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Vom Livestream zum Lifestream

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Title
Vom Livestream zum Lifestream
Subtitle
Und was das für die Medien bedeutet
Title of Series
Part Number
48
Number of Parts
60
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CC Attribution - ShareAlike 3.0 Germany:
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Abstract
"Ein Werkstattgespräch zwischen Radio-, Fernseh- und Netzmachern über die Bedeutung des Linearen und der Echtzeit im Zeitalter des Atemporalen. Welche Formate sind erfolgreich? Was können sie leisten? Wie können Medienformate wie Magazine, Podcasts und Co das Netz reflektieren. Netz, Fernsehen und Radio lieben Echtzeitberichterstattung. Aber warum? Ist Echtzeit nicht völlig überschätzt? Welche Bedeutung hat die Livesendung überhaupt noch? Welche Formen der Partzipation für User, Zuschauer und Hörer könnte es geben? Und welche gibt es wirklich?"
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RoundingVelocityLIGA <Programm>InformationMassReal-time operating systemZahlLecture/Conference
Real-time operating systemInternetWritingZahlMittelungsverfahrenLecture/Conference
Component-based software engineeringForceSlide ruleiPhoneMischung <Mathematik>Total S.A.TwitterMoment (mathematics)Programmer (hardware)Online chatDistanceInternetReal-time operating systemPerspective (visual)BraidEckeKommunikationZahlWordLecture/Conference
TwitterVariable (mathematics)Spring (hydrology)InformationPlane (geometry)BlogGoogle BloggerFacebookTape driveMassReal-time operating systemHypercubeNoten <Programm>Atomic nucleusZahlQuery languageFraction (mathematics)Direction (geometry)Series (mathematics)AgreeablenessLecture/Conference
Maxima and minimaTwitterFacebookPhysical quantityMach's principleMedium <Physik>Tape driveReal-time operating systemSpring (hydrology)Dynamic rangeExpressionInformationMacintoshComponent-based software engineeringKommunikationHausdorff spaceLecture/Conference
Similarity (geometry)Professional network serviceComputer scienceWeb pageSoftwareTwitterFacebookTape driveData streamPrototypeRouter (computing)Lecture/Conference
FacebookTwitterGraph (mathematics)AlgorithmEmailStructural loadLecture/Conference
EmoticonMathematical structureDirection (geometry)WordPositionMusical ensembleBlock (periodic table)BIENE <Computer>BlogRivenTwitterAlgorithmGoogleReal-time operating systemBeta functionInternetEckeLecture/Conference
Real-time operating systemWikiLecture/Conference
WikiChemical affinityGoogleService (economics)ZahlLecture/Conference
MassMoment (mathematics)outputSkypeSoftwareProduct (category theory)Process (computing)Electric currentMilitary rankLecture/Conference
WordHaar measureSocial classRouter (computing)TwitterAxiom of choiceGoogleIP addressLecture/Conference
Transcript: German(auto-generated)
2.500 Jahre ist es her, alles fließt. Er hat vollkommen recht. Der zweite Kronzeuge ist David Gelernta, Netzweise aus den USA. Der sagt, das Netz wird in absehbarer Zeit eben nicht mehr räumlich sein,
nicht mehr statisch nach dem Motto, hier ist Spiegel online, hier ist Zeit online, hier weiß der Fuchs, was D-Radio wissen, sondern alles wird sozusagen personalisiert in einem Strom sein. Das wird unser persönlicher Livestream sein, den wir uns konfektionieren,
der weiß, was wir wollen, der weiß, was wir schätzen, welche Feeds, welche Blogs, welche Feeds weiß der Fuchs usw. Wir wollen die Frage stellen, was passiert denn dann eigentlich, wenn das denn so kommen sollte, wenn diese steile These eigentlich stimmt, was passiert denn in dem Verhältnis von Echtzeit, also Livestream, alles ist in Echtzeit, alle News, was passiert mit den relevanten Sachen?
Bleiben die sichtbar, werden die plötzlich unsichtbar, geht alles unter in diesem Stream? Das ist eine Frage, die wir stellen wollen. Die zweite Frage ist, wie sich eigentlich Information, Nachrichten vielleicht auch zu dem Thema Geschwindigkeit verhalten.
Und ja, das ist es so ungefähr, glaube ich. So, Pi mal Daumen. Ich stelle schon mal meine Gäste vor. Danach kommt eigentlich der zweitspannendste Teil, vor dem spannendsten Teil, Fiete Stegers. Vertritt hier sozusagen das Fernsehen unters Netz, ist freier Redakteur beim NDR.
Erfahrung bei der Tagesschau, jetzt beim Relaunch, glaube ich, von der Seite. NDR Relaunch. Genau, genau. Sicherlich eine riesen Baustelle, kann ich mir vorstellen. Eine riesen Baustelle, wenn man bedenkt, dass so eine öffentliche Rundfunkanstalt von der Jugendwelle über die Kindersendung bis zum NDR Sinfonieorchester geht und man irgendwie alles in eine Maske packen will.
Das ist ein bisschen mehr als ein Blog, was man als Privatperson betreibt. Ein bisschen, ein klein bisschen. Tim Twitlove, vielleicht der bekannteste deutsche Podcaster, oder einer der bekanntesten jedenfalls, wenn ich das so richtig sehe, langjähriges Mitglied beim CCC. Mit uns gleich. Hallo.
Wer ich mehr sagen soll, muss es sagen. Ich kann mich auch wieder hinsetzen, aber stehe ich herum die ganze Zeit. Ja, ich bin auch schon. Falls ich noch mal breakdance mache, stehe ich wieder auf. Ich wollte keinen breakdance machen. Das hatten wir beide verabredet, dass jeder einmal, während der Stunde, eine Tanz-Performance. Das dachte ich mir schon, dass jetzt jetzt eine neue Antwort kommt. Also Element, das zwischen den Spröden, Text und Video.
Jetzt hast du schon alle Fragen der Menschheit-Geschichte hier aufgeworfen, die wir beantworten sollen. Na klar. Das erste Pflicht ist es bei Talks über das Netz in der Antike einzusteigen. Das muss grundsätzlich so sein. Der vierte ist nicht da. Das sollte der Redaktionsleiter von der Radio Wissen sein. Der musste leider kurzfristig absagen.
Die Idee war eben sozusagen Fernsehen, Netz, Radio. Die sollte mal erzählen, was das für sie heißt, wenn alles echtzeitig ist. Aber du bist auch bei dem Club. Ja, genau. Vielleicht mit mir auch noch ein Wort. Ich bin Mitglied der Kooperative Berlin. Wir produzieren Medien im weitesten Sinne. Unter anderem auch den Netzreporter für der Radio Wissen.
Als solcher bin ich sozusagen auch jetzt hier so eine Art Gastgeber in dieser Runde. Aber wir können ja auch umdrehen. Wir machen die Moderation und befragen dich ein bisschen. Ja, finde ich gut. Vielleicht in der zweiten Hälfte. Weil wir haben ja jetzt noch das zweite Schwanz des Tages. Den Saalkandidaten.
Moment, nicht abhauen. Hier bleiben. Ich schreibe, verschwinde ersten. Ja, ist ja klar. Partizipation ist ja total wichtig, haben wir jetzt gelernt hier. Also Open Government, e-Partizipation, Austausch, Kollaboration. Deswegen haben wir gedacht, ja keine Frage. Wir brauchen einen Saalkandidaten. Und Reis mit Püch kann ich nur sagen.
So, das ist jetzt der Moment, wo die Freiwilligen den rechten oder wahlweise den linken Arm heben können. Da, da ist er. Ja, kommen Sie runter. Ich ging ja schnell. Ich wollte, ich habe das Wichtigste vergessen. Jetzt ist es zu spät. Sollte ja eine Frau sein. Da kannst du so tun, als wenn du dann eine Frau wärst.
Na ja, so ein bisschen. Ja, aber ich tue das. Ich wollte, dass ich nicht eine Frau wäre vielleicht. Notfalls. Wir können dich auch Daniela nennen oder das alles. Daniela, ja. Wir nennen ihn Daniela. Ja, das ging ja viel schneller. Das sollte total witzig werden und kurios. Ich hatte noch fünf Nachfragen vorbereitet.
Und jetzt sagt er sofort, ja. Tja, kann man nichts machen. Gut. Ladies and gentlemen, Daniel Fine. Herzlich willkommen. Du kriegst aber kein eigenes Mikrofon, ne? Du musst aber bei mir reinsprechen.
Sollen wir eins teilen? Weil sonst habt ihr ja gar keins. Das ist ja stimmt. So. Ja, so. Jetzt geht es aber echt los. Wir sind sehr froh und glücklich, dass Tim Krüttler uns jetzt die Welt erklären wird.
Ja, da ich schon wusste, dass Markus so alle möglichen Versprechungen machen wird, dass wir jetzt hier so die Wahrheit aufdecken über das Internet und all die Fragen, die uns schon immer gekommen sind, abends kurz vorm Einschlafen. Hatte ich eigentlich den Vorschlag gemacht, dass vielleicht jeder mal kurz was sagt? Hat er natürlich gleich ja gesagt.
Jetzt bin ich natürlich der Einzige, der erstmal was kurz sagt. Aber ich mache es jetzt trotzdem. Thema ist ja so ein bisschen, hast du das Wort eigentlich schon gesagt? Echtzeit? Ja, du hast mir eine Mail geschrieben, da stand ganz viel Echtzeit drin. Ich habe Echtzeit glaube ich schon gesagt, oder? Das ist ein ganz gefährliches Wort. Ich habe es zweimal gesagt, das habe ich gesagt. Aber es geht um Echtzeit hier heute. Genau.
Und warum ist hier eigentlich... Damit wollte ich anfangen. Ja, ein paar Gedanken. Also es ist jetzt keine große Präsentation, es sind einfach nur so ein paar Gedanken, um vielleicht hier mal ein bisschen Diskussionsmaterial zu generieren. Das sind jetzt einfach nur so ein paar Worte, die mir eingefallen sind. Beschreibungen von so Momenten,
die mir bei meiner Arbeit zumindest so über den Weg gelaufen sind. Beziehungsweise was ich so im Internet so beobachtet habe in den letzten Jahren. Und irgendwie reden wir ja um das Jetzt. Jetzt geht es los. Da steckt so immer was ganz Tolles drin.
Dieser Moment, wo irgendwas anfängt, das ist irgendwie total spannend. Das ist glaube ich irgendwie etwas, was schon mal so einen Echtzeitkonsum irgendwie ausmacht. Man ist irgendwie voller Erwartung. Man zählt herunter. Dieser Countdown. Dinge werden gleich passieren.
Die Leute, die irgendwas anbieten, schwitzen, weil wahrscheinlich ihre Infrastruktur gleich in die Luft geht. Die Leute, die irgendwas konsumieren, warten darauf, was sie wohl erwartet. Und diese ganze Antizipation ist schon mal Teil davon. Also auch das, was schon vor der Echtzeit stattfindet, ist irgendwie ein Teil davon.
Genau genommen ist das auch das Totale gestern. Also wenn man sich so die letzten 50 Jahre oder wie viel haben wir jetzt zusammen? Nee, es ist ja schon ein bisschen mehr. Also viel. Also das letzte Jahrhundert war so halt die ganze Kommunikation, Radio, Fernsehen. Aber es war halt immer alles live,
weil es gar nicht anders ging. Da habe ich mal so ein Buch durchgelesen, eine Talkgeschichte, wo sie dann irgendwie alle, damit ihr ein paar Mikrofone, ganz bergwund, so wie wir da saßen, und Fernsehen gemacht haben. Und da ging halt nur live, weil Aufzeichnung daran war überhaupt noch gar kein Gedanke. Und dadurch ist natürlich auch alles so definiert. Der ganze Arbeitsablauf ist halt so.
Und heute haben wir eigentlich so das Diktat des wann und wo. Wir wollen alles machen, wann und wo uns das passt. Wir haben alle unsere iPods, unsere iPhones. Man kann alles runterladen und auch Pause drücken und zurückspulen und nochmal hören. Und alles ist vollkommen gefällig.
Und da steckt ja auch ein tierisches Versprechen geradezu eine Verheißung drin, dass man sich halt alles selber aussuchen kann. Und dann irgendwann natürlich auch feststellt, dass man sich auch alles aussuchen muss. Und das dann total anstrengend wird. Trotz alledem, dieses wann und wo kommt irgendwie noch dazu, zu diesem hier und jetzt.
Und dann ist irgendwie alles auf einmal anders. Das heißt, man macht es halt so oder so. Man macht es halt irgendwie entweder live oder man macht es so. Und je nachdem, mit wem man spricht, hat man halt mehr so diese Offliner und mehr so diese Onliner und mehr so diese Live-Leute und mehr so diese Aufzeichnungsangucker. Auch wenn man natürlich argumentieren kann,
dass die Leute, die Fernseh gucken, sich im Wesentlichen eigentlich auch nur Aufzeichnungen anschauen, weil man nicht so den Eindruck hat, dass da noch irgendwas Neues passiert. Ja. Und ich denke, dass langfristig beides auch in irgendeiner Form miteinander klarkommen muss. Also es ist nicht so, dass das eine oder das andere wegfiegen wird, sondern wir werden irgendwie eine Live-Komponente haben und wir werden eine wann und wo
Komponente haben, je nachdem, wie man es so mag. Und was man so für Bedürfnisse hat. Ja. Und dann, wenn man so selber mal was live macht, was dann so gleich rauskommt, gleich muss es sofort raus. Dann stellt man fest, dass man es ganz anders macht, als wenn das nicht so wäre. Weil man irgendwie,
selbst wenn man jetzt wieder bei mir, wenn ich so Podcasts mache, Aufzeichnungen mache, dann bemühe ich mich auch, wenn ich gar nicht live sende, das so aufzunehmen, als wäre es live. Das hat einen praktischen Grund, weil man dann irgendwie Arbeit spart, weil man das nicht alles danach bearbeiten muss. Aber es hat natürlich auch den Nachteil,
dass man dann sehr viel konzentrierter bei der Sache sein muss. Aber am Ende, unterm Strich, kriegt man eine interessante Komponente raus, dass man es nämlich auch anders tut. Dass man einfach ganz anders reingeht in das ganze Ding. Und man sich einfach die ganze Zeit vorstellt, man spricht halt, sonst steht was weiß ich. Es war so ein Gefühl, als würde ich im Quatsch-Comedy-Kolub stehen und alle Leute schauen mir auf einmal darüber zu,
was ich so rede. Aber dann gibt es auch noch, bitte? Ja. Dann gibt es auch noch die andere Seite, die Leute, die das nämlich alles konsumieren. Das war jetzt eben so ein bisschen mehr so eine Produzentenperspektive. Und das ist dann wiederum ein schönes Ding, was jetzt durch das Netz neu beflügelt wird, oder in gewisser Hinsicht ab einem bestimmten Punkt überhaupt
auch erst ermöglicht wird. Man will, wenn man eben etwas mag, was man so konsumiert, sei es live oder nicht live, man will ein Teil vom Ganzen sein. Man will irgendwie dazugehören, Teil der Produktion sein, wenn man auch eigentlich hunderte oder vielleicht sogar Tausende Kilometer entfernt von den Geschehen das Ganze aus der Ferne beobachtet. Und
das Netz erzeugt halt dieses Bedürfnis noch sehr viel mehr als das vorher war. Und tatsächlich werden auch durch die neuen Kommunikationsmittel der Abstand einfach zwischen den Produzenten und demjenigen, der das Ganze annimmt, wird irgendwie kürzer. Und man will die Westkurve sein. Ja?
Der Fanblock. Man hat so zunehmend ein Bedürfnis, bei dieser Live-Geschichte auch so nahe dran zu sein, dass man nicht nur an dem, was man produziert, dran ist, sondern dass man mit möglichst vielen anderen Leuten das auch noch parallel wahrnimmt. Dass man so ein Gemeinschaftsgefühl hat. Der Grund, warum Leute ins Stadion gehen und sich die
Bundesliga nicht im Fernsehen anschauen. Das ist zwar dann vielleicht auch live, wenn es live übertragen wird, aber es ist halt nicht so live, als wenn man sich auf der Straße drängelt. Ich sage nur hier Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Ihr wisst, wovon ich rede. Also auch dieses Mit-Anderen-Was-Feiern kommt auch da noch mit rein. Im Internet, bei Radiosendungen, bei mir macht
sich das mit Chats zum Beispiel deutlich bemerkbar, dass Leute das halt sind. Und dann merkt man auch, dass man in dem Moment auf eine ganz andere Art und Weise reingesogen wird und auch selber als Hörer, als Zuschauer, selber zu einem Mehrwert des Programms wird. Weil man auf einmal mitdiskutieren kann, Fehler finden kann, am besten noch
während der Sendung, Tipps geben kann, Links geben kann und in irgendeiner Form auch die Wissensvermittlung, die in dem Moment stattfindet, wenn es eine gibt, auch noch begleitet. Indem man halt, was weiß ich, irgendwas erklärt. Früher war ich irgendwie so bekloppt und bin dann mal nach der Mathe-Stunde noch ein bisschen dageblieben und habe den Leuten,
die es irgendwie jetzt nicht ganz so mitgenommen haben, hatte ich noch das Bedürfnis, denen das noch zu vermitteln. Das war dann irgendwie so mein Mehrwert, den ich dann damit reingeben wollte. Und ich glaube, so ähnlich spielt sich das in solchen Hörer-Communities auch ab. Dann gibt es noch neue Varianten von live. Es gibt ein verzögertes Gucken.
Fernsehgeräte werden permanent aufgenommen, während man ihnen dabei zuschaut, wie sie was ausstrahlen, sodass man auch, obwohl es live ist, mehrere Sekunden zurückspulen kann und dann auch wieder vorspulen kann. Also Zeit wird dabei auch extrem beweglich und schwammig. Und auch später kann man vielleicht noch einsteigen und nochmal
so tun, als wäre es live. Die Steve Jobs-Kino die sich der Apple-Jünger möglichst dann nochmal nachdem er ordentlich ausgeschlafen hat, morgen zwölf Stunden, nachdem es eigentlich schon vorbei ist, so gibt, als würde er in dem Moment da sitzen. Man hat sich vorher irgendwie die Hände abgebunden, das Internetkabel rausgezogen, damit möglichst niemand
einem irgendetwas verrät. Also auch ein live-Erleben kann auch später stattfinden. Ja, fragt sich wofür ist live überhaupt geeignet? Mein Freund Holgi sagt immer Sport und Talk und für den Rest ist Quatsch. Da ist was dran. Also bei Talk und bei Sport merkt man
irgendwie, welche Kraft eine Livesendung haben kann. Andererseits kann ich mir durchaus vorstellen, dass da auch neue Formate entstehen. Und ich komme langsam zum Ende. Es entspinst sich halt so ein neues Echtzeit-Geflecht. Es gibt ja auch das Gerede vom Realtime-Web, da denke ich jetzt sicherlich
was dran. Ja, Chatting hat das schon lange gebracht. Twitter bringt jetzt das Memchat in die ja auch noch in die letzte Ecke, habe ich so den Eindruck. Vielleicht jetzt überspanne ich den Bogen schon ein bisschen ist sogar mittelfristig da so eine demokratische, politische Dimension vorstellbar. Auf jeden Fall
was wollte ich damit sagen? Ah ja, ein großer Vorteil von Live, dann komme ich jetzt im Prinzip wieder auf diese Mischung zurück. Vielleicht hätte ich mal die Slides anders sortieren sollen. Kommt davon, wenn wir das so kurzfristig machen. Na ja, es ist so halt dieses, manchmal will man eben gar nicht sein Programm selber zusammenstellen.
Also es wird ja immer von vielen Leuten immer so belobigt und so. Und Live hat an der Stelle den Vorteil, dass man einfach an irgendwas hineingestürzt wird. Und ich glaube auch, dass so dieses Leanback-Medium Fernsehen an der Stelle eben auch so die Kraft der Faulheit aktiviert und einem auch die Möglichkeit gibt, einfach in irgendetwas hinein zu rennen, von dem man eben überhaupt nicht geglaubt
hat, dass es auf einen zukommt. Und also bei diesem schönen Wort, was ich ins Deutsche leider nicht übersetzen lässt, Serendipity, dieses irgendwie glückliche Sachen hineinstolpern, das bleibt halt irgendwie erhalten und das Internet ist an der Stelle eine treibende Kraft. Allerdings, der Zuschauer muss auch noch ein bisschen was lernen, damit er auch diese ganze Bandbreite
verarbeiten kann. Ja, over and out. Das waren meine Thesen zur Diskussion. Zurück ins Studio. Ich denke, das ist, wir hatten ja am Anfang Heraclit von Ephesäus hier im Gespräch.
Das ist genau das, was er meinte. Der Heraclit von Ephesäus. Wie die Stegas-Fans und Online-Erfahrung auch bei der Tagesschau. Ich starte mal mit einer ganz steilen These. Das haben wir hier ganz viel gelernt über Echtzeit und Livestream und all das, was es ausmacht. Das ist ja ein riesiger Hype. Auch die Republik ist ja teilweise jedenfalls unter das Motto gestellt, now here. Also auch Echtzeit ist da im Spiel.
Ist Echtzeit nicht gnadenlos überschätzt? Was ist denn der Mehrwert? Ob ich jetzt einen Bericht abfahre, der aufgezeichnet ist vor sechs Stunden, vor acht Stunden oder der direkt kommt. Wo ist da der Unterschied? Also, das ist ganz gut, da wollte ich gerade eh schon einhaken, wenn wir das Thema Talk und Sport hatten.
Nachdenkt ist natürlich so ein kritisches Thema, wenn es geht um Live. Denn eigentlich erwartet man ja Nachrichten auf die möglichst neuesten Stand. Und das heißt heutzutage halt eben auch, dass das nicht zwei Stunden oder drei Stunden, sondern fünf Minuten maximal alt sein soll. Und deswegen sind Nachrichten in Hörfunk und Fernsehen natürlich auch
per se in der Produktion jetzt live, was bei Zuschauern dann häufigermals Verbundungen führt. Warum denn die Videos oder die Sendung nicht dann auch gleich schon eine Sekunde nach Ablauf der Sendung online verfügbar sind, weil da halt eben nur einfach eine Konvertierzeit hinzukommt, weil tatsächlich nicht die Sachen vorproduziert
werden und benutzt werden. In so einer Redaktion wie der Tagesschau, da stell ich mir jetzt vor, da sitzen die alle rum, da kommen dann die Ticker-Meldungen aus aller Welt. Inwieweit greift man in so einer Redaktion dann schon auf soziale Netzwerke zu? Also Twitter-Nachrichten, Facebook-Nachrichten, spielen die eine echte Rolle oder geht es immer um den Ticker?
Der Ticker ist sozusagen die Quelle allen Wissens. Der Ticker, also die Nachrichtenagenturen sind natürlich so ein Vorfilter für wichtiges Weltgeschehen, aber nichtsdestotrotz werden auch andere Sachen beobachtet. Das hängt natürlich von Redaktion zu Redaktion wahrscheinlich ab, in welchem starken Maße das ist. Was ganz interessant ist, ist ein Phänomen,
wenn man mal guckt, vor ein paar Jahren, habe ich das vielleicht erst beim Thema Blogs gemerkt, dass es jetzt natürlich parallel eine sich äußerte Öffentlichkeit im Netz gibt, die auch an nahen Quellen dranhängt, wie das eine normale
Nachrichtenredaktion zum Teil macht und vor einiger Zeit war es halt zunächst so, dass wann immer mal ein Thema bei Spiegel Online auftaucht, hat man schon vorher irgendeinen Blogger, der gesagt hat, na ich wette es dauert nur noch eine Stunde, bis das Thema bei Spiegel Online auftaucht, weil halt vielleicht sowohl der Redakteur, der Autor bei Spiegel
Online, als auch der Blogger beide über ein anderes Blog oder US-Medium auf ein Thema gestoßen sind und sozusagen jetzt also die kritischen Medienbeobachter im Netz oder die vielseitig interessierten Konsumenten da auf einer Ebene stehen, mit den
jenigen, die in den Redaktionen da bei gewissen Themen die Sachen beobachten. Und jetzt ist es natürlich noch viel extremer, wenn wir gucken, was seit ein oder zwei Jahren das Twitter so durchgestartet ist. Zwei glaube ich, oder? Es gab ja diese Landung auf dem Hartz-November in New York. Ja, das war ja so das Parade. Das ist ein Beispiel, wo auch Nachrichtenredakteure,
die vorher noch nie vor Twitter gehört hatten, oder andere Journalisten in Deutschland dann mal darauf gestoßen sind. Und jetzt, wenn man jetzt mal gleichzeitig die Nachrichtenagenturen beobachtet, in so einer Redaktion arbeitet und gleichzeitig auch nochmal auf Twitter guckt, dann merkt man das unter den Twitter-Konsumenten, die ja nur
einen kleinen Teil des gesamten Publikums darstellen, dann aber dann schon die Erwartung da ist, warum ist die Geschichte denn noch nicht aktualisiert, zwei Minuten, nachdem ich einen Tweet zu dem Thema gelesen habe. Also, da wird ein klarer Druck auf... Ja, weil natürlich es zum einen einfach um
handwerkliche Dinge geht. Und nicht einen Tweet lesen ist natürlich schneller als eine Meldung aktualisieren, die nochmal dem zuständigen Redakteur zur Abnahme vorliegen. Ganz hinausgelassen das Thema, stimmt das denn, was da gesagt wurde? Und ist denn
diese Eilmeldung, die jetzt gerade über das CNN oder die kommt tatsächlich schon gesichert oder warten wir da nicht mal lieber ab und gucken, bis wir das aus zwei oder drei Quellen haben, am besten noch von jemand, den wir selber vor Ort haben. Das ist quasi der Anspruch, den die Tagesschau-Redaktion hat, also vier Augen im Prinzip wahrscheinlich. Zwei Leute müssen drauf gucken, müssen eine Information verifizieren aus verschiedenen Quellen.
Und welche Quellen sind die glaubwürdig? Ticker ist glaubwürdig, aber Twitter ist nicht glaubwürdig? Oder wie läuft das, wie ist das Verhältnis dazwischen diesen beiden Quellen? Also, wenn du das jetzt einem Tagesschau-Chef vorlegen würdest, dann klar. die Antwort, die Agenturen, mit denen haben wir verlässliche Verträge, die haben
Ruf zu verlieren. Und eine Meldung, die jetzt zwei Leute mal retweetet haben, muss natürlich so nicht so stimmen. Das mag natürlich im einen Fall anders sein, mir ging es jetzt erstmal um den Punkt, dass sozusagen die Nachrichtenredaktion da überholt wird oder die Community, die an einem Echtzeitstream hängt und andere
Teffel sind mit dem in bestimmten Bereichen, was die Journalisten zur Verfügung haben, dann teilweise auch diese Ansprüche stellen und sich dann halt eine aktuell arbeitende Redaktion irgendwie die Frage stellen muss, hängen wir uns jetzt an diesen Twitter-Stream dran und versuchen dieses Tempo
mitzuhalten und mitzumachen, weil das Leute erwarten. Oder versuchen wir erst nochmal zu selektieren, das Ganze dagegen zu überprüfen und haben sozusagen die aus hervorgegangene Fakten gecheckte Sache so.
Und das Schlimme an der Sache ist, um das abzustimmen, dass natürlich der User oder das Publikum erwartet beides gleichzeitig. Genau, darauf wollte ich nämlich hinaus. Das eine ist ja, dass es einen Anspruch gibt in der Redaktion, wie bei der Tagesschau, so das große deutsche Nachrichtenformat im Fernsehen jedenfalls, kann ja sein, dass es der Anspruch ist, dass man die Quellen drei, vier, fünf, sieben, zehnmal überprüfen muss, bis man weiß, ist diese Twitter-Nachricht aus
Theoran real oder nicht. Bloß dem User ist es ja vielleicht völlig egal, weil der mittlerweile ganz andere Quellen hat. Deswegen mal die Frage an unseren Saalkandidaten. Man muss vielleicht mal ein Wort sagen. Du bist ja kein ganz Unbekannter in der Netzwelt. Daniel Fine, machst du im Podcast was mit Medien unter anderem, richtig? Tun wir mal so, als wenn du nur ein User wärst. Spaß ist halber. Also Saalkandidat
und User. Wo beziehst denn du deine Nachrichten her? Deine Infos. Was sind so deine primären Quellen? Also, wenn ich jetzt mal so große Geschichten, so richtig so, so richtig große Geschichten, also Breaking News, tatsächlich
den ersten Eindruck davon, den bekomme ich tatsächlich irgendwie über Twitter. Also, dass man irgendwie mitbekommt, ah, da passiert was. Von welchem Twitter-Account denn? An meinem privaten. Über welchen? Welcher Twitter? Ist das Spiegel Online Eil oder CNN Breaking News? Oder ist das irgendwer? John Smith. Ganz unterschiedlich.
Also, das kann ich jetzt nicht festmachen. Es sind aber ehrlich gesagt dann gar nicht so die großen Medien, worüber ich das da mitbekomme. Aber das ist dann so der Punkt, wo ich sage, ok, jetzt schalte nochmal eher das Radio ein oder guck mal, ob CNN schon berichtet oder auch Spiegel Online schon irgendwas geschrieben hat. Das ist also so die Idee, ah, da passiert gerade was, jetzt musst du mal auf deine bewährten Nachrichtensysteme
zurückgreifen, wo du dich dann da weiter informierst. Das heißt, du machst das eigentlich so wie die Tagesschau. Du hast so deine Sonden, das sind irgendwelche Twitterer, denen du folgst, die sind so in der ganzen Welt verstreut, die jagen irgendeine Info raus, die ist dann so prekär oder so interessant, dass du denkst, kann ja wohl nicht wahr sein. Ich gucke jetzt mal nach, ob das sozusagen von einer großen Quelle verifiziert wird.
Ja, vielleicht habe ich da so auch das Prinzip, was ich halt aus der journalistischen Arbeit kenne, übernommen. Weil eigentlich da ist ja die Frage, wieviel Wert ist ein Tweet? Und im Prinzip ist es ja genau so viel Wert wie ein Höreranruf sozusagen, der sagt hey, ich sehe hier gerade was da passiert. Da und da war es. Im Kern geht es ja um die Information. Und da muss man dann selbst halt gucken, wie gehe ich damit um.
Okay, das ist das eine, wie sozusagen diese großen Nachrichten funktionieren. Also in Teheran ist eine Revolution, auf dem Hatzen ist ein Airbus Not gelandet. Das tut ja immer so, wenn man über diese großen News spricht, als wenn eine große Öffentlichkeit, also wirklich die große Öffentlichkeit, sich kollektiv dafür interessieren würde. Aber es ist nicht viel eher so, Tim, dass dadurch,
dass alle ihre einzelnen Quellen haben, ob es jetzt Facebook ist, da im Stream der Freunde zu folgen oder Twitter, dass man sich für viele, viele andere Sachen interessiert und an diesen großen Themen gar nicht mehr so teilen nimmt. Wie ist denn das bei dir eigentlich? Wie verfolgst du sozusagen die Ereignisse um dich herum? Ich meine jetzt nicht diese Breaking News eben, sondern was sind für dich News eigentlich?
Ich bin ja nicht im News-Business. Nee, aber was sind denn deine News? Du folgst ja auch Twitter ran wahrscheinlich oder hast auf Facebook einen Account, wo du guckst, was macht denn gerade Peter oder Klaus oder Maria? Ja, also im Gesichtsbuch bin ich nicht so, da schaue ich nicht so rein. Ich mag Facebook nicht. Aber Twitter schon. Ich weiß nicht ganz genau,
wie ich das beantworten soll. Was ist für mich relevant? Keine Ahnung. Dann tun wir mal so, als wenn jeder von uns eine Aufmerksamkeitsresource hat, die ist 100. Das sind jetzt wirklich drei Stunden am Tag oder so. Und früher war es vielleicht so, dass von diesen 100 Prozent, 90 Prozent gingen in die Tageszeitung und in die Tagesschau. Heute würde ich jetzt mal behaupten, einfach mal so, um das hier ein bisschen voranzutreiben, gehen 60 Prozent in etliche Quellen
im Netz. Ich gucke mir in welche schwachsinnigen Tweets an von einem, der auf der Konferenz in L.A. sitzt und denke so, ach, das ist ja interessant. Die haben jetzt auch ein Touchpad rausgebracht. Ich denke, es ist einfach die Glaubwürdigkeitskette, die an der Stelle greift. Was auch immer für dich am Glaubwürdigsten ist, und das ist halt aber auch abhängig
von der Nachricht. Also es gibt natürlich Nachrichten, die würde ich sogar dem Spiegel glauben, und es gibt halt Nachrichten, die glaube ich halt vor allem erstmal meinen Freunden so, weil ich weiß, wie die drauf sind. Also an der Stelle denke ich, ist dieses soziale Netzwerk auch genau an der richtigen Stelle.
Und das ist ja auch alles so ein bisschen Trüffelsucherei, was man da betreibt. Und zwar gar nicht mal so sehr um jetzt den großen Scoop zu finden, also zumindest ist das jetzt nicht so mein Interesse, weil ich mache keine News, sondern einfach irgendwie zu wissen, wo lohnt es sich eben Zeit drauf zu verschwenden, um das nochmal weiter hinterherzulesen. Wie ist das im Publikum? Was sind denn die Nachrichtenquellen,
aus denen ihr so eure Information bezieht? Ich meine jetzt nicht die Weltnachrichten, sondern was schaut ihr euch an, was guckt ihr euch an? Also Tagesschau ist rechts, Facebook ist links. Beidhändig. Im Fußball würde man sagen beidfüßig. Ich möchte nochmal ein bisschen widersprechen zu dem,
was gerade von dir gesagt wurde. Denn es ist ja nicht unbedingt so, dass die Breaking News ist ja wirklich nicht für jeden das gleiche, wenn es jetzt nicht gerade der dritte Weltkrieg ist. Aber man merkt ja auch zum einen, dass es so eine Art Schneeballsystem bei
Quellen wie Twitter oder Facebook ist, dass halt irgendwer was aufnimmt und es sich dann vervielfältig, verbreit hat. Und dann wirklicherweise der dritte, dem du Follows retweetet und du merkst ja, das scheint ja doch mal ein Thema zu sein. Und in dem Augenblick, wo es bei dir beim dritten ist, ist es dann vielleicht auch in einer Redaktion
eines traditionellen Mediums angekommen und wird dann da bearbeitet, weiterverarbeitet, gecheckt oder so. Und zum anderen gibt es auch in diesem Strom sicherlich so eine Wellenbewegung. Also wenn ich einem Spezialthema aus den USA folge und habe das dann
tatsächlich auch in diesem Sonderblog gelesen, dann ist es zum ersten Mal bei mir angekommen und dann wird es vielleicht, ich als Redakteur verarbeite es in dem Medium weiter und dann wird es über das Medium zum zweiten Mal in der Sache getragen und dann wird es
von Nutzan weiter in ihr Facebook-Account gepostet und verbreitet sich von da aus weiter. Das heißt, da hat man immer so eine Wellenartige Amplitudenabfolge, wo Sachen auftauchen und sich nochmal wieder verstärken. Aber die reine Quantität von Retweets beispielsweise ist ja noch kein Indikator dafür, dass das stimmt, dass da retweetet wird.
Das ist für Interesse ein Indikator. Ja, für Interesse, aber ich kann mir Gerüchte vorstellen, die so interessant sind, dass die so oft retweetet werden. Lass uns nicht weiter über Twitter reden. Aber mach mal Gegenvorschlag. Na ja, ich meine, wir machen ja hier irgendwie alle Radio und Fernsehen. Dann reden wir was Radio um.
Mach mal weiter. Ich hab ja schon was erzählt. Vielleicht wollte er das ja aufgreifen. Also bei den politischen Komponenten, da ist mir was so eingefallen. Eine kleine Sache aus der Praxis. Also meine Brötchen verdiene ich ja bei Antenne in Düsseldorf. Das ist halt der Lokalsender in Düsseldorf.
Und wir haben was ganz interessantes, aber ich habe einen Kollegen festgestellt. Wir haben eine Facebookseite gestartet und die einfach mal hingesetzt und mal so ein bisschen gucken mal was passiert. Eigentlich ging es nur darum, das mit der Nachrichtenseite zu vernetzen. Und was richtig toll ist, dass auf die Themen auf einmal die Leute und die Hörer angefangen haben zu kommentieren.
Und auch zu Themen, wo wir das eigentlich gar nicht erwartet haben. Also wenn jetzt ein Fortuna Düsseldorf Spiel ist, dann wissen wir, am nächsten Morgen können wir einen Höreraufruf machen, ruft an, was ist eure Meinung und so weiter. Da rumt es einfach. Bei anderen Themen weiß man das nicht so. Weil die auch gerade um den Aufstieg in die Musiker spielen, muss man dazu sagen. Zum Beispiel. Oder auch wenn sie schlecht spielen, da sind auch alle dabei. Oder wenn es langweilig ist.
Genau, alles. Also sehr emotional. Das ist ganz interessant. Also das ist ein sicheres Pferd. Aber die Leute haben angefangen, über die Nachrichten zu diskutieren auf der Facebookseite, wo wir eigentlich bei uns auf der Seite irgendwie keine Kommentarfunktion haben. Und das auch sehr interessant. Also sehr gute Meinung. Und was dann passiert ist, die Moderatoren
haben angefangen, diese Meinung ins Programm zu nehmen. Das heißt, weil die das einfach spannend fanden, was zum Teil unaufgefordert reingekommen ist. Natürlich gab es die Möglichkeit, schon auch vorher das Hörer sagen könnte, ich schreibe eine Mail oder ich rufe an. Aber wer macht das schon? Wer ruft schon bei einem Reidesender an und sagt, hey, ich hab da Ihnen eine Nachricht gehört, ich möchte hier mal was sagen.
Es sei denn, das ist jetzt wirklich was Großes. Und seitdem es das jetzt gibt, seit ein paar Monaten, haben selbst die Moderatoren, die würde ich eher so mit Peter Kruse zusprechen, als Digital Visitors nenne, die haben da richtig ihren Spaß dran bekommen. Und die beamen viel mehr Meinung jetzt ins Programm, als
das eigentlich vorher, also ohne Echtzeitwerb möglich war. Und das hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet und finde ich eigentlich eine gute Möglichkeit, dass halt auch mehr Meinung stattfindet. Wie oft machst du, Tim, bei deinem Podcast den Dinger live? Dass du sozusagen eben sowas anbieten kannst, dass du sagen kannst, pass auf, wir machen jetzt keinen Call in über den Radio, also nicht anrufen, hallo, ich bin Claudia und ich finde deine Sendung stark,
sondern man kann eben chatten oder Twitteren. Also ich mach die Talk-Sendungen live. Welche sind das? Vielleicht sagst du das noch mal kurz. Das eine heißt Mobile Max, das ist so Macintosh für Quatscher und das andere ist auch totaler Quatsch. Okay, aber das ist Chaos Radio Express, das machst du dann nicht ständig live, oder? Nee, Chaos Radio Express mach ich überhaupt nicht live, das ist ein reiner Interview-Podcast, das hab ich zwar
ein paar Mal so zu Testzwecken live gemacht mit dem Ergebnis, dass es für Blödsinn haltet, das live zu machen, weil ich mich da, das funktioniert nicht. Also weder profitiert das Format in irgendeiner Form davon, das bringt nur Nachteile, weil es einfach sehr viel mehr Aufwand ist, noch ist es für das Gespräch
in irgendeiner Form hilfreich. Also diese Partizipation wäre da für dich auch nicht interessant? Dass du sagst, ich hab hier einen Gast, Biohackerin, die erzählt mir zwei Stunden, was Biohacking ist und da es ein spannendes Thema ist, lade ich die User ein. Also wenn man das als Talk-Sendung macht, also wenn man es halt wirklich, ja, wenn man da wirklich einen lockeren Gesprächsverlauf hat
und da vielleicht auch mehr als zwei Leute dran teilnehmen. Chaos Radio Express ist ein Interview-Podcast, wo es schon, der schon fast didaktisch ist, wo es wirklich darum geht, von A so weit zu kommen, wie es geht, bei Z landet man nie, aber vielleicht bei P und ich
wenn da jetzt Kommentare reinkommen, aber man hat einfach mental einfach gar nicht die Möglichkeit, das da noch mit einzuflechten. Ja, weil da entspannt sich halt so eine ganz eigene Dynamik und das ist halt das, was ich sage, es passt einfach nicht zu jedem Format. Aber zu den Talk-Sendungen, die halt auch jetzt nicht so so pur ernst sind, also umso umso quatschiger sie sind, umso besser
passt das eigentlich mit rein und man sieht halt sofort, dass es da ein Echo gibt und dass man binnen kürzester Zeit auch mit seinem Halbwissen entlarvt wird und wenn man das dann halt auch wiederum reinträgt und sich auch entlarven lässt, dann ist das auch wiederum so eine Feedback-Schleife, die sich wiederum für
den Hörer da schließt, was natürlich auch nochmal Spaß und Authentizität dabei erzeugt. Vite, beim NDR macht ihr ja die Tagesschau, ihr macht aber viele andere Sachen. Was gibt es denn da für Angebote, die quasi dieses Thema Echtzeit aufgreifen, die auch eine Echtzeit-Kommunikation mit dem Hörer, dem Zuschauer möglich machen? Gibt es da was parallel zur Tagesschau, zu anderen Formaten?
Es gibt natürlich total viele klassische Radiosendungen, in denen man anrufen kann und Fernsehsendungen, in denen man anrufen kann. Jetzt ist kürzlich zum ersten Mal der Eurovision Song Contest auch auf Facebook gestreamt worden und man hatte also über Facebook die Möglichkeit zu kommentieren. Das ist was, das habe ich persönlich das erste Mal
gesehen bei der Amtsanführung von Barack Obama und war sehr verblüfft. Man kam einfach auf diesen Stream über CNN und sah dann auf einmal links eingeblendet, was halt gleichzeitig andere Facebook-Nutzer oder sogar noch die eigenen Facebook-Bekannschaften, die waren glaube ich nochmal hervorgehoben da zu sagen. Man hatte auf einmal so einen Effekt, ich bin zwar
der einsame Mediennutzer zuhause, bin aber gleichzeitig Teil dieser großen Community, so wie ich früher mit der Oma oder wie ich mit der Oma das geguckt habe oder so was. Wo dann tatsächlich ein Thema ist, über das gesprochen wird und dann auch noch zeitgleich. Oder ein anderes Beispiel ist... Entschuldigung, wenn ich kurz einhacke. Hast du das jetzt einmal aus Jobgründen
dir mal angeguckt oder hast du das wirklich, fandst du das persönlich wirklich interessant? Das waren jetzt zwei Beispiele. Also ich habe es das erste Mal, als ich es gesehen habe, als Nutzer bei dieser Barack-Obama-Geschichte, war ich total fasziniert davon das mal mitzubekommen, vor allen Dingen, weil mir auch noch nicht sofort klar war, dass wenn ich jetzt dass ich gerade noch eingeloggt war und wenn ich jetzt was geschrieben hätte,
dann tatsächlich dann für alle lesbar da gewesen wäre. ja, beim Eurovision Song Contest, das ist ja eigentlich auch so ein klassisches Thema. Eine der wenigen Eventsendungen, die es sozusagen noch gibt, die nicht hin gezüchtet wurden, wo das auch ganz gut funktioniert hat. Jetzt sind wir bei einer
dieser vielen Vorentscheid- Sendungen. Das wird sicherlich auch nochmal beim richtigen Wettbewerb so laufen. Da finde ich das ein tolles Tool, das zu machen. Auch aus der User-Perspektive, weil ich habe immer wieder den Verdacht, wir in den Medien produzieren, wir denken uns einen Haufen Konzepte aus und dann wird argumentiert
dem Auftraggeber gegenüber, ja, da ist eine Schnittstelle, da ist Interaktion, Partizipation möglich. Aber ich persönlich beobachte dann an mir, ich praktiziere das wahnsinnig sehr. Dann würde ich einen Tipp geben, guck mal am nächsten Sonntag um 20.15 Uhr in Tüter rein und guck mal nach, wie oft ihr das Wort Tatort in den nächsten 90 Minuten... Ich bringe meine Kinder
ins Bett, aber ich weiß es noch nicht so weit. Und das ist also wirklich unglaublich. Da gibt es natürlich die Leute, die sich darüber beschweren, dass so viele Tatort-Tweets kommen. Dann gibt es die Leute, die genau wissen, ab welcher Minute der Täter eigentlich schon in Laft sein sollte. Und dann gibt es diejenigen, die zu viel Sozialkritik oder die gerade das deutsche Gesellschaftsbrot sehen
wollen. Ist unglaublich interessant. Und ich glaube... Das ist so ein heiliges Phänomen. Du bist einfach erschöpft. Es ist Sonntag, die Woche war lang, am Samstagabend war auch schwierig und dann guckst du halt Tatort. Ich weiß auch nicht, was das soll. Ich verstehe es auch nicht. Da gibt es auch einen ganz interessanten Blog-Eintrag von einem Amerikaner in Berlin, der darüber
über pseudo-hippe junge Menschen, die sich um 20.15 Uhr zu Tatort-Paris... Das ist auch ein bisschen ein Heimweg, glaube ich. Man hat einen Heimweg in dieser Welt, die da so abgebildet wird. Wir können mal kurz eine Rundfrage machen. Wer guckt hier gelegentlich Tatort? Gut, das war vom Livestream zum Livestream. Wer hat schon mal über Tatort
getwittert? Lass uns mal draußen ein neues Publikum suchen. Aber ich möchte auch nochmal... Also finde ich klasse so. Bei solchen Sachen ist es immer schwer, ein bisschen das zu quantifizieren. Wir gucken auch in die Zukunft. Also wieviel Prozent der Leute sind es, denen die
daran teilnehmen? Klar, wenn wir uns gucken, dass beim jungen Publikum die Nutzung von solchen Netzwerken aussieht, dann wird das langfristig steigen und so. Aber nichtsdestotrotz muss man sich natürlich den Gedanken machen, den hier Tim Friedloff gerade nochmal gesagt hatte. Wenn wir jetzt sagen, wir würden das bei
nicht mal einem Spielfilm machen, der einmal läuft, sondern bei anderen Sachen, bei politischen Magazinen oder ähnlichen... oder auch bei Talkshows. Wenn es eine Talkshow gibt, bei der angerufen werden kann, dann sitzt da ein ganzes Telefonstudio und dann werden bei Hart aber fair drei Fragen oder vier Fragen
von Leuten, die tatsächlich angerufen haben, in 90 Minuten vorgelesen. Und die Tage schaute, das ZDF hatten beide mal so Sachen, wo man Fragen an Politiker einreichen konnte und die wurden dann beantwortet, entweder im Rahmen vom Bericht aus Berlin oder beim ZDF war es noch in einer anderen
Sendung im Morgenmagazin. Dann hatten sie auch nochmal so eine Sondersendung, aber nichtsdestotrotz, was da halt hinzukommt, das muss dann erstmal jemanden sozusagen filtern. Da sitzt ja nicht der Politiker dann zwei Stunden lang und beantwortet eine Frage nach der anderen. Und es muss in der Redaktion sozusagen in diesen Senderablauf
eingebunden werden. Und dass es jetzt tatsächlich Politiker gibt, der sich 90 Minuten Zeit nimmt und ausschließlich Userfragen beantwortet, ist halt relativ selten. Das ist so ein bisschen das, wo der Nutzer natürlich auch enttäuscht werden kann. Er gibt seine Kommentare ab, so, aber wenn halt der Beitrag
selber nur auf 5 Minuten angesetzt ist, oder die Sendung auf eine halbe Stunde, dann können halt nicht 3000 Nutzerkommentare da einfließen, sondern wird natürlich im Idealfall versucht, sozusagen die Quintessenten das herauszuziehen und jetzt eine Anzahl prototypischer Sachen da zu stellen. Ok, gut. Das sind sozusagen
die Ergänzungsräume bei den klassischen Medien, wie Radio oder Fernsehen, wo dann in diesem Echtzeitraum irgendwie eine Interaktion angeboten wird. Jetzt haben wir in unserem Titel den Begriff Livestream, also vom Livestream zum Livestream, mit F eben, das unser eigenes Leben zu so einem Datenstrom wird. Daniel Fine ist da David Gelernta,
der unter anderem Experte für das Judentum ist, aber auch Netzpionier, Maler, Essayist, der eine ganz bunte Biografie hat, der sagt eben, naja, unser Leben, unsere Existenz wird zu so einem digitalen Datenstrom, in dem wir unseren personalisierten Stream haben, wo wir vor und zurück spulen können, wo wir Netzseiten sehen, aber auch E-Mails,
Tweets, wo all das, was wir sozusagen als individuelles Entwirement um uns herum haben, immer wieder aufrufbar ist. Ist das ein realistisches Szenario? Frage A, Frage B, wenn das so ist, was macht denn das mit uns eigentlich? Vor der Republik war ich zwei Tage in München, einfach so ein bisschen Zeit sehen, keine Ahnung, und ich
habe mal ganz bewusst Foursquare ausprobiert. einfach mal zu gucken, okay, was passiert da und vielleicht ein paar lustige Geschichten, die sich da links und rechts ergeben. Weil jetzt, wenn ich jetzt mal so überlege, okay, was habe ich eigentlich davon? Ich habe irgendwie zwei Mages freigespielt, ja, aber so what? Aber ich sehe ganz genau nochmal, wo ich war, auch so Sachen, die ich
eigentlich jetzt gar nicht mehr so präsent hatte, also wo man dann auch sich vielleicht nochmal bewusster macht, okay, da war ich und da will ich vielleicht nochmal hin, oder da, ne, auf keinen Fall nochmal hin. Das heißt, nochmal zur Rekapitulierung, was ich da eigentlich gemacht habe, ist das in dem Sinne schon jetzt ganz hilfreich? Das ist so eine Art Tagebuch, bloß eben in etwas anderer Form, in dem ich so eine
Mette kann, wo ich war. Es war halt einfacher zu führen, aber ich muss mir auch bewusst sein, okay, da steht da jetzt ein Netz in meinem Profil, man kann wahrscheinlich auch andere sehen, also einfach einsehbar. Wie ist denn das? Also bist du auch Facebook- User beispielsweise? Liest du eigentlich Sachen, die du vor vier, fünf Wochen gepostet hast da? Oder interessiert dich das nicht mehr, weil wenn sich das, was früher war, ist irgendwie ein bisschen uninteressant?
Ganz selten. Also eigentlich gucke ich nochmal, ach so, ja, so viel hast du jetzt da ja gar nicht bei Facebook reingeschrieben in der letzten Woche, aber so richtig interessieren tut mich das nicht. Wie ist das bei euch eigentlich? So eure Tweets oder eure Facebook-Posts oder eure Blog-Einträge, die zurückliegen? Habt ihr da noch ein Interesse dran? Oder vergangenheit, die digital für alle einsehbar ist?
Ob ich ein Interesse daran habe, an dem, was für alle einsehbar ist. Was du früher, was du sozusagen vor einem halben Jahr, vor zwei Jahren gepostet hast, ich will einfach daraus... Ja, ja, ich bin ein Freund, das als gelöscht markieren, anstatt zu löschen. Also von daher schon. Das ist bloß bei Twitter jetzt gar nicht so einfach da in seiner Timeline zu speichern.
Das ist aber eine interessante Anregung, nicht wahr? Also diese Software fehlt ja eigentlich noch, dass man so die große Rekord-Taste auf seinem Computer hat und er mal irgendwie alles, was man so tut, dann aber auch wirklich in eine Timeline reinschmeißt. Also einschließlich das Aufrufen von Webseiten und so weiter. Das ist natürlich die totale Privacy-Hölle, aber das ist ja dann nochmal die andere Seite der Medaille,
die ich jetzt gar nicht vertiefen könnte. Ja, also insofern nette These. Ist das so, dass wir da so einen Wissenschaftler, der gelernt hat? Das ist, du weißt, keine Ahnung, was der ist. Informatik heißt er auch noch. Oh, das sind die schlimmsten. Also das spielt keine Rolle. Dass deine ganzen Erinnerungen da im Netz liegen,
das ist irrelevant. Interessiert dich nicht so richtig? Nee, das hab ich nicht gesagt. Das ist nicht irrelevant. Ganz kurz andersrum, jetzt ist mein Thema anders zu mir. Ich muss erst mal nachlesen, was über Nacht in meiner Twitter-Timeline passiert ist. Da war ich total erstaunt, weil ich bin nicht auf die Idee gekommen zu gucken, während ich offline war, was die anderen geschrieben haben, sondern ich gucke immer nur
in dem Moment, was passiert jetzt gerade, also jetzt in der Echtzeit. Also dass das auch teilweise an unterschiedlichen Nutz ist. Wie, du scrollst nicht mal zurück, was du vor zwei Tagen ausgelesen oder gestern Abend? Ich bin Nachtleser. Also wenn mich manchmal ein Thema interessiert, um zu gucken, was haben vielleicht schon andere geschrieben, dann schon. Aber es gehört jetzt
nicht zu meinem festen Tagesablauf dazu, dass ich erst mal morgens aufstehe, Computer aufmache und dann erst mal gucke, was in den letzten 48 Stunden passiert ist, was ich vielleicht verpasst haben könnte. Ich denke, als wichtig ist, erreicht es mich schon auf einem anderen Weg. Wie, du? Ja, ist ein schönes Stichwort. Es gibt ja statt letztes oder vorletztes Jahr in so einem Artikel
ein US-Student hat gesagt, if the news is important, it will find me. Also es erreicht mich irgendwie über Twitter oder Facebook oder weil es mir jemand erzählt und ich gucke nicht mehr aktiv. Also zu meiner Nutzung, ich gucke schon mal rein, was denn so, wenn ich Lust habe zu gucken, was denn da
sich getan hat in den letzten zwölf Stunden oder so was. Aber ich habe es bei der Rückkehr aus dem letzten Urlaub gemerkt, es ist ja, wenn erwarten einen halt nicht 500 E-Mails im Postfach oder die erwarten einen trotzdem, mit denen man sich irgendwie beschäftigen muss. Aber ich wäre ja nie auf die Idee gekommen,
jetzt tatsächlich unendlich bei Facebook oder Twitter zurück zu scrollen, bis ich gewusst habe, ob denn alles Wichtige da jetzt drin war. Wird halt spannend sein, wie damit so die breite Masse des Ganzen umgeht, wenn es noch viel mehr Sachen gibt, die da in diese Streams reinfließen, weil sich viel mehr Leute damit beschäftigen.
Dann wird es ja noch unwillkürlicher. Und ich glaube, Gelernte hat in seinem Artikel doch auch das erwähnt, der hatte so zumindest die Theorie, dass dann es irgendwie gefiltert wird, dass die wichtigeren Sachen oder die von mehreren Leuten markierten Sachen dann ein bisschen größer in dieser Timeline erscheinen und die unwichtigen Sachen ein bisschen ausgeblendet werden und ich dann halt
doch noch irgendwie so einen Überblick behalte. Aber da müssen wir uns mal überraschen lassen, auf welchen Algorithmen das denn dann gefiltert werden soll, was für mich das Wichtige ist oder nicht das Wichtigste. Das ist ja die spannende Frage. Was du jetzt ansprichst, ist auch diese Social Graph Idee.
Also ich meine, je mehr Leute aus meinem super sozialen Umfeld die gleiche News irgendwie durch Triggern, durch Retweeting, durch Scheren, was auch immer, steigt das in der Relevanz für mich, das ist die Grundidee. Ums Ecke kommen uns damit, glaube ich, was ich damals am ersten Mal gesehen war, Get Scobel und dann hat das irgendwann mal
vor nicht allzu langer Zeit umgesetzt bei River. Und da gibt es ja im Prinzip genau das, also dieses More Social, wobei ich nicht genau sicher bin, ob das schon völlig undurchsichtig nach welchen Kriterien das ist. Ja, wir haben Interesse daran. Wir folgen ja ganz bestimmten Twitterern. Wir folgen ganz bestimmten Leuten, weil wir ihre Meldungen interessant finden. Und bei mein River ist es ja genauso, dass ich sozusagen
mir die Nachrichten um mich herum anlege, die von Leuten geteilt werden, geteilt werden, die ich interessant finde. Das heißt, ich bekomme diesen personalisierten Informationsstrom. Und wenn Google weiß, dass ich stark finde, oder Amazon weiß auch, dass ich stark finde, bekomme ich vielleicht perspektivisch nur noch das vorgeschlagen, was sozusagen auf mein Profil passt.
Die Frage ist, ist das nicht eine Form von Isolation, die wir da hinein rasen? Lass mich ganz kurz auf antworten. Ja, das ist intransparent, weil das ist nicht so richtig klar, also für mich jedenfalls nicht, weil ich verstehe es auch nicht, was so ein Algorithmus dahinter steckt oder so. Aber ich finde, es funktioniert erstaunlich gut, weil ich offensichtlich in meinem Twitter Timeline
den Leuten, den ich followe, das sind bestimmte Themen, die die besprechen. Wenn das Thema aufkommt, und das ist dann in diesem River Ding, ist das erstaunlich akkurat. Und dann ein Kommentar zu dem anderen, bevor ich das Mikrofon wieder abgebe. In meine Wahrnehmung für diesen Echtzeitnetz ist Echtzeit jetzt, jetzt genau.
Diese Rückblickidee, dieses chronologische und auch wieder zurückblicken können, interessiert mich null die Bohne. Das mache ich zufällig mit meinem Blog. Ich blogge jetzt, weiß ich nicht, seit 5 Jahren oder so. Und manchmal gibt es absurde Situationen, wo ich etwas google und dann finde ich meinen eigenen Blog-Eintrag, hätte ich es schon längst vergessen. Und dann merke ich plötzlich,
oh das Thema hat mich vor 3 Jahren schon mal interessiert, ist ja süß. Und wie fühlt sich der Beitrag dann an nach 3 Jahren? Ja, völlig irrelevant. Aber das sind ja eigentlich 2 Aspekte. Der letzte ist ja, dass wenn für dich die Gegenwart so entscheidend ist, ist es nicht denn auch so, dass dann ein gewisser Ehrgeiz da ist, ein gewisser Druck da ist, auch an dieser Gegenwart ständig zu partizipieren, durch
Artikulation, durch Tweets, durch schnelle Einträge und wird dadurch nicht auch das, was ich sage, in dem Moment, ein bisschen flüchtiger. Verstehst du, was ich meine? Nicht das, was wir outputen. Wir putten immer mehr aus. Also wenn ich, ich bin nun kein großer Blogger, ich habe einen Blog, der ist völlig vergammelt. Ich habe einen Tweet, der auch nicht so stark ist, aber
wenn ich mir das angucke, trotzdem steigt mein Output exponentiell die ganze Zeit. Es wird immer mehr. Und es wird immer flüchtiger, habe ich den Eindruck. Ist das nicht eine Gefahr, die wir reinlaufen, hier aufs Podium, gefragt? Ja, weil das was, es wird immer mehr flüchtig. Ach Gott, ich meine, ich frage das als Fragezeichen, ist das nicht so?
Die Diskussion, die führer jetzt auch schon seit 20 Jahren irgendwie, da kommen dann immer wieder neue Bienen und so weiter. Na ja, ist doch immer das gleiche, so alles wird immer unbedeutender und oh Gott, alles wird immer kleinteiliger. Also ist überschüssig die Diskussion, glaubst du? Na sie wiederholt sich auf jeden Fall. Ich finde das, finde das, also ich denke da gar nicht
drüber nach. Ich meine, natürlich ändern sich die Dinge, natürlich ändern sich die Werkzeuge und so weiter, aber am Ende zählt einfach immer deine Medienkompetenz, das war jetzt vor 30 Jahren nicht anders, dass wir jetzt kleinteiliger arbeiten, das ist natürlich ein Vor- und ein Nachzeichen. Ich meine, das ist ja sozusagen auch eine ganz klassische, humanistische Position. Es ist alles so wie es ist, wir können es eh nicht ändern, es braucht nur genug
Bildung und die Maschinen um uns herum und die Strukturen um uns herum ändern uns nicht. Ich meine, es ist einfach ein evolutionäres Ding, wir sind in der Lage, uns daran anzupassen. Also das, ob das nun kleinteiliger wird oder länger wird, das kann ja auch eine Sinuswette sein, dass das mal wieder ganz anders ausschlägt. Ich denke schon, das ist immer diese Angst vor, erstmal überhaupt
diese Angst, viel Schummerquatsch und dann auch immer dieses permanente Diskutieren dieser Angst, von was das jetzt wieder alles furchtbarer sein kann, das hat sich noch nie so richtig bewahrheitet und von daher denke ich da gar nicht drüber nach. Auf jeden Fall eine Haufe
Leute, die die Meinung teilen hier. Wir brauchen noch mehr Netz. Also wir sind noch überhaupt nicht da angekommen, wo dieses Versprechen Internet hinweist, das ist alles noch total Beta. Dann sag uns mal bitte, was das Beta-Stadium des Netzs von dem Alpha-Stadium unterscheidet, auf das du hinweist. Was wird das Alpha-Stadium ausmachen? Alpha war ja schon davor.
Oder das ist dann nach Gamma? Alpha, Beta, Gamma? Dann musst du das Gamma-Stadium mal skizzieren. Ja, ich hab keine Hoffnung auf eine 1.0, aber ich meine, das wird sich halt einfach weiterentwickeln. Ich meine, wir diskutieren die ganze Zeit halt diese Versprechen der Netze, das ist ja hier auch glaube ich einer der Gründe, warum es diese Republika gibt, ja, zu Recht.
Ja, was haben wir da jetzt noch zu sagen? Du sollst nur sagen, wie das Netz in Zukunft aussieht. Ach, nee, das sag ich nicht, weil in Diskussionen die Zukunft des da nehme ich nicht dran teil, das ist Quatsch. Ihr habt ja schon mal einen Panel gesehen, die irgendwie mit die Zukunft des anfing oder kam irgendwas bei raus? Also ich habe hier mit der regischen Antike eingestiegen
vor 2500 Jahren, genau aus dem Grund. Es gab eine Meldung im Saal? Ach, du bist so universal. Danke, das ist toll. Also was mir so ein bisschen insgesamt fehlt, bei den klassischen Medien und ihrem Umgang mit diesem partizipativen Netz, ist vor allem dieser
Punkt, dass die Echtzeit schon richtig ab einem gewissen Punkt stattfindet, aber das was Tim halt vorher sagte, so ein bisschen das Hinarbeiten auf dieses Jetzt fehlt. Also was ich mir wünschen würde, wäre ein klassisches Medium, was die sozialen Netze dazu nutzt, auf eine Echtzeit-Sendung hinzuarbeiten.
Gemeinsam an einem Sendungsthema zu arbeiten vielleicht, so wie Tim das jetzt auch mit Chaos Radio macht, wo er dann sagt, okay, schlag doch die Themen einfach mal im Wiki vor und anschließend arbeiten wir dann gemeinsam die Themen in einer Sendung ab. Und ich glaube, dass das vor allen Dingen im Radio recht schnell machbar wäre und im Fernsehen braucht es wahrscheinlich noch ein bisschen Entwicklungszeit, bis die soweit sind, aber dann wäre es bestimmt auch möglich, da
gemeinsam Sendungen zu entwickeln, die dann an irgendeinem Zeitpunkt ausgestrahlt werden. Also wir sind in Echtzeit Raum zu nutzen, um so ein kollaboratives, gemeinsames Entwicklung von neuen... Ja, und um eine Struktur reinzubringen im Vorwege. Also nicht einfach nur wild irgendwelche Kommentare, sondern wirklich Themen vorzubereiten, vielleicht auch die Talk-Radio-Show Gäste vorzubereiten, voten zu lassen, um vielleicht
dieses Thema zu geben. Interessant, da kann ich so kurz was zu sagen, habe ich total vergessen, ja, hast auch total recht, also finde ich auch erst mal auch selber klar geworden, wobei das Beispiel mit dem Wiki ist gar nicht das Beste, sondern diese andere Talk, also diese Meketosh-Quatsch-Sendung, die ich mache,
die steht und fällt mit der Vorbereitung, aber man hat natürlich nie Zeit für Vorbereitung, was dann in so ein paar katastrophalen Sendungen mündete, und dann hat irgendwann die Community angefangen, die Themen der Sendung vorzubereiten, das ging irgendwie, ja, und da ging das los hier mit Google Wave, ja, also von wegen Wave ist so nichts gut,
kaum gab es Google Wave, das hat mit Wikis nie so funktioniert, also nie so gut funktioniert, mit Wave ging das auf einmal, dass man jetzt sozusagen irgendwann zwei Stunden vorher merkt, oh Scheiße, wir haben vor zwei Wochen eine Livesendung angekündigt, sich dann irgendwie hinsetzt, diese Seite aufmacht, und da steht dann irgendwie alles feinsäuberlich
aufgeteilt, nach Themen gucken, mit Wings auf die einzelnen Nachrichten und so weiter, was man jetzt mal besprechen könnte. Du bist dann sozusagen ins Studio gekommen bei dir und hast dann gesagt, PS Moderator. Ja, und ich habe noch nicht mal jemandem gebeten, das zu tun. Ja, also das hat sich einfach selbst entwickelt. Ja, dann darf ich da mal was zu dir sagen, dass es bei derer, die wissen vielleicht,
auch noch Bedarf gibt, die können da auch noch Themen vorschlagen, die haben offenbar einen Zeitüberschuss. Aber das, das würde mich mal interessieren, funktioniert das auch in einer Masse, also ich meine, so bei so speziellen Sachen, kann ich mir das super gut vorstellen. Aber wenn man das jetzt skaliert auf, z.B. nehmen wir jetzt mal hier in Lucara, in Wüsseldorf, stellen wir uns da mal so vor, fände ich mal
sehr gespannt, was dabei rauskommt. Wird das funktionieren? Freundlich steht im Feld mit der Netzaffinität, aber die steigt ja insgesamt ständig, von daher wird das irgendwann soweit sein. Ich glaube, ich würde Daniel insofern recht geben, dass es offenbar schon so ist, dass in den Nischen einfach auch Communities gereift sind, die eine hohe Affinität zum Thema haben, einen hohen Bezug zu deiner Person dann beispielsweise haben,
während wir, die Kollegen von Breitband, von Deutschland Radiokultur sind ja auch da, da vorne. Die senden die jeden Samstag um 14.05 Uhr und da ist immer wieder mal das Angebot rausgegangen. Habt ihr Fragen zu unserem Gast? Und das Feedback war manchmal groß, manchmal aber auch gar nicht so groß. Ich glaube, du brauchst schon etwas hochgradig Spezialisiertes, wenn der Community über Jahre gewachsen ist. Man kann nicht einfach sagen, wir sind jetzt hier das Radio X oder Y und jetzt legen wir
los. Dann muss man halt Geduld haben und muss da wirklich richtig viel Geld auch investieren, weil du brauchst ja Personal. Was ist das, was du skizziert hast, was ich super finde? Vorher, nicht erst mal. Nee, nee, ich sage, du machst ja einen Aufruf über den nächsten Freitag, eine Stunde Talk, Thema kommt von euch. Du brauchst jemanden, der das alles managt auch, was da reinkommt an Input.
Und beim Öffentlich-Rechtlichen kann ich nur sagen, ist ein Hauen und Stechen angesagt, was die finanziellen Ressourcen angeht, die in das Community-Management reingehen. Das ist außerordentlich schwierig, bedauerlicherweise, da die Kohle zu mobilisieren. Also ich sehe das ähnlich. Also das ist vollkommen recht. Ich bin auf deiner Seite.
Das ist eine gute Idee im Grundsatz. Nee, das ist einfach Realität. Da wird gelöscht. Könntest du ja mal erzählen, wie es bei euch ist. Ich sage natürlich, dass ich das gut finde. Ich teile die Ansicht auch gar nicht. Ich bin freier Mitarbeiter. Es ist aber leider einfach so. Wer ist da bei Breitband? 3.000 Leute in der Community gehabt. 3.000 Leute. Das Ding ist Blockspiel vor.
Aber das zu pflegen, das hat Aufwand, das ist eine halbe Stelle. Die kriegst du gar nicht irgendwo bewilligt, der sich nur um das Netz und die Community kümmert. Das sollte sich ändern, finde ich. Ich will das nur mal so als Bericht aus der Werkstatt rausgeben. Nee, ich sehe das ähnlich. Das ist eine super Idee. Aber wenn man das hochskaliert,
das kann irgendwie im Moment einfach schwer funktionieren. Wenn man einen Magazin hat, das einmal im Monat kommt, oder alle zwei Wochen oder sowas, da kann man sich die Zeit nehmen, das Ganze in einem Wiki-artigen Prozess vorzubereiten. Aber bei anderen Sendungen, die aktuell sind, so lange wir in einem klassischen Sendungsschema rechnen, mit Sendungen und Beiträgen und so weiter,
stelle ich mir das sehr, sehr schwer vor. Es wird ja immer gesagt, ein Kinofilm ist eine diktatorische Angelegenheit, bei dem ein Regisseur da ist, der alles bestimmt, und alle anderen müssen sich genau einfügen. Und im kleineren Maße gilt das eben auch für das Fernsehen. Alleine um diese Prozesse,
die da sind, was da an logistischen Vorbereitungen sind, wenn es dann heißt, die Community hat entschieden, mach doch mal XY als Interviewpartner in eure Sendung rein. Dann muss halt das noch organisiert werden, dass jemand da hinfährt und mit dem spricht und den filmt, oder er muss irgendwie über Skype geschaltet werden, oder ähnliches.
Es sind einfach sehr, sehr viele Prozesse, die da reinpassen. Deswegen glaube ich, dass solche Dinge halt schwieriger auf Medienprodukte anzuwenden sind, als auf eine Wiki-Seite oder auf ein Open-Source-Software-Projekt. Das ist natürlich toll für jede Sache, wenn man das ausprobieren mal macht.
Hier kam vorhin aus dem Publikum noch der Hinweis auf die Sendung, die das ZDF vor der letzten Bundestagswahl hatte. Da wurde ja auch groß im Vorfeld aufgerufen, da wurde dann live etwas mit eingebaut, da waren Politiker länger da, aber das war halt ein riesen Aufwand. Im kleineren Rahmen kann es halt dann wieder funktionieren, wenn tatsächlich eins, zwei Redakteure
oder der Moderator, wie wir das vorhin schon gehört haben, da affin sind und so Sachen aufnehmen einfach. Aber jetzt tatsächlich was da drum rumzustrecken, das funktioniert, glaube ich, nur in bestimmten Bereichen. Aufgrund des Aufwandes muss dem ja auch gerecht werden. Bevor wir die abschließende Tanzperformance hier hinlegen.
Über drei sind da noch dran, ich habe ja schon. Noch mal die Frage, gibt es noch Fragen im Saal? Ich habe nur einen schönen Tweet gerade gelesen, der vielleicht ein Schlusswort sein kann.
Dann warten wir, bis das hier vorbei ist. Nein, bitte. Peter Glaser hat geschrieben, das hat mehr mit der Location-Based-Web zu tun, er hat geschrieben, Käsebrot just checked in at Peter Glaser. Ja, ich finde, das ist ein grandioses Schlusswort. Jetzt noch mit der Tanzperformance dran, dann würde ich sagen, gibt es sonst noch Fragen im Saal?
Bevor Sie jetzt tanzen, gibt es noch weitere Fragen an die Protagonisten auf der Bühne? Alles gesagt, wir haben das Thema abgearbeitet in 55 Minuten. Wunderbar, herzlichen Dank. Daniel Fiene als Saalkandidat, Dieter Stegas, Tragischer und NDR, Ken Kuttler, K.O.F. Radio Express.
Vielleicht noch ganz kurz Eigenmarketing, in welchen Adressen ihr durchgehen wollt? Wo seid ihr erreichbar? onlinejournalismus.de glaube ich bei dir? Tim ist sehr gut in Sachen Ego-Marketing. Ich bin immer gewohnt, ein eigenes Mikrofon zu haben. Tim, du bist zuerst dran.
Ich wollte 127.01. 127.01. Ja, das ist ein Nerdwitz, egal. chaosradio.ccc.de chaosradio.ccc.de richtig? Jetzt kam nochmal die Frage raus. Ich bin der Google Bar. Google Bar, okay.
Ja, vielleicht Daniel Fiene als Saalkandidat, wo erreichen wir dich? wasmitmedien.de Okay, und den Netzreporter von der Radio Wissen gibt's at Netzreport auf Twitter. Noch eine Empfehlung am Schluss, morgen 14.05. Die Breitband-Sendung über die Republika, Deutschland Radio Kultur, auch online und so weiter. Jetzt müsst ihr nur noch sagen, welche Tanzstile ihr ausgewählt habt.
Ist der Livestream denn jetzt auf hier? Nein, nein, nein. Ich hab schon einen Breakdance, das muss reichen für heute. Ja, vielen Dank als Publikum.