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10 - Wir entlasten Kostenstellen - Innerbetriebliche Leistungsverrechnung

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Willkommen zum kleinen Einmaleins der Kostenrechnung; unser Thema heute: innerbetriebliche Leistungsverrechnung. Bisher haben wir primäre Kosten auf die Kostenstellen verteilt
- Kosten, die sozusagen von außerhalb des Unternehmens stammen. Jetzt werden wir sekundäre Kosten verteilen, d.h.
Kosten von einer Kostenstelle auf eine andere umlegen. Dies ist insbesondere bei Vorkostenstellen üblich, die
sämtliche Kosten an andere Kostenstellen weitergeben. Vorkostenstellen eines Unternehmens sind beispielsweise:
Energieversorgung, zentrale EDV, Wasserversorgung, Kantine, Reparatur, etc. Es gibt mehrere Möglichkeiten der innerbetrieblichen Kosten- bzw. Leistungsverrechnung. Das
einfachste Verfahren ist das sog. Treppenverfahren (benannt
nach der Treppenform, die sich im Betriebsabrechnungsbogen
nach Anwendung dieses Verfahrens ergibt) In einem Zahlenbeispiel betrachten wir zwei Vorkostenstellen
A1 und A2 und zwei Hauptkostenstellen K1 und K2. Hier sind die Primärkosten dieser vier Kostenstellen aufgelistet.
Die 10 000 € Primärkosten der Kostenstelle K1 werden komplett auf die restlichen Kostenstellen umgelegt. Dies geschieht nach einem Schlüssel, der die abgegebenen Leistungseinheiten der Kostenstelle A1 widerspiegelt: 12,5 % der Leistung von A1 wird von A2 beansprucht - entsprechend
werden 12,5 % der Kosten von A1 auf A2 umgelegt. Die restlichen Umlagefaktoren ergeben sich analog. Damit
ergeben sich für die Vorkostenstelle A2 neben 20 000 €
Primärkosten auch 1 250 € Sekundärkosten - insgesamt 21 250 €. Die Gesamtkosten der Kostenstelle A2 werden nun möglichst verursachungsgerecht auf die Hauptkostenstellen
umgelegt. Die Hauptkostenstellen nutzen die Leistungen der Vorkostenstelle A2 im Verhältnis 2:3 - entsprechend
werden die 21 250 € in diesem Verhältnis aufgeteilt. Am Ende der Rechnung sind die Vorkostenstellen A1 und A2 komplett entlastet und die Endkostenstellen K1 und K2
wurden verursachungsgerecht mit Sekundärkosten belastet. Das Treppenverfahren funktioniert solange problemlos, wie die Leistungsabgabe der Kostenstellen nur in eine Richtung erfolgt. (A2 gibt nur an K1 und K2) Schwieriger
wird die Situation, wenn die Kostenstellen wechselseitig Leistung austauschen. (Wenn beispielsweise A2 auch
an A1 Leistung abgeben würde) Für Fälle gegenseitigen
Leistungs-Austausches hat sich das mathematische Gleichungsverfahren bewährt: Jede beteiligte Kostenstelle stellt hierzu folgende Rechnung auf: Primärkosten plus
aufgenommene Leistung gleich abgegebene Leistung. Die Leistung wird sinnvollerweise als Produkt aus Leistungseinheiten
mal Kostenfaktor der Kostenstelle formuliert. In diesem Zahlenbeispiel betrachten wir zwei Vorkostenstellen (Hilfskostenstellen) mit folgenden primären Kosten.
Kostenstelle 1 gibt insgesamt 3 000 Leistungseinheiten ab, davon 150 an Kostenstelle 2. Kostenstelle 2 gibt insgesamt
900 Leistungseinheiten ab, ab davon 200 an Kostenstelle 1. Kostenstelle 1 rechnet wie folgt: Primärkosten: 134
000 € Sekundärkosten (empfangene Leistungen): 200 Leistungseinheiten mal k(2) (k(2): Kostenfaktor der Stelle 2) ergibt abgegebene Leistung (gleich 3000 Leistungseinheiten mal k(1)) (k(1): Kostenfaktor der Stelle 1) Analog rechnet
Kostenstelle 2: Primärkosten: 64 500 € plus empfangene Leistungen (150 LE mal Kostenfaktor f(1)) gleich abgegebene Leistungen (900 LE mal k(2)) (k(2): Kostenfaktor der Stelle 2) Zwei Gleichungen - zwei Unbekannte. Wir lösen das Gleichungssystem und erhalten: Kostenstelle 1 verlangt 50 € für jede abgegebene Leistungseinheit; Kostenstelle
2 verlangt 80 € für jede abgegebene Leistungseinheit.
Einmaleins
Leistung <Physik>
Faktorisierung
Vorlesung/Konferenz
Variable
Vorlesung/Konferenz
Gleichungssystem
Leistung <Physik>

Metadaten

Formale Metadaten

Titel 10 - Wir entlasten Kostenstellen - Innerbetriebliche Leistungsverrechnung
Serientitel Kleines Einmaleins der Kostenrechnung - Grundlagen der Kostenrechnung für Ingenieure
Teil 10
Anzahl der Teile 19
Autor Lauth, Günter Jakob
Mitwirkende Lauth, Anika (Medientechnik)
Lizenz CC-Namensnennung - keine kommerzielle Nutzung 3.0 Deutschland:
Sie dürfen das Werk bzw. den Inhalt zu jedem legalen und nicht-kommerziellen Zweck nutzen, verändern und in unveränderter oder veränderter Form vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen, sofern Sie den Namen des Autors/Rechteinhabers in der von ihm festgelegten Weise nennen.
DOI 10.5446/17909
Herausgeber Günter Jakob Lauth (SciFox)
Erscheinungsjahr 2013
Sprache Deutsch

Inhaltliche Metadaten

Fachgebiet Mathematik

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