Seit den ersten Open-Access-Repositorien in den 1990ger Jahren haben sich die Anforderungen und Kontexte dieser Informationsinfrastrukturen dynamisch entwickelt. Die Confederation of Open Access Repositories (COAR) betont die Notwendigkeit der Professionalisierung der Repositorien seit 2017 in ihrer Initiative „Next Generation Repositories“. Auch der jüngst erschienene „Report on Repository Survey in Europe“ (Shearer et al., 2023) identifiziert wesentliche Herausforderungen für diese Weiterentwicklung: einerseits Bedarf es zeitgemäßer und interoperabler Software-Lösungen für den Repositorien-Betrieb, konsequenter Umsetzung von „good practice“ für Metadaten, Langzeitarchivierung und Nutzungsstatistiken, sowie angemessener Sichtbarkeit innerhalb der wissenschaftlichen Community . Um die Professionalisierung der Repositorien zu fördern und die Weiterentwicklung in diesem Sinne zu unterstützen, startete im Oktober 2023 das von Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt „Professionalisierung der Open-Access-Repositorien-Infrastruktur in Deutschland (Pro OAR DE)”. Im Vortrag möchten wir erstmals die Ergebnisse der im Juni 2024 abgeschlossenen Erhebungs- und Analysephase vorstellen: In Expert:inneninterviews und gestützt durch eine systematische Literaturanalyse haben wir die zentralen Problemlagen und Herausforderungen für institutionelle Repositorien erhoben. Dabei zeigt sich, dass Repositorien vor einer Vielzahl von technischen und organisatorischen Herausforderungen stehen, die sowohl den gegenwärtigen Betrieb als auch die Potentiale zur Weiterentwicklung betreffen. Zu den zentralen Herausforderungen gehören u. a. die Anbindung von Repositorien an Forschungsinformationssysteme, der komplementäre Umgang mit Preprints und Forschungsdaten oder die Unterstützung beim Publikations- und Kostenmonitoring im Rahmen der Open-Access-Transformation. Der Vortrag soll einen Impuls zur breiten Diskussion über die Rolle der Repositorien bei der Stärkung des wissenschaftlich geleiteten Open-Access-Publizierens als Beitrag zur digitalen Souveränität leisten. Auch wollen wir unsere Vernetzungsforen vorstellen, die wir ab Herbst 2020 zusammen mit der Community der Open-Access-Professionals veranstalten. Hierbei kooperiert das Projekt mit relevanten Projekten und Netzwerken und greift internationale Entwicklungen auf. Dadurch wird die Entwicklung von Best Practices im Bereich der Informationsinfrastrukturen auf nationaler Ebene gefördert und die Vernetzung der Open-Access-Professionals verbessert. |