Transactinide: Die super-schweren Übergangsmetalle
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Identifiers | 10.5446/18957 (DOI) | |
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Chymiatrie98 / 99
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Transition metalTransactinoideChemistRadiochemistryLecture/Conference
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ChemistCell nucleusPeriodensystemSchwerer AtomkernLecture/Conference
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ZearalenoneTransactinoideNuclideHerzog August LibraryVancomycinMagnetometerIslandChemistAtomMoleculeHydrogenCell nucleusOreNuclideChemical compoundActinideLeadTechnetiumThoriumUraniumWasserstoffionGermanic peoplesAtomic numberPlantationSchälenAlpha particleElementanalyseGeneral chemistryAction potentialNoble gasToterTransactinoideVorkommenLeichter AtomkernEarthing systemBeta sheetElectronLecture/Conference
12:14
ElfCell nucleusDispersionGeneral chemistryArginineRennetMolecular beamSample (material)Alu elementGelatin dessertEau de CologneNachweisTransactinoideBlock (periodic table)RutherfordiumHafniumEKA-WertC-Jun N-terminal kinasesDubniumSoilIntravenous therapyTractorCell nucleusCalciumNachweisNuclideWaterfallEindampfenGletschereisKohlenstoff-12ToterBarrierAlpha particleActivity (UML)ElementanalyseBiosynthesisChemistChemical reactionSeparation processMagnesiumHeliumPlutoniumIon transporterWasserstoffionIonenePolymercompoundSchwerer AtomkernElectronic health recordAerosolEngineering drawingDiagram
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CaliforniumBerkeliumDubniumAmericiumRutherfordiumTungstenEKA-WertBohriumIronLeadHahn, OttoHassiumMeitneriumBismuthHafniumHolmiumStrontiumErbiumTerbiumYtterbiumGrubeNickelCell nucleusGesundheitsstörungNachweisUraniumGermanic peoplesAtomic numberMeitneriumElectronic health recordTable of nuclidesElementanalyseMeitner, LiseMeitner, LiseGeneral chemistryDubniumBohriumComputer animation
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MagnetometerMagmaVancomycinMercury (element)EKA-WertFlourMeitneriumHassiumBohriumFlue-gas desulfurizationRutherfordiumRutherfordiumDubniumAllylBeerRural areaRiverChemical compoundStrontiumUraniumWasserstoffionSchwerer AtomkernCross section (geometry)Periodic acidCoperniciumDarmstadtiumChemistChemical reactionNickelRadioactive decayCell nucleusIslandNuclideErbiumHafniumHolmiumLutetiumTerbiumRoentgeniumLecture/Conference
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General chemistryBrotComputer animationLecture/Conference
Transcript: German(auto-generated)
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Bevor ich jetzt das Mikrofon an Herrn Prof. Jungklaas zu seinem Vortrag für die superschweren Übergangsmetalle gebe,
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möchte ich mich erst einmal herzlich bei ihm bedanken, weil er wirklich sehr kurzfristig eingesprungen ist für einen Vortrag, der uns im letzten Moment noch abgesagt hat. Also ich würde sagen, das verdient einen extra runder Applaus.
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Und als Chemiker haben wir natürlich nicht so viel zu tun mit diesen superschweren Elementen, aber das tut sich ja ganz gut, weil auch wenn er Radiochemie gemacht ist, ist Herr Jungklaas ja eigentlich aus der Physik hergekommen. Und ich denke, dass er ja trotzdem kein Problem haben wird,
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hier bei vielen Leuten ein großes Interesse an diesem sehr interessanten Themengebiet zu wecken. Von daher würde ich sagen, Herr Jungklaas, bitte. Danke. Der Applaus eben an der Stelle hat mich etwas überrascht, weil eigentlich hatte ich, glaube ich, in Anbetracht der fortgeschrittenen Stunde. Geht das so oder geht noch? Gut.
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Wäre es ja besser gewesen, wir waren jetzt fertig, ne? Jetzt fangen wir mit einem neuen Tag auch noch mit einem neuen Thema an. Aber ich hatte mir überlegt, dass ich, nachdem ich im Sommersemester die Abschiedsvorlesung gehalten habe und jetzt wundersame Dinge sich ereickeln, dass ich die nächsten drei Jahre wohl noch weiterhin der Universität erhalten bleibe.
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Das müssen wir jetzt nicht laut diskutieren, aber einfach mal bitte zur Kenntnis nehmen. Ich werde also im Sommersemester wieder die Radikämie lesen. Für diejenigen, die das jetzt noch nicht haben und es gerne noch machen möchten, wird das also möglich sein. Ich darf sogar auch noch Diplomaten und Doktoranden annehmen.
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Das muss man natürlich dann noch mutiger sein, wenn sie sich darauf einlassen wollen. Aber es hat bisher noch niemanden geschadet, als Chemiker bei mir zu arbeiten. Ich bin ja so mutiert von einem Physiker zu einem Chemiker, dass ich mich ja sogar traue, über ihn jetzt etwas über Chemisches Thema zu erzählen. Das ist doch schon ziemlich frech eigentlich, ne? Also ich hatte mir ausgeschaut ein Thema, wo ich glaube, dass sie als normal gebildeter Chemiker
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sehr, sehr wenig wissen über die sehr, sehr schweren Elemente. Weil wenn ich mir die Tafeln an der Wand immer anschaue, wenn ich mir die Periodensysteme der Elemente anschaue, dann hören die immer bei 103 auf, ne?
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Ist das nicht so? Also dann müssen sie schon in einen ganz neuen Hörsaal gehen, wo vielleicht dann doch schon etwas, eine neuere Tafel da hängt. Aber das ist das klassische Bild. Nee, da geht es ja. Ach, ich sehe ja, im Genium sehe ich ja da. Da ist ja Hand angelegt worden.
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Entschuldigung. Also vielleicht nachträglich da beigemalt. Das erklärt es dann, okay? Denn das Gebäude ist nämlich doch ein bisschen älter als das Genium. So. Dann wollen wir mal einsteigen.
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In meinem Periodensystem hier stehen eigentlich nur unwesentlich mehr Kerne. Aber meine eigene Grenze, die ich mir gesetzt habe, dass ich nur bis zum 112 Ihnen berichten möchte, liegt daran, dass ich mir vorgenommen hatte, man sollte nicht über Kinder reden, die noch nicht geboren sind.
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Und richtig zum Geboren sein gehört eigentlich dann auch noch eine Taufe. Das heißt, wenn ein Nuklid noch keinen Namen hat, dann sollte man nicht zu laut überreden, weil dann gibt es sowieso nur ein paar Dutzend Leute, die wirklich verstehen, was da passiert ist. Also, ich spreche jetzt über diese superschweren Kerne,
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denn sie sind alle schwerer als das, was Sie normal in der Chemie in die Hand nehmen. Jetzt nicht im Einzelfall, sondern jedes Atom für sich genommen, ist schwerer als alle anderen Atome. Festhalten möchte ich, dass alle Kerne, die schwerer sind als Blei,
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prinzipiell kein stabiles Isotop haben. Und das ist der Grund, warum wir in der Art die Chemie brauchen. Denn wer will sich denn mit der Chemie des Thoriums, mit der Chemie des Urans auseinandersetzen? Zwei natürliche Stoffe, normale Chemiker, meiden das so wie der Teufel das Weihwasser.
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Wir hatten ja einen ganz tollen Schüler hier, der hat sich an die Thoriumchemie rangegeben, der ist nur leider am letzten Sommer verstorben. Also so viel zu dem Hintergrund. Wir müssen jetzt einfach damit leben, dass es auch Leute geben muss, die sich an die radikale Stoffe herantrauen. Ach, da ist ja noch jemand. Was macht die denn da?
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Ist das eine von unseren schon schlafenden Studentinnen? Also, jetzt kommen wir zum Handwerkszeug meines Fachgebiets. Das sind die Landkarten der Nuklide. Dort sind aufgetragen, in Kästchenform,
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alle Atome sortiert nach ihrer Neutronenzahl und Protonenzahl Z. Aufgetragen in der Neutronenzahl. Und dann erkennt man auf dieser Karte eine Anhäufung von schwarz dargestellten Kästchen, die alle dafür stehen, dass das ein stabiles Nuklid ist. Und von fast allen Elementen, von Wasserstoff bis Blei,
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gibt es ein stabiles Isotop, mit Ausnahme von Technetium und Prometium. Das wissen Sie alle. Das ist chemisches Grundwissen. Was danach passiert, wird dann schon ein bisschen Radikämie. Wir nennen diese Linie der stabilen Kerne
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das Tal der Beta-Stabilität. Also wenn eine Neutronenüberschuss und Protonenüberschuss eigentlich bedeuten, dass man sich auf einem höheren Energieniveau befindet und die Beta-Umwandlung setzt Energie frei, indem die Kerne sich umwandeln, durch Beta Plus oder Beta Minus, hin zu stabilen Kernen und dabei Energie abgeben.
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Stabile Kerne sehen wir mit Ordnungszahl Z identisch mit Neutronenzahl N, eigentlich nur im Zahlenbereich bis 20. Das habe ich hier als unser Gebiet markiert mit dem roten Pfeil. Da ist die Steigung des Tals praktisch 45 Grad.
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Je schwerer die Kerne werden, desto mehr stoßen sich die Protonen entkehren gegenseitig ab und der Kern wird zerplatzen, wenn nicht immer mehr Neutronen die Lücken füllen. Denn die starke Wechselwirkung reicht immer nur von einem Nukleon zum nächsten. Also genau 10 um minus 15 Meter groß, wie Nukleone im Durchmesser sind.
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Wenn die sich auf mehr als Durchmesser-Distanz entfernen, sehen die nicht mehr das attraktive Potential der starken Wechselwirkung, sondern nur noch das abstoßende Potential der gleichen Ladung von Protonen und das Ganze platzt. Also muss der Kern mehr Neutronen aufnehmen und so erklärt sich die Krümmung, dass wir zum Schluss bei Pleizung 108
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schon dreimal so viele Neutronen wie Protonen im Kern haben. Dieser Trend geht natürlich immer weiter, weil auch wenn die Kerne immer schwerer werden, dann gibt es keine stabilen mehr. Wenn wir zu viele Neutronen haben, wird der Neutronenüberschuss durch die Minusumwandlung abgebaut, bei Protonüberschuss durch die Beta Plusumwandlung abgebaut.
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Alle Kerne schwerer als Pleiz sind instabil, also radioaktiv. Hier tritt ein Alpha-Zufall und bei noch höheren Massen dann erformiert Spontanspaltung in Konkurrenz zu Beta Plus auf. Bei den Transaktimiden wird spontaneous Fischen, also die Spontanspaltung, möglich. Bei leichteren Kernen beobachten wir das nicht.
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So sieht jetzt im Detail mal ein Ausschnitt aus der Nukleidkarte aus. Wir gucken jetzt mal dahin, wo die schwersten Naturvorkommende Elemente vorkommen, Uran und Thorium. Sie sehen, dass diese Felder nicht komplett schwarz markiert sind, denn sie sind ja nicht wirklich stabil. Sie sind im Wahrheit eigentlich alle noch Alpha-Strahler, nur mit solch langen Halbwertszeiten.
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Thorium z.B. 10 hoch 10 Milliarden Jahre. Also fast so alt wie unser Sonnensystem. Sprich, es ist noch fast die Hälfte des Thoriums da, dass irgendwann mal primordial vor unserer Sonne in anderen Sonnensystemen, die viel schwerer sind als unsere Sonne, gebrütet worden ist.
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Nur das Gravitationsfeld unserer Sonne hat diese Materie eingefangen. Sie sind kongoliert zu den Planeten. Und so haben wir diese Nuklide alle auch in unserer Erde. Wichtig für das folgende, für alles weitere Verständnis ist, dass Kerne eben nicht nur aus verschiedenen Protonen
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Neutronen zusammengebaut sind, sondern dass es Kerne gibt, die sind besonders stabil, weil nämlich auch die Nukleonen im Kern Schalen besetzen, so wie Sie das kennen aus der physikalischen Chemie, für die Elektronen und wo Sie wissen, dass ein Edelgas ein Atom ist, mit einer abgeschlossenen äußersten Elektronenschale,
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sodass es in Erd ist und nicht mit anderen Atomen eine Verbindung zu einem Molekül eingeht. Diese zusätzliche Stabilität erwarten wir dann, weil es eben auch Schaleneffekte für Nukleonen gibt, für Atomkerne, und die sind empirisch schon seit 100 Jahren bekannt,
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zumindest seitdem man Massenspektrotrie macht. Das ist so Anfang des vorigen Jahrhunderts gewesen. Und die magischen Zahlen, die wir nun jetzt für die Kerne haben, die lauten eben 2, 8, 20, 58, 82, 126.
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Das ist also jetzt ein völlig neues Alphabet für Sie, aber das ist das, was man sich merken muss bei den Kernwissenschaften. Die spannende Frage, die die Wissenschaften dann schon vor 30, 40 Jahren aufgeworfen haben, ist, gibt es denn noch weitere abgeschlossenen Schalen in dem hohen Massenbereich,
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sodass wenn es uns gelingen würde, Transaktinide zu genügend schweren Massen zu kommen, dass wir dann vielleicht eine eingehäufte Menge produzieren könnten von wieder langlebigeren Transaktiniden. Das ist bis heute die spannende Frage. Sie werden nachher die Antwort hören.
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In diesen Rennen um das Wissen um weitere Elemente gibt es drei große Player. Da sind die Russen mit ihrem Kernforschungszentrum in Tupna. Da sind die Amerikaner mit dem Forschungszentrum in Berkeley mit dem schwerjährigen Beschleuniger Heilag.
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Und da sind die Deutschen mit dem Beschleuniger Unilag in Darmstadt bei GSI. Der Anbruster ist dort der Chemiker, der Chef der Chemikergruppe. Und der wird ja wohl, wenn ich das richtig verstanden habe, in ein paar Wochen oder Monaten hier auch stehen und Vortrag halten. Der hat von den Studenten, soweit ich weiß, eine Einladung.
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Vielleicht hätte ich das nicht verraten dürfen. Aber dann hören Sie es aus erster Hand. Und jetzt von jemand, der sich früher damit beschäftigt hat und glaubt, es zu verstehen. Na, das ist ja doch immerhin schon was. Alle diese Gruppen sind unterwegs auf verschiedenen Fahrten zum selben Ziel. Ja, was für verschiedene Fahrte kann es denn geben?
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Das ist die Art und Weise, wie wir Transaktinite herstellen. Das kann man auf verschiedene Art und Weise tun. Was alle gemeinsam haben ist, wir beschießen ein Target-Kern. Target ist das englische Wort für Ziel. Das ist ein Plättchen, was im Vakuum steht und dort mit Ionen beschossen. Die Projektile gehen jetzt eine Verbindung mit dem Target-Kern ein.
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Wenn sie denn über den Kulomwall hinwegkommen. Beide sind ja positiv geladene Atomkerne. Die Kulomkraft will sie auseinander stoßen. Also bremst das Projektil ab, wenn es nicht schnell genug beim Einflug ist, wird es niemals über diesen Kulomwall hinwegkommen. Es kommt nicht zur Verbundkernbildung. Haben Sie genügend Energie, kommt zum Verbundkern.
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Der ist dann aber so heiß, er podelt und kocht, dass er Nukleonen abdampfen kann. Und nach diesem Emissionsprozess von E-Ektilen entsteht dann das fertige Produkt. Die Kulomabstoßung zwischen Projektil und Targetern verfordert eine Mindestenergie des Projektils, damit es überhaupt über die Barriere kommen kann.
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Das Element Z gleich 104 habe ich jetzt mal als Beispiel gewählt. Kann man erreichen beispielsweise mit einem Target aus Blei, man schießt mit Magnesium drauf. Aber genauso konnte man auf ein Californium-Target schießen und man bräuchte nur einen Kohlenstoffstrahl. Beides führt zum Verbundkern Rarafortium 104. Ich habe jetzt reine Mathematik, ich habe jetzt nur die Protonzahlen addiert.
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Auf welchem Weg entsteht nun ein heißer Verbundkern? Als Targetkern dienen dann alle aktiv Nidil, als Projektil, aber nur Calcium 48 idealerweise, weil doppelt magisch und besonders neutronenreich.
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Das sind zwei entscheidende Vorteile, um einen schweren Kern zu bilden, denn wir müssen ja auch den Compoundkern weiter mit wesentlich mehr Neutronen drin haben als Protonen, dann ist es auch gut, wenn das Projektil schon einen Überschuss an Neutronen hat.
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Der Verbundkern ist allerdings so heiß, dass er danach Nukleonen abdampfen wird. Diese Experimenten wurden in Dubna gemacht, ebenso wie in Berkeley. Der Vorteil ist, das Projektil kann man möglichst klein wählen, dann wird der Wirkungsquerschnitt besser.
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Wirkungsquerschnitt ist die Wahrscheinlichkeit, dass die beiden miteinander verschmelzen, in der Dimension einer Fläche. Der Nachteil ist, der Verbundkern ist sehr stark angeregt, mehrere Neutronen werden emittiert, die Überlebenswahrscheinlichkeit des Verbundkerns ist gering. Dieser Nachteil ist nur dann in Ordnung, wenn der Vorteil den Nachteil kompensiert,
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dann sind wir auf dem richtigen Weg mit der heißen Fusion. Die kalte Fusion merkt mal Target mit abgeschlossener Protonschale und oder Neutronenschale, also doppelt magisch schweres Pleis-108, einfach magisch schweres Wismus-109-Target. Solche Experimente wurden in Darmstadt und bei Riken durchgeführt.
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Riken ist ein Beschleuniger in Japan. Das ist dann eigentlich der vierte Player, den ich vorhin nicht genannt habe, aber man muss Ehrlichkeit dazu sagen, den Japanern ist immer nur gelungen, alles zu verifizieren, was die anderen gemacht haben, aber sie haben noch nie ein neues Element entdeckt. Deswegen habe ich das mich vorhin auf die drei Großen bezogen.
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Projektile werden nach Wunsch ausgewählt. Sie können dann auch schwerer sein als bei der heißen Fusion, weil ja die Tagelkerne, die Tagelkerne sind natürlich erst recht schwer, aber sie sind eben möglichst nah am Plei zu halten.
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Solche Experimente sind in Darmstadt und in Riken durchgeführt, haben wir schon gesagt, glaube ich. Die klinische Energie ist jetzt teils verbraucht, um Kernschalen aufzubrechen. Weniger Energie hat als Ergebnis weniger Energie in der Anregung des Verbundkerns. Das heißt, der Verbundkern ist kälter,
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er zerbricht nicht so leicht, er imitiert weniger Nukleonen und schon gar nicht noch Protonen. Es bleibt bei dem Compound-Element, was wir in der Synthese erst herstellen, sonst wird bestenfalls noch ein Neutron abgedampft oder zwei, und dann haben wir schon das Endprodukt. Als der Vorteil, die Verbundkerne sind weniger angeregt,
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sodass diese Neigung auch zur Kernspaltung vermindert ist, das wäre ja dann wieder der Feind unserer Produktion, denn da bei kalter Fusion der Jungesquerschnitt geringer ist, als bei heißer benötigt man einen sehr großen Teilchenfluss, das ist nun der erhebliche Nachteil, nur die Superbeschleuniger wie beispielsweise der Unilag bei GSI schaffen diese Reaktionen mit genügender Wahrscheinlichkeit.
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Was wir uns merken wollen ist, Fusion gefolgt von Fischen führt nicht zum Ziel, denn dann zerbrechen wir den Verbundkern und dann kriegen wir doch nichts Neues, sondern alles wieder nur alte Kerne, die wir aus der Nubrikate alle schon längst kennen. So wie sieht so ein Experiment bei den Physikern aus?
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An der Beamline des Beschleunigers ist ein Massenseparator dran, durch magnetische und elektrostatische Felder wird eine Masse selektiert. Diese Masse, die jetzt ausgewählt ist, wird durch die Schlitzblende einer Flugstrecke eingeleitet und über die Flugzeitmessung,
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wie schnell das Ion sich dort bewegt, kann man dann letztlich noch die Identität des Ions identifizieren. Wir kennen dann schon die Masse, dann kennen wir auch noch die Energie und die Magnetfeldtat, das wir eigentlich auch auf den Ladungszustand der Kerne noch schließen können. Die Chemiker machen Experimente ganz und gar anders, das sind Experimente, wie ich das selbst als Postdoc bei GSI gemacht habe Ende der 70er Jahre.
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Der Heliumjet ist eine Gaskammer am Ende der Beamline. Das Target steht in der Gaskammer mit Helium gefüllt, die Produkte werden durch den Pulsübertrag von den Strahlionen ins Gas hinausgekickt,
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dort thermalisiert und lagen sich an Aerosole an, die dann durch differenzielles Pumpen mit dem Heliumfluss raus transportiert werden durch eine Kapillare in die Nasschemie im Labor, und dort kann man dann eben chromatografische Abtrennung machen,
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Elemente separieren, Bogen präparieren und Alpha-Spektrometrie machen. So, jetzt kommen wir also zu meinem Thema, die Kerne von Actenium bis 112, aber um Gottes Willen, was ist denn die schon wieder hier?
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Who is she? Ist sie unter uns hier, will die immer nur wieder auf sich aufmerksam machen? Also, das leichteste Transaktinium ist das Radafordium, ist das erste, was synthetisiert wurde. Es ist im Radaford zu Ehren genannt worden.
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Die erste Synthese war in Dubna Plutonium Target mit Neonstrahlen beschossen, mit einem Compound-Kern, Radafordium-260, etwas erhitzt, ein Neutron abgedampft und 259 produziert. Entschuldigung, etwas erhitzt und vier Neutronen abgedampft steht da.
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Man muss nur richtig lesen. Vier Neutronen, also Radafordium-256 produziert in dem Experiment von 1964. Die Amerikaner haben ähnliche Synthesen Jahre später gemacht. Giorgio war der Gruppenleiter dann in Amerika. Die haben schwerere Targets genommen, dann konnten sie leichtere Projektile wählen
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und durch die Variation der Projektile und des Targets sehe ich jetzt auch Kalifornium- und Curium-Targets sogar, Curium-248 statt Kalifornium-Target mit Sauerstoff-18 beschossen. Es gibt in allen drei Fällen Radafordium-Isotube, die dann eben wieder Neutronen abdampfen.
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Entschuldigung, der Compound ist natürlich 257 plus 4 gewesen, gleich 261. Ich habe vorhin hier oben gesagt, 260 plus 4 wäre 264, wären nur 256 übrig, das ist ja falsch. Es ist ja schon weg, die vier Neutronen.
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Bitte um Nachsicht, aber für mich ist es auch spät. In der Sowjetunion wurde das Element nach Igor Kotschatov genannt. Die Amerikaner lehnten den Namen Kotschatovium aber ab, bei Anspruch 1969 sogar den Nachweis des Elements für sich und schlugen den Namen Radafordium vor.
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Dieses Spiel wiederholt sich jetzt bei allen folgenden Elementen über ein Jahrzehnt lang, locker. Letztendlich hat man jetzt sich mal einen runden Tisch gesetzt, das ist die Runde 1997 gewesen, da hat man dann sich geeinigt in einer Elementennahmensgebungsdiskussion, wer kriegt jetzt das Recht, welches Element zu benennen,
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wer hat die größten Anteile daran, denn im Grunde genommen war es immer Nase an Nase, Wettrennen oder nur so knapp, dass es sowieso beide gleichzeitig fast entdeckt haben. Nächstes Element, jetzt wiederholt sich das ganze Theater, wir befinden jetzt nur wiederum zuerst in Dubna, in der Arbeitsgruppe von Flerow, aber die Amerikaner
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haben es dann eben in Berkeley genauso gemacht. Die russische Gruppe arbeitet dabei mit dem Beschuss von Amerizium durch Neonkerne und schlug den Namen Nils Borium vor. Etwas sehr stellzig, vor- und nachnahme zusammengezogen. Das amerikanische Team beschoss Kalifornium,
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selbe Strategie wie vorhin, schwereres Target, leichteres Projektil, hat letztendlich dabei Dubnaium 260 genauso hergestellt, Dubnaium 261 auch genauso, aber noch zusätzlich Dubnaium 262. Und jetzt habe ich schon den Namen verwendet, der ja eigentlich erst später festgelegt worden ist.
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Eben in dieser Kontroverse hat man den Russen in diesem Falle doch zugestanden, sie dürfen den Namen bestimmen und sie haben dann ihr eigenes Forschungszentrum zu Ehren kommen lassen. Also ein GSIium gibt es nicht, aber Dubnaium gibt es jetzt halt entsprechend dem Forschungszentrum in Dubna.
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Nächstes Element, Seborium, das ist ein Name, dem Sie wahrscheinlich jetzt nicht assoziieren können, was es bedeutet. Es wurde erstmals in 1974 erzeugt, etwa gleichzeitig in beiden Forschungszentren. Es ist das EK-Element unter dem Wolfram,
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das habe ich vorhin immer vergessen zu erwähnen. Also früher, als wir die Namen nicht wussten, haben wir immer von den EK-Platin, EK-Wolfram und so weiter gesprochen. Einfach darunter stehen, gleiche Chemie. Nachdem das Element zunächst den Namen Unilhexium trug,
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das ist nichts anderes, heißt 106 auf Lateinisch, so hat man sich geholfen am Anfang in den Streitphasen, dass man überhaupt das Kind taucht, man ihm einfach den Namen der Kernladungszahl gegeben. Das Lateinisch, damit es wissenschaftlich seriös klingt. So, in der Kontroverse wurde nun hier den Amerikanern zugestanden,
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dass sie den Namen geben dürfen, und sie haben ihren Forscher Glenti Sieborg verewigt in dem Namen dieses Elements. Wenn sie den Namen Sieborg nicht kennen, dann können sie schlecht darauf assoziieren, was ist Sieborgium. Das ist nun etwas ungewöhnlich, weil in diesem Falle ein Wissenschaftler bedacht wurde, der noch gelebt hat bei der Namensgebung,
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und das ist ziemlich ungewöhnlich. Also beim Taufen lebt ja an der Regel schon der Pate von dem Kind, was getauft wird, und dessen Namen er vielleicht als Zweiten bekommt. Aber wenn man so ein Element taucht, ist in der Regel so, dass diejenigen, die ihren Namen dafür geben, dabei geehrt werden sollen für ihr Lebenswerk, sprich, ihr Leben abgeschlossen haben.
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Hier habe ich also ein Foto, wie Sieborg vor der Nukleidkarte steht und mit Stolz mit seinem Finger auf das Sieborgium zeigt. Ich habe ihn als junger Doktorand kennengelernt. Bei GSI hat er einen Vortrag gehalten. Als noch kein Beschleuniger lief, wurden systematisch jede Woche Seminare dort abgehalten, und es war ein Spaß, mit dem VW-Bus von Marburg
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da runterzufahren. Der war dann immer voll mit Physikern und Chemikern, die eben dann die Gäste hören wollten, die dort vortrugen. Borium ist das nächste Element, Ecarenium. Nils Bohr ist jetzt der Namenspatron,
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wurde erst 1976 von einer sowjetischen Forschungsgruppe unter Leitung von Organisian produziert. Aber die Erzeugung geht offiziell auf die GSI-Arbeiten zurück, die das Element in 1981 synthesierten und den Namen Nils Borium vorschlugen. Man hat sich dann später wiederum in einem Disput darauf geeinigt, dass die Deutschen zwar den Namen geben dürfen,
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aber dass man den stolzigen Namen Nils Borium doch bitte nicht wählen möge. Daraus ist dann also das Borium entstanden. Und jetzt geht die Erfolgssträne von GSI weiter. Das amerikanisch-russische Rennen ist plötzlich für 20 Jahre unterbrochen durch den Erfolg der Arbeiten bei GSI,
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die jetzt wirklich die Szene dominieren, weil sie hatten schlachartig mit dem Briefname des Unilaks den besten Beschleuniger, der bis vor zehn Jahren auf der Welt überhaupt existierte. Dieses mussten die Amerikaner erst mal wettmachen, indem sie so die Supermaschinen wieder nachbauen.
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Das Hasium wurde erstmals in 1984 synthesisiert und es trägt diesen Namen zu Ehren unseres Landes Hessen auf Lateinisch Hessia. Das bracht dann wieder Wissenschaft daraus.
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Und Hessen hätte ja natürlich auch irgendwie schlecht gepasst. Also Hasium. Das nächste ist Maidnerium, benannt nach der Lise Meitner. Maidnerium wurde erstmals in 1982 bei GSI synthesisiert und seit 1997 trägt es ihren Namen.
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Und was Sie wissen sollten ist, eigentlich hätte Sie auch den Nobelpreis kriegen müssen für die Entdeckung der Kernspaltung. Ich bin der festen Überzeugung, dass es noch Monate gedauert hätte, bis Hahn und Strassmann erkannt hätten, dass sie den Kern gespalten hatten. Denn wenn Sie die Originalpublikation vom Dezember 1938 lesen,
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sprechen Sie von dem Nachweis dieser Tochter-Elemente. Aber Sie haben nicht verstanden, wie Sie aus dem Uran entstanden sind und nicht, dass der Kern zerplatzt ist. Und Lise Meitner hat gesagt, Hähnchen, du hast den Kern zerplatzt oder zertrümmert,
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als er ihr am Telefon nach Dänemark berichtet, dass nun endlich das Experiment erfolgreich war, was zu ihren Zeiten, als sie noch in Berlin in der Gruppe mitarbeitete, nicht möglich war. Aber in 1938 musste sie fliehen vor den Nazis und ist nach Dänemark erst über die Grenze und danach weiter zu Bohr nach Schweden.
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Da hat sie dann weiter gewirkt, aber bei den Nobelpreises nicht bedacht worden. So ist es wenigstens eine Wiedergutmachung, dass in ihr zu Ehren das Element benannt ist. Jetzt kommen wir zu diesem doch sehr seltsamen Namenstamm Stadium. Das ist schon eine etwas ungewöhnliche Geschichte.
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Hier wieder nochmal die Geschichte, die Historie, in 94 schon entdeckt bei GSI. Die Reaktion ist Blytarget mit Nigel beschossen. Und es ist eine der ganz wenigen Städtenamen bei Elementen, aber die einzige deutsche Stadt, die verewigt wurde bei den Elementen.
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Die anderen Elemente, an die ich jetzt erinnern möchte, ist das Dubnium wegen Dubna, das Bekelium wegen Berkeley. Das heißt, die Russen, die Amis, haben dasselbe Spiel gemacht, dass sie die Städte dort, wo sie die Entdeckungen gemacht haben, bedacht haben. Und so lag es nahe, dass GSI dann gesagt hat, da nehmen wir doch jetzt die größte Stadt in unserer Umgebung,
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denn wir hätten schon Wixhausium geklungen. Wixhausen heißt der Ort, der Ortsteil von Langen, in dem, ich weiß noch nicht mal, ob es Langen wirklich ist. Nee, es ist südlich von Langen. Also wir fuhren früher immer nach Wixhausen, aber dann nachher irgendwann mal, es gibt ja auch keinen Bauerbach mehr, wo ich wohne, sondern es gibt nur noch Marburg.
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Also es heißt halt da im Stadium. Und die anderen Namen sind dann eben nicht Parisium, sondern Lutetium. Das ist das dänische Wort. Hafnium führt Kopenhagen, das könnte dem Dänischen abgelehnt entnommen sein. Ich weiß, ich kann kein Dänisch sprechen, aber ich nehme an, Kopenhagen ist eine Vereindeutschung des dänischen Namens.
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Stockholm heißt, sagen die Schweden bestimmt auch nicht, oder? Jetzt haben wir alle keine passenden Nationalitäten unter uns. Auf jeden Fall ist Holmium nach Stockholm, Strontium nach Strontian und entsprechend dem Fundort der schwedischen Gruppe Ytterbi
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gibt es die Elemente Yttrium, Ytterbium, Terbium und Erbium. So, und dazu gehört nun da im Stadium. So, das nächste Session Genium, Z111, wir kommen ins Ende des von mir vorgesehenen Programms.
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Den Röntgen kennen Sie alle. Auch in 94 ist das erste Mal synthetisiert. Und hier taucht das erste Mal jetzt Sigurd Hoffmann auf, der als Chemiker beteiligt war bei diesem Experiment, den Sie hoffentlich dann bald in Marburg kennenlernen werden. Die Reaktion war Wismuth-Tage mit Nickel beschossen und Kompoundkern 273 Röntgenium entstanden,
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der einen Neutron abdampft und dabei abkühlt und das dann nachweisbare 272 Röntgenium übrig blieb. Das letzte in der Reihe ist das Copernitium. Das ist erst im letzten Juli getauft worden. Im Juli war die Taufeier bei GSI gewesen.
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Ihnen ist das Recht zugesprochen worden, auch dieses Element zu benennen. Und das wird wohl noch ein paar Elemente so weitergehen, nur dass es noch nicht offiziell geklärt ist. Die Reaktion habe ich hier angegeben und die Taufe war im letzten Juli, habe ich gesagt.
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So, jetzt habe ich hier mal eine Tabelle gemacht zum Schluss, wo die Elemente von 107 an aufwärts dargestellt sind. Und ich hier jetzt noch mal bewusst darauf hinweisen möchte, da ist mittendrin ein Systemwechsel passiert. Erfolgreich waren immer die kalten Reaktionen, solange die Massen ausreichten, die man zusammen verbinden konnte. Zu noch schwereren Elementen kommt man jetzt leider
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nur noch über heiße Reaktionen. Das heißt, jetzt ist es wirklich das Primat der Forschungszentren, die die super großen Beschleuniger haben, mit großen Teilchenflüssen, um überhaupt bei den kleinen Wirkungsquerschnitten für die Produktion die Elemente noch in den Griff zu bekommen.
31:01
Das gipfelt ja daran, dass man ja schon von einem neuen Element spricht, wenn man nur drei Alpha-Zerfälle identischer Energie beobachtet, die man noch nicht einordnen kann. Dann blutmaßen ja schon unsere Kollegen, dann haben wir offensichtlich jetzt einen neuen Kern zentrisiert. So fühlen muss man dann auch sein. Das kann man als Erstpäpper ja schon mal schreiben.
31:21
Je schwerer die Kerne werden, desto kürzer sind ihre Halbwertszeiten. Das geht dramatisch in den Keller. Und das wäre dann das Ende eigentlich für diese Wissenschaft auf Jahrzehnte hinweg, wenn dann nicht noch Hoffnung bestünde, dass irgendwo bei höheren Massen vielleicht wieder eine abgeschlossene Schale kommt.
31:41
Hier sind jetzt also alle Elemente nochmal angegeben. Die Grafik, die ich hier aus dem Internet geklaut habe, die beginnt leider erst bei der Neutronenzahl 157. Es gibt also leichtere, und deswegen habe ich nochmal deutlich in Rot hingemalt, was es da noch alles für Kerne gibt. Da ist sie ja schon wieder. Was will die uns denn sagen? Who is she?
32:08
Ja, die ist ja penetrant. Die jetzt bleibt bei uns. Also was ich hier habe, ist jetzt nochmal die Nukleidkarte. Sie sehen aber nur das obere Ende bei den radioaktiven Stoffen.
32:20
Im Südwesten unten ist Plei als die Nordostspitze des Kontinents, der stabilen Kerne. Und danach kommt See, radioaktives Wasser, Entschuldigung, Radioaktivität, sprich keine stabiles Land mehr in Sicht.
32:40
Aber wenn man dann weiter sich hochangelt bis Torium und Uran, dann kommen wir auf quasi Insel, weil das eben so langlebig ist, dass es für menschliche Erfahrung einfach da ist. Es zerfällt nicht in unsere Hand. Rechts von dieser Insel liegt irgendwo mein Schiff, mit dem ich früher mal unterwegs war, um da zu den Super Heavy Elements da hoch zu kommen.
33:02
Wir haben damals Uran auf Uran geschossen. Das war einfach einzigartig, weil kein anderer Beschleuniger in der Welt, außer GSI, Unilac, konnte Urankerne beschießen, schon in 1976. Wir waren so mutig, Uran auf Uran zu schießen, nach dem Motto, das macht Watsch, das macht einen Verbundkern.
33:22
Und dann platzte er auseinander in irgendwas, was besonders stabil ist, mit möglichst viel abgeschlossenen Schalen. Und den Rest fällt daneben. Wir haben immer nur Spaltprodukte gesehen. Alle Bruchskramen, alles bekannte Nuklide von den bekannten Nukliden, Rot und Blau, die wir schon alle kennen.
33:41
Nichts Neues, nach drei Jahren den Frust eingestellt. Und Uran auf Uran hat nie wieder jemand gemacht. Das war einfach der Übermut am Anfang der Zeiten von GSI, als wir noch nicht die Strategien drauf hatten, wie man sich doch systematisch einfach Schritt für Schritt hochhangeln muss.
34:02
So, what does she want to tell us all the time? Dann träumen wir doch heute Nacht schön von Super Heavy Elements. Es gäbe da draußen eine Insel, stellt euch mal vor, ihr würdet das noch erleben als ältere Chemiker, dass es tatsächlich ein Element 128 vielleicht gibt oder 126,
34:21
könnte ja wieder eine magische Schale auch für Protonen sein. Na dann Glückwunsch, dann hätte ich im Nachhinein in der Erde noch das Gefühl, dass mein Mitwirken dabei nicht umsonst war. So, also ich würde jetzt gerne nach Hause gehen.