PubPharm - Der Fachinformationsdienst Pharmazie
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Formal Metadata
Title |
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Title of Series | ||
Part Number | 4 | |
Number of Parts | 15 | |
Author | ||
Contributors | 0000-0002-2222-7172 (ORCID) | |
License | CC Attribution - NonCommercial 3.0 Germany: You are free to use, adapt and copy, distribute and transmit the work or content in adapted or unchanged form for any legal and non-commercial purpose as long as the work is attributed to the author in the manner specified by the author or licensor. | |
Identifiers | 10.5446/18813 (DOI) | |
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Bibcast 20164 / 15
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Meeting/InterviewComputer animation
Transcript: German(auto-generated)
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Hallo, ich begrüße alle Teilnehmer am zweiten Bibcast-Tag am zweiten Vortrag im heutigen Programm. Mein Name ist Jens Mittelbach von der SLUB Dresden. Ich begleite euch heute Morgen durchs Programm. Heute Nachmittag wird mein Kollege Matti Stöhr übernehmen.
00:23
Der zweite Vortrag kommt aus der Bibliotheksuniversität der TU Braunschweig. Dort wird der Fachinformationsdienst Pharmazie betrieben. Und dort wird auch ein Portal hergestellt, entwickelt, ein Pubfarm nennt sich das.
00:44
Die beiden Vorträger sind Christoph Kessler und Anke Krüger, die sich quasi auch fast ausschließlich, soweit ich sie verstanden habe, jetzt mit diesem Projekt beschäftigen.
01:01
Christoph vor allem von IT-Seite als Entwickler und die Anke als Biochemikerin und damit sozusagen als fachliche pharmazeutische Betreuerin des Projektes. Vielleicht noch ein Wort zum Organisatorischen. Unser Live-Chat ist ausgefallen. Wir benutzen daher den Chat auf dem Etherpad.
01:26
Das Etherpad ist freigeschaltet und verlinkt in dem App-Chat für den Vortrag auf der Bibcast-Seite. Wer den also aufrufen möchte, kann das gerne tun und dort in diese Chat-Leiste seine Fragen reinschreiben.
01:41
Ich würde das so ein bisschen während des Vortrages monitorn und diese Fragen ein bisschen ordnen und dann im Anschluss in der Diskussion versuchen dann auch alle an die beiden Vortragenden zu übermitteln und dort nachzufragen. Auf dem Etherpad ist die Struktur des Vortrages, also die Themenpunkte, die wir dann gleich durchschreiten werden.
02:09
Inhaltlich wird sich der Vortrag von Christoph und Anke darum drehen, also wie jetzt laut Auftrag die spezialisierte und bevorzugte digitale Informationsversorgung der pharmazeutischen Fachcommunity bewerkstelligt werden kann.
02:29
Das Portal, das Sie entwickeln, ist Viewfind basiert und ist an die Beluga-Entwicklung in Hamburg angelehnt. Der Fokus liegt also damit auf der Herausarbeitung von Funktionen des Discovery-Systems.
02:44
Die beiden haben mir erklärt, dass es insbesondere die Wissensexploration ist, die Sie da interessieren, also die Anreicherung mit Daten, mit Normdaten, mit weiterführenden Daten. Sie haben ja ein starkes Modell in dem Fach, das PubMed-Portal, das offen und verfügbar ist.
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Mit danach streben Sie auch mit Ihrem Discovery-System. Ich freue mich jetzt darauf, die beiden zu hören und übergebe das Wort. Bleibe im Hintergrund, höre gut zu und versuche dann, die Diskussion zu moderieren. Danke.
03:25
Vielen Dank für die freundliche Einführung. Ich werde jetzt gleich den ersten Teil der Präsentation übernehmen und für den zweiten Teil übernimmt dann Christoph. So, dann starten wir mal. So, ich hoffe, man kann die Folien ja sehen.
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Also, willkommen nochmal zum Webcast über PubFarm, den Fachinformationsdienst Pharmazie. Ganz zu Anfang mal ein kleiner Rückblick. Wie kommt es, dass der Fachinformationsdienst Pharmazie in Braunschweig ist?
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Die Universitätsbibliothek in Braunschweig hat von 1949 bis 2014 das Sondersammelgebiet Pharmazie betreut. Und in dieser Zeit wurde der größte Bestand pharmazeutischer Literatur in Mitteleuropa aufgebaut. Seit 2015 gibt es jetzt den Fachinformationsdienst Pharmazie, der ebenfalls von der DFG gefördert wird.
04:25
Die Schwerpunktsetzung vom Sondersammelgebiet und vom Fachinformationsdienst ist ein bisschen unterschiedlich. Im Sondersammelgebiet war das Ziel, pharmazeutische Literatur möglichst umfassend zu erwerben. Und für den FID-Pharmazie ist jetzt das Ziel, die Informationsinfrastruktur für die pharmazeutische Forschung nachhaltig zu verbessern.
04:46
Also, wir möchten neue Services entwickeln, die von der Fachcommunity gebraucht werden. Der FID-Pharmazie ist ein Kooperationsprojekt. Und ich glaube, das ist was Besonderes für die FIDs. Wir sind nämlich ein Kooperationsprojekt zwischen der Universitätsbibliothek
05:00
Braunschweig und dem Institut für Informationssysteme der TU Braunschweig. Oder kurz IFIS. Der Forschungsschwerpunkt des IFIS liegt im Bereich des intelligenten Informationsmanagements. Und das IFIS wird dann für uns neue Suchservices entwickeln.
05:21
Jetzt ein bisschen was zu den Aufgabenbereichen im FID-Pharmazie. Wir haben vier große Bereiche. Da ist zum einen die Governance. Dazu gehören Dinge wie die Umsetzung einer E-Only-Policy. Die Profilschärfung. Patron-driven Acquisition. Und FID-Lizenzen.
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Dazu sage ich dann gleich noch mehr. Der zweite Bereich ist Research and Development. Und dabei geht es um die Entwicklung einer erweiterbaren und personalisierbaren Informationsinfrastruktur. Und dabei dann besonders, wie schon erwähnt, um die Entwicklung unseres Discovery-Systems. Dazu später dann auch noch mehr.
06:02
Der dritte Bereich ist das Content-Management. Da geht es um Digitalisierung und Langzeitarchivierung. Wir haben zum Beispiel die Süddeutsche Apothekerzeitung digitalisiert. Und für die Langzeitarchivierung arbeiten wir mit der Technischen Informationsbibliothek in Hannover zusammen. Wo dann Zeitschriften und Monographien im Rosetta-System archiviert werden.
06:25
Der vierte Bereich ist dann Dissemination and Outreach. Und da geht es um die Zusammenarbeit mit unserer Fachcommunity. Die Zusammenarbeit mit dem Fachbeirat. Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing.
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Jetzt ein bisschen was zur Nutzergruppe unseres FEDs und zur Pharmazie als Fach. Die Pharmazie als Wissenschaft lässt sich in vier große Bereiche unterteilen. Das ist einmal die pharmazeutische Chemie. Da geht es zum Beispiel um die chemische Synthese, neue Arzneistoffe. Pharmazeutische Biologie.
07:02
Da geht es beispielsweise um die Extraktion von Arzneistoffen aus Pflanzen. Pharmazeutische Technologie. Da geht es um die Herstellung von Medikamenten. Zum Beispiel in Form von Tabletten oder Cremes. Und der vierte Bereich dann, die Pharmakologie. Da geht es um die Interaktion von Arzneistoffen mit dem menschlichen Körper.
07:22
Hinzu kommen dann noch weitere Disziplinen, wie zum Beispiel die Geschichte der Pharmazie. Man sieht schon an diesen Unterdisziplinen, die Pharmazie ist ein interdisziplinäres Fach. Das heißt, es gibt Überlappungen mit den angrenzenden Fächern, wie zum Beispiel der Biologie, Chemie, Medizin, Biotechnologie, Verfahrenstechnik und Molekularbiologie.
07:44
Das heißt, wir können also festhalten, Pharmazie ist ein stark interdisziplinäres Fach. Und Ressourcen aus Nachbargebieten werden für unsere Fachcommunity erforderlich sein. Und umgekehrt wird auch ein Bedarf an Ressourcen des FED von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus anderen Fächern bestehen.
08:03
Jetzt ein bisschen was dazu, welche Ressourcen von unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern benötigt werden. Die Pharmazie ist in erster Linie ein Zeitschriftenfach. Das heißt, primär werden Zeitschriften benötigt und sekundär dann auch fachspezifische Monographien. Und idealerweise sollte natürlich von allem ein elektronischer Volltextzugriff möglich sein.
08:26
Wir haben pharmazeutische Fachzeitschriften im Rahmen von FED-Lizenzen lizensiert. Und die berechtigte Nutzergruppe davon ist folgendermaßen definiert. Das sind alle pharmazeutischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die an einem der gezeigten Standorte dort arbeiten.
08:44
Das sind die 22 Pharmazie-Hochschulstandorte in Deutschland und das Helmholtz-Institut für pharmazeutische Forschung im Saarland. Das sind dann insgesamt ca. 1500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Wir haben uns Listen aufgestellt mit allen berechtigten Nutzerinnen und Nutzern.
09:02
Und dann haben wir über die Angebote der FED-Pharmazie in Form von persönlichen E-Mails informiert. Und auch auf Konferenzen in unserem Blog und in Zeitschriftenartikeln. Ja, noch ein paar mehr Informationen über unser Zeitschriftenangebot. Wir haben aktuell 50 pharmazeutische Fachzeitschriften im Rahmen von FED-Lizenzen lizensiert.
09:25
Die Auswahlkriterien dafür waren, dass eine starke Nachfrage durch die Fachcommunity besteht. Also zum Beispiel, dass die Nachfrage im Rahmen des Sonder-Sammelgebietes groß war oder auch über Fernleihe und Subito. Die Zeitschriften müssen natürlich als elektronische Journals zur Verfügung stehen.
09:44
Und sie sollten an den Standorten der Nutzer nicht oder nur selten lizensiert sein. Es sind also Zeitschriften, die den Spitzenbedarf abdecken und nicht durch National- oder Allianzlizenzen oder auch Konsortiallizenzen abgedeckt sind. Insgesamt haben wir fünf verschiedene Verlage.
10:03
Und die Lizenzverhandlungen wurden durch das Kompetenzzentrum für Lizenzierung durchgeführt. Das ist das KFL. Der Volltextzugriff auf die Artikel erfolgt durch das KFL-ERMS. Das ist das Electronic Research Management System. Da kann man unten den Screenshot sehen.
10:22
Und der Volltextzugriff wurde dann im September 2015 freigeschaltet. Noch ein bisschen mehr über das KFL-ERMS. Die Registrierung und Authentizierung läuft folgendermaßen ab. Wir haben einen Einzelnutzerzugriff.
10:41
Das heißt, die einzelnen Nutzerinnen und Nutzer melden sich über das KFL-ERMS an. Wir als FID überprüfen dann die Institutszugewöhnlichkeit und schalten den jeweiligen Nutzer oder die Nutzerin frei. Die Authentifizierung erfolgt dann über Proxy-Links aus dem KFL-ERMS mit Benutzernahme und Passwort.
11:03
Momentan haben wir 335 registrierte Nutzerinnen und Nutzer. Da sind wir sehr froh. Und wenn wir jetzt das Discovery-System entwickeln und wenn das läuft, gehen wir davon aus, dass die Nutzerzahlen noch deutlich steigen werden, weil dann eben viel komfortablere Suchfunktionen zur Verfügung stehen.
11:21
Hier sind nochmal zwei Grafiken zu unseren Nutzerinnen und Nutzern. Links sind die informierten Nutzerinnen und Nutzer, also die generell berechtigten Nutzer. Für unseren berechtigten Nutzer gehören keine Studenten. Das sind alle Leute mit Studienabschluss. In grün sind einmal nicht promovierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler,
11:40
also in erster Linie Doktorantinnen und Doktoranden. In blau dann die promovierten und in rot die habilitierten. Das heißt, bei den berechtigten Nutzerinnen und Nutzer will die Doktorantinnen und Doktoranden mit 70% den größten Anteil. Und auf der rechten Seite sieht man jetzt die registrierten Nutzerinnen und Nutzer, also die, die das System tatsächlich momentan nutzen.
12:00
Und da sieht man, dass der rote Anteil relativ groß ist, also das sind die habilitierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das heißt also, von erfahrenen Wissenschaftlern wird unser System und dann die Zeitschriften besonders oft genutzt. Wir hatten ja schon erwähnt, wir wollen neue Services entwickeln.
12:21
Und bevor Christoph da gleich näher drauf eingeht, möchte ich noch ein bisschen was dazu sagen, welche Suchmöglichkeiten momentan für pharmazeutische Forscherinnen und Forscher zur Verfügung stehen. Dazu haben wir Telefoninterviews mit Pharmazieprofessoren durchgeführt und sie gefragt, welche Datenbanden sie zur Literaturrecherche am häufigsten nutzen.
12:40
Die Antwort kann man hier sehen. Am häufigsten erwähnt wurde das HiFinder. Das ist eine kostenpflichtige Datenbank vom Chemical Abstract Service. Da sind chemische Substanzen enthalten und die große Stärke des HiFinders ist, dass eine Struktursuche möglich ist. Das heißt, ich kann also die Molekülstruktur einer Chemikalie eingeben
13:03
und kann dann zum Beispiel nach Substrukturen suchen. Die zweite Datenbank ist PubMed. PubMed ist die Suchoberfläche und die Datenbank dahinter, das ist Medline und PubMed Central. Das ist eine frei zugängliche Datenbank von der National Library of Medicine in den USA.
13:23
Das ist eine sehr umfassende Datenbank mit Metadaten zu biomedizinischen Artikeln. Weitere Datenbanken, die noch erwähnt worden waren, Web of Science, Scopus und Google Scola. Ich möchte noch ein bisschen mehr zu PubMed sagen. Wenn man den Namen PubMed hört, weiß man jetzt, warum wir uns PubPharm nennen, in Analogie dazu.
13:46
Die Ausgangslage, glaube ich, für Pharmazie ist ein bisschen eine besondere. Mit PubMed ist schon eine sehr gute und umfassende Datenbank vorhanden und auch eine, die frei zugänglich ist. Das heißt, wir bekommen auch die Metadaten frei zugänglich. Und das Ziel jetzt für die Entwicklung unseres Discovery Systems
14:02
ist es, eine pharmaziespezifische Erweiterung von Medline anzubieten. Wir möchten also den Index anreichern. Es ist zum Beispiel so, dass rein chemische Zeitschriften oder auch einige pharmazeutische Zeitschriften nicht in Medline enthalten sind. Das heißt, damit reichern wir unseren Index an, dass zum Beispiel auch die Bestände der Universitätsbibliothek in Braunschweig zu finden sind
14:23
und man dann zum Beispiel auch noch E-Books suchen könnte. Und des Weiteren möchten wir eine Struktursuche anbieten. Das ist ja die große Stärke vom SciFinder und natürlich auch eine Suchfunktion, die gerne von pharmazeutischen Chemikern genutzt wird. Und im Discovery System soll eine personalisierte Suche möglich sein.
14:44
Und jetzt übergebe ich dazu an Christoph, der erzählt dann mehr dazu. So, also der zweite Teil unserer Präsentation und auch der zweite Teil Aspekt des FED Pharmazie Research and Development.
15:00
Und da, wie schon gesagt, primär die Entwicklung eines spezifischen Discovery-Systems. Zuerst einmal ein bisschen was über die Architektur, die wir aufgebaut haben. Da sind natürlich die erwähnten Metadaten, zum Beispiel aus PubMed, der Medline-Grundlage.
15:22
Was geht auch nicht nur um Komplikationsmetadaten, sondern auch um Normdaten. Um halt die Sacherschließung an einer strukturierten Weise zu ermöglichen. Wenn man zum Beispiel Medline als Beispiel nimmt, haben wir da ca. 25 Millionen Artikeldatensätze,
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die in großen Teilen auch mit sogenannten medical subject headings versehen sind. Das ist also dann ein kontrolliertes Vokabular im medizinischen Bereich, was dann sowohl chemische als auch biologische Entitäten mit einbezieht.
16:03
Dabei wollen wir die Normdaten nicht nur für die Sacherschließung benutzen, sondern zum Beispiel auch für die Indizierung von Synonymen. Weil es gibt für jede chemische Substanz viele verschiedene Synonyme, wie sie bezeichnet werden kann.
16:21
Sodass, wenn dies in den Metadaten oder vielleicht auch im Volltext eines Artikels vorkommt, dass wir dann da auch eine Beziehung herstellen können. Wie wir dann mit diesen verschiedenen Datenquellen zusammenführen, das wird über den Katalog des GBV, also dem GBV Zentral geschehen.
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Um diese Metadaten dann für ein Discovery-System nutzbar zu machen, werden sie dann in sogenannte Solar-Indizes übertragen. Und auf diesen baut dann das Discovery-System als Suchoberfläche auf,
17:05
wie schon erwähnt auf View-Find basierend, uns dann mit den Kollegen der SOB Hamburg weiterentwickelt die Beluga-Oberfläche. Was uns da wichtig ist, ist, dass das ganze System responsive ist,
17:24
dass es viele verschiedene Möglichkeiten zur Konfiguration beinhaltet, dass es auf die spezifische Nutzergruppe angepasst werden kann. Zu diesem Beluga-Projekt insgesamt will ich gar nicht so viel sagen. Das wird der Jan-Frederik Maas von der SOB Hamburg auf dem Bibliothekskongress machen,
17:43
und zwar am 14.3., also am Montag um 11 Uhr in Saal 5. Also wenn da weiteres Interesse besteht, wäre das der beste Ort, um mehr über dieses Beluga-Projekt zu erfahren. So, wenn man dann ein Discovery-System mit Metadaten aufgebaut hat,
18:02
dann hat man ja erst mal nur, sagen wir mal, die halbe Miete. Man kann die Metadaten durchsuchen, man kann sich Publikationen als Suchergebnisse anzeigen lassen, aber am Ende möchten Wissenschaftler ja auf den Vortext zugreifen. Die Problematik, die wir dabei haben, wir haben ja 22 verschiedene Standorte,
18:21
die wir in unserer Nutzergruppe abdecken müssen. Das heißt, da kann man nicht mal nur einfach, wie es normalerweise für Universitätsbibliotheken ist, einen Linkresolver benutzen, wenn man das im technischen Bereich sieht. Deswegen muss das hier ein mehrstufiges Verfahren sein,
18:40
in dem wir überprüfen, was für Verlinkungen zum Vortext vorhanden sind, ob der Zugriff bereits auf den Vortext möglich ist über diese Verlinkung für diesen spezifischen Standort oder Nutzer. Und da werde ich einmal kurz durch die angedachte Methode gehen.
19:04
Nach der Suche in dem Index wird dann zuerst überprüft, da METLINE mit ca. 25 Millionen Publikationen den größten Anteil ausmacht. Dann wird über deren sogenanntes Anteil Programming Utility geprüft,
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welche Vortext-Links zur Verfügung stehen und ob diese auch schon frei zugänglich zur Verfügung stehen. Da gibt es ca. von den 25 Millionen Publikationen stehen ca. 7 Millionen schon direkt frei zur Verfügung. Für die, die dann nicht frei zur Verfügung stehen,
19:43
wird dann für den Benutzer lokal, abhängig vom Standort des Benutzers, abgefragt über das HBZ Open URA Gateway und oder das Joinets and Online on Print. Das müssen wir noch evaluieren, welches da uns die besseren Ergebnisse liefert,
20:04
wie die Zugriffsmöglichkeiten vom Standort aus sind. Sollten dann immer noch keine Möglichkeiten des Zugriffs auf den Folbtext zur Verfügung stehen, würde dann geprüft, ob es sich bei diesem Artikel um einen über den FID lizenzierten Artikel handelt.
20:28
Dann könnten registrierte und berechtigte Nutzer, wie beschrieben, über den Proxy des KfA RMS darauf zugreifen, wenn gar keine Möglichkeit für diesen Benutzer oder von diesem Standort aus für den Zugriff auch ein Folbtext besteht,
20:47
dann würden alternative Zugriffsmöglichkeiten angeboten, zum Beispiel Bestellung über Fernleihe oder wir haben auch eine Kooperation mit der TIP in Hannover mit dem Portal, dass darüber die Möglichkeit besteht, den Folbtext zu erhalten.
21:05
Was Suchfunktionen angeht, wurde schon erwähnt die sogenannte Struktursuche, die vor allem für chemische Pharmazeuten interessant ist, um die einfach mal kurz zu erläutern, was sie so besonders macht.
21:22
Ein kleines Beispiel hier, wir haben Paracetamol als ein Schmerzmittel, das kann man natürlich einfach im Textfeld eingeben als Suche, oder wenn man weiß, wie die sogenannte CAS-Nummer ist, könnte man auch diese eingeben. Natürlich besteht da wieder das Problem, dass auch der Artikel mit diesen Metadaten angereichert sein muss,
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oder dass ein Synonym davon in den Normdaten vorhanden ist, sodass da eine Beziehung hergestellt werden kann. Aber es gibt auch im chemischen Bereich die Möglichkeit,
22:03
über sogenannte Struktur-Editoren eine chemische Struktur abzubilden, aus der kann dann ein sogenannter Inchicode erzeugt werden, und mit dem könnte dann auch gesucht werden. Der Vorteil daran ist, dass man dann auch Sub-Strukturen von anderen chemischen Elementen,
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wenn man da einen Treffer hat, dass man diese auch erhalten kann. Zum Beispiel hier das Phenacetin, bei dem die Struktur fast gleich ist, nur da ist noch ein Ethylrest angebunden. Das heißt, das würde dann in dem Sinne ein Vorteil in der Suche sein,
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dass man nicht nur sich jetzt auf diese eine chemische Substanz beschränkt, sondern noch andere mit abfragen kann. Was natürlich, wie schon gesagt, wichtig ist, dass wir da die Metadaten im Hintergrund zusammengefügt haben.
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Das ist bei den Metadaten, wie schon erwähnt, relativ gut, weil das manuell kurierte Daten sind. Das heißt, da wird wirklich jeder Artikel manuell geprüft und verschlagwortet. Das kann natürlich auch nicht immer korrekt sein, aber es ist schon mal gut, was zu haben.
23:25
Aber wenn wir jetzt zum Beispiel dann andere Zeitschriften und Bestände heranziehen, kann die Qualität sehr schwankend sein, was die Sacherschließung angeht. Somit arbeiten wir da mit dem IFES zusammen, um zu versuchen, aus den vorhandenen Metadaten,
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dem Abstrakt, wenn ein Volltextzugriff gegeben ist, vielleicht auch dem Volltext, Entitäten, also chemische Substanzen oder auch im biologischen Bereich Enzyme oder Gene zu extrahieren
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und dann mit den Normdatensätzen zu verbinden. In dem Bereich Entwicklung von diesen Diensten und auch der Entitätsextraktion, die als Basis für einige Funktionen des Discovery Systems dient,
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versuchen wir in einem sogenannten Spiralmodell der Softwareentwicklung vorzugehen. Das heißt also in einem iterativen Prozess, in dem wir Prototypen entwickeln, die dann zusammen mit der Nutzergemeinschaft testen und evaluieren, um dann zu sehen, was ist verbesserungsfähig und dann auf Basis von dieser Analyse den Prototyp zu verbessern,
24:46
vielleicht auch zu verwerfen oder einen ganz neuen Prototyp zu entwickeln. Das führt mich dann zu so möglichen geplanten neuen Diensten.
25:01
Da wäre es als einfache Möglichkeit auf Basis von der Entitätsextraktionenverschlagwortung zu sehen, wir haben verschiedene Entitätsklassen, also zum Beispiel Proteine, Wirkstoffe oder Methoden, wie man hier so an den Symbolen etwas erkennen kann.
25:23
Wenn man diese dann hat, dann könnte man auch versuchen, Beziehungen zwischen diesen Entitäten herzustellen, also zum Beispiel ob ein Wirkstoff jetzt hier ein bestimmtes Enzym blockiert
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und wie diese Beziehungen zwischen den einzelnen Entitäten auf Dokumenten, also auf Publikationsebene sind, die man dann auch zum Beispiel aggregieren könnte über den gesamten Bestand, um so ein Beziehungsgeflecht, vielleicht auch so eine Art Navigationmöglichkeit oder Suchmöglichkeit
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über die Beziehungen hinweg zu ermöglichen. Das war so weitestgehend, was wir vorstellen wollten. Weitere Informationen und aktuelle Informationen finden sich auf unserem Blog, den wir hier als Link eingeblendet haben.
26:25
Der Link ist auch nochmal im ISAPet zu sehen. Für die Nutzergruppe haben wir unter pharmazie.fid-lizenzen.de auch nochmal die Zeitschriften,
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die wir lizenziert haben, dargestellt und den Anmeldeprozess, sodass das der erste Schritt ist für die Registrierung. Wir hoffen dann, dass wir im späteren Verlauf dieses EMS und das Discovery System stärker verbinden können, dass dort die Registrierung nicht mehrstufig sein muss, sondern dass es dann nur dieses Discovery System gibt
27:04
und über das werden alle Anfragen, Authentifizierung und so weiter abgewickelt. Und dann noch einmal kurz zusammengestellt am Ende, wer in dieses Projekt involviert ist, Projektleitung, Projektkoordination, wir als Mitarbeiter, auch der Kollege beim IFIS,
27:25
der dort für die Prototypen verantwortlich ist und falls Kontakt gewünscht ist, auch unsere allgemeine E-Mail-Adresse. Gut, das war's. Vielen Dank für den Vortrag. Wir haben bis zu 19 Leute im Chat jetzt drin gehabt,
27:49
die auch ein paar Fragen gestellt haben. Ich habe mir die Fragen notiert und auch selbst die eine oder andere Frage. Ihr hattet mir ja im Vorfeld mitgeteilt, was ihr überhaupt für eine Vision habt in Bezug auf die Entwicklung eines solchen Portals.
28:09
Ihr habt beide gesagt, dass es wichtig ist, die Nutzer stark einzubeziehen, die spezifischen Nutzergruppen eben in diese Entwicklung einzubeziehen, damit nutzerspezifische Dienstleistungen am Ende auch rauskommen.
28:23
Für euch beide ist auch die Personalisierbarkeit des Portals wichtig. Ihr habt das ja auch im Vortrag dann nochmal angesprochen. Die integrierten Datendienste und Schnittstellen, das ist ein weiterer Punkt, den ihr gerne umgesetzt seht.
28:45
Und da geht jetzt auch meine erste Frage hin. Jetzt habt ihr also beschrieben, wie letztlich diese Benutzeroberfläche aussehen soll von diesem Discovery-System und welche Funktionalitäten da zur Verfügung stehen sollen. Ihr habt auch so ein bisschen was gesagt zu den Hintergrundgeschichten, die notwendig sind zur Registrierung von Nutzern,
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zu den Lizenzen und zur Digitalisierung. Was die Oberfläche betrifft, es ist ja so wie andere Portale auch. Also man muss sie sozusagen kennen, um sie benutzen zu können. Man muss also aktiv darauf zugreifen, um sie benutzen zu können.
29:26
Ist diese Idee von Portalen noch die zeitgemäße Idee? Oder wie versteht ihr eigentlich die Frage nach Schnittstellen? Könnt ihr dazu noch was sagen? Also wie stellt ihr euch Schnittstellen vor?
29:49
Also was zum einen allgemein gesprochen, im pharmazeutischen Bereich ist es momentan so, dass dort viele verschiedene Datenbanken zur Verfügung stehen und Suchmöglichkeiten.
30:04
Und da einen sogenannten, ich nenne es jetzt mal als Passwort, so einen One-Stop-Shop zu haben, in dem man suchen kann, in dem man die Verfügbarkeit prüfen kann, das ist denke ich, wenn man jetzt sagt, ist das notwendig als Portal, ist das denke ich sehr notwendig. Wenn man dann davon spricht, nicht nur Daten reinzubekommen, sondern auch Daten rauszubekommen,
30:26
da bietet ja zum Beispiel der View-Find-Kern auch schon die Möglichkeit, das Ganze zu exportieren in verschiedenen Formaten. Wir denken dann auch noch über etwas wie linked-open-data nach, dass man dort auch zum Beispiel ADF oder so exportieren kann.
30:45
Also da denken wir auch über nach, wie man die Daten, die drin sind, auch weiter nutzen könnte. Aber ich denke, das ist der zweite Schritt und da müssen wir vorher erstmal noch quasi unsere Daten zusammenführen und unseren Basisdienst entwickeln, bevor wir dann überlegen können, wie wir das genau angehen können.
31:06
Ja, also da stimme ich ganz zu, die Zusammenführung der Daten aus verschiedenen Quellen, die homogene Anreicherung dann auch von Daten, die ist ja natürlich eine Herausforderung, die man erstmal bewältigen muss. Wenn das auch einmal vollzogen ist oder wenn Technologien entwickelt wurden, die das entsprechend bewerkstelligen,
31:27
wird es natürlich sofort interessant, wie kann ich dann auch wieder auf diese Daten zugreifen. Im Zeitalter von linked-data ist das ja tatsächlich eben die Frage, wie ich das, was ich da an Wissensstrukturen generiert habe,
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indem ich Informationen miteinander verknüpft habe, dann letztlich auch wieder nach außen publiziere und nutzbar mache für andere Dienstleistungen. Das finde ich ganz interessant. Und in dem Zusammenhang auch meine nächste Frage, also ihr habt ja gesagt, dass aus METLINE schon sehr gute Daten kommen,
32:02
auch gut angereicherte Daten kommen, weil das dort intellektuell gemacht wird von der Datenbank, von den Herstellern sozusagen und dass ihr die anderen Daten, die ihr in eurem Portal zusammenführt, auch entsprechend anreichern wollt mit Normdaten.
32:21
Und ja, die Zusammenarbeit mit dem IFIS da erwähnt. Wie müssen wir das verstehen? Läuft das auf eine automatische Anreicherung letztlich, eine automatische Extraktion aus den Abstracts und aus den schon vorhandenen Metadaten und eine Synonymisierung hinaus? Ja, das wäre also die Hoffnung, dass das gut klappt, dass es also dem IFIS gelingt, uns da einen automatischen Protezist zu etablieren,
32:45
um das automatisch zu extrahieren. Also von der Qualität her ist natürlich manuell auch immer sehr gut, aber die Menschen sind nicht da, um das alles zu machen. Und deswegen hoffen wir, dass das automatisch klappt. Und die Vorarbeiten sind auch sehr vielversprechend, dass das dann automatisch extrahiert werden kann.
33:02
Habt ihr da auch über so interaktive Ansätze nachgedacht, dass ihr die Crowd, ihr habt ja jetzt eine relativ überschaubare, sage ich jetzt mal, also Community, ihr habt gesagt, so um die 1500 Wissenschaftler, habt ihr da auch so Ansätze, dass ihr die vielleicht mit einbezieht und die aktiv in die Verbesserung, auch in das Qualitätsmanagement sozusagen mit reinnehmt,
33:26
über Crowd-basierte Ansätze? Also da haben wir auch schon drüber gesprochen, es ist noch keine definitive Entscheidung gefallen, aber wir versuchen erstmal ein paar, eine Gruppe von Wissenschaftlern einzubeziehen,
33:41
hier im Braunschweig vor allem, weil das dann einfach die Zusammenarbeit vereinfacht, um da ein paar initiale Projekte zu starten. Und da gibt es dann auch Ansätze, eine Plattform oder eine Möglichkeit zu entwickeln, wenn wir was extrahiert haben, dass dann das in Teilen überprüft werden kann.
34:02
Da kann man ja sich vorstellen, okay, wenn dieses Extraktionssystem sagt, ich bin mir 90% sicher, 95% sicher, dann kann man vielleicht sagen, okay, dann muss man da nicht unbedingt drüber schauen, aber wenn es sagt, ich bin nur 70 oder 80% sicher, dass das die Entität ist, dann könnte man das am Anfang mal prüfen lassen
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und dann, wenn in der Prüfung gesagt wird, der manuellen Prüfung von den Wissenschaftlern hier, ja, das stimmt so meistens oder auch nicht, dann kann man da vielleicht einige Änderungen am Extraktionssystem machen, aber erstmal sollte es so weit sein,
34:45
dass es schon auf Basis von vorgefertigten, kann man sagen, Goldstandards, was man da schon hat, haben wir zum Beispiel so einen Patentkorpus im biomedizinischen Bereich, dass wir den zur Hand genommen haben und gesagt haben, wie gut ist das System
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und wenn man das System dann erstmal bis auf eine bestimmte Stufe gebracht hat, dann kann man vielleicht versuchen noch diese letzten Prozente an Präzision und Recoil rauszuholen, aber es muss erstmal schon mal recht gut sein, damit man das überhaupt den Nutzern vorlegen kann,
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weil wenn die ansehen, das passt ja überhaupt alles gar nicht, dann hat man auch nichts gewonnen. Was hat euch denn bewogen, also auf der Beluga-Entwicklung aufzusetzen, ViewFind zu benutzen und Solar als sozusagen Index- und Suchmaschinen-Technologie drunter zu legen
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und nicht irgendein anderes System, das ist auch eine Frage, die hier anonym im Chat gestellt wurde, also von diesem Beiträger wurde explizit noch Elasticsearch erwähnt.
36:01
Also ja, ViewFind und Solar. Solar ist relativ einfach zu erklären, weil die Katalogisierung über den GBV, über die Verbundzentrale geschieht und die auf Basis von dem Katalogsystem ein Solar-Index zur Verfügung stellen.
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Das heißt, da ist schon eine performante Umgebung geschaffen, in der die Möglichkeit besteht, Daten zu integrieren. Wenn wir das jetzt auf eine andere Basis gestellt hätten, hätten wir das alles selbst aufbauen müssen. Das ist quasi gegeben.
36:41
ViewFind, bevor wir zwei hier in das Projekt gekommen sind, haben sich die Kollegen hier schon mit beschäftigt und das hat sich so ergeben, dass wir uns da mit den Hamburger Kollegen und den Kollegen aus Lüneburg und Hildesheim jetzt in das Beluga-Projekt gegeben haben,
37:05
um dann dieses Discovery-System, also diese Art von ViewFind weiterzuentwickeln. Das ist einfach, würde ich sagen, mehr oder weniger Zufall gewesen. Zufall, aber ich nehme doch an, dass die Tatsache, dass ViewFind ein Open-Source-Software ist,
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schon eine Rolle gespielt hat. Ja, das hat auf jeden Fall eine Rolle gespielt, dass es Open Source ist, weil wir halt auch die Möglichkeit haben müssen, dort Anpassungen vornehmen zu können, auch Prototypen einbauen zu können und wenn man da ein proprietäres System nehmen würde,
37:42
wäre das wahrscheinlich in Teilen sehr schwierig. Hat das auch eure Philosophie, eure eigene und die im Haus vielleicht mit beeinflusst, dass ihr euch jetzt sozusagen euren Blick hin zu Open Source-Software weitet? Das ist ja noch nicht selbstverständlich im Bibliothekswesen.
38:02
Also es gibt ja viele Bibliotheken, vielleicht ist sogar Standard noch in Bibliotheken, dass immer geschaut wird, wo kaufe ich irgendeine Software ein von einem Marktführer vielleicht, von der ich weiß, dass sie so halbwegs funktioniert und wo ich mich halt auch nicht unbedingt um die Weiterentwicklung selbst mit kümmern muss.
38:21
Bei Open Source-Software sieht das ja dann, das ist ja sozusagen auch noch eine Herausforderung. Also es ist die Tatsache, dass der Code-Kern offen liegt, der fordert ja geradezu heraus dazu, selbst auch mitzuentwickeln und eben nicht sich hinter der Aussage zu verstecken oder sich dahinter zurückzuziehen,
38:42
dass man ja sowieso nichts machen kann und dass die Entwickler die Wünsche von individuellen Kunden auch nicht unbedingt immer gern berücksichtigen. Also das hat es auf jeden Fall gewaltet auf Open Source und wenn man jetzt gerade den letzten Punkt nimmt, gerade wenn die Entwickler von Proprietärer Software die Wünsche von einzelnen Kunden
39:02
entweder aus Zeitgründen oder wie auch immer teilweise nicht wahrnehmen können, dann ist das natürlich auch ein Grund zu sagen, was nehmen wir jetzt für so ein Projekt? Nehmen wir was, was wir selbst verändern können oder zusammen in Kollaboration mit anderen Bibliotheken?
39:23
Weil muss man sagen, die Expertise muss ja auch aufgebaut werden bzw. wenn sie schon vorhanden ist woanders, dass man sich dann mit den Kollegen zusammen einarbeitet. Was bei Proprietärer Software jetzt vielleicht nicht der Fall sein muss, muss man sich sicher auch einarbeiten, aber man muss nie so tief gehen, weil man eh nicht rankommt.
39:43
Aber auf jeden Fall Open Source, da sind wir ja offen für und versuchen es, wenn es möglich ist, wenn es zu den Kernfunktionen, Kernkompetenzen gehört, einzusetzen. Ja, entwickelt ihr denn jetzt auch selbst?
40:03
Offen, ihr habt vorhin euren Entwicklungsprozess mal kurz so beschrieben als iterativ. Das lässt mich an den vorhergehenden Vortrag denken, in dem es um agile Softwareentwicklung geht. Eine Briefedition von Leibniz Korrespondenz, also tatsächlich auf der Grundlage agiler Entwicklungsmethoden hergestellt wird.
40:29
Und eben auch offen, also der Code von dem Leibniz-Projekt ist in GitHub jederzeit offen zugänglich und herunterladbar. Wie sieht das bei euch aus, wenn ich fragen würde?
40:41
Also was jetzt das Beluga-Projekt angeht, da ist es auch das Ziel, dass dann der Code offen zur Verfügung steht und das dann auch in Teilen, wenn gewünscht ist, das Ganze in den Viewfine-Kern zurückfließt. Das ist zwar auch von vornherein ein Verständnis der beteiligten Projektpartner.
41:02
Da wird auf jeden Fall dann der Kollege Jan-Frederik Maas bei seinem Vortrag nächste Woche etwas mehr dazu sagen, wie wir uns das vorstellen. Und der Entwicklungsprozess, der also iterativ bei euch stattfindet, orientiert er sich auch so an diesen agilen Entwicklungsprozessen? Ja, das versuchen wir. Es ist natürlich nicht immer möglich, das alles agiert zu machen, aber soweit es geht in der Kooperation
41:31
und dann mit unseren speziellen Gedürfnissen, Nutzern, dass wir das versuchen, so hinzubekommen. Das bedeutet ja einen gewissen Overhead auch. Also man muss sich ja, wenn man sozusagen von seinen bisherigen Entwicklungsgewohnheiten
41:46
ein Stück weit abgeht und sich neuen Methoden öffnet, muss man ja auch was dazulernen. Da muss man ja erst mal sozusagen auch Dinge ausprobieren und vielleicht ein bisschen Literatur zur Kenntnis nehmen, den einen oder anderen Kurs besuchen und vielleicht auch in der Zusammenarbeit mit den Kunden.
42:06
Na ja, also Dinge anders machen, als man es bislang gemacht hat. Begegnet euch das auch. Habt ihr damit Erfahrungen jetzt gemacht, wie das auch aufgenommen wird von eurer Community?
42:21
Wir sind gar noch, also dann müssen wir vielleicht einen Schritt zurückgehen. Wir haben die Community schon einbezogen, aber wir haben jetzt ja noch in dem Sinne noch keinen präsentierbaren Prototypen. Also am Anfang haben wir jetzt erst mal noch eine Menge Vorarbeit zu leisten, bevor wir dann in den nächsten Monaten, wir peilen mal so an, dass wir im Mai, Juni die erste Beta-Version haben,
42:47
die wir dann mit der Community uns anschauen können und evaluieren können. Dahingehend ist es natürlich noch nicht sehr agil, aber wie schon war die Antwort zu Crowdsourcing.
43:09
Man muss erst mal eine gute Basis haben, damit man überhaupt was zeigen kann und was evaluieren kann. Wenn man nur sagt, ok, ich hab hier was und das funktioniert hinten und vorne nicht oder die Daten sind nicht halbwegs konsistent,
43:24
dann würde sich die Evaluierung wahrscheinlich auf das Problem fokussieren, was eigentlich gar nicht das Evaluierungsproblem ist. Aber das werden wir dann hoffentlich ab Sommer verstärkt machen können. Nun habt ihr angesprochen, dass es bei euch im FID natürlich auch um Lizenzen geht, um lizenziertes Material.
43:48
Das ist ja gerade in der Medizin auch durchaus, das ist ja immer auch mit viel Geld sozusagen verbunden. Und ihr habt gesagt, dass die Wissenschaftler, die euren Dienst nutzen, dass das etwa 1500 sind
44:03
und dass die an 22 Pharmazie-Hochschulstandorten verteilt sind, plus glaube ich zusätzlich noch das Helmholtz-Institut. Für die Wissenschaftler, also habt ihr sozusagen eine Berechtigung, die dürfen zugreifen auf das lizenzierte Material
44:25
und ihr regelt das, indem sie sich anmelden lassen und mit einem Rechte-Management das machen. Dazu gibt es mehrere Fragen jetzt auch im Chat. Also habt ihr angedacht, Schibulett als Authentifizierungsmechanismus zu benutzen?
44:42
Das ist da im Hintergrund eingebaut, das läuft über einen IDFN-Authentifizierungsmechanismus. Ja, und dann gibt es natürlich ganz generell auch noch die erwartbare Kritik daran, dass es sozusagen ein beschränkter Zugang ist.
45:00
Und dass ein Nutzer möchte, nein Michael heißt der, also kein anonymer Nutzer, Michael möchte nutzen, wie man denn berechtigter Nutzer werden kann und sollten nicht alle wissenschaftlichen Bibliotheken Zugriff darauf haben.
45:21
Dazu könnte er sicherlich auch was sagen. Ja, das wäre natürlich schön, wenn alle darauf Zugriff hätten. Das wird ein bisschen arg teuer dann, weil natürlich, wir haben uns das überlegt mit den Verlagen, was würde es kosten für wie viele Nutzer und je mehr Nutzer, berechtigte Nutzer man hat, desto teurer wird das Ganze und irgendwann ist es natürlich nicht mehr finanzierbar. Was wir aber immer sagen können, das sind jetzt die berechtigten Nutzer für die FID-Lizenzen.
45:44
Das Discovery-System können natürlich alle nutzen hinterher. Und mit der Verfügbarkeitsprüfung und so wird das natürlich auch für Leute funktionieren, die jetzt nicht direkt zu den berechtigten Nutzerkreisen von den FID-Lizenzen gehören. Danke für die Präzisierung.
46:00
Also es geht letztlich sozusagen nicht nur um die Auffindbarkeit, sondern auch um den Access dann zu den Volltextressourcen. Und da sind eben die Beschränkungen auferlegt, die die Anbieter halt machen. Und da ist insofern so eine FID-Lizenz dann schon doch mal wenigstens ein Ansatz.
46:21
Was man vielleicht auch noch sagen könnte, für alle Nutzer, die jetzt nicht direkt zu den berechtigten Nutzer gehören, es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten wie Fernleihe oder Subito. Das heißt, wenn man jetzt sagt, den und den Artikel brauche ich unbedingt, der ist zwar jetzt von einer FID-Lizenz lizenziert, kommen die Nutzer ja trotzdem dran. Eine Frage haben wir hier, ob auch praktisch tätige Pharmazeuten Möglichkeiten haben, letztlich auf die Ressourcen zuzugreifen.
46:48
Ja, das ist, wie eben schon erwähnt, also das Coverysystem natürlich generell sowieso. Und ansonsten eben dann die sonstigen Möglichkeiten, die bestehen halt, Fernleihe oder so.
47:00
Natürlich wäre es wunderbar, wenn alle praktisch tätigen Pharmazeuten auch mit so einem berechtigten Nutzerkreis gehören könnten. Wie gesagt, das ist nicht finanzierbar. Ja, das ist verständlich. Gut, ich glaube, das waren soweit jetzt die Nachfragen zu dem Projekt in diesem noch vielleicht relativ frühen Entwicklungsstadium.
47:25
Ich danke euch recht herzlich für euren Beitrag. Für uns ist das ja alle ein bisschen auch eine neue Form der Wissenschaftskommunikation in unserem Bereich, in unserem bibliothekarischen Bereich. Ich selbst finde es sehr interessant und amüsant auch, sozusagen auf die Art und Weise in direkten Austausch mit einer Community zu treten.
47:54
Wir haben heute Nachmittag noch zwei weitere Vorträge, die, wie gesagt, meinem Kollegen Martin Stöhr moderieren wird.
48:02
Und ihr beide steht sicherlich auch über das IFA-Pad noch weiter zur Verfügung. Ihr werdet höchstwahrscheinlich bereit sein, die Fragen, die dort auch noch gestellt sind, nochmal präzise, vielleicht auch die Nachfragen präzise zu beantworten. Ihr hattet auch erwähnt, dass ihr eure Folien, die ihr hier verwendet habt, dann eventuell auch verteilen könnt.
48:27
Da werdet ihr sicher einen geeigneten Weg da zu finden. Vielen Dank erst mal nach Braunschweig. Danke für die Organisation und die Moderation. Das geht an meinen Kollegen Felix Luhmeier und an meinen anderen Kollegen Christoph Rohdejohann, die sich hier engagiert haben
48:44
und die sich auch freuen, dass das eigentlich trotz einiger technischer Schwierigkeiten ganz gut klappt. Ich glaube, es ist jetzt auch Zeit. Ich sehe gerade die Sonne von draußen scheint mir auf meinen Schädel Schluss zu machen. Und allen herzlich zu danken und auf den nächsten BibCast zu verweilen. Danke.
49:06
Danke. Tschüss.