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12 - Wir legen die Kosten auf unsere Produkte um (2)... mit Äquivalenzziffern, BAB und Zuschlagssätzen

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Willkommen zum kleinen Einmaleins der Kostenrechnung; wir
wollen die Kostenträgerrechnung fortsetzen mit der Kalkulation in Mehrproduktunternehmen. Wenn ein Unternehmen nur ein Produkt
herstellt, genügt eine einfache Divisions-Kalkulation.
Wenn ein Unternehmen ähnliche Produkte herstellt, müssen wir die Divisions-Kalkulation modifizieren: Bei verwandten
Produkten sprechen wir von Sortenproduktion. Hier hat sich die Äquivalenzziffern-Kalkulation
etabliert. Bei der Äquivalenzziffern-Methode rechnen wir unsere unterschiedlichen Produkte gleichartig mit eben diesen Äquivalenzziffern. Eine typische Sortenproduktion
findet man bei einem Drahthersteller: es werden Drähte
in drei Qualitäten in diesen Mengen produziert. Der
Produktions-Aufwand ist relativ ähnlich. Der Standarddraht wird als sog. Richtsorte definiert - hierfür wird die Äquivalenzziffer 1 vergeben. Feindraht ist etwas aufwändiger in der Produktion; 20 % Mehraufwand bedeutet eine Äquivalenzziffer 1,2. Grobdraht ist einfacher herzustellen - hierfür nehmen
wir 0,9 als Äquivalenzziffer. Durch Multiplikation der Produktionsmengen mit den Äquivalenzziffern zu Rechnungseinheiten sind nun alle Sorten direkt vergleichbar: 50 000 m Feindraht entsprechen 60 000 m Richtsorte; 10 000 m Grobdraht entsprechen 9 000 m Richtsorte. Insgesamt haben wir umgerechnet 159 000 m Richtsorte produziert. Die Gesamtkosten in Höhe von 318 000 € können wir durch 159 000 m
Rechnungseinheiten dividieren und erhalten 2 €/m als
Selbstkosten für die Richtsorte. entsprechend 2,40 €/m für den Feindraht und 1,80 €/m für den Grobdraht. Unsere MUSTA GmbH stellt sehr unterschiedliche Produkte her, deshalb müssen wir erst (aufwändig) eine
Kostenstellenrechnung betreiben, um dann eine Zuschlags-Kalkulationen durchzuführen. Die Zuschlags-Kalkulation kann an folgendem Schema verdeutlicht werden: Von jedem Produkt
werden zunächst die Material-Einzelkosten und die
Fertigungs-Einzelkosten ermittelt. Aus der Kostenstellenrechnung kennen wir die Material-,
Fertigungs-, Vertriebs- und Verwaltungs-Gemeinkosten sowie die entsprechenden Gemeinkosten- Zuschlagsätze. Jedem Produkt werden nun - entsprechend seiner Material-Einzelkosten
Material-Gemeinkosten zugeschlagen. - entsprechend seiner Fertigungs-Einzelkosten Fertigungs-Gemeinkosten zugeschlagen. Für jedes Produkt werden dann die Herstellkosten ermittelt und entsprechend der Herstellkosten - Vertriebs-Gemeinkosten und - Verwaltungs-Gemeinkosten zugeschlagen. Aufsummiert erhalten wir dann die Selbstkosten des Produktes. Wir wollen
in einem Zahlenbeispiel ein Produkt kalkulieren.
Das Produkt verursacht Material-Einzelkosten von 300 €.
Aus der Kostenstellenrechnung erhielten wir einen
Material-Gemeinkosten-Zuschlagsatz von 14,95 %. Entsprechend addieren wir zu den 300 € 44,85 € Material-Gemeinkosten. Das Produkt verursacht Fertigungs-Einzelkosten von 100 €. Aus der Kostenstellenrechnung entnehmen
wir den Fertigungs-Gemeinkosten-Zuschlagsatz
von 48,79 % entsprechend addieren wir 48,79 € als Gemeinkosten Wir summieren Material- und Fertigungskosten (MEK, MGK, FEK, FGK) und erhalten 493,64 € Herstellkosten. Zwei weitere Ergebnisse der Kostenstellenrechnung sind 9,84 % Verwaltungs-Gemeinkosten-Zuschlagsatz und 7,92 % Vertriebs-Gemeinkosten-Zuschlagsatz.
Wir berechnen die entsprechenden Gemeinkosten des Produktes auf Basis der Herstellkosten; insgesamt erhalten wir Selbstkosten von 581,31 €. Wir arbeiten Zuschlagsätzen - wir haben einen Zuschlags-Kalkulation durchgeführt. Die
MUSTA GmbH kalkuliert mit einer Zuschlags-Kalkulation ihre Produkte City und Family. Die Material-Einzelkosten für diese Modelle sind bekannt. Aus der Kostenstellenrechnung
konnten wir den Material-Gemeinkosten-Zuschlagsatz
von 13,6 % ermitteln. nach Berechnung und Addition der entsprechenden Material-Gemeinkosten erhalten wir die
Materialkosten für City und Family. Die Fertigungs-Einzelkosten sind aus der Kostenartenrechnung bekannt; der Fertigungs-Gemeinkosten-Zuschlagsatz
wurde in der Kostenstellenrechnung ermittelt. analog zu den Materialkosten können wir damit die Fertigungskosten für
die beiden Modelle ermitteln. Durch Addition von Materialkosten und Fertigungskosten erhalten wir die Herstellkosten unserer beiden Modelle. (Beachten Sie: In den Herstellkosten sind nur
Material- und Fertigungskosten enthalten) Die Verwaltungs- und Vertriebskosten kommen jetzt hinzu. Aus der Kostenstellenrechnung kennen wir
den Verwaltungs-Gemeinkosten-Zuschlagsatz und den Vertriebs-Gemeinkosten-Zuschlagsatz von 13,4 % bzw. 4,9 %. Wir berechnen Verwaltungs- und Gemeinkosten-Zuschläge, addieren und erhalten die Selbstkosten für den City von 7 617,56 € und die Selbstkosten für den Family von 9 399,44 €. Somit haben wir jetzt sämtliche Kosten verursachungsgerecht auf unsere Produkte umgelegt - wir haben eine (Vollkosten-) Kalkulation durchgeführt. Selbstverständlich bietet die MUSTA GmbH ihre Produkte nicht zum zum Selbstkostenpreis an. Wir erheben z.B. einen Gewinnaufschlag
und erhalten dann den Barverkaufspreis. Bei der eben von uns durchgeführten Zuschlags-Kalkulation war der
Fertigungs-Gemeinkosten-Zuschlagsatz
besonders auffällig - er betrug fast 350 %. Somit werden alle Produkte sehr stark an den Kosten
der Fertigungs-Kostenstelle beteiligt. Dies ist aber nur dann gerechtfertigt, wenn alle Produkte in gleichem Umfang diese Kostenstelle beanspruchen. Oft stehen in
der Fertigungskostenstelle relativ teure Maschinen und nicht alle Produkte beanspruchen wirklich alle dieser Maschinen.
Um mehr Transparenz und mehr Verursachungs-Gerechtigkeit in die Kosten- rechnung einzubringen, hat sich
die Maschinenstundensatz-Rechnung bewährt. Die Fertigungs-Kostenstelle wird nicht mehr als EINE (teure) Einheit betrachtet, sondern nimmt bestimmte (häufig teure) Maschinen aus
dieser Stelle heraus und betrachtet diese als separate Kostenplätze. Wir haben hier ein Beispiel für so eine
Maschine, die wir aus der Fertigungskosten- Stelle herausnehmen und als Maschinenplatz definieren wollen. Die Maschine ist nicht nur teuer in der Anschaffung, ihr Betrieb erfordert auch erhebliche laufende Kosten. Die Anschaffungskosten
(10 000 €) legen wir auf die Nutzungsdauer um und erhalten eine AfA von 1250 € pro Monat sowie kalkulatorische
Zinsen von 500 €/Monat. Hinzu kommen für Instandhaltung: 10 000 €/Monat Platzkosten: 1 000 €/Monat Grundgebühr
Energie: 10 €/Monat variable Energiekosten: 40 €/Monat Betriebsstoffe: 200 €/Monat. Insgesamt verursacht die Maschine 13 090 € Kosten pro Monat. Die Maschine läuft 160 Stunden im Monat. Eine einfache Divisions-Kalkulation liefert den Maschinenstundensatz von 81,81 € pro Stunde. Nur Kostenträger, die diese Maschine wirklich nutzen, werden mit diesem Maschinenstundensatz belastet; alle anderen Kostenträger müssen nur die Rest-Fertigungs-Gemeinkosten Fertigungs-Kostenstelle tragen. In den folgenden beiden Schemata soll die Zuschlags-Kalkulation einmal ohne und einmal mit
Maschinenstundensatz-Rechnung präsentiert werden. Ohne Maschinenstundensatz sieht die Rechnung folgendermaßen aus: Die Fertigungs-Gemeinkosten (grün) sind
sehr hoch und werden gleichmäßig auf alle Produkte umgelegt. Mit Maschinenstundensatz-Rechnung ist die Kalkulation
deutlich verursachungs- gerechter: nur noch relativ geringe Rest-Fertigungs-Gemeinkosten werden von allen Kostenträgern getragen. Die Maschinenstundensätze werden nur den Produkten
auferlegt, die die Maschinen auch tatsächlich nutzen
Einmaleins
Vorlesung/Konferenz
Vorlesung/Konferenz
Ähnlichkeitsgeometrie
Biprodukt
Vorlesung/Konferenz
Biprodukt
Vorlesung/Konferenz
Multiplikation
Höhe
Vorlesung/Konferenz
Sorte <Logik>
Vorlesung/Konferenz
Biprodukt
Menge
Vorlesung/Konferenz
Biprodukt
Vorlesung/Konferenz
Vorlesung/Konferenz
Vorlesung/Konferenz
Biprodukt
Biprodukt
Addition
Berechnung
Vorlesung/Konferenz
Addition
Vorlesung/Konferenz
Vorlesung/Konferenz
Biprodukt
Vorlesung/Konferenz
Vorlesung/Konferenz
Biprodukt
Umfang
Vorlesung/Konferenz
Biprodukt
Vorlesung/Konferenz
Vorlesung/Konferenz
Variable
Energie
Vorlesung/Konferenz
Biprodukt
Vorlesung/Konferenz
Biprodukt

Metadaten

Formale Metadaten

Titel 12 - Wir legen die Kosten auf unsere Produkte um (2)... mit Äquivalenzziffern, BAB und Zuschlagssätzen
Serientitel Kleines Einmaleins der Kostenrechnung - Grundlagen der Kostenrechnung für Ingenieure
Teil 12
Anzahl der Teile 19
Autor Lauth, Günter Jakob
Mitwirkende Lauth, Anika (Medientechnik)
Lizenz CC-Namensnennung - keine kommerzielle Nutzung 3.0 Deutschland:
Sie dürfen das Werk bzw. den Inhalt zu jedem legalen und nicht-kommerziellen Zweck nutzen, verändern und in unveränderter oder veränderter Form vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen, sofern Sie den Namen des Autors/Rechteinhabers in der von ihm festgelegten Weise nennen.
DOI 10.5446/17911
Herausgeber Lauth, Günter Jakob
Erscheinungsjahr 2013
Sprache Deutsch

Inhaltliche Metadaten

Fachgebiet Mathematik

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