohne Ründchenapparat. Bitte weiter. Das habe ich bewusst jetzt
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zwischen den Schriechen und dem Kopf gestellt. Doppelte Promontorie. Und Sie sehen das Kind hier wirklich im Profil. Oberkieferhöhle, Oberkiefer, Unterkiefer, Schädelbasis, hier der Rücken. Und das Kindchen steht also der stark über. Ein echtes
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Missverhältnis bei einer langen Beckengruppe eins. Bitte weiter. Und nun sehen Sie bitte einmal an. Wir haben noch mal sämtliche Ründchen in den letzten Jahren noch einmal durchgesehen und daraufhin noch einmal überprüft. Sie sehen jetzt hier, wir haben in 40 Prozent, bei 183 Prozent, haben wir in
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40 Prozent, die war ein hohen Gradstand, und mussten 60 Prozent, keine Ahnung. Doch eine sehr gewichtige Zahl, die nun endlich glaube ich auch die Sache abzuklären hilft. Bitte weiter. Und nehmen wir einmal eine andere Gruppe, die wo der hohe Gradstand bekannt war. Was ist die Ursache gewesen?
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75 Prozent der langen Becken und nur 55 Prozent, die waren eben andere Gründe da. Und das ist doch eine sehr gewichtige Zahl ebenfalls. Bitte weiter. Und nun, wie kann man tasten? Wir sehen, der Kopf sich noch einmal einstellt, haben Sie einen großen Durchmesser. Hauptzipito bis hier zur Stirn. Und der
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Hinterhaupt, bitte mal das nächste Bild. Und nun sehen Sie jetzt, ich war wieder Kliniker oder der Arzt draußen, nun bei dem Dorsal-anterioren Becken, nun hier die Biparietalen durchtastet, irgendwo drei Zentimeter weniger. Auch der nicht Erfahrene hat das sehr schnell im Griff. Das nächste Bild. Und noch kleiner, wenn er
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jetzt nicht mehr diesen bitemporalen Durchmesser tastet. Das letzte Bild, noch ein Bild ist da. Das zeige ich immer sehr gerne. Die Alten haben das schon gewusst, aber nicht geahnt. Die Alten haben natürlich früher in dem wunderlichen Kupferstich hier
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gesagt, das ist die normale Lage. Warum? Ja meine Damen und Herren, die Geburtstimme wurde ja früher, wie gesagt, von Frauen getrieben oder der Arzt hat immer nur am Schluss unterzuschauen dürfen. Dann sah er, wie das Kind im geraden Durchmesser geboren. Das ist ja selbstverständlich. Aber er hat auch
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vermutet, dass das Kind ohne Drehung den Geburtsgranat passiert. Das war der Irrtum. Bitte noch ein anderes Bild. Und das hat er schon gekannt, aber als normal ausgesetzt, dass das Kind jetzt ohne Drehung sich entwickeln würde. Bitte mal Licht. Ich habe meine Zeit eingehalten. Ich wollte nur noch
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sagen, dass diese Anomalie, die wir ja noch nicht lügen und die wir nicht aus Eitelkeit oder Irrgenwien und immer wieder auftischen, warum sie bisher verkannt wurde. Und warum wir glauben, sie darf nicht verkannt sein. Ich bin überzeugt, dass die Perinatologie darin einen ganz wichtigen Faktor sehen muss,
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damit die Dinge früher nur zu erkennen, damit ihm keine kindlichen Schäden. Das sind die Kinder, die eine stundenlange Geburt durchgemacht haben, wo das Köpfchen auf den Becken Eingang raufgepresst wurde und nun die schweren Schäden hat fürs ganze Leben. Wenn man das früh genug weiß und daran denkt,
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dann kann man eben handeln und das Kind wird gesund geboren. Warum? Der Hauptfaktor ist die Angst vor der Rinke. Eine völlig unbegründete Angst, meine Damen und Herren. Herr Frisch kann das sehr genau berechnen. Was dort nicht mehr an Röntgenstrahlen die Mutter trifft, kann überhaupt ausgestaltet
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werden. Oder das Kind hier nur mit dem Köpfchen geröntgt wird und die Strahlenmenge mit der modernen Technik so gering ist. Und im Vergleich zu dem, das wäre ja nur bei pathologischen Geburten Röntgen, steht doch das Leben und die gesunde Mutter und Kind weit im Vordergrund vor der Angst der Röntgen. Wenn doch diese Angst endlich nicht mal ausgeschaltet wurde, würde man
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sehr viel häufiger die Diagnose rechtzeitig stellen. Der zweite Grund ist der, dass die Missverhältnisse nicht abgeklärt wird, weil man sagt, es geht nicht weiter, also muss ein Missverhältnis vorliegen. Und der dritte Grund habe ich Ihnen schon gesagt, dass man sagt, ich bin gar nicht so sehr selten, also warum reden die eigentlich
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so viel davon. Ich habe nie gesagt, dass es so häufig ist. Meine Damen und Herren, wenn wir die letzten 4000 Entbindungen, und das habe ich mir die Mühe gemacht, einmal nachzurechnen, einmal nehmen, dann haben wir jetzt 4000 Entbindungen, 253 lange Becken gefunden. Das sind nur 1,4 % am Gesamtmaterial. Also die
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Einwürfe, dass es so selten sind, sind doch nur ein Gesamtkollektiv zu übertragen, aber auch nicht auf den Einzelfall. Dann können Sie genauso gut sagen, warum Plazenta Previa, warum Eclampsie. Das ist doch noch viel seltener. Aber der Einzelfall hat eine Gewichtigkeit. Wenn ich mir gelungen sein sollte, noch einmal dieser, zum
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Letztmal, auf diesen Kapitel hinzuweisen, dann bin ich sehr froh, nicht nur für Startexamen, sondern auch für Ihr Leben. Ich darf Ihnen für Ihre ganze Tätigkeit so viel wünschen, wie ich in meinem Leben an meiner Beruf, Freude und Liebe gehabt habe.