Fragebögen – Antwortformate
This is a modal window.
Das Video konnte nicht geladen werden, da entweder ein Server- oder Netzwerkfehler auftrat oder das Format nicht unterstützt wird.
Formale Metadaten
Titel |
| |
Serientitel | ||
Anzahl der Teile | 20 | |
Autor | ||
Lizenz | CC-Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland: Sie dürfen das Werk bzw. den Inhalt zu jedem legalen Zweck nutzen, verändern und in unveränderter oder veränderter Form vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen, sofern Sie den Namen des Autors/Rechteinhabers in der von ihm festgelegten Weise nennen und das Werk bzw. diesen Inhalt auch in veränderter Form nur unter den Bedingungen dieser Lizenz weitergeben. | |
Identifikatoren | 10.5446/51689 (DOI) | |
Herausgeber | ||
Erscheinungsjahr | ||
Sprache |
2
3
5
6
7
10
11
12
13
14
15
16
17
19
20
00:00
Besprechung/Interview
01:10
ComputeranimationBesprechung/Interview
03:33
ComputeranimationBesprechung/Interview
05:20
ComputeranimationBesprechung/Interview
07:41
Computeranimation
08:57
Computeranimation
10:27
ComputeranimationBesprechung/Interview
Transkript: German(automatisch erzeugt)
00:03
Wenn man einen Fragebogen selbst erstellt, muss man sich in der Regel auch Gedanken über die Antwortformate machen. Ganz grundsätzliche Überlegungen sind da zum Beispiel, ob ich überhaupt eine geschlossene oder eine offene Frage habe. Eine offene Frage zum Beispiel können Sie ein Beispiel beschreiben, in der Ihnen das Produkt ganz besonders positiv aufgefallen ist.
00:24
Das wäre eine Frage, die einfach ein paar Zeilen Text als Antwort erwartet. Es gibt auch beispielsweise ganz einfache Ja-Nein-Fragen, wo man einfach nur eine dieser beiden Antwortalternativen auswählen kann. Am verbreitetsten, um subjektive, quantitative Daten zu erhalten, sind mehrstufige Ratingscalen in dem Format,
00:46
dass man also eine Aussage als Item hat und auf einer mehrstufigen Antwortskala, auf einer sogenannten Ratingskala, den Grad der individuellen subjektiven Zustimmung zu dieser Aussage zum Ausdruck bringt. Das sind dann Aussagen wie beispielsweise, ich kann das Produkt leicht bedienen, Punkt.
01:04
Und auf der Antwortskala kann man dann ankreuzen von stimmt nicht bis stimmt sehr zum Beispiel. Die Frage ist jetzt, wie viel Abstufung braucht man da? Man sollte nicht zu wenige haben, damit man ein hinreichend differenziertes Bild bekommt.
01:21
Auf der anderen Seite darf man es aber natürlich nicht zu differenziert machen, weil dann die Befragten einfach überfordert sind und einfach gar nicht so fein abgestuft ihre Zustimmung zu dieser Aussage zum Ausdruck bringen können. In der Regel haben sich aus diesen Erwägungen heraus Antwortabstufungen in der Menge von fünf bis maximal neun,
01:41
meistens fünf oder sieben, bewährt und durchgesetzt. Mit der Frage, wie viele Abstufungen man braucht, ist auch die Frage verknüpft, ob es sich dabei um eine gerade oder eine ungerade Zahl von Antwortabstufungen handelt. Ungerade Abstufungszahlen haben die Eigenschaft zunächst mal, dass sie eine mittlere Antwortkategorie haben.
02:06
Also in der Regel hat man bei einer fünfstufigen Antwortskala zum Beispiel die verbalen Verankerungen trifft gar nicht zu, trifft wenig zu, trifft mittelmäßig zu, trifft ziemlich zu und trifft völlig zu oder trifft sehr zu. Da gibt es so ein paar Varianten und diese mittelmäßige Zustimmung oder teils teils wird es auch oft betitelt,
02:26
hat eben unter Umständen so ein bisschen das Problem, dass Menschen, die sich vielleicht nicht so festlegen wollen, hier eine sehr gute Möglichkeit haben, sich so ein bisschen aus der Affäre zu ziehen und wie man dann sagt, zur Mitte zu tendieren. Also diese Tendenz zur Mitte wird das genannt,
02:42
wenn also Menschen sich aufgefordert fühlen oder einfach von ihrer Persönlichkeit her nicht so gerne extreme Bewertungen vornehmen. Und das wird natürlich überhaupt erst möglich, wenn man eine mittlere Antwortkategorie hat. Wenn das ein Problem ist oder wenn man andererseits auch erwarten kann, dass alle Befragten sich zumindest tendenziell
03:06
eher zu einer Zustimmung oder zu einer Ablehnung der Aussage stellen können, dann kann man und sollte man unter Umständen auf eine mittlere Antwortkategorie verzichten und eine zum Beispiel vierstufige Antwortskale haben,
03:21
wo man sich dann zumindest in der Tendenz eben festlegen muss. Beides hat Vor- und Nachteile und man muss für den eigenen Fragebogen eben überlegen, bei welcher Lösung die Vorteile gegenüber den Nachteilen überwiegen. Eine nicht zu unterschätzende Entscheidung, die man auch treffen muss, ist die, ob es eine Enthaltungsmöglichkeit geben sollte oder nicht.
03:46
Auch da gilt eigentlich, wenn man davon ausgehen kann, dass alle Befragten sich zu dem Item äußern können, eine Haltung dazu haben, eine Einstellung dazu haben und alle Voraussetzungen erfüllen, diese Frage zu beantworten,
04:01
dann kann man unter Umständen auf eine Enthaltungsmöglichkeit verzichten. Wenn man das tut, läuft man aber grundsätzlich immer ein Stück weit Gefahr, dass man in den Fällen, wo in einem Fragebogen zum Beispiel ein Kreuz fehlt, nehmen wir jetzt mal den Fall von Papierfragebogen, wo man mit dem Stift ein Kreuz macht,
04:22
dann kann man eben nicht einschätzen, hat sich da jemand gezielt und ausdrücklich enthalten oder hat jemand nur vergessen, da sein Kreuz zu machen. Das ist also ein fehlender Wert. Allein diese Erwägung spricht schon dafür, in der Regel eine Enthaltungsmöglichkeit vorzusehen. Auch gerade bei einer ungeraden Anzahl von Antwortabstufungen kann man,
04:44
wenn man keine zusätzliche Enthaltungsmöglichkeit hat, manchmal den Fall beobachten, dass Menschen, um sich zu enthalten, ihr Kreuz in der Mitte machen, was ja aber qualitativ eigentlich was anderes ist, als sich zu enthalten. Man stimmt der Aussage halt ein Stück weit zu, aber eben nicht völlig zu. Das ist etwas anderes, als wenn man sich enthält.
05:02
Also gerade bei Antwortscalen, bei Ratingscalen, die eine Mitte haben, eine mittlere Antwortmöglichkeit, sollte man eine Enthaltungsmöglichkeit vorsehen, die man ankreuzen kann, keine Angabe, sodass man eben die verschiedenen Antwortverhalten der Befragten eindeutig unterscheiden kann.
05:24
Eine weitere Unterscheidung bei Antwort- und Ratingscalen ist die zwischen unipolaren und bipolaren Antwortscalen. Von einer bipolaren Skala redet man dann vor allen Dingen, wenn das Ankreuzen an einem der beiden Enden genau das Gegenteil von dem bedeutet, was man am anderen Ende der Skala zum Ausdruck bringen würde.
05:46
Einfaches Beispiel dafür sind sogenannte semantische Differenziale, wo man von vornherein ganz gezielt mit Gegensatzpaaren antwortet, zwischen denen man eine Abstufung vornehmen soll. Also das Produkt zum Beispiel ist einfach bis kompliziert, oder es ist interessant bis uninteressant.
06:05
Da arbeitet man mit Gegensätzen. Und ein Kreuzchen in der Mitte würde halt eher eine neutrale Position, eine Mittelposition, eine Nullposition, wenn man so will, bedeuten. Das kann man auch durch die Verankerung der Ankreuzmöglichkeiten der Skalenpunkte auch nochmal verdeutlichen,
06:21
indem man zum Beispiel in der Mitte tatsächlich eine Null schreibt und im linken Bereich Minuszeichen und im rechten Bereich Pluszeichen benutzt oder ähnliche Dinge, oder eben die Zahlen von Minus 2 bis Plus 2 gehen lässt, anstatt von 0 bis 5 beispielsweise. 0 bis 5 wäre zum Beispiel, würde eine unipolare Skala suggerieren.
06:44
Unipolar heißt eben, dass man nur in eine Richtung etwas abfragt. Also der Nullpunkt ist gewissermaßen an einem Ende der Skala. Und die Werte werden nicht gegenteilig, sondern in einer Richtung eben nur immer größer. Das hat man zum Beispiel dann, wenn man Aussagen hat, denen man mehr oder weniger zustimmen kann.
07:04
Da hängt es eben aber auch viel an der Formulierung. Man kann beispielsweise eine fünfstufige Antwortskala abstufen, bzw. die beiden extremen Ankreuzmöglichkeiten beschriften mit Stimme gar nicht zu bis Stimme völlig zu. Man kann aber auch schreiben, lehne völlig ab bis Stimme völlig zu.
07:22
Im ersten Fall hätte man eine unipolare Skala, wo es nur um das Ausmaß der Zustimmung in eine Richtung geht. Im zweiten Beispiel würde man also eine bipolare Skala haben, bei der man sich entscheiden kann zwischen zwei gegensätzlichen Standpunkten, nämlich einer völligen Ablehnung und im Gegenteil einer völligen Zustimmung.
07:44
Eine weitere Entscheidung bei Ratingscalen besteht darin, in welche Richtung man eine Zunahme an Zustimmung ankreuzen kann. Ganz einfach gesagt, ich habe eine Aussage, der ich mehr oder weniger zustimmen kann. Dann ist die Frage, ob ich eine völlige Zustimmung ganz rechts in der Antwortskala habe oder ganz links.
08:03
Das hängt auch noch zusammen mit den Zahlenwerten, die man vielleicht sogar da dran schreibt. Wenn man 1, 2, 3, 4, 5 schreibt, dann kann man das entweder so verwenden, dass 1 eine geringe Zustimmung bedeutet und 5 eine hohe Zustimmung. Man kann das aber auch im Sinne von Schulnoten verstehen und sagen, eine 1 ist eine gute Bewertung
08:23
und da steht dann vielleicht zusätzlich noch Stimme völlig zu dran und bei der 5 steht dann eben Stimme gar nicht zu dran. Das heißt, man kann die Bedeutung der Skala und auch die Bedeutung der Größe von Zahlen, die man damit dann nachher auch in der Auswertung verknüpft, in die eine oder in die andere Richtung verstehen und anlegen.
08:44
Und dann bedeuten natürlich am Ende auch in der Auswertung im einen Fall große Zahlen, also hohe Zahlen, eine gute Bewertung oder eben ganz im Gegenteil kleine Zahlen bedeuten eine gute Bewertung.
09:00
Wichtig bei einer Ratingscala ist auch, wie man sie semantisch verankert. Wie man also den befragten Personen deutlich macht, was es bedeutet, wenn sie hier oder da oder dort ihr Kreuz machen. Es gibt da verschiedene Varianten. Im einfachsten Fall hat man eine verbale Verankerung und zwar nur an den beiden äußeren Extremen.
09:22
Zum Beispiel eine Aussage, ich kann das Produkt leicht bedienen und dann auf Punkt 1, also ganz links hat man stimmt nicht, ganz rechts hat man stimmt sehr. Man kann das Ganze auch noch untermauern mit Zahlen, die dann von 1 bis 5 größer werden. Man kann auch alle Antwortmöglichkeiten verankern, also zum Beispiel stimmt nicht, stimmt wenig, stimmt mittelmäßig, stimmt ziemlich, stimmt sehr.
09:45
Man kann auch ohne Sprache zumindest die Antwortskala gestalten, indem man Smileys nimmt, die also entweder sehr stark lächeln bis grinsen. In der Mitte dann vielleicht eher so einen geraden Strich als Mund haben und am anderen Extremen dann eher ein trauriges Gesicht machen.
10:03
Da gibt es verschiedene Varianten, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Empfehlenswert ist aus meiner Sicht jedenfalls, dass man alle Skalenpunkte auch tatsächlich semantisch verankert, dass man also ganz genau weiß. Hier mein Kreuz zu machen bedeutet im Bezug auf dieses und jenes Item dieses Ausmaß an Zustimmung. Das ist im Grunde genommen die eindeutigste Variante und führt zu den zuverlässigsten Daten.
10:30
Eine weitere Überlegung ist die, dass man auf Abstufung verzichtet und eine kontinuierliche Antwortskala hat, das ist auch denkbar. Man würde dann bei einem Papierfragebogen einen Strich machen, wo man dann auch wiederum
10:43
in der Regel nur die beiden äußeren Enden beschriftet, semantisch, also mit Bedeutung, versieht. Und ansonsten die völlige Freiheit lässt, auf dieser Strecke, auf dieser Linie ein Kreuz zu machen. Bei der Auswertung muss man dann natürlich sich die Mühe machen, gegebenenfalls unterstützt durch entsprechende Hard- und Software zu messen,
11:03
wie viel Zentimeter oder Millimeter jemand jetzt sein Kreuz vom linken oder vom rechten Rand der Skala gemacht hat. Wenn man das Ganze online umsetzt, dann hätte man einen Schieberegler, der vielleicht nicht ganz stufenlos ist, aber dann doch eben sehr viel feinere Abstufung erlaubt.
11:20
Die Frage ist immer, ob man eine so differenzierte Abstufung oder eben auch stufenlose Zustimmung oder Ablehnung den Befragten zumuten kann oder ob es nicht vielleicht doch eher eine Überforderung ist. In den Fällen, wo man zu dem Schluss kommt, das ist eine gute Möglichkeit, die maximale Freiheit zu lassen. In den Fällen, wo man auch eine so differenzierte Beurteilung von den Befragten erwarten kann,
11:43
ist das auf jeden Fall eine bedenkenswerte und unter Umständen sinnvolle Option.