Der anhaltende Hype um die neueste Generation von Methoden aus der Künstlichen Intelligenz – insbesondere die generative KI – erzeugt vor allem eines: den Druck, in Bezug auf Technologieeinsatz und Kenntnisstand nicht abgehängt zu werden. Angesichts des rasant wachsenden Fuhrparks an KI-gestützten Diensten fehlt allerdings häufig ein Bewusstsein dafür, welche immensen Ressourcen für Training und Betrieb aufgewendet werden müssen und auch, welcher Praktiken sich die großen Anbieter zu deren Bereitstellung bedienen. Gerade Bibliotheksmenschen sind aufgrund ihrer Funktion im öffentlich geförderten Informationsinfrastrukturbereich und aufgrund ihres Wertekanons dazu prädestiniert, für die ökologischen und sozialen Kosten des Einsatzes dieser Art von KI-Anwendungen sensibilisiert zu sein und ihrerseits andere zu sensibilisieren.
Dieser Vortrag sammelt zunächst eine breite Palette von Aspekten, inwiefern die aktuelle Generation von KI-Methoden und insbesondere deren proprietäre Verwertung ihren Fußabdruck auf Umwelt und Gesellschaft hinterlässt. Anschließend beleuchten wir ein paar Herangehensweisen für Individuen und für Institutionen, wie dieser Fußabdruck bei der Suche nach Methoden zur Automatisierung unserer täglichen Workflows und Aktivitäten in Bibliotheken verkleinert bzw. ein unverhältnismäßiges Anwachsen verhindert werden kann.
Der Vortrag stellt eine Aufarbeitung der Ergebnisse einer vorangegangen Veranstaltung bei der #vbib24 dar (https://www.vbib.net/vbib24-programm/), bei der Argie Kasprzik und Nicolas Bach ein satirisches und mit nicht-proprietären, lokal betriebenen KI-Werkzeugen generiertes virtuelles Theaterstück präsentierten, das zum Nachdenken über ebendiesen Themenkomplex anregen soll. |