Energiespeichertechnologien- & Anwendungen: 6 a. Elektrochemische Energiespeicher - Lithium-Ionen-Batterie
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Identifiers | 10.5446/65012 (DOI) | |
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Cord (unit)Energy storagePlayground slideArtillery batteryAkkumulatorCoachworkGeradführung <Kinematik>GraphiteInternal combustion engineElectrodeSeparatorGasspeicherungWärmespeicherCompressed airPumped-storage hydroelectricityEnergy conversion efficiencyVolumetric flow rateKilogramMotion (physics)IonenaustauschAnodeElectrodeCoachworkEnergy conversion efficiencyVolumetric flow rateEnergy storagePower inverterMobile phoneAnlagerungSeparatorSpokeMikrometerbereichFood storageTypesettingSeparation processSpare partMaterialCartridge (firearms)Screw capFord TransitAnodeBauweiseGraphiteElectric power transmissionElektrotriebwagen RAe 2/4Plain bearingRutschungAvro Canada CF-105 ArrowAlcohol proofComputer animationLecture/Conference
05:45
SeparatorGraphiteElectrodeAnodeCathodePlayground slideArtillery batteryAkkumulatorEicher <Marke>IonenaustauschInternal combustion engineSeparation processSpare partPiston ringCartridge (firearms)WiderstandsschweißenNegationBallpoint penMovement (clockwork)LocherElectrodeFluidElektronikerIonenaustauschCathodeShort circuitVoltage sourceSchichtSeparatorGraphiteLochenMikrometerbereichMoving walkwayComputer animation
11:31
SeparatorPlayground slideArtillery batteryAkkumulatorGraphiteElectrodeAnodeCathodeVideoVideoCartridge (firearms)Club (weapon)Tire balanceComputer animation
12:44
VideoTypesettingHot workingSilveringCoachworkElektronisches GerätSmartphoneLithium-ion batteryDiagramComputer animationProgram flowchart
13:22
Roll formingElectrodeLebensdauerAnodeCathodeSchichtElectric locomotiveGraphiteComputer animation
14:11
SolventElectrodeCathodeSolventAnodeCathodeShort circuitMobile phoneMechanismus <Maschinendynamik>MechanicSeparation processComputer animation
14:52
Forced inductionSchichtBallpoint penElektronikerNegationVolumetric flow rateGraphiteDiagram
15:41
Forced inductionElektronikerVoltage sourceSchichtSeparatorSeparation processProgram flowchart
16:26
BuchherstellungShort circuitInternal combustion engineMode of transportPlasticSeparatorSeparation processSpare partDiagramComputer animation
16:56
Internal combustion engineDiagram
17:15
AnodeCathodeElektronikerCartridge (firearms)KabelScheinwerferComputer animationDiagram
17:42
AnodeCoachworkInternal combustion engineAgeingMobile phoneProgram flowchartComputer animationDiagram
18:26
GraphiteVideoAkkumulatorEnergy storagePlayground slideSeparatorElectrodeWehrkraftzersetzungAnodeCathodeAbladenGasinjektionstechnikPolymercompoundElectric discharge in gasesSurface power densityMitsubishi A6M ZeroCodePhotographic processingTypesettingSpare partWater vaporCartridge (firearms)Tire balanceMixing (process engineering)NegationElectrodeVideoSolventElektronikerTieftemperaturAnodeGraphiteCathodeMole (architecture)SchutzschichtBattery (electricity)Surface power densityNachlauf <Verfahrenstechnik>Lithium-ion batteryEngine-generatorSolventComputer animation
Transcript: German
00:03
Ja! Wieder
ein herzliches Willkommen von meiner Seite zur Vorlesung
Energiespeichertechnologien- & Anwendungen. Heute widmen wir uns im sechsten Kapitel
wieder den elektrochemischen Energiespeicher. Jetzt aber den Lithium-Ionen-Batterien. Das Kapitel 6 hat drei Teile A, B und C. Wir starten jetzt mit Teil A.
00:21
So, was gucken wir uns im Teil A an? Ich möchte Ihnen im Teil A,
vor allem die grundsätzliche Funktionsweise einer Lithium-Ionen-Batterie,
so wie eine Einsortierung geben, wie sich das Ganze zu anderen Speichern
sich eigentlich verhält. Dann gucken wir uns die chemische Reaktion
und Interkalation an und eine erste Übersicht über den Aufbau der Komponenten,
was da alles für Materialien drin sind.
00:48
Und wie immer eine Übersicht -
was ist überhaupt das Medium sozusagen? Was speicher ich ein und was speicher ich aus? Hier eine etwas komplexere Zeichnung
mit einer Legende, die Sie jetzt
01:01
aber noch gar nicht genau wissen müssen.
Es reicht erst mal: wie immer, wir haben hier zwei Elektroden, ein Plus- und ein Minuspol,
dazwischen und einen Separator. Und dann sind links und rechts Materialien,
die hier natürlich unglaublich dick dargestellt sind, in Wahrheit aber hauchdünne
Schichten im Micrometer-Bereich [µm] sind. Gut. Was ist der Einspeichervorgang?
01:22
Lithium plus, also das Ion
Li+, wandert von der positiven Elektrode (das ist ein Lithium-Metall-Oxid im Regelfall),
zur negativen Elektrode (hier ein Graphit) und wird dort eingelagert.
[...] Als Speicherung bezeichnet man die Einlagerung des Lithiums
01:41
als Ion und zwar interkaliert an der negativen Elektrode. Was interkaliert bedeutet - gleich mehr. Kurz zur Ausspeicherung? Das Li+ wandert von der negativen zur positiv
Elektrode zurück. Sie sehen hier den roten Pfeil.
Das ist sozusagen das Ausspeichern.
02:01
Also Einspeichern:
Li+ geht durch den Separator hier rein, es wird interkaliert.
Die Interkalation ist im chemischen Sinne eigentlich keine Reaktion im klassischen Sinne,
sondern eigentlich nur eine Anlagerung oder Einlagerung
an die Oberfläche in eine chemische Verbindung, wobei sich diese Struktur während des Prozesses
nicht wesentlich verändert.
02:25
Das ist so ein Mittelding zwischen:
es lagert sich an und es findet eine richtige Reaktion statt. Das ist ein Übergangszustand, sozusagen.
Der [...] ist hier immer notwendig. Gucken wir uns nachher aber auch auf einer weiteren Folie noch etwas genauer an, was es genau bedeutet.
02:43
Sortieren wir erst mal wieder die Lithium-Ionen-Batterien oder Energiespeicher ein wenig ein. Wir sehen Sie hier. Was sehen wir? Sind im zeitlichen Ablauf wie auch schon
die Bleibatterien eher im Bereich von Stunden. Das heißt, wir haben was: Stunden-, Tagesspeicher
ungefähr. Auf der anderen Seite haben wir natürlich
ein Range, der ist auch hier wiederum riesig.
03:02
Wir sind irgendwo im Bereich von (das sind hier
Megawatt) 10 bis 100 Megawatt fast hoch. Riesige Speicher hier sind möglich, aber auch hier auch sehr kleine Speicher und natürlich auch Ihr Mobiltelefon und Ihr Laptop. Und all die haben natürlich auch Speicher,
die deutlich weniger Kapazität haben. Das sind hier alles eher Netz gekoppelte Speicher und betrachten nicht die Mobilitätsanwendung.
03:27
Bei der Effizienz, dem Wirkungsgrad
sieht man schon gleich: da sind wir wieder in einer ganz hohen Liga.
Da sind die Lithium-Ionen-Batterien. Round-trip Efficiencies,
also Wirkungsgrade irgendwo in den hohen 80er bis 90 %, hängt auch ein klein
bisschen davon ab,
03:44
wie effizient sozusagen Gleichrichter,
Wechselrichter und Ähnliches funktionieren. Aber es ist eine der sehr, sehr
effizienten Batterietypen und Sie sehen hier unten auch bei der volumetrischen Energiedichte
haben wir einen sehr guten Wert. Natrium-Schwefel ist noch einmal
ähnlich. Nickel-Metallhydrid auch,
04:00
aber beide haben schlechtere Wirkungsgrad
und zum Beispiel Blei-Säure hat gleich beides - schlechteren Wirkungsgrad
und geringere Energiedichte. Die Redox-Flow-Batterien, die wir in der Unit sieben kennenlernen, ebenfalls geringere Energiedichte. Also Lithium-Ionen ist schon der Speichertypus
für elektrochemische Speicher, der wirklich effizient ist
und eine hohe Energiedichte hat
04:22
und damit natürlich für Mobilitätsanwendungen
ideal geeignet ist. Wenn wir uns dann die genaueren Speicher aus der Batterie Sicht noch mal angucken,
die es dort gibt, also es gibt hier Lithium-Polymer
in einer prismatischen Bauweise (was das heißt
04:40
kommt später vor) Lithium-Phosphat,
Lithium-Ionen, dann in verschiedenen zylindrischen oder Aluminiumhüllen an der Stelle,
hier unten noch mal die prismatischen Zellen. Man sieht direkt, [...]
die Wattstunden pro Kilogramm, also die Energiedichte gravimetrisch
und hier noch mal
05:00
die Energiedichte volumetrisch - in beiden Fällen
[für die Lithium-basierten Batterien] sehr hohe Werte. Bessere, als die später kommen die Nickel-Metalle drin, auch die etlichen Nickel-Cadmium-Batterien
und auch viel besser als Bleibatterien. So gucken wir uns das Ganze mal
ein bisschen genauer an.
05:21
Also, die Lithium-Atome werden beim Entladen
von der negativen Elektrode, das ist die sogenannte "Anode", hier in dem Falle
Graphit, als Li+ in den Elektrolyten freigesetzt und ein Elektron ausgespeichert. Also hier wird es freigesetzt
und dabei wird ein Elektron freigesetzt.
05:46
Der nächste Schritt: der durch ein Leitsalz Li-Ionen-reiche
organische Elektrolyt leitet, das Li+ Ion durch den Separator zur positiven Elektrode
- "die Kathode" - ein Lithium-Metall-Oxid.
06:01
Lithium-Metall-Oxid heißt nicht, dass das Lithium
ein Metall ist, sondern Lithium ist mit einem anderen Metall zusammen
und daraus dann ein Oxid. Also hier, dieses grau Dargestellte,
ist eine Elektrolytlösung, die ist nicht-wässrig und ist Lithium-Ionen reich und sie dienen dazu,
dass hier Lithium durchgeleitet wird.
06:21
Also wir leiten nicht durch einen leeren Raum,
durch ein Vakuum, sondern durch ein nicht-wässriges Fluid hier,
was den Elektrolyten enthält und dort viel Lithium+ schon drin hat. Dort wird es beim Entladen dann aufgenommen,
dort heißt jetzt hier wieder am Pluspol. Es gibt eine positive Ladung
der Kathoden-Aktivmasse
06:41
und ermöglicht so,
dass dieses ein Elektron aufnimmt. Also hier wird sozusagen ein Elektron aufgenommen. Wenn hier ein Elektron aufgenommen wird, entsteht natürlich eine positive Ladung, weil die negativen verschwinden. Der Elektrolyt selber, also dieses graue
hier in der Mitte, nimmt an der Reaktion
07:01
nicht teil, unterstützt
aber die Ionenbewegung von der negativen zur positiven Elektrode
und hat selbst ganz viele Li+ Ionen. Das heißt, es ist auch nicht immer das gleiche
eine Li+ Ion, was wirklich von ganz rechts nach ganz links
rüber geht, sondern es geht in diesem Bulk, wo viele Li+ sind, welche rein auf der Seite
und hier wiederum welche raus. Damit bleiben sie aber - als Elektrolyt
- elektrisch neutral.
07:24
Der Separator selber trennt die positive und negative Elektrode, damit es keinen Kurzschluss gibt Wie gesagt, das was hier so riesen Abstände sind, sind in Wahrheit
hauchdünne Schichten - im Mikrometerbereich. Deswegen ist der Separator wichtig. So ist der nicht leitfähig. Also kein Kurzschluss, aber durch den Separator (das ist hier
angedeutet), durch diese kleine Löcher
07:43
hier drin, ist ein Ionenaustausch möglich,
das heißt Li+ kann dort hindurch wandern. Vielleicht auch noch ganz kurz hier links,
wo wir gesagt habe - es sind Lithium-Metall-Oxide.
Das sieht man ein bisschen hieran. Das Lithium ist hier so pinkfarben dargestellt. Das Metall, zum Beispiel
Kobalt, ist gelb dargestellt und der Sauerstoff,
08:04
damit es ein Oxid wird,
sind die großen weißen Kugeln dabei. Auch die Darstellung des Graphits
ist ganz vernünftig. So sehen so Graphitringe eigentlich aus und dazwischen
können sich die Li+ Ionen dann einlagern, also interkalieren.
08:23
So, schauen eir uns jetzt
erst mal den Aufladevorgang an. Das heißt,
wir haben hier oben eine Spannungsquelle. Die Elektronen wandern hier rein,
das heißt, dass ist der Pluspol und hier wandern Elektronen raus, also das ist dann der Minuspol. Also hier ist die positive Seite
dort ist die negative Seite.
08:41
So was passiert hier vorne an der positiven Elektrode, die auch (wie gesagt in Anführungszeichen immer) "Kathode" genannt wird. Im Regelfall,
wo Aluminiumelektroden als Ableiter sind. Und wir gucken uns als erstes
an, wenn wir aufladen. Was passiert dort?
Wir haben normal unten das Lithium-Kobalt-Oxid.
09:01
Hier ist das Lithium mit einer Oxidationsstufe +1, Sauerstoff ist hier in dem Falle -2 und das Kobalt ist +3. So und was passiert dann? Wenn ich jetzt ein Li+ abgebe, bleibt die Oxidationsstufe vom Lithium eigentlich gleich.
09:24
Das sieht man hier. Aber das Kobalt-Oxid nimmt mit einem Mal wieder
eine neutrale Ladung an, dazu muss es aber ein Elektron verlieren und dann
wird aus dem Kobalt mit einmal ein vier plus. Hier war es ein Co3+, dann ist es ein Co4+, es wurde also oxidiert.
09:44
Also aus Lithium-Kobalt-Oxid wird ein Li+ freigesetzt,
das Kobalt-Oxid, da ändert das Kobalt seine Oxidationsstufe von +3 auf +4
und dadurch wird ein Elektron freigesetzt. Und dieses Elektron geht leitend durch diese
Schicht hier, dann zur Elektrode und kann dann z.B.
10:02
mit der Spannungsquelle in den Pluspol wandern. Das Li+, das ist hier rot dargestellt, wandert hier durch den Separator durch, kommt hier drüben als Li+ an. Dann wäre das ja so zu sagen,
wieder ein geladener Zustand. Also es wäre nicht elektrisch neutral.
10:20
Dazu kommt aber dann hier oben
aus der Spannungsquelle sozusagen ein Elektron, gesellt sich dazu
und dann wird am Ende das Ganze rein bilanziell zu einem Lithium-C6
(LiC6), in das Graphit eingelagert. Also Li+ plus ein Elektron
minus macht das ganz neutral... und C6 ist an sich
erst mal neutral und dadurch entsteht dann hier
10:43
diese Interkalations-stöchiometrische Gleichung. Die Annahme ist,
dass nur ein Lithium-Ion pro Reaktion übergeht. So sieht das ganze aus. Also auf der linken Seite ist es wirklich
noch eine relativ klassische Oxidation
11:02
von Kobalt als 3+ auf Kobalt als 4+. Auf der rechten Seite,
jedoch ist es eher unklassisch. Da wird aus einem Li+
plus diesem C6 Ring plus ein Elektron, dann ein wiederum
elektrisch neutrales LiC6, an der Stelle.
11:22
Ich hoffe, dass es so einigermaßen
verständlich ist. Es ist nicht so schön wie die Blei-Säure-Batterie
natürlich, aber doch hoffentlich einigermaßen verständlich. So, wir können und das hier noch mal ein bisschen
genauer im Detail angucken. Also, wir haben hier unten
dieses Lithium-Kobal-Oxid [LiCoO2],
11:45
das ist das Lithium +1,
das Kobalt +3, das das O ist natürlich immer -2, das ist hier jeweils oben drüber geschrieben. Wichtig ist eigentlich
nur, das Kobalt zu beachten, weil da ist das +3. Weil, wenn dann die Reaktion stattfindet,
wird das Li+ freigesetzt -
12:02
also wir wandern dann einfach geistig nach
hier oben, da hat die Reaktion stattgefunden - das Lithium wird als +1 ,
das Kobalt hat seine Oxidationsstufe geändert auf Co4+ und gibt dabei ein Elektron frei.
Das Li+ ist hier in der Bilanz
12:21
natürlich frei
und kann dann hier rüber wandern, an der Stelle. So, das Ganze wollen
wir jetzt doch mal ein wenig genauer angucken. Es gibt dazu ein Video vom "Simple Club" -
das Ganze nochmal animiert und vielleicht hilft Ihnen das auch,
es ein bisschen besser zu verstehen. Es ist auch ganz, ganz gut animiert dargestellt
aus meiner Sicht.
12:42
Okay, starten wir das Video mal. "Eine der wichtigsten Dinge
bei elektronischen Geräten ist der Akku. Und genau darum geht es heute. Aber es gibt ja sehr
viele verschiedene Arten von Akkus: die Blei-Akkus, den Silber-Zink-Akku,
den Natrium-Schwefel-Akku und, und, und.
13:05
Doch der, der aus eurem Smartphone raus hüpft,
wenn ihr es fallen lasst basiert auf Lithium und Ionen. Dementsprechend heißt der auch so - der Lithium-Ionen-Akkumulator X 420. Okay, das X420 war nur Geschwafel von mir. Lithium kennen wir, Ionen kennen wir. Aber wie funktioniert denn jetzt das Ganze?
13:22
Schauen wir uns dazu erst mal den Aufbau
von so einer Energiezelle an. So ein Akku kann und ist meist auch aus mehreren
solcher Zellen aufgebaut. Und so eine Zelle sieht jetzt so aus. Damit der Strom irgendwie die Zelle erreichen
oder auch wieder abfließen kann, ist auf der einen Seite eine Aluminiumschicht und auf der anderen eine aus Kupfer. Die leiten ja beide Strom.
13:44
Dazwischen sind noch zwei Schichten,
die eigentlichen Elektroden des Akkus. Bei der Alu Schicht ist eine Lithium-Metall-Oxid
Lage, die stellt die Kathode dar. Auf der anderen Seite
beim Kupfer ist eine Lage aus reinem Graphit, also eine
natürliche Erscheinungsform des Kohlenstoffs.
14:00
Die stellt dann die Anode dar. Generell gilt für solche Schichten
- je gleichmäßiger ihre chemische Zusammensetzung, desto höher sind die Leistung und Lebensdauer der Batterie. Gefüllt ist die Zelle mit einem möglichst
sehr reinen und wasserfreien Elektrolyten. Das bedeutet dann, ein organisches Lösungsmittel mit einem Leitsatz drin
wie Lithiumhexafluorophosphat (LiPF6).
14:22
Da aber momentan die Kathode und Anode nicht
voneinander isoliert sind, würde es so zum Kurzschluss kommen. Aber keiner möchte ja, dass euer Handy in der Hand explodiert,
während ihr Candy Crush spielt. Deshalb finden wir zwischen der Kathode
und der Anode noch einen Separator,
14:41
der beide Schichten voneinander abtrennt.
So, dann mal zum Mechanismus. Wie der Name uns schon verrät,
geht es ja um Lithium-Ionen. Die befinden sich nämlich am Anfang, wenn die Batterie leer ist,
auf der Seite der Lithium-Metall-Oxid-Schicht. Deshalb heißt sie auch so. Die Schicht besteht zum Beispiel aus
Lithium-Kobalt-Dioxid.
15:01
Da sind die Lithium-Ionen dann die roten Kugeln. Zum Aufladen des Akkus
wird von außen eine Spannung angelegt, die würdet ihr mit eurem Ladekabel ans Handy
anschließen. Und zwar ist die Graphit-Elektrodenschicht dann über die Kupferschicht
mit dem negativen Pol verbunden und die Lithium-Metall-Oxid-Elektroden-Schicht über die Aluminium-Schicht mit dem positiven Pol.
15:22
Wenn jetzt die Batterie aufgeladen wird, fließen also Elektronen vom Minuspol
über die Kupferlage zum Graphit. Andersherum fließen
Elektronen von der Lithium-Metall-Oxid-Lage übers Aluminium ab zum Pluspol.
So würde sich natürlich die Lithium-Metall-Oxid-Schicht positiv aufladen
und die Graphit-Schicht negativ.
15:41
Gucken wir uns die Lithium-Metall-Oxid-Schicht
noch mal genauer an. Da hat das Lithium die Oxidationszahl plus 1 (+I), Kobalt +III und Sauerstoff wie immer -II. Insgesamt ist dieses Oxid also ungeladen. Wenn jetzt durch die äußere Spannungsquelle
während der Aufladung Elektronen abgezogen werden, dann wird das Kobalt weiter
oxidiert, zur Oxidationsstufe +IV.
16:02
Jetzt haben wir da aber eine positive Ladung
zu viel. Wie eben schon gesagt,
würde sich die Schicht positiv aufladen. Um dem entgegenzuwirken
passiert jetzt etwas Krasses. Es wandern einfach positiv geladene Lithium-Ionen
aus der Lithium-Metall-Oxid-Schicht durch den Separator
hindurch zur Graphit-Schicht hin,
16:20
weil sie es können und die Metall-Oxid-Schicht
so wieder ungeladen wird. Bloß, wie können die das? Zum Einen wird dieser wasserfreie
Elektrolyt als Transportmedium verwendet. Deswegen müssen die Hersteller darauf achten,
dass die Flüssigkeit sehr rein ist, sonst würde es immer wieder Störung
während dem Auf- und Entladen geben. Aber wir haben doch noch unseren Separator,
der alles schön isoliert,
16:42
damit es keinen Kurzschluss gibt. Ja, der Separator hat sich da einen coolen Trick
ausgedacht. Der ist nämlich aus mikroporösem Kunststoff. Das bedeutet, dass er für winzig kleine Teile
wie unsere Lithium-Ionen durchlässig ist. Deswegen gelingt es nur, unseren Lithium-Ionen von der einen zur anderen Seite hin zu pilgern.
17:00
Und dort verbinden sich die Lithium-Ionen
mit den überschüssigen Elektronen, so dass sich auch auf der Seite
die Ladung ausgleicht. Sie können sich da schön in die Schichtstruktur
des Graphit einlagern. Und wenn alle Lithium-Ionen jetzt angekommen sind,
dann ist der Akku voll geladen. Beim Entladen
passiert eigentlich genau alles umgekehrt. Dieses Mal lösen sich halt einerseits
die Elektronen vom Lithium
17:22
und wandern zum Beispiel
durch ein Kabel zu einem Scheinwerfer und dann per Kabel
wieder zurück zum Lithium-Metall-Oxid. Das ist kein Problem, denn das Lithium ist
sehr unedel und gibt seine Elektronen leicht ab. Andererseits wandern
die Lithium-Ionen wieder zurück zur anderen Seite und können da wieder gut eingebaut werden,
weil da ja die Elektronen schon hingeflossen sind.
17:42
Die verbinden sich jetzt zwar nicht
direkt mit dem Lithium, sondern reduzieren das Kobalt zurück zur Oxidationsstufe +III,
weil das Kobalt ein bisschen edler ist. Aber so wird auch diese Seite insgesamt
wieder ungeladen. So, da haben wir also ein Lade- und Entladezyklus
durch und so wiederholt sich der Prozess
immer und immer wieder.
18:01
Zum Schluss noch ein paar kleine fun facts. So eine Lithium-Ionen-Batterie hält
ungefähr fünf Jahre. Sie verkraftet ungefähr 700 bis 1000 Ladezyklen, bevor ihre maximale Kapazität auf unter 90 % des ursprünglichen Wertes sinkt. Hohe Temperaturen veraltern euren Akku
sehr schnell. Deswegen immer irgendwo kühl aufbewahren.
Wenn euer Handy fertig geladen
18:22
ist, dann trennt es vom Ladekabel,
um eine vorzeitige Alterung zu verhindern. Also Leute, danke fürs Anschauen und checkt unbedingt
noch unsere App The Simple Club ab, bis gleich." So, ich hoffe, dass das Video Ihnen noch mal
mit diesen Bewegtbildern ein bisschen klarer den Ablauf hat zeigen können,
wie das Ganze in den Lithium-Ionen-Batterien
18:45
auf der Kathoden-
und auf der Anodenseite vonstatten geht. Schauen wir uns das Ganze genauer
an, hier am Beispiel von Lithium-Kobalt- Oxid. Oben noch mal die Grafik, wo man sehen kann, hier steht es als sogenanntes LiMO2,
da steht das M für Metall,
19:03
wir wollen das für Kobalt betrachten, an der Stelle.
Rechts wieder das Graphit. Die positive Elektrode hat dann eine Bilanzgleichung,
die da lautet: Li(1-x)CoO2 + xLi+ + xe-. Wieso steht das dort?
Also wir haben den entladen Zustand.
19:24
Dann haben wir komplett nur Lithium-Kobalt-Oxid,
dann wird dieses x null (X=0) sein. Wenn x null ist, haben wir hier
kein Li+, auch keine Elektronen. Wenn ich aber dann ein wenig lade, kann ich sozusagen immer weiter hier immer mehr das x verändern, bis zu 0,6.
19:41
Dann steht aber hier nur noch Li(0,4)CoO2 +0,6
Li+ + 0,6 e-, an der Stelle. Warum steht da 0,6 und warum nicht eins? Warum kann ich also die Li+ die ich alle drin
haben im Oxid nicht alle rausholen? Ganz einfach.
20:01
Dieses Mischmetall-Oxid ist nur stabil
bis zu einer geringsten Menge von ungefähr 40 %
Li+ Ionen, die dort eingebunden sind. Wenn ich unter 40 % Li+ Ionen gehe,
bricht mir diese Struktur zusammen. Das heißt
diese Aktivmasse wäre danach zerstört.
20:21
Ich muss also immer in diesem Range bleiben. Bei der negativen Elektrode
habe ich entweder LiC6, wenn alles eingelagert ist, oder
aber ich habe Teile davon schon ausgelagert und dementsprechend auf der anderen Seite
dann Li+ und Elektronen und das C6 als Graphit.
20:41
Hier kann ich aber komplett - das Li+
komplettes in das Graphit ein- und wieder auslagern.
Da gibt es an der Stelle keine Mindestmenge. Wichtig, da hier an der Anode, also negativen Elektrode, x Lithium übergehen, an der Kathode hier vorne aber nur 0,6 Lithium,
21:00
und in beiden Fällen eigentlich gleich
viel Elektronen, kann die Anode hier kleiner sein. In diesem Falle 0,6
mol kann sie nur ausmachen, weil ich kann ja gar kein ganzes Mol Li+ freisetzen,
sondern nur hier 0,6 mol freisetzen und dementsprechend kann die negativen Elektrode kleiner ausfallen,
21:22
weil ich natürlich nur
diese 0,6 Mol Li+ aufnehmen muss und kein ganzes Mol.
Die Gesamtreaktionsgleichung wird ein klein wenig leichter, wenn man die beiden Seiten zusammenfasst, dann haben wir hier... Ich habe einmal den komplett geladenen Zustand.
Li(0,4)CoO2 + 0,6 Lithium in dieser Graphit Struktur.
21:44
Das Ganze kann ich auch komplett entladen,
dann ist es reines Lithium-Kobalt-Oxid und 0,6 C6. Das sind diese sechs Mol,
wo sagten diese kann sozusagen kleiner ausfallen, wobei kleiner ist rein molar zu verstehen,
nicht in Gewicht, nicht in Größe,
weil es durch alles von Dichte, Molmassen
22:02
und Ähnlichem abhängt,
sondern nur sozusagen auf die Anzahl der Atome bezogen.
So, dann habe ich gesagt, wir wollten uns noch kurz die Komponenten angucken,
damit Sie einen ersten Eindruck haben. Also wir haben an der Kathode,
das ist die positive Elektrode, der Pluspol, die enthält im Regelfall
Lithium-Metalloxid Verbindungen.
22:23
Wie eben gezeigt, diesem Lithium-Kobalt
zum Beispiel (das ist hier das Erste) oder auch mit Nickel, Mangan und das nimmt das Li+
und das Elektron beim Entladen auf. Die Anode, also negative Elektrode,
Minuspol, ist im Regelfall Graphit
22:40
und nimmt beim Laden
dass Li+ als Interkalationsreaktion auf, sowie ein Elektron. Der Elektrolyt besteht aus einem organischen Lösungsmittel und gelösten Lithium-Salzen wie LiPF6 an der Stelle. Wollen wir mal kurz gucken:
also Lithiumhexafluorophosphat
23:00
ist eine anorganische Verbindung
bestehend aus Lithium, genauer gesagt, dem Kationen Li+ und dem hexafluorophosphat-Anion FF6-.
Daher kommt die Summenformel LiPF6. Aber wichtig ist, es dissoziiert in Li+ und PF6-
und dementsprechend haben wir genug Li+ in dem Elektrolyten die ganze Zeit vorliegen.
23:23
Ganz wichtig dabei noch ist : Wasserfreiheit. Das Innere eines Lithium-Ionen-Akkumulators
ist völlig wasserfrei. Der Gehalt an Wasser ist kleiner 20 ppm
(kleiner 20 parts per million). An etwaigen Beschädigungen, also an diesem Housing (der Hülle), der Schutzschicht oder Ähnlichem,
23:42
wo dort Wasser eindringen kann,
würde dieses sofort unter starker Wärmeentwicklung reagieren und würde dazu führen,
dass es Brand- oder Verpuffungsgefahren gibt. Also ich muss grundsätzlich Wasserfreiheit
bei Lithium-Ionen-Batterien immer sicherstellen, das ist (hinterher sehen wir es)
beim Zusammenbau auch eine große Herausforderung.
24:04
Dann kurz vorm Schluss des Teils A noch einmal eine Übersicht
über die verschiedenen Typen, die wir haben. Grundsätzlich gibt es Lithium-Batterie-Systeme, die zerfallen in Lithium-Metall-Batterien
und Lithium-Ionen-Batterien. Die metallischen sind eigentlich eher selten.
Das sind vorrangig Primärzellen, die man kaufen kann,
aber nicht wieder aufladbar.
24:24
Die sind hier auf der rechten Seite. Und diese Primärzellen
gibt es entweder mit flüssigen Elektrolyten oder mit Polymer-Elektrolyten,
also beide Varianten existent. Jede haben Vor- und Nachteile. Bei den wiederaufladbaren System,
da sind es die Lithium-Ionen
24:41
und da gibt es auch wiederum den flüssigen Elektrolyten oder ein Polymer-Elektrolyten. Hier ist nur der große Unterschied, dass bei dem flüssigen Elektrolyten wir eine sehr hohe Leistungsdichte haben. Wird schon mal bei Elektromobilität eingesetzt. Beim Polymer
haben wir eher eine geringere Leistung und man kann sie nicht gut bei tiefen
Temperaturen einsetzen.
25:01
Man muss wissen, das Polymer leitet einfach bei Wärme
besser als bei Kälte. Und wenn es kühl wird, dann ist die Ionen-Leitfähigkeit des Polymers doch arg herabgesetzt. Aber dazu sehen wir gleich mehr im Teil B, weil
damit haben wir unseren Teil A erst mal durch und ich freue mich gleich mit Ihnen
den Teil B durchzugehen.
25:21
Bis gleich dann. Tschüss.