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ASF-Lehrfilm-BLANKO-Version: Jank et al. Aufbauender Musikunterricht Zwischen Orchesterspiel und Kollektiv-Komposition

Formal Metadata

Title
ASF-Lehrfilm-BLANKO-Version: Jank et al. Aufbauender Musikunterricht Zwischen Orchesterspiel und Kollektiv-Komposition
Subtitle
German
German
ASF-Lehrfilm-BLANKO-Version: Jank et al. - Aufbauender Musikunterricht in der Streicherklasse
English
English
ASF-instructional movie-BLANK-Version: Jank et al. Constructive Music Teaching in string classes
Alternative Title
ASF-instructional movie-BLANK-Version: Jank et al.'s Constructive Music teaching between orchestra and collective compositionin string classes
Title of Series
Part Number
5
Number of Parts
8
Author
License
No Open Access License:
German copyright law applies. This film may be used for your own use but it may not be distributed via the internet or passed on to external parties.
Identifiers
Publisher
Release Date
Language
Production Year2021
Production PlaceLeipzig

Content Metadata

Subject Area
Genre
Abstract
Der hier vorgestellte ASF-Lehrfilm orientiert sich an den im Rahmen von Prantl, D. (2024), Schulmusik und Musikschule im Klassenzimmer: ein videobasierter empirischer Theorienvergleich (Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig – schriften_multimedial 2), Olms/Nomos herausgearbeiteten Kernelementen einer Theoriesprache des AMU (=Aufbauender Musikunterricht), wie er bei Jank et al. 2017 vorgestellt und im Rahmen dieser Arbeit für die Unterrichtsbeobachtung auf Video operationalisiert wird. Da die deskriptiven Theoriemerkmale des Praxisfeldes Kulturen erschließen nicht auf dieselbe Weise gezeigt werden können wie die Theoriemerkmale bei Ernst und Dörne, wurde das Videomaterial zunächst nach prägnanten Merkmalen durchsucht, die sich mit dem o.g. Merkmalen musikalischen Praxis (Spiel/Spielregeln/Auslegung von Spielregeln, vgl. S. 233) beschreiben lassen. Bei dieser Analyse fiel bei einigen der aufgezeichneten Projekte insbesondere der Aspekt der „Grenzüberschreitungen zwischen verschiedenen kulturellen und musikalischen Territorien“ (ebd., S. 75) ins Auge. Im Projekt D z. B. komponiert eine Streicherklasse unter Anleitung gemeinsam ein Orchesterstück, das abschließend in einem Konzerthaus aufgeführt wird. Von diesen Beobachtungen ausgehend wurde die These aufgestellt, dass sich im Material in allen drei Praxisfeldern Grenzüberschreitungen zwischen zwei verschiedenen musikalischen Praxen auftun – die ich hier Orchesterspiel und Kollektiv-Komposition nennen möchte. Um dieser These nachzugehen, ist der Film nach diesen drei Praxisfeldern gegliedert. Für jedes Praxisfeld wurde versucht, Szenen darzustellen, die mit beiden musikalischen Praxen „Tuchfühlung“ (vgl. S. 224) aufnehmen. Um die „Tuchfühlung“ mit der musikalischen Praxis Kollektiv-Komposition (Wolfgang Florey 1980, S. 535) auf die hier Bezug genommen wird, näher zu charakterisieren, wurde versucht, diese Praxis grob zu umreißen. Auch wenn sich aus Berichten bzw. Untersuchungen gemeinsamer Kompositionsprojekte sowohl aus den 70er Jahren (Rebstock 2008; Wolfgang Florey 1980) als auch aus der näher liegenden Gegenwart (Löffler 2008) kein standardisiertes Vorgehen für das kollektive Komponieren herausarbeiten lässt, können die folgenden vier Punkte als wesentlich betrachtet werden: (1) Es liegt ein gemeinschaftlicher Prozess der „Herstellung eines musikalischen Grundmaterials […] im einheitlichen Prozess von gemeinsamem Gespräch und musikalischem Experimentieren“ (Wolfgang Florey 1980, S. 536) vor, vgl. auch die Arbeitsweisen von Goebbels und Asperghis (Rebstock 2008, S. 69–71). (2) Diesem Prozess vorgelagert ist das Erstellen von Impulsen für die gemeinschaftliche Arbeit durch eine Einzelperson oder einer kleinen Gruppe von Personen. Diese Impulse können „kompositorische Versatzstücke“ (ebd., S. 70), Textvorlagen (Wolfgang Florey 1980, S. 537) oder andere „konzeptionelle Vorbereitungen“ (Rebstock 2008, S. 69) sein. (3) Das Kompositions-Kollektiv ist mit dem aufführenden Ensemble identisch, vgl. (ebd., S. 70–71; Wolfgang Florey 1980). (4) Das schriftliche Fixieren des klanglichen Resultats wird meist, wenn überhaupt (vgl. Rebstock 2008, S. 71), durch Einzelpersonen durchgeführt (Löffler 2008, S. 109; Rebstock 2008, S. 69–71) und scheint eher dokumentarische Funktion zu haben, da die entstehenden Stücke häufig eng an das Kompositions-Kollektiv geknüpft sind bzw. meist keine weiteren Aufführungen durch andere Gruppierungen erfahren (Rebstock 2008, S. 70–71). Um in der Darstellung des Praxisfeldes Kulturen erschließen der hier in Anschlag gebrachten Unterscheidung von Spiel (Artefakte und Traditionen) und Spielregeln (Wissensordnungen in sozialen Handlungssituationen) gerecht zu werden, werden sämtliche Elemente des Spiels in Standbildern dargestellt, während die Spielregeln, wie bei den weiteren ASF-Lehrfilmen, als Videosequenzen gezeigt werden (vgl. auch Fußnote 298 auf S. 234). In Bezug auf die beiden anderen Praxisfelder ergibt sich – vor dem Hintergrund der These der Grenzüberschreitungen – ein gemischtes Bild: Während in Bezug auf das vorliegende Material das insbesondere dem Praxisfeld Musizieren und musikbezogenes Handeln zugeordnete Anstreben verständiger Musikpraxis hauptsächlich in denen der musikalischen Praxis Kollektiv-Komposition zuzuordnenden Unterrichtssequenzen sichtbar wird, sind die Merkmale des Praxisfeldes Musikalische Fähigkeiten aufbauen vermehrt in denen der musikalischen Praxis Orchesterspiel näher liegenden Unterrichtssequenzen erkennbar. Daraus ergibt sich die Wahl des Titels: In Bezug auf das Praxisfeld Kulturen erschließen lassen sich durchaus Momente der Grenzüberschreitungen zeigen, wenn in ein und demselben Projekt zwischen verschiedenen Spielen und Spielregeln gewechselt wird und im Rahmen der Auslegung der Spielregeln Bildungsziele des ersten Praxisfeldes angedeutet werden. Im Rahmen des Praxisfeldes Musizieren und musikbezogenes Handeln wird die verständige Musikpraxis tatsächlich nur bei den mit Kollektiv-Komposition in Tuchfühlung stehenden Szenen erkennbar. Die für das Praxisfeld Musikalische Fähigkeiten aufbauen gewählten Szenen liegen schließlich der Praxis Orchesterspiel deutlich näher. Damit verbleiben die beiden letzten Praxisfelder hauptsächlich in je einer der beiden vorgeschlagenen musikalischen Praxen. Sie bleiben also – um ein Antonym zu dem Begriff der Grenzüberschreitungen zu finden – sesshaft.
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