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11 - Wir legen die Kosten auf unsere Produkte um (1)... im einfachsten Fall durch simple Division

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Willkommen zum kleinen Einmaleins der Kostenrechnung. Mein Name ist Dr. Lauth; unser Thema heute: Kostenträgerrechnung.
In der Kostenberechnung ordnen wir diea Kosten den Produkten des Unternehmens - den Kostenträgern - zu.
In der Tat ist es eine wichtige Aufgabe der Kostenrechnung, die Selbstkosten der Produkte zu ermitteln.
Für unsere MUSTA GmbH ist es wichtig zu wissen, wie hoch die Selbstkosten einer Einheit MUSTA City oder MUSTA Family sind. Hier sehen Sie die Kosten, die in der letzten Periode in der MUSTA GmbH aufgetreten sind. Wir werden diese Kosten jetzt analysieren. Es handelt sich um Material-Einzelkosten (also Rohstoff-Kosten) und Fertigungslöhne. Diese beiden Positionen sind Kostenträger-Einzelkosten - wir können sie problemlos unseren Produkten City und Family zuordnen. Die restlichen Positionen sind Kostenträger-Gemeinkosten - hier ist eine eindeutige Zuordnung zu den Kostenträgern nicht möglich. Materialkosten für Hilfs- und Betriebsstoffe, Hilfslöhne, Gehälter und kalkulatorische Abschreibungen lassen sich zwar häufig nicht den Produkten zuordnen, lassen sich aber oft eindeutig den Kostenstellen zuordnen. Es sind dann Kostenstellen-Einzelkosten. Die restlichen Positionen - Fremdleistungskosten, Zinsen und Grundsteuer lassen sich nur über Schlüssel den Kostenstellen zuordnen - es sind Kostenstellen-Gemeinkosten.
Die ersten beiden Positionen der Liste - die
(Kostenträger-) Einzelkosten - lassen sich problemlos auf unsere Produkte umlegen. Wir können in einfacher Weise die Material- Einzelkosten für den City und den Family ermitteln. Die restlichen Kosten sind (Kostenträger-) Gemeinkosten; für diese führen wir eine Kostenstellenrechnung durch mit einem Betriebsabrechnungsbogen (BAB). Die Spalten des Betriebsabrechnungsbogens stellen die Kostenstellen dar; die Zeilen des BAB stehen für die Gemeinkosten. Die linke Spalte zeigt die Summe der zu verteilenden
Gemeinkosten an; in der äußersten rechten Spalte steht der entsprechende Verteilungs-Schlüssel. Mit einem Tabellenkalkulationsprogramm lassen
sich auch für große Unternehmen mit vielen Kostenstellen diese Berechnungen leicht durchführen. Letztendlich haben wir die Gemeinkosten, die vorher in der linken
Spalte standen, auf die Kostenstellen verursachungsgerecht umgelegt; jetzt stehen die entsprechenden Zahlen in einer Reihe. Unsere bisherige Tabelle beinhaltet nur primäre Gemein-Kosten und noch haben wir sämtliche Kostenstellen hier aufgeführt. Der nächste Schritt besteht in einer Umlage der Kosten der Vorkostenstellen (Kantine oder Instandhaltung) auf die Endkostenstellen. Die 5,5 Mio. € der Kantine und die 11,8 Mio. € der Instandhaltung werden auf die vier Endkostenstellen verteilt und
erscheinen dort als sekundäre Gemeinkosten. Schließlich bleiben nur noch die Endkostenstellen übrig und wir erhalten die
Material-Gemeinkosten (MGk, rot), die Fertigungs-Gemeinkosten (FGk, grün), die Verwaltungs-Gemeinkosten (VwGk, blau) und die Vertriebs-Gemeinkosten (VtGk, hellblau). Im nächsten Schritt errechnen wir die Gemeinkosten-Zuschlagsätze (GkZs). Die Bezugsgröße für die Material-Gemeinkosten sind die Material-Einzelkosten. Wir dividieren entsprechend 67 Mio. durch 498 Mio. ergibt 13,6 % Material-Gemeinkosten-Zuschlagsatz (MGkZs, rot) Die Bezugsgröße für die Fertigungs-Gemeinkosten sind die Fertigungs-Einzelkosten
(oder Lohnkosten): Wir dividieren 232 Mio. € durch 66 Mio. € und erhalten einen Fertigungs-Gemeinkosten-Zuschlagsatz (FGkZs, grün) von 348,9 %.
Es ist nicht unüblich, dass Fertigungs-Gemeinkosten-Zuschlagsätze in derartigen Größenordnungen (weit über 100 %) berechnet werden. Wir addieren Materialkosten und Fertigungskosten zu den Herstellkosten (HK); diese 865 Mio. € sind die Bezugsgröße für den Verwaltungs- und Vertriebs-Gemeinkosten-Zuschlagsatz: Wir dividieren 115 Mio. € (VwGk) durch 865 Mio. € (HK) und erhalten 13,4 % als Verwaltungs-Gemeinkosten-Zuschlagsatz
(VwGkZs, blau) und schließlich dividieren wir 42 Mio. € (VtGk) durch 865 Mio. € (HK) 865 Mio. € (Herstellkosten) und erhalten mit 4,9 % den Vertriebs-Gemeinkosten-Zuschlagsatz (VtGkZs, hellblau) Damit haben wir sämtliche
Schlüssel berechnet, um die Gemeinkosten auf die Kostenträger umzulegen. Die Ermittlung der Selbstkosten für die Produkte eines Unternehmens nennt man Kalkulation. Die eben vorgestellt
Kostenstellenrechnung und Ermittlungen von Gemeinkosten- Zuschlagsätzen wird in dieser Ausführlichkeit nur benötigt für die Kalkulation von Unternehmen, die sehr unterschiedliche
Produkte herstellen (wie zum Beispiel unsere MUSTA GmbH) Wenn ein Unternehmen nur EIN Produkt herstellt, oder sehr ähnliche Produkte herstellt (sog. Sorten) wird die Kalkulation sehr viel einfacher: Für Einprodukt-Unternehmen reicht eine
simple Divisions-Kalkulation; für Sorten-Produktion reicht eine
Äquivalenzziffern-Kalkulation. Nur bei unterschiedlichen Produkten sind wir auf die Zuschlags-Kalkulation mit den Gemeinkosten-Zuschlagsätzen angewiesen. Ein Kraftwerk ist ein Einprodukt-Unternehmen. Es wird nur EIN Produkt (nämlich Strom) hergestellt. Sämtliche Kosten sind eindeutig diesem einen Produkt zuzuordnen; sämtliche Kosten sind Einzel-Kosten. Wir können (für die Kalkulation) auf eine Kostenstellenrechnung verzichten und legen die Gesamtkosten einfach auf die produzierte Menge an Strom um. Die Kalkulation besteht aus einer einfachen Division der Gesamtkosten durch die produzierte Leistungsmenge
(daher der Name Divisions-Kalkulation). Die Gesamtkosten betragen 1,155 Mio. €; die produzierte Leistungsmenge sind 16,5 Mio. kWh. Folglich betragen
die Selbstkosten 0,07 €/kWh. Auch ein Steinbruch ist in gewisser Weise ein Einprodukt-Unternehmen, wobei hier das Produkt
in mehreren Qualitäten auftritt. Wir können hier eine mehrstufige Divisions-Kalkulation durchführen, wobei wir eine einfache Kostenstellenrechnung mit integrieren. Unser Steinbruch ist in vier Kostenstellen gegliedert. In der ersten
Kostenstelle (KS 1) werden große Gesteinsbrocken ("Geröll") gefördert; für eine geförderte Menge von 5 000 Tonnen
fielen Kosten in Höhe von 80 000 € an. Die einfache Divisions-Kalkulation (80 000 € / 5 000 t) liefert Selbstkosten von 16 € pro Tonne Geröll. Die Kostenstelle 2 ist die Brechanlage. Hier werden die großen Gesteinsbrocken zu Steinsplitt zermahlen. Aus 5 000 Tonnen Rohmaterial entstehen 4 500
Tonnen Steinsplitt (und 500 t Abfall). Die dafür anfallenden
Kosten betragen 64 000 €. Wir führen erneut eine Divisions-Kalkulation durch Im Zähler des Quotienten finden sich die 64 000 € (von Kostenstelle 2) sowie die Einstandskosten für die 5 000 Tonnen Geröll (also 5 000 t * 16 €/t) (5 000 t * 16
€/t = 80 000 €) Im Nenner des Quotienten findet sich die
erzeugte Menge von 4 500 Tonnen. Die Selbstkosten für eine Tonne Splitt beträgt also 32 €. Die dritte Kostenstelle (KS 3) ist die Sortieranlage. Hier wird der Splitt gesiebt. In unserem Beispiel werden aus 4 500 Tonnen Splitt 4 100 Tonnen
gesiebter Splitt; die Kosten hierfür betragen 42 00 €. Wir dividieren ein weiteres Mal: 42 000 € (Kosten in der Siebanlage (KS 3)) plus die Einstandskosten (32 €/t * 4 500 t) dividiert durch die erzeugte Menge (4 100 t) ergibt 45,37 € pro Tonne sortiertem Splitt. Die vierte und letzte Kostenstelle (KS 4) ist die Verladeeinrichtung. Hier wird der Splitt verladen.
Von den 4 100 t Splitt wurden 3 800 t verladen (Rest
von 300 t liegt auf Halde), die anfallenden Kosten betrugen 4 000 € Erneut rechnen wir in einer einfachen Divisions-Kalkulation 4 000 € plus 3 800 t mal Einstandskosten (45,37 €/t) geteilt durch 3 800 t verladener Splitt ergibt 46,43 € pro Tonne verladenes Produkt.
Einmaleins
Vorlesung/Konferenz
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Biprodukt
Vorlesung/Konferenz
Biprodukt
Summe
Vorlesung/Konferenz
Biprodukt
Neun
Summe
Tabelle
Finite-Elemente-Methode
Reihe
Berechnung
Vorlesung/Konferenz
Zahl
Finite-Elemente-Methode
Faltungsoperator
Vorlesung/Konferenz
Bezugsgröße
Vorlesung/Konferenz
Größenordnung
Bezugsgröße
Finite-Elemente-Methode
Vorlesung/Konferenz
Biprodukt
Division
Vorlesung/Konferenz
Biprodukt
Sorte <Logik>
Menge
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Biprodukt
Division
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Menge
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Menge
Höhe
Vorlesung/Konferenz
Quotient
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Zahl
Menge
Vorlesung/Konferenz
Menge
Vorlesung/Konferenz

Metadaten

Formale Metadaten

Titel 11 - Wir legen die Kosten auf unsere Produkte um (1)... im einfachsten Fall durch simple Division
Serientitel Kleines Einmaleins der Kostenrechnung - Grundlagen der Kostenrechnung für Ingenieure
Teil 11
Anzahl der Teile 19
Autor Lauth, Günter Jakob
Mitwirkende Lauth, Anika (Medientechnik)
Lizenz CC-Namensnennung - keine kommerzielle Nutzung 3.0 Deutschland:
Sie dürfen das Werk bzw. den Inhalt zu jedem legalen und nicht-kommerziellen Zweck nutzen, verändern und in unveränderter oder veränderter Form vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen, sofern Sie den Namen des Autors/Rechteinhabers in der von ihm festgelegten Weise nennen.
DOI 10.5446/17910
Herausgeber Lauth, Günter Jakob
Erscheinungsjahr 2013
Sprache Deutsch

Technische Metadaten

Dauer 08:38

Inhaltliche Metadaten

Fachgebiet Mathematik

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