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3 - Wir unterscheiden zwischen Ausgabe und Aufwand - erfolgswirksamezahlungswirksame Geschäftsfälle

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Willkommen zum kleinen Einmaleins der Kostenrechnung; mein Name ist Dr. Lauth. Unsere heute Frage lautet: "Was macht uns reicher; was macht uns ärmer? Wir
werden uns heute etwas näher mit den Strömungsgrößen befassen. Die Begriffe "Auszahlung", "Ausgabe" und "Aufwand", die in der Umgangssprache oft synonym gewertet werden, sind in der Betriebswirtschaftslehre deutlich unterschiedlich definiert. Die Frage, wie vermögend wir
momentan sind, beantworten wir mit dem Erstellen einer Bilanz und ermitteln unser Eigenkapital zum heutigen Stichtag.
Die Bilanz ist aber nur eine Augenblicks-Betrachtung. Tatsächlich ändern sich die Positionen der Bilanz (und damit auch das Eigenkapital) praktisch ständig. Fast jede Transaktion unseres
Unternehmens am Kapitalmarkt, am Beschaffungsmarkt, am Absatzmarkt ändert Positionen in der Bilanz und ändert damit auch unter Umständen unser Nettovermögen (Eigenkapital). Alle Vorgänge, die
Position der Bilanz verändern, nennen wir Geschäftsfälle (oder Geschäftsvorfälle). Wenn wir wissen wollen, ob unser Unternehmen
wirtschaftlich arbeitet, müssen wir sämtliche Geschäftsfälle abbilden. Diese Abbildung der Geschäftsfälle ist
Aufgabe der Buchführung und ist auch gesetzlich für die meisten Unternehmen vorgeschrieben. Die Buchführung gehört zum sog. externen Rechnungswesen, weil
damit externe Adressdaten - insbesondere das Finanzamt - informiert werden sollen. Das externe Rechnungswesen muss
den Jahresabschluss (Bilanz & Gewinn- und Verlustrechnung ( (GuV)) nach gesetzlichen Regeln regelmäßig vorlegen.
Insbesondere gelten für das externe Rechnungswesen die Bestimmungen des Handelsgesetzbuches (HGB). Das Management
könnte nun einfach auf die Zahlen des Rechnungswesens zurückgreifen; es ist jedoch sinnvoller, ein eigenes internes Rechnungswesen aufzubauen, welches die Informationen speziell für interne Adressaten aufbereitet. Das interne
Rechnungswesen (Kostenrechnung, KLR) ist
dabei an keinerlei gesetzliche Regeln gebunden. Sie kann alle Zahlen der Wirtschaftlichkeit nach eigenem Dafürhalten
berechnen. Auf die Zahlen der Kostenrechnung baut z.B. die Kalkulation auf, die
Erfolgsrechnung, die Entscheidungsrechnung oder die Kontrollrechnung. Zurück zu
unserer Bilanz und zu den Geschäftsfällen.
Jeder Geschäftsfall ändert die Bilanz an (mindestens) zwei Positionen; man unterscheidet vier Arten von Geschäftsfällen hinsichtlich ihrer Auswirkung auf die Bilanz: wir haben zum einen
den Aktivtausch und den Passivtausch - dabei werden Position auf der Aktivseite oder auf der Passivseite ausgetauscht (umgeschichtet). Weiterhin haben wir die Möglichkeit der Bilanzverlängerung
und Bilanzverkürzung - dabei ergibt sich entweder eine Mehrung sowohl auf Aktiv- und Passivseite oder eine Minderung auf beiden Seiten. Es wäre nicht sinnvoll, jeden einzelnen Geschäftsfall
in die Bilanz einzutragen. Vielmehr hat sich das System der doppelten Buchführung etabliert: Die Eröffnungsbilanz wird in Konten aufgelöst; während der Periode werden dann die einzelnen Geschäftsfälle auf diese Konten gebucht und
am Jahresende werden die Konten wieder zur Abschlussbilanz zusammengezogen. Wir wollen aber nicht weiter auf die
Details der doppelten Buchführung eingehen.
Wir wollen aber die drei wichtigen Strömungsgrößen "Auszahlung", "Ausgabe" und "Aufwand" an der Bilanz demonstrieren.
Man teilt Geschäftsfälle ein hinsichtlich ihrer Wirkung auf bestimmte Teilbereiche der Bilanz (bestimmte Konten): Wenn ein Geschäftsfall das Geldvermögen (Bankkonten, Barbestand) berührt sprechen wir von "Auszahlung" oder "Einzahlung". Wenn das Geldvermögen vermehrt wird - egal welche Positionen sich noch verändern - sprechen wir von "Einzahlung"; wenn das Geldvermögen weniger wird, sprechen wir von "Auszahlung". Auszahlung
und Einzahlung sind sehr anschauliche Größen - man kann sich in einer Analogie vorstellen, dass eine Einzahlung die Brieftasche dicker macht; eine Auszahlung den Geldbeutel schmälert. Die
Veränderung der Geldvermögens bezeichnet man auch als Cash Flow (Kapitalfluss).
Viele Zahlungsvorgänge werden im Geschäftsleben nicht sofort abgewickelt, sondern mit einer gewissen Zeitverzögerung: Wir erlauben unseren Kunden ein Zahlungsziel; unsere Lieferanten räumen uns ein Zahlungsziel ein. Wenn wir Güter auf Ziel kaufen oder verkaufen,
dann ändert sich zunächst nicht unser Geldvermögen, aber unser "erweitertes Geldvermögen" (= Geldvermögen plus Forderungen minus Verbindlichkeiten) Wenn bei einem
Geschäftsvorfall unser erweitertes Geldvermögen zunimmt, sprechen wir von einer Einnahme; wenn unser erweitertes Geldvermögen abnimmt, sprechen wir von einer Ausgabe. Die wichtigsten (weil erfolgswirksamen) Strömungsgrößen
sind der Aufwand und der Ertrag. Aufwand ist alles, was uns ärmer macht - was das Eigenkapital-Konto schmälert; Ertrag ist alles, was uns reicher macht,
was dem Eigenkapital-Konto zufließt.
Alle Geschäftsfälle, die das Eigenkapital berühren, nennt man erfolgswirksam.
Mathematische Größe
Abbildung <Physik>
Dicke
Große Vereinheitlichung
Position
Rang <Mathematik>
Abbildung <Physik>
Einmaleins
Berechnung
Vorlesung/Konferenz
Auszahlung <Spieltheorie>
Zahl

Metadaten

Formale Metadaten

Titel 3 - Wir unterscheiden zwischen Ausgabe und Aufwand - erfolgswirksamezahlungswirksame Geschäftsfälle
Serientitel Kleines Einmaleins der Kostenrechnung - Grundlagen der Kostenrechnung für Ingenieure
Teil 3
Anzahl der Teile 19
Autor Lauth, Günter Jakob
Mitwirkende Lauth, Anika (Medientechnik)
Lizenz CC-Namensnennung - keine kommerzielle Nutzung 3.0 Deutschland:
Sie dürfen das Werk bzw. den Inhalt zu jedem legalen und nicht-kommerziellen Zweck nutzen, verändern und in unveränderter oder veränderter Form vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen, sofern Sie den Namen des Autors/Rechteinhabers in der von ihm festgelegten Weise nennen.
DOI 10.5446/17896
Herausgeber Günter Jakob Lauth (SciFox)
Erscheinungsjahr 2013
Sprache Deutsch

Inhaltliche Metadaten

Fachgebiet Mathematik

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