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1 - Wir handeln nach dem Ökonomischen Prinzip - Kennzahlen der Wirtschaftlichkeit und Produktivität

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Willkommen zum Kursus "Kostenrechnung für Ingenieure". Unser heutiges Thema lautet: "Handeln wir wirtschaftlich?". Wenn wir
unsere Ressourcen möglichst effektiv und effizient einsetzen, dann handeln wir nach dem ökonomischen Prinzip: Wir stellen ein optimales Verhältnis her zwischen Aufwand und Nutzen. Um nach dem ökonomischen Prinzip (oder Rationalprinzip)
handeln zu können, benötigen wir idealerweise Zahlenmaterial, auf das wir unsere Entscheidungen gründen. Genau dieses Zahlenmaterial kann uns die Kostenrechnung liefern. Durch unseren Kursus wird uns die "MUSTA GmbH" begleiten -
ein Unternehmen der Automobil-Branche. Wir können jedes Unternehmen als eine Art Black Box ansehen: Der Input dieser Black Box stellen u.a.
die Produktionsfaktoren "Arbeitskraft" und "Rohstoffe"
dar Innerhalb dieser Black Box wird von verschiedenen Einheiten (wir werden diese später "Kostenstellen" nennen) der Input in einen Output transformiert. und der Output - das sind die produzierten Güter und Dienstleistungen des Unternehmens. Für die MUSTA GmbH sind das Kraftfahrzeuge, beziehungsweise Ersatzteile und Dienstleistungen. Damit
das Unternehmen seinen Input möglichst effizient erhält und den Output möglichst effizient absetzt, muss es auf den verschiedensten Märkten aktiv sein - auf
dem Beschaffungsmarkt Rohstoffe einkaufen, auf dem Arbeitsmarkt geeignete Mitarbeiter rekrutieren, aber dem Kapitalmarkt Geldmittel finanzieren. Und vor allem auf dem Absatzmarkt dafür sorgen, dass
seine Produkte beim Konsumenten ankommen. In der Kostenrechnung versuchen wir nun alle diese Transaktionen zu
quantifizieren. Im einfachsten Falle können wir zum Beispiel die Output-Einheiten und die Input-Einheiten zählen in Stunden oder Stück oder Kilogramm. Wir können
aber auch Output und Input gleichnamig
machen, indem wir sie bewerten - indem wir sie in Euro (oder Dollar oder Yen)
umrechnen. Damit kommen wir zum Wert des Input (Wert der Produktionsfaktoren) und wir haben den Wert des Output (Wert der erzeugten Güter) Mit diesen Zahlenwerten
können wir schon einige Kenngrößen der
Wirtschaftlichkeit formulieren: Als Differenz des Wert des Output und des Wert des Input ergibt sich beispielsweise
dieWertschöpfung. Wir können eine ganze Reihe von Kennzahlen kreieren, um die Wirtschaftlichkeit zu beschreiben oder wenigstens in irgend einer Form abbilden. Vier dieser Kennzahlen wollen
wir etwas genauer ansehen: Die sog. Produktivität ist als Quotient von Output
und Input definiert. Die Produktivität beinhaltet noch keine Bewertung in Euro. Wir machen z.B. die Aussage, dass wir eine bestimmte Anzahl Fahrzeuge pro Mitarbeiter und Jahr herstellen. Wenn wir sowohl Output als auch Input in Geld bewerten und dann die beiden Werte dividieren, erhalten wir die (Kosten-)Wirtschaftlichkeit. Weitere zentrale Größen in
der Betriebswirtschaft sind der Gewinn (der in der Kostenrechnung als Differenz von Erlösen und Kosten berechnet wird) und der Deckungsbeitrag (der als Erlöse abzüglich variable Kosten definiert wird). Sie sehen, dass es keine einheitliche
Messgröße für Wirtschaftlichkeit gibt. Es gibt viele dieser Messgrößen und jede dieser Messgrößen sollte ihre Berechtigung haben, um spezielle Aspekte der Wirtschaftlichkeit zu diskutieren.
So eignet sich z.B. die Produktivität ganz gut dazu, um Ländervergleiche anzustellen: Wie groß die Produktivität in
Deutschland im Vergleich zu Frankreich oder zu Großbritannien? Die Produktpalette
unserer MUSTA GmbH umfasst drei Personenkraftwagen - den City, den Family und den Off-Road. Daneben stellt sie Ersatzteile für die Pkw bereit sowie Dienstleistungen. Im Jahr 2011 wurden von
der MUSTA GmbH insgesamt 125 000 Pkw umgesetzt, davon 85 000 City, im Jahr 2012 stieg der Absatz auf 160 000 Stück,
davon 95 000 City. Für 2013 rechnen wir mit einer weiteren Erhöhung des Absatzes auf 175 000, davon 100 000 City. Die Produktion wurden 2011 mit 2688 Mitarbeitern erreicht, 2012 wurde die Mitarbeiterzahl auf 2813 aufgestockt. Mit
diesen Zahlen können wir eine Produktivität für das Jahr 2011 errechnen: Einem Output von 125 000 Fahrzeuge stehen
2688 Mitarbeiter als (einem) Input entgegen. Entsprechend errechnen wir eine Produktivität von 46,5 Fahrzeuge pro Mitarbeiter. Diese Zahl sagt noch nichts
Absolutes über die Wirtschaftlichkeit aus, sie kann aber sehr gut für Vergleichszwecke mit anderen Automobilherstellern dienen. Eir wollen abschließend noch eine Kosten-Wirtschaftlichkeit ermitteln: Die 125 000 Fahrzeuge des Output hatten einen Wert von jeweils 9200 Euro (Durchschnitt). Der durchschnittliche Aufwand pro Mitarbeiter betrug 79 985 €.
Dem Gesamtwert des Output von 1,15 Milliarden stehen einem Gesamtwert des Input von 215 Millionen gegenüber - entsprechend einer Kosten-Wirtschaftlichkeit von 5,35. Der Wert des Output ist also mehr
als fünfmal so groß wie der Wert des
Input. Allerdings haben wir bei dieser Rechnung einige wichtige Komponenten des Inputs (etwa die Rohstoffkosten oder die Anlagekosten) nicht berücksichtigt.
Lecture/Conference
Decision theory
Lecture/Conference
Units of measurement
Grand Unified Theory
Lecture/Conference
Product (category theory)
Lecture/Conference
Grand Unified Theory
Lecture/Conference
Physical quantity
Umrechnung
Meeting/Interview
Kennzahl
Series (mathematics)
Kennzahl
Meeting/Interview
Lecture/Conference
Quotient
Abbildung <Physik>
Kennzahl
Lecture/Conference
Physical quantity
Measured quantity
Lecture/Conference
Lecture/Conference
Lecture/Conference
Prediction
Zahl
Lecture/Conference
Zahl
Lecture/Conference
Durchschnitt <Mengenlehre>
Absolute value
Lecture/Conference
Connected space

Metadata

Formal Metadata

Title 1 - Wir handeln nach dem Ökonomischen Prinzip - Kennzahlen der Wirtschaftlichkeit und Produktivität
Title of Series Kleines Einmaleins der Kostenrechnung - Grundlagen der Kostenrechnung für Ingenieure
Part Number 1
Number of Parts 19
Author Lauth, Jakob Günter (SciFox)
Contributors Lauth, Anika (Medientechnik)
License CC Attribution - NonCommercial 3.0 Germany:
You are free to use, adapt and copy, distribute and transmit the work or content in adapted or unchanged form for any legal and non-commercial purpose as long as the work is attributed to the author in the manner specified by the author or licensor.
DOI 10.5446/17895
Publisher SciFox
Release Date 2013
Language German

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Subject Area Mathematics

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