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Was ist die NANDA? Einführungsvideo

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Was ist die NANDA? Einführungsvideo
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Computer animation
Die folgende PowerPoint-Präsentation stellt DINANDA-Flegediagnosen, Definitionen und Klassifikationen vor. Hierbei handelt es sich um gebündeltes Pflegewissen, welches beim Diagnostizieren in der Pflege unterstützen kann. Dieses Wissen hilft Ihnen, Pflegediagnosen zu identifizieren, mit denen Sie eine angemessene Pflegeprozessplanung formulieren können.
Diese Präsentation wurde im Rahmen des Projekts Comfort Pflege entwickelt. Was genau ist nun also DINANDA? DINANDA International ist die Organisation, die hinter der Entwicklung der Pflegediagnosen steht. Geläufig ist auch die Bezeichnung NANDA für das Buch, das von DINANDA International veröffentlicht wird.
Es stellt eine Sammlung von Pflegediagnosen dar und erläutert, wie diese definiert werden. Die Definitionen unterstützen bei der Auswahl der jeweils zutreffenden Pflegediagnose. Zudem wird aufgezeigt, wie die Pflegediagnosen entwickelt wurden. Die Evidenzlevel geben den Stand der Entwicklung der Pflegediagnose an und zeigen damit auf, wie verlässlich die aufgeführten Inhalte sind.
Alle zwei Jahre erscheint eine Neuauflage des NANDA-Buchs, da die Pflegediagnosen ständig überprüft und aktualisiert werden. Die Änderungen beinhalten die Ergänzung von neu entwickelten Pflegediagnosen, das Ersetzen von überarbeiteten Pflegediagnosen und die Entfernung von Pflegediagnosen, die nicht hinreichend fundiert waren oder durch andere Pflegediagnosen ersetzt wurden.
Um es einmal deutlich zu formulieren. Es gibt einen Unterschied zwischen medizinischen Diagnosen und Pflegediagnosen. Krankheitszustände wie zum Beispiel ein Armbruch sind medizinische Diagnosen und daher unter den Pflegediagnosen nicht auffindbar. Pflegediagnosen beziehen sich auf die menschlichen Reaktionen auf Gesundheitsprobleme.
Um die zutreffenden Pflegediagnosen zu identifizieren, sind pflegerische Diagnoseprozesse notwendig. Welche Ziele und Intentionen verfolgt die Organisation Nanda International mit der Erstellung des vorgestellten Buchs? Das große übergeordnete Ziel ist die exakte Abbildung der professionellen klinischen Beurteilung durch Pflegefachpersonen.
Ebenfalls soll die Verbesserung und Evidenzbasierung der Pflegepraxis gefördert werden. Besonders in Konkurrenz zu der Medizin gewinnt es immer mehr an Bedeutung, die Pflege als eigene Profession zu etablieren. Die Gewinnung an professionelle Anerkennung und die Weiterentwicklung der Pflegeprofession sind als weitere Ziele zu nennen.
Angestrebt wird eine internationale Verwendung der Nanda. Die Organisation hat so zum Ziel, eine international gültige Terminologie für die Pflegeprofession zu sichern und eine standardisierte Dokumentation zu etablieren. Das waren nun sehr viele Informationen. Da drängt sich einem sofort folgende Frage auf.
Muss ich jetzt das gesamte Buch der Nanda lesen, um die Funktion der Pflegediagnosen zu verstehen und zutreffende Pflegediagnosen im Rahmen eines Patientinnenfalls identifizieren zu können? Die Antwort ist ganz simpel. Nein, man muss nicht die gesamte Nanda lesen. Und ich verrate Ihnen auch warum nicht.
Das Buch der Nanda ist in unterschiedliche Kapitel unterteilt. Es dient sowohl einer Erläuterung der Evidenzkriterien als auch einer ausführlichen Einweisung in die Pflegediagnosen. Es wird erklärt, wie die Nanda angewendet wird und wie die Terminologie international gebraucht werden kann. Das alles ist natürlich sehr gut zu wissen, aber zur Identifikation der Pflegediagnose nicht relevant.
Die eigentlichen Diagnosen sind in der deutschen Ausgabe von 2022 ab Seite 217 aufgelistet. Ab hier gibt es eine Unterteilung in Domänen, die für eine gute Struktur und Übersicht sorgen. Die Domänen besitzen jeweils eine Auflistung der zugehörigen Pflegediagnosen. Wir sprechen nun schon die ganze Zeit über das Konstrukt der Pflegediagnose.
Was verstehen wir aber unter dem Begriff? Die gängigste Definition ist folgende. Pflegediagnosen stellen eine systematische klinische Beurteilung der Reaktion eines Pflegeempfängers oder einer Pflegeempfängerin auf aktuelle oder potenzielle Gesundheitsprobleme und oder Lebensprozesse dar.
Sie sind somit Bestandteil des Pflegeprozesses und bilden die Grundlage für die Auswahl pflegerischer Maßnahmen anhand derer, die gemeinsam mit dem Pflegeempfänger bzw. der Pflegeempfängerin erarbeiteten pflegerischen Ziele erreicht werden. Das waren jetzt wieder sehr viele Informationen auf einmal. Wir entschlüsseln das jetzt einmal genauer. Was bedeutet diese Definition nun für uns?
Die Terminologie deinander stellt die Grundlage zur Planung und Gestaltung der pflegerischen Versorgung dar. Diese wird gemeinsam mit dem bzw. der Pflegeempfängerin abgestimmt, um im Anschluss eine passende Pflegeprozessplanung zu erstellen und Pflegeziele sowie Maßnahmen festlegen zu können. In der Nandaterminologie wird zwischen drei verschiedenen Arten von Pflegediagnosen unterschieden.
Es gibt die problemfokussierten Pflegediagnosen, die Risikodiagnosen und die Gesundheitsförderungsdiagnosen. Diese Pflegediagnosen sind unterteilt in verschiedene Domänen, welche thematisch zueinander passende Pflegediagnosen bündeln. Diese sind in der Tabelle dargestellt.
Insgesamt ordnet die Nanda die Pflegediagnosen 13 Domänen zu. Eine schöne Hilfe für das Verständnis sind hier die Aktivitäten und existenziellen Erfahrungen des Lebens nach Monika-Crowinkel, die sich gut in den Domänen wiederfinden lassen. Jede einzelne Domäne ist wiederum in Klassen unterteilt, um eine weitere Strukturierung zu gewährleisten.
Nach der Identifikation der Pflegediagnosen gibt es die Möglichkeit, eine Priorisierung vorzunehmen, um die pflegerischen Maßnahmen strukturiert durchzuführen. Schauen wir uns nun einmal so eine Pflegediagnose an. Als Beispiel sieht man hier in Auszügen die Pflegediagnose Beeinträchtigte Haarnausscheidung.
Die Beurteilung der Pflegediagnose lässt sich in Unterkategorien vornehmen, mit dem sogenannten PES-Schema. Es ermöglicht eine leichtere Beurteilung, indem es zwischen unterschiedlichen Faktoren unterscheidet. Dadurch ist es leichter möglich zu entscheiden, ob die vorliegende Diagnose wirklich auf meinen aktuellen Patientinnenfall zutreffen kann.
Die pflegerische Diagnostik wird dadurch erleichtert. Die einzelnen Buchstaben stehen für die verschiedenen Faktoren. P steht in diesem Fall für die Pflegediagnose selbst. Ethiology beschreibt die beeinflussenden und ursächlichen Faktoren. In ihren bisherigen Fällen ist dies mit den genannten Risikofaktoren gleichzusetzen. S steht für die vorhandenen Symptome, die mit einer spezifischen Diagnose einhergehen.
Das PES-Schema stellt also die Frage, trifft die vorliegende Diagnose auf meinen Patientinnenfall zu? Damit ist es aber noch nicht getan, denn sie sind trotzdem gefordert, weitere Anamnese und Diagnostik durchzuführen, um die Patientinnen-Situation umfassend darstellen zu können.
Verschiedene Symptome können auf mehrere Pflegediagnosen zutreffen, sodass sie differenzial diagnostisch tätig werden müssen. Im deutschsprachigen Raum wird das PES-Schema oft um eine weitere Komponente ergänzt. Diese bildet die jeweiligen Ressourcen des bzw. der PflegeempfängerInnen ab, die hinsichtlich der identifizierten Pflegediagnose relevant erscheinen.
Es geht also um die Frage, welche Ressourcen hat der bzw. die PflegeempfängerInnen und wie können diese den weiteren Pflegeprozess unterstützen? Nicht jede Pflegediagnose erfordert eine explizite Benennung der Ressourcen. Das Ermitteln der Ressourcen ermöglicht es ihnen aber, die vorhandenen Stärken zu fördern und im weiteren Prozess individuelle Maßnahmen zu planen.
Diese können sie im Anschluss in die Pflegeprozessplanung integrieren. Versuchen wir jetzt mal einen Zusammenhang zwischen einem Fallbeispiel und Pflegediagnosen auseinander zu erkennen. In dem folgenden kurzen Fallbeispiel geht es um Frau Müller. Frau Müller ist 67 Jahre alt und ist zu Hause von der Leiter gestürzt.
Sie ist mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht worden. Die medizinische Diagnose lautet ein Armbruch. Der behandelnde Arzt erklärt, dass der Arm unbedingt stillgehalten und auch nicht belastet werden soll. Frau Müller wird stationär auf ihrer chirurgischen Station aufgenommen. Sie führen das Anamnesegespräch mit ihr und erfahren, dass sie zuvor noch nie im Krankenhaus war.
Sie hat große Angst vor der OP und es gäbe sicher Menschen, die die Hilfe dringender als sie benötigen. Am nächsten Morgen treffen sie Frau Müller mit Tränen in den Augen im Badezimmer an. Sie hätte solche Schmerzen beim Waschen, aber wollte sie nicht stören. Sie haben ja schließlich genug zu tun. Nachdem sie Frau Müller ins Bett begleitet haben, gehen sie ins Dienstzimmer. Ihre Kollegin bittet sie, mögliche aktuelle Pflegediagnosen für Frau Müller zu identifizieren.
Sie kennen die Patientin ja schließlich am besten. Pausieren Sie gleich gerne einmal das Video und überlegen Sie kurz. Welche Pflegeprobleme fallen Ihnen hier als erstes auf? Haben Sie sich einige mögliche Pflegeprobleme für Frau Müller überlegt? Wir uns auch. Zu Beginn ist wichtig zu wissen, nicht nur drei bestimmte Pflegediagnosen können auf den Fall zutreffen.
Wenn Sie ausreichend Symptome und Einflussfaktoren für Ihre Pflegediagnose erkennen konnten, sollten Sie diese mit Ihrem bzw. Ihrer Patientin absprechen. Es kann sein, dass die identifizierten Einflussfaktoren und Symptome auf mehrere Pflegediagnosen zutreffen. Hier sollten Sie Differentialdiagnostik betreiben und abwägen, welche Diagnose passender wäre.
Die Diagnostik von Pflegediagnosen beruht immer auf einer individuellen Begründung bezüglich der Patientinnensituation. Auf den Fall von Frau Müller könnten folgende Pflegediagnosen zutreffen. Als erstes die pflegerische Diagnose akuter Schmerz. Dieser wird bedingt durch die medizinische Diagnose Armbruch
und schränkt Frau Müller in ihre Eigenständigkeit und in ihren Handlungen ein. Ebenfalls leidet sie durchgehend unter, und die Diagnose sagt es auch, starken Schmerzen. Die zweite Diagnose beschreibt die beeinträchtigte physische Mobilität. Diese ist ebenfalls durch den Armbruch bedingt. Sie sorgt für eine Schonhaltung und eine nicht vorhandene Nutzbarkeit des Arms.
Die dritte Pflegediagnose, Furcht, zielt auf das subjektive Empfinden von Frau Müller ab. Diese lässt sich aus Aussagen von Frau Müller interpretieren und aus den Situationen, die sie beobachten konnten. Diese Diagnose kann von Ihnen identifiziert werden, da Sie bereits eine Beziehung zu Frau Müller aufgebaut haben.
Für eine differenzierte Diagnostik wäre eine tiefer gehende Anamnese von Frau Müller notwendig. Haben Sie das Prinzip verstanden? Dann schauen wir uns nochmal genauer eine der Diagnosen an und wie wir nun das PES Schema auf diese anwenden. Wir haben uns für die Pflegediagnose der beeinträchtigten physischen Mobilität entschieden.
Behalten wir nun wieder Frau Müller im Hinterkopf. Welche ursächlichen Faktoren lassen sich identifizieren? Wenn wir nun unter beeinflussende Faktoren zu dieser Pflegediagnose in dem Buch ineinander schauen, finden wir mehrere Stichpunkte, die auf Frau Müller zutreffen. Unter anderem der ebenfalls diagnostizierte Schmerz. Dasselbe machen wir nun für Symptome unter bestimmte Merkmale.
Lassen Sie sich von den unterschiedlichen Bezeichnungen nicht irritieren. Sinngemäß ist dasselbe gemeint. Auch hier lassen sich Faktoren wie Versucht die Bewegung zu kompensieren identifizieren. Jetzt gibt es die Möglichkeit, das Schema um den Aspekt Ressourcen zu ergänzen. Welche Ressourcen hat Frau Müller, die Sie als Pflegefachperson für die weitere Pflegeprozessplanung in Zusammenarbeit mit Ihrer Patientin nutzen können?
Aber was tun Sie, wenn Sie nicht direkt auf eine Pflegediagnose kommen? Wenn Sie nun gar nicht weiter kommen und auch in den Verzeichnissen der Domänen nicht fündig werden, ist die letzte Instanz das Sachverzeichnis am Ende des Nanderbuchs. Hier sind alle Pflegediagnosen alphabetisch aufgelistet. Auch hier kann man sich noch einmal inspirieren lassen.
Das Sachverzeichnis hilft Ihnen auch dann weiter, wenn Sie die genaue Bezeichnung eines Pflegeproblems oder einer Diagnose nicht kennen, aber ungefähr wissen, welche Themen Sie als relevant identifizieren können. Beispielsweise wissen Sie, dass Frau Müller unter akuten Schmerzen leidet, finden aber nicht auf Anhieb die richtige Domäne. Dann haben Sie die Möglichkeit im Sachverzeichnis unter A für akut nachzuschauen
und finden dort den Verweis zur Pflegediagnose akuter Schmerz. In dieser Übersicht können Sie mögliche Diagnosen heraussuchen und dann mit dem vorgestellten PES Schema gegeneinander abwägen, um die passendste Diagnose zu identifizieren. Und das war's mit dem kurzen Einführungsvideo in die Pflegediagnostik miteinander.
Wir hoffen, dass Sie verstanden haben, wie Sie mit dem Nanderpflegediagnosenbuch arbeiten können und wünschen Ihnen für die Anwendung in den kommenden Aufgaben viel Erfolg. Bei Fragen stehen Ihnen Ihre Lehrpersonen zur Verfügung. Für weitere Informationen zum Projekt Komfortpflege
sowie zur Nachnutzung des Videos finden Sie hier weiterführende Informationen.