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Didaktik der Informatik II - Kapitel 11

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Formale Metadaten

Titel
Didaktik der Informatik II - Kapitel 11
Serientitel
Teil
12
Anzahl der Teile
12
Autor
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CC-Namensnennung - keine Bearbeitung 3.0 Deutschland:
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Herausgeber
Erscheinungsjahr
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Inhaltliche Metadaten

Fachgebiet
Genre
Schlagwörter
InformatikerNetzwerk-gebundene SpeicherungAktion <Informatik>XML
Fakultät <Mathematik>Computeranimation
Entscheidungstheorie
DickeMengeComputeranimation
KoroutineExpertensystemComputeranimation
MomentenproblemInformationsmodellierungPlot <Graphische Darstellung>KoroutineAlgebraisch abgeschlossener KörperKlasse <Mathematik>InformationComputeranimation
StandardabweichungGesetz <Physik>Inhalt <Mathematik>t-TestComputeranimation
AggregatzustandMomentenproblemVollständiger VerbandRundungComputervirusAirline <Programm>DateiXMLComputeranimation
Dienst <Informatik>InformatikerDruckverlaufNorm <Mathematik>ComputeranimationDiagramm
DateiformatInternett-TestInformatikerComputeranimation
Version <Informatik>XML
KraftRuhmasseXMLComputeranimation
ReiheKoroutineExpertensystemAggregatzustandXMLComputeranimation
LaufzeitsystemEmpfindlichkeitTopologische EinbettungXMLComputeranimation
Haar-MaßLaufzeitsystemHausdorff-RaumComputeranimation
DatensatzGesetz <Physik>Platonischer KörperFächer <Mathematik>ÜbergangComputeranimation
InformatikerInklusion <Mathematik>EreignishorizontDickeKlasse <Mathematik>Computeranimation
Ebene KurveStichprobeInformatikerMathematikART-NetzEntscheidungstheorieFlussdiagramm
Systems <München>KoroutineÜbergangKlasse <Mathematik>Computeranimation
FaktorisierungComputeranimation
AlgorithmusFaktorisierungVolumenDatenstrukturKorrelationComputeranimation
FaktorisierungVorzeichen <Mathematik>InformatikerXMLComputeranimation
Klasse <Mathematik>InformatikerComputeranimation
FaktorisierungLaufzeitsystemComputeranimation
Klasse <Mathematik>Physikalische GrößeHöheComputeranimation
XML
Klasse <Mathematik>AggregatzustandMomentenproblemTopologische EinbettungHöheGroße VereinheitlichungXML
Transkript: Deutsch(automatisch erzeugt)
Ja, herzlich willkommen zum letzten Kapitel im Zyklus Didaktik der Informatik 2. Professionalisierung des Lehrerberufs. Das ist mal ein Thema jetzt wieder, was ganz nah an der Schule ist. Wir haben ja viel Informatik gemacht, so im Laufe des Kapitels. Und jetzt schauen wir uns mal wieder ein bisschen die Schule an.
Und zwar eigentlich die Lehrerpersönlichkeit. Und da haben Sie vielleicht, wenn Sie die Zeitungsmeldungen verfolgen, dann kriegen Sie diesen Begriff Professionalisierung irgendwie mit. Und manchmal weiß man so richtig gar nicht, was professionell ist. Also das ist ja so ein bisschen in den Jargon eingegangen irgendwie. Das ist professionell, die machen das aber unprofessionell.
Ja, was ist das überhaupt? Und da gibt es so unterschiedliche Ansichten. Also zumindest, wen man als professionell betrachtet, auch wenn Sie diese Zeitungsmeldungen so betrachten. Also Arzt, Jurist, Bauunternehmer. Da taucht dieses Begriff auf. Mensch, das macht ihr aber unprofessionell. Ja, da taucht das irgendwie schon mal auf. Beim Jurist würde man noch sagen, das funktioniert irgendwie.
Also ob das jetzt mal ein guter ist oder ein schlechter ist, das ist was anderes. Aber irgendwie die Abläufe funktionieren professionell. Beim Arzt auch. Wobei da auch immer irgendwie die Leistung des Arztes ja manchmal in keinem Verhältnis steht zu dem, was man vielleicht bezahlen muss oder was man dafür für einen Aufwand getrieben hat. So und beim Lehrer ist dieser Begriff irgendwie relativ neu.
Also das ist eigentlich unsere Frage. Was bedeutet denn tatsächlich eine professionelle Lehrkraft, ein professioneller Lehrer? Kann ein Lehrer professionell sein? Und wie verhält er sich dann? Und da hat man eigentlich, also es gibt in anderen Fakultäten gibt es eben den Begriff professionell
und der wird dann da auch analysiert im Bereich der Arbeitsorganisation oder so im Bereich der BWL. Was ist profession überhaupt? Und da ist es so, dass es im Prinzip, dass man dann von einer Profession spricht, wenn viel Wissen zusammenkommt. Viele standardisierte, auch in ihrer Qualität beurteilbare,
gut weiterentwickelte Handlungsroutinen und eine gewisse Form von Ethos. Also von ethischen Grundregeln, von Verhaltensweisen, von sozusagen nicht formalen Entscheidungen darüber, was gut und was schlecht ist, wie man was macht und dergleichen.
Und im Prinzip ist Profession so eine spezielle Ausprägung. In den beruflichen Handelns, hier tauscht es nochmal auf mit dem Wissen. Und dieses Wissen ist jetzt nicht irgendein Wissen, das ist meist nicht Handwerkerwissen. Man spricht also meist nicht von Handwerk, bei Handwerk von Profession, auch wenn das sozusagen im Sprachgebrauch häufig so verwendet wird.
Ja, also meist geht es um eine wissenschaftliche Ausbildung, auf der dann hinterher ein professionsorientiertes Handeln aufsetzt. So, und dann haben wir beim Lehrer natürlich, haben wir genau diese Begriffe, oder dieses Merkmal auch natürlich vorliegen. Und ich greife jetzt mal die einzelnen Merkmale des Professionsbegriffs immer auf
und gucke nach, was die Lehrer dazu beiträgen oder inwiefern sie dieses Merkmal erfüllen. Ja, das ist sicherlich der Fall. Lehrer erfordert lange Ausbildungszeit, sie müssen sogar eine Staatsprüfung machen. Man kann fast alles machen, nur Lehrer werden, Jurist werden, Arzt muss man keine Staatsprüfung machen, man braucht eine Krankenkassenzulassung. Nein, muss man nicht. Also bestimmte Dinge, die werden sogar richtig staatlich geprüft.
Wenige Fächer langer Ausbildungszeit. Also hier sammelt sich beim Lehrer eine erhebliche Menge an Wissen und dieses Element der Professionsorientierung wird er in jedem Fall erfüllen. Was haben wir noch? Zugangshürden zur Qualifikation. Das ist auch häufig bei Professionen der Fall.
Nicht jeder darf das. Die Tätigkeit ist monopolisiert. Bei Handwerk, da weicht das ja gerade so auf. Nicht jeder kann Arzt werden. Nicht jeder kriegt eine Kassenzulassung und ist dann überhaupt als Arzt beliebig oder kann beliebig agieren. Der Unterschied zwischen Experte und Laie wird deutlich immer beim Professionsbegriff. Sie können immer sagen, also dieses und Laie, der macht das nicht richtig.
Und beim Handwerk ist das zum Teil auch der Fall, aber natürlich besonders bei diesen wissenschaftlichen Berufen Jurist, Arzt und eben auch Lehrer. So, und ein wichtiger Punkt ist noch eben hier Selbstkontrolle statt Fremdkontrolle. Das ist so eine Freiheit, die dem Professionsorientiert Handelnden gegeben ist,
dass es eben eine größere Gruppe oder er selbst ist der eigentlich sein Handeln kontrolliert und keiner Fremdkontrolle unterliegt. Also wenn wir jetzt hier freiberuflich wären, so Professoren oder so, denen würde in jedem Fall diese Merkmale zugeschrieben.
Wir unterliegen quasi nur der Selbstkontrolle. Unser Fachgremium kontrolliert mich mehr oder weniger, wenn es jetzt um Publikation geht. Ich habe zwar irgendwie einen Chef, aber Sie wissen, Wissenschaft ist frei. Der Rektor kann mir nicht viel sagen, was er ein paar wenige Dinge irgendwie tut, muss ich tun, aber ansonsten hat er nicht viel Möglichkeiten, mir irgendwas zu sagen.
Das ist eben so festgeschrieben. Also diese Selbstkontrolle, ja, Ärzte, die Kammern sind diese freiwilligen Zusammenschlüsse von solchen Selbstkontrollen. So, also Experten handeln, rasche Auffassungsgabe, Automatismen, qualitativ hochwertige Routinen.
Das sind diese Routine, Tätigkeiten, ja, die Handlungsroutinen, die qualitativ hochwertig sind und immer wieder angewendet werden und hinter deren sozusagen Routiniertheit ein extremes Grundwissen steht, ein extremes hoher Ausbildungsstand. So, und beim Lehrer finden wir natürlich dies auch alles. Ja, Informationen schnell wahrnehmen, sich an ähnliche Situationen erinnern.
Viele Lehrer entwickeln so im Laufe der Jahre so eine Art Türklinken-Didaktik, die dann nicht mal schlecht ist, weil sie von ihrer hohen Erfahrung profitieren. Das heißt sozusagen, in dem Moment, wo er die Klinke runterdrückt, weiß er, in welcher Klasse er sich befindet. Ach, ich mache heute Mathematik, siebte Klasse, ja, und dann spult er sozusagen sein Didaktikprogramm an oder entwickelt es erst, Kraft, Erfahrung.
Was mache ich denn heute? Und das ist diese berühmte Türklinken-Didaktik, also den Unterricht irgendwie mit allen großen Kenntnissen über Modellen und der Reaktion auf Unterrichtssituationen im Moment des Beginn des Unterrichts eben die Didaktik dazu entwickeln.
Das sind diese großen Handlungsroutinen. Ja, was kommt sonst noch hinzu immer bei Profession? Erwerbsorientierung versus Normative Orientierung. Sie kennen so freie Berufe, die Ärzte gehören dazu, die Juristen, manche Beratungstätigkeiten. Auch bei denen ist es immer so, dass da eben sehr viel Wissen zuvor angehäuft sind.
Berater, Selbstständiger können sie nur werden, meist wenn sie einen wissenschaftlichen Abschluss haben. Andere Leute können quasi gar nicht selbstständig werden in diesem Sinne. Und wenn sie einen Gewerbe haben, dann wird ihm gleich die Erwerbsorientierung angenommen. Und wenn sie selbstständig sind, dann erfüllen sie irgendwie auch allgemeingesellschaftliche Aufgaben
und laufen nicht nur dem Erwerb hinterher und dem finanziellen. Sekundär geht es um materielle Kratifikation. Dann haben wir noch den Berufsethos dabei.
Es gibt anders als im gewerblichen, erwerbsorientierten Bereich allgemeingesellschaftliche Werte, die durch ihr Handeln unterstützt und eingelöst werden. Wenn Sie jetzt an so eine Firma denken, an einen Handwerksbetrieb, der ist zwar durch irgendwelche Gesetze in seinem Handel in gewisser Weise eingeschränkt, aber gäbe es ihn nicht, würde er machen, was er wollte.
Im Prinzip gibt es zwar irgendwie so ein bisschen so einen Handwerksstatus, das eher altehrwürdige Handwerk, deutsche Wertarbeit, sowas in der Art. Das sind so ein bisschen gesellschaftliche Werte. Aber im Prinzip kann man sozusagen, wenn man Industrie, einen gewerblichen Betrieb hat,
macht man, was man will, im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten. Und gäbe es ihn nicht, macht man wahrscheinlich sowieso, was man will. Und im professionsorientierten Bereich gibt es so einen Berufsethos. Manchmal ist es natürlich auch kodifiziert noch in Gesetze, aber häufig sind es eben solche ständischen Werte, die so standardsfest liegen.
Wenn ich jetzt an mich selber denke, wir haben ja auch quasi keine richtigen Standards, wie wir unterrichten, sondern wir machen irgendwie nach bestem Wissen und Gewissen, basteln wir Inhalte zusammen und versuchen unsere Studenten so gut wie möglich auszubilden und machen das nicht nur so irgendwie, um jetzt praktisch die Stunden abzuarbeiten,
sondern wir haben da unsere Ideen, die mögen nicht immer richtig sein, aber wir definieren irgendwie die Standards, mit denen wir Leute ausbilden. Und das ist eben im professionsorientierten Bereich der Fall. Schauen wir nochmal, wie es beim Lehrer ist. Die Kinder sind ihm übereichnet für eine ziemlich lange Zeit.
Die Eltern sehen ja ihre Kinder vielleicht viel seltener, also Schlaf mal abgerechnet. Da sehen sie sie ja auch nicht, aber viel seltener als der Lehrer wahrscheinlich. Über das Jahr ist schon ein hohes Verantwortungsbewusstsein und Engagement erforderlich. Der Begriff Qualitätssicherung taucht immer wieder auf, Wir haben hier in der Universität Evaluations- und Zentren für Qualitätssicherung und so weiter.
Sowas wird es in der Schule auch in Zukunft geben. Es gibt einen gewissen Standesschutz. Sobald jemand sagt, da erinnern sich an Spröders Aussage, die gegeistert ja immer mal wieder durch die Presse, die Lehrer sind ja eigentlich faule Säcke, hat er mal gesagt,
dann greifen natürlich diese Berufsverbände irgendwie ein. Und diesen Standesangriff, den kann man eigentlich nicht tolerieren für so ein Verantwortungsbewusstsein auf Qualität, Engagement, ausgelegten Lehrerberuf. Und diese Berufsverbände haben manchmal,
also im Prinzip eigentlich keinen richtigen etablierten gesellschaftlichen Status, aber manchmal trotzdem eine hohe Macht. Einfach weil alle dort organisiert sind, weil entsprechende Lobbyverbände dort sozusagen nah an der Regierung stehen, weil es eben hoch ausgebildete Leute auch sind, gebildete Leute in diesen Vereinigungen.
Und die sorgen im Prinzip für diese Qualitätssicherung, wo es sozusagen von außen her im Moment keine richtigen Qualitätssicherungskriterien gibt. So ein Arzt ist ja auch, wenn Sie so einen Arzt mal verklagen wollen, haben Sie echt das Problem, das geht irgendwie gar nicht so richtig. Oder Juristen oder so verklagen, weil irgendwie hat er immer nie was falsch gemacht oder so.
Das geht quasi gar nicht. Also solche wohl definierten binären Entscheidungen, das ist richtig, das ist falsch, die gibt es irgendwie quasi gar nicht. Und dafür sorgen mehr oder weniger die Berufsverbände. Und da ist ja der Philologenverband, ja der Lehrerverband, der große, der hat ja auch einen ganz schönen Status, den erleben Sie auch immer.
Zum Beispiel wenn es um die Abschaffung von Latein geht oder so, solche Sachen, dann tritt er immer auf und wird aktiv. Und diese Verbände sorgen im Prinzip untereinander für die Auswahlkontrolle und die Sanktion ihrer Mitglieder. Da ist im Wesentlichen die Qualitätssicherung drin verborgen.
So, jetzt habe ich hier nochmal aus einer Literaturstelle einen Auszug über die Bezüge, zu denen der Begriff Profession steht. Da haben wir hier eben Gesellschaft und Öffentlichkeit, Qualitätssicherung, allgemeingesellschaftliche Aufgaben. Das Ökonomische darf nicht fehlen.
Wenn Sie jetzt an Ärzte und Professoren und Juristen und so weiter denken, die haben ja alle eine Gebührenordnung. Die dürfen Notare, die dürfen nicht mal beliebig, also deren Gewerbszweck ist beschränkt durch so eine Gebührenordnung. Die dürfen nicht beliebig nehmen, was sie wollen. Ja, da kommt ja auch schon zum Ausdruck, dass eben das Ökonomische da nicht im Forderung steht,
so wie praktisch Firmen sonst, die ja ihre Preise völlig frei vereinbaren dürfen. Hier ist dieses legalisierte Dienstleistungsmonopol. Wenn es um Notare geht, dann muss ich immer schlucken. Wenn man da mal hinläuft für im Prinzip ein hektografiertes Papier, gehen da gleich so ein paar Tausend über den Tisch.
Das ist aber sozusagen das Monopol und Sie kommen da im Prinzip nicht weg. Sie können ein Auto für 80.000 kaufen, da passiert nichts, Geld über den Tisch, weg. Und für ein Grundstück von 2.000 Euro brauchen Sie eben eine Notare, die dann eben 10 Prozent oder wie viel von dem ganzen da einsackt. Wissensmonopol, darüber haben wir gesprochen. Hohes Prestige, das ist eben auch entscheidend,
weil Sie so eine hohe wissenschaftliche Ausbildung haben. Und nicht immer klappt das bei den Lehrern eben. Das Prestige ist verloren und verloren gegangen durch allerlei Blödsinnigkeiten, sei es, dass die Politik sich dämlich geäußert hat, dass es immer wieder kommt irgendwie. Mittlerweile ist es ja auch immer so, der Lehrer ist ja verantwortlich dafür, dass wenn man was lernt, ja ganz entgegen dem konstruktivistischen Prinzip, ja.
Du bist bezahlt, weil du sollst mir mehr was beibringen. Wenn du das nicht schaffst, dann bist du ein Idiot. Und da baut sich das Prestige natürlich ab, weil da irgendwie von außen Drücke entstehen, die völlig unsubstanziert sind, aber eben an dem Prestige knabbern. Vertrauen ist da. Die Kinder übergibt man.
Der Staat hat ein hohes Kontrollrecht irgendwie sowohl über die Ausbildung, das Wissensmonopol, als auch über die Art der Dienstausübung. So, soziale Schließung, Institutionalisierung, Kultur, Werte, Normen. Hier unten ist gewissermaßen der abgetrennte Bereich da,
irgendwie die soziale, ausgelöst durch die Monopolstellung, irgendwie die Schließung dieser Gruppe. Keine können von außen hinzu, außer über einen sehr langen Weg. Und raus geht in der Regel auch keiner. Ein Lehrer verlässt seinen Beruf nicht und ein Arzt wird nicht auf einmal irgendwie Metzger oder so.
Obwohl, das ist er ja manchmal schon. So, für diese Ethik hat die Gesellschaft für Informatik, also die Vereinigung aller Informatiker, jetzt nicht nur speziell für die Lehrer eine entsprechende Kodizese verabschiedet.
Und da gibt es drei Gruppen mit spezifischen Ausprägungen, also irgendwie das einfache Mitglied, das Mitglied in einer Führungsposition und das Mitglied in Lehre und Forschung. Und für jede dieser drei Gruppen jeweils, die entsprechende Verantwortung auch haben und entsprechende Tätigkeiten und Fehler machen können und so weiter,
die eventuell sanktioniert werden müssten, ja, da gibt es entsprechende Kodizese. Und wenn wir hier als Mitglied in Lehre und Forschung, da ist eben, sagen wir mal, irgendwie das, also Plagiatsachen tauchen da auf, ja, Betreuung von Studenten, von Doktoranden, irgendwie solche Dinge, da erfordert es natürlich irgendwie gewisse Vorgehensweisen,
damit da eine vernünftige Tätigkeit eben im Bereich Lehre und Forschung dann durchgeführt wird, ja. Oder Führungsposition, weiß ich nicht, Kontrolle von Daten, Umgang mit Mitarbeiterdaten oder sowas, und beim einfachen Mitglied weiß ich es jetzt nicht. So, die Gesellschaft für Informatik hat eigentlich keine Sanktionen dafür definiert,
das macht sie intern nicht, das machen aber durchaus eben andere Vereinigungen. Speziell für Lehrer gibt es einen sogenannten Sokratischen Eid, den Hartmut von Hentig 2003 definiert hat.
Und hier sind also, das ist relativ lang, eins, zwei, drei, ja, drei verschiedene, drei große, ja, sozusagen Empfehlungen, wie man sich verhalten soll, also das Kindachten, Unversehrtheit, zuzuhören, ernst nehmen,
ihr so, ja, Zustimmung suchen, Entwicklung erkennen, Anlagen fördern und alle diese Dinge, ja, Schwächen, schwache Kinder schützen irgendwie gegen Stärker und dergleichen, seinen Willen nicht zu brechen, Verstandesgebrauch zu lehren, Verantwortung beizubringen und so weiter, ja,
es erfahren lassen, wie das gemeinte gute Leben ist und dergleichen, dass wir ihm eine Version der besseren Welt geben, so, das ist sozusagen, sind die Empfehlungen. Und jetzt kommt der Eid, ja, also normal wird man jetzt, ich weiß gar nicht, ob der Eid des Hippokrates für die Ärzte,
ob der tatsächlich abgenommen wird, irgendwie so, wie ich schwöre, so was, weiß keiner, oder durch Unterschrift mittlerweile, keine Ahnung. Also wer Beamter wird, der muss ja sozusagen noch diese Formel nachsprechen und im Bundestag werden sie ja auch vereidigt, ja, das haben wir schon mal gesehen. Und da müssen wir das ja noch nachsprechen und ich weiß nicht, ob es so, ob dieses jetzt so gedacht wäre, dass man das also vorredet. Und dann würde jetzt kommen, damit verpflichte ich mich
und dann würde man jetzt praktisch heben sie die Hand und würde dieses wiederholen und dann wird der Eid abgenommen. Also gut, ich kann selbst vorzuleben und so nach meinen Kräften dafür zu sorgen, meine Überzeugungen und Taten öffentlich zu begründen und so weiter für Kritik zur Verfügung stehen und da die entsprechenden Tätigkeiten,
zu denen verpflichtet man sich da. Ja, wie gesagt, also mehr ist da im Prinzip eigentlich nicht passiert, ja, zur Professionalisierung, das ist noch in einem relativ frühen Stadium. Die Frage ist jetzt immer nur, und da kann man dann auch wieder nur aus anderen Wissenschaften oder aus anderen Branchen ableiten,
ja, wie wird man denn eigentlich Profi? Ja, der Lothar Matthäus, das ist ein echter Profi, ja, das kennen Sie, Expertise-Studien, bis zu zehn Jahre dauernde Prozesse, so lange dauert es, bis man Profi ist. Ja, Lothar Matthäus war länger dabei, bevor Beckenbau einen immer Profi nannte.
Also da gibt es eine Reihe von Forschungsergebnissen, die zeigen, dass praktisch das nach zehn Jahren abgelaufen ist. Man erwickelt sich dann trotzdem noch weiter, aber dann erreicht man diesen wirklichen Expertise-Status und auf dem Weg dorthin werden verschiedene Phasen durchlaufen. Wenn Sie also später mal Lehrer werden, ja, dann nehmen Sie sich quasi diese zehn Jahre irgendwie.
Bevor Sie die nicht rumhaben, werden immer wieder Ereignisse kommen, wo Sie sagen, das hatte ich noch nie, das weiß ich nicht, was mache ich jetzt, ja, da fragen Kollegen und so, bis Sie dann hinterher nach zehn Jahren entsprechenden Experten-Status erreicht haben und dann auch von anderen Lehrern eventuell gefragt werden, ja. So, und diese Phasen hier, die sind in verschiedenen Publikationen
mal untersucht worden auch, speziell auch für Lehrer, ja, jetzt hier, also Fuller und Brown, 1975, es gibt so einen Survival Stage, einen Mastery Stage und Routine Stage. So, und da ist im Wesentlichen sozusagen die Betrachtung der eigenen Person
von innen, von außen oder anfangs noch gar nicht, ja, die wird sozusagen die Headline für diese entsprechenden Stadien. So, und der Survival Stage, wie es schon sagt, heißt eben einfach nur überleben. Irgendwie, und das kriegen Sie dann im Praxissemester ja dann auch zu spüren, ja, irgendwie durch den Unterricht durchzukommen, ja,
Sie sind so vollauf beschäftigt, ja, die ganze Zeit, und das merken Sie ja auch dann, Praxissemester ist ja, obwohl Sie ja nur relativ wenig Unterricht geben, im Vergleich zu einem normalen Lehrer, haben Sie doch erheblichen Aufwand, um dieses überhaupt irgendwie durchzustehen. So, und das ist das Überleben, da ist noch gar nichts, ja, Sie wissen eigentlich nicht ein und aus, mehr oder weniger.
Und dann kommt der Mastery Stage, dann stellen Sie sich selbst in den Mittelpunkt, ja, Sie, ich, ja, ich als Person bin jetzt agierend, ich kann die Dinge beeinflussen, während hier sozusagen werden Sie irgendwie getrieben von allen Umgebungsbedingungen und Schülern und Lehrern und Kollegen und alles Mögliche,
ja, werden Sie irgendwie getrieben und jetzt hier sind Sie sozusagen ich und können irgendwie an der Unterrichtssituation tatsächlich gestalten, ja. So, und dann kommt der Routines Stage, dann wechselt die Sichtweise wieder auf die Person, die Sie da unterrichten, die sind dann Ihre Kunden, Ihre Klienten,
vom Ich, der Lehrperson, zum Du, der Klient. Und dann haben Sie die Möglichkeit, eben die Schüler mal genauer zu betrachten, ja, die Unterrichtssituation methodisch und didaktisch zu gestalten, im Mastery Stage sorgt dafür, dass Sie mehr oder weniger so einen Broadcast empfinden haben, ja, ich streue jetzt aus, ja, ich gebe jetzt mein Wissen weiter.
Und beim Routines Stage nehmen Sie sozusagen viel stärker Kontakt mit dem Schüler auf, die Bedürfnisse der Schüler, die individuellen Probleme und so weiter und dann die entsprechende pädagogische Aufgabe, diese Probleme einzubinden in Ihren Unterricht und dann auch zu lösen, die wird in dem Routines Stage dann von Bedeutung.
So eine andere Sichtweise hier von Fessler 1990, ja, die guckt sich mehr die Einbettung des Lehrers an und die ist geprägt durch seine Person, seine persönliche Umgebung irgendwie oder sein persönliches Empfinden kann man auch sagen, die Organisation, in der er eingebettet ist
und durch einen gewissen Career Cycle, also durch den Ablauf, den er durchläuft, wobei eben seine persönlichen und seine organisationalen Umgebungen da entsprechend mitwirken. Und das sieht dann so aus, dass Sie eben hier praktisch diese persönlichen Sachen,
das werden Sie ja später auch mal, Sie werden ja Familie gründen, dann haben Sie eben auch, je nachdem wie Ihre Familie ist und wie klein die Kinder sind und mit denen Sie selber dann eben, die mit Ihnen aufwachsen, wo Sie dann auch deren Schulprobleme von einer ganz anderen Sicht mitkriegen, die Schüler haben Sie ja nur im Unterricht und wenn die nach Hause gehen erzählen, die wird völlig anderes
und sie kriegen gar nicht mit, die die ihren Unterricht erlebt haben. Und wenn Sie selber Familie haben, dann kriegen Sie das irgendwie mit und Ihre eigene Familie selber natürlich, die beeinflusst ja auch irgendwie das Lehrer sein, ob Sie jetzt abgespannt sind oder sonst irgendwas. So und dann spielt die Organisation hier eine große Rolle, da gibt es ja manchmal komische Situationen auch,
also im Kollegium irgendwie bestimmte merkwürdige Führungsstile oder sowas vom Chef oder wie ist das der Lehrer, das ist immer dieser Spruch, der gilt übrigens für Professoren auch. Also Lehrer und Professoren tauschen lieber mal ihre Zahnbürsten als ihre Lehrmaterialien.
Sie kriegen also nie mit, was Ihr Kollege eigentlich macht. Da kommen irgendwie die Schüler an, wenn Sie jetzt ein Wort führen, dann kriegen Sie es ein bisschen mit, aber Sie wissen nicht wirklich, was der macht. Der legt nie sein Unterrichtskonzept vor oder so, das ist sehr verbreitet da. So und diese Umgebung irgendwie hier, die beeinflusst Sie. Und dann haben Sie natürlich den Career-Cycle.
Kompetenzzuwachs, Enthusiasmus, wachsende Prostration natürlich auch und dann irgendwie hinterher Karriereabschluss und wieder ausscheiden. Und diesen Zyklus, den hat hier Silkes genauer mal untersucht und dann stellen Sie vielleicht, wenn Sie so verschiedene Lehrertypen im Laufe Ihrer Zeit in der Schule kennengelernt haben,
dann können Sie die vielleicht auch feststellen. Sie würden jetzt, wenn Sie Praxisschock erleben, Ihr Praxissemester, da ist ja der erste Praxisschock, dann sind Sie hier 21 bis 28 Jahre in so einer Initiatonsphase. So und dann geht es irgendwie los, dann müssen Sie gucken, wie Ihre Kollegen reagieren und was es alle für ungeschriebene Gesetze gibt, von denen keiner redet.
Das ist ja wie so eine verschworene Gemeinschaft irgendwie von Leuten, die da zusammengewürfelt sind mit ihren Fächern. Ganz komische Dinge gibt es da irgendwie und da müssen Sie sich irgendwie reinfinden. So und dann kommt Ihr 30er Übergang. Das ist eben häufig so eine Krise. Da kann es dann sein, dass Sie manchmal irgendwie hier schon ausgebombt sind
und dann plötzlich irgendwie nicht mehr richtig mit Begeisterung dabei sind oder Sie entdecken eben, jetzt setzt ja dann auch langsam die Expertisephase ein. Dann haben Sie eventuell hier dann plötzlich den Kick. Also ich beherrsche jetzt eigentlich den Lehrerberuf voll und ganz
und meine Schüler sind happy oder eben sie kommen irgendwie so durch und sind nicht so richtig voll motiviert und voll zufrieden. Die Familiengründung kommt dazu. So und jetzt so ab 35, da haben Sie dann die Möglichkeit, eben eventuell weiter aufzusteigen. Dann kommt mal so die Oberstufenverwaltung dazu
oder Sie werden stellvertretender Direktor oder Fachleiter oder weiß ich nicht, was es noch alles so gibt an Positionen, die man da hat. Und dann kommen eventuell die ersten Enttäuschungen. Der Studienrat will Oberstudienrat werden und dann Studiendirektor.
Dieser Aufstieg ist ja jetzt auch nicht mehr so einfach. Da bauen Sie dann auch zusätzliche Tätigkeiten, um das mitzubekommen. Sie steigen ja nicht einfach so auf alle paar Jahre. So und dann haben Sie hier eventuell erste Enttäuschungen. So und diese Lehrer hier, die auf dieser Plateauphase sind, die spalten sich dann irgendwie auf.
Entweder ist sozusagen die Expertise so groß, dass die das praktisch mit ihren Schülern zusammen wunderbar managen und immer das passende Rezept haben, ein tolles Verhältnis zu ihren Schülern haben, irgendwie Mentorenverhältnis zu jüngeren Lehrern. Die werden immer gefragt und so. Das sind sozusagen die wunderbaren Lehrer.
Oder es spaltet sich dann ab und diese Lehrer haben sie vielleicht auch kennengelernt, die dann zum Teil, ich erinnere mich aus meiner eigenen Schulzeit, ich würde sagen, da waren manche eben auch wirklich behämmert geworden über die Zeit, um es mal so krass auszusagen. Die hatten irgendwie einen Schlag weg. Die waren eben einfach aufgerieben über die Zeit. Und ich will nicht unbedingt sagen,
ich kann nicht sagen, ob das früher mal schlechte Lehrer waren oder so. Und dass die sozusagen wie die Schüler, die sind ja auch schrecklich in manchen Phasen eventuell, ob die da einfach nervlich aufgerüstet, also nervlich zugrunde gerichtet worden sind. Jedenfalls, die waren irgendwie nicht mehr voll dabei. Und das ist diese Phase. Und ich hätte so den Eindruck, dass das so auch irgendwie mit Sunnismus, Verbitterung irgendwie,
dann verhalten sie sich gegenüber ihren Schülern nicht mehr so, wie es eigentlich sein soll, sondern putzen die eben runter. Und das ist da dieses Alter, wo sie so der Rente entgegen hecheln. Ja, critical phases, critical persons, critical events.
Die sorgen für Übergänge, meint Silkes in den entsprechenden Bereichen hier. Und je nach wem, das kann gerade hier so eine Phase sein oder irgendeine Klasse, mit der sie jetzt gesagt haben, oder viele Lehrer sind auch disillusioniert, weil sie sofort werden von oben immer wieder neue Kommandos kriegen.
Neues Unterrichtskonzept, Inklusion hier, Informatik da, andersrum umgedreht, längere Klassen, jüngere Kinder, alles Kraut und Rüben. Also die Politik gibt denen da häufig Dinge vor, die gar nicht vernünftig realisierbar sind und die die Leute eben dann wirklich einfach nerven.
Und dann sprechen sie die innere Kündigung aus. Verrückterweise auch in meinem Kollegenkreis jetzt, nicht jetzt hier überhaupt, ich kann nicht so sagen, bundesweit mit Leuten, da sind natürlich immer nur Informatiker unterhalten. Bei denen ist das ähnlich. Die haben sozusagen einige der Bologna-Umtriebe nicht mit Begeisterung aufgenommen.
Das geht ihnen richtig auf den Geist, was sozusagen da alles von oben runter diffundiert. Das ganze Akkreditierungsgedöns, diese Modulbeschreibungsquark und allen möglichen Mistieren. Die Bachelor arbeiten, die nur noch 20 Seiten haben dürfen. Die Abschlussarbeit ist völlig entwertet irgendwie über der Zeit. Und manche solche Dinge, die haben die so genervt, dass sie sagen, ich habe eigentlich keinen Bock mehr.
Heute würde ich nicht mehr gerne studieren wollen. So, das sind diese entsprechenden Events. So, hier ist so ein Phasenmodell, nochmal in einer anderen Darstellung. Jetzt über die Berufsjahre hier, nicht übers Alter.
U-Bahn-Mann 1991, hier haben wir den Berufseinstieg. Das hat man auch überleben. Das ist das Entscheidende. So, und dann stabilisieren sie sich. Und dann gibt es hier zwei Varianten. Entweder werden sie hier so experimentieren. Und den Informatikern würde ich sowas immer zuschreiben,
weil die Wissenschaft eben so modern ist, dass die eigentlich immer wieder auf dem Laufenden bleiben müssen, sich irgendwie weiterbilden müssen, wieder was Neues hören und auch das Fach eigentlich mit Begeisterung machen. Und das war bei der Informatik und ist zum Teil auch heute noch so, da sonst kaum einer richtig Informatik versteht und die Lehrpläne, zum Teil Rahmenpläne, nicht so auf dem aktuellen Stand sind,
kann der Informatiklehrer ziemlich frei aufspielen. Sie haben zwar irgendwelche Pläne und auch zum Teil Zentralabitur, aber wie sie ihren Unterricht gestalten, da sind noch wahnsinnig viele Freiheiten. Das ist ganz anders, wo sie sozusagen so ein uraltes Curriculum wie in der Mathematik, was im Wesentlichen ja nur, wo Dinge rausgenommen worden sind,
was entschlackt worden ist, aber im Wesentlichen so ein uraltes Curriculum durchziehen. Deswegen, die Informatiker wandern vermutlich in so einen Experimentierbereich an und kriegen dann sozusagen Gelassenheit irgendwie in der Ausübung dieser Tätigkeit und haben Spaß an den verschiedenen Möglichkeiten, die das ihnen bietet.
So, und andere, die kriegen hier irgendwie so Selbstzweifel und wandern dann in so eine konservative Unterrichtsgestaltung ab, die praktisch immer die schmuddeligen, vergilbten Blätter von vor vielen Jahren immer wieder rauskramen.
Und dann haben wir hier die beiden Varianten eben auch wieder Gelassenheit und Bitterkeit. Und er hat das analysiert anhand von so einer Stichprobe. Hubermann ist Schweizer, glaube ich. Er hat also 160 Sekundarschullehrer in der Schweiz analysiert. Und verrückterweise jetzt, würde man sagen, also in der Schweiz ist ja noch vieles einfacher.
Jedenfalls so, ich kenne das so nicht im Inneren natürlich, aber so stelle ich es mir eigentlich vor. Also viel mehr Freiheiten, ja irgendwie, sag mal, lieberer Kinder irgendwie so in der Art vielleicht auch. Ja, und trotzdem überwiegt die resignative Haltung von Lehrern. Und von denen, die er da untersucht hat, da ist der Übergang in Konservativismus
und Disengagement, der ist trotzdem da relativ hoch, erstaunlicherweise. Also Lehrerberuf, und das liegt vermutlich auch an der hohen Lehrbelastung. Obwohl das eben Routine ist, wenn sie 24 Stunden, so irgendwie 20 bis 28,
so in der Breite ist das ja etwa in den einzelnen Schulsystemen, wenn sie da 20, 28 Stunden vor der Klasse stehen und da irgendwie erzählen, auch wenn sie die jetzt mal was machen lassen und nicht immer da aktiv sind. Ich denke, das schlaucht. Sie müssen ja ständig sozusagen auf 180 sein und beobachten und alles.
Das schlaucht irgendwie, denke ich. Ja, dann hat noch jemand Analysen mit Grundschullehrern gemacht. Das waren jetzt relativ wenige. Und wie das immer so ist, sie können sozusagen quantitative und qualitative Forschung machen.
Hier geht es also um qualitative Forschung. Es wurden intensive problemzentrierte Interviews gemacht und dann mit weiteren Lehrinnen und Lehrern Fragebögen ausgeteilt mit weitgehend offenen Fragen. Und das Ergebnis ist, also herausgefunden werden sollte,
ein Überblick über die Unterstützenden und über die belastenden Faktoren des Unterrichts. Und da ist herausgekommen, dass die Grundschullehrer, die haben dann zum Teil eben eine etwas andere Sicht. Also die Sekundarschullehrer sehen sich als Vermittler, die Grundschullehrer als Erzieher. Sie können mit einem kleinen Kind nicht so richtig sozusagen broadcasten.
Da müssen sie immer wieder eingehen, aufnehmen, sowieso mal ganz was anderes erzählen, wieder zurückgewinnen. Und ein Sekundarschullehrer, der hat den Eindruck, er vermittelt das Fach. Und beim Professoren ist es natürlich noch extremer. Wir vermitteln ja das Fach und gucken nicht mal mehr oder weniger auf die Rezipienten, sondern wir bringen unseren Stoff durch.
Also Algorithmen und Datensstrukturen ist dieses Volumen, das muss durch. Und egal, wer das kapiert, ist jedenfalls in der Vorlesung erstmal egal. Die Begleitveranstaltungen sorgen natürlich dafür, dass die Dinge wieder aufgearbeitet werden. Aber so ist es halt. So, und jetzt gibt es, verblüffenderweise gibt es diese Korrelation zwischen Fach, Unzufriedenheit und Distanz im Beruf.
Diese Analysen haben gezeigt, dass es hilft, wenn sie mit den Kindern eine persönliche Beziehung eingehen. Wenn sie sich stärker an deren Entwicklung orientieren und überlegen, wie sie denen weiterhelfen können,
als wenn sie nur daran denken irgendwie, ich muss dieses Fach hier vermitteln. Und je stärker sie pädagogisch sind jetzt und je weniger fachorientiert, desto größer ist ihre Berufszufriedenheit und ihre Nähe sozusagen zum Ausbildenden.
Und das sind dann eben bei den Kindern die unterstützenden Faktoren. Hier so harmonisches Miteinander. Die Kinder sind neugierig, da freuen sie sich. Die sind noch begeistert oder so. Das begeistert sie dann auch, solche Dinge. Das sind die unterstützenden Faktoren.
Und die weiteren Positiven sind dann hier, wenn sie mehr auf langfristige Unterrichtserfolge aus sind. Irgendwie so einen entspannten, ruhigen Unterrichtsalltag haben, positive Lernatmosphäre. Also irgendwie die Kinder in ihrem Verhalten entwickeln und nicht so daran denken, dass der Stoff irgendwie rübergeht.
So und da sind natürlich jetzt zum Teil eben die Zentralabiture und solche Dinge, die erzwingen, dass sie gewisse Dinge durchnehmen müssen. Die müssen bis da und da fertig sein. Da haben sie gar keine Möglichkeit, das mehr irgendwie zu ändern oder andere Schwerpunkte zu setzen. So und die Sekundarstuhllehrer, und da sind die Informatiker, ragen da wieder positiv heraus.
Die Sekundarstuhllehrer profitieren, wenn sie ihre eigenen Unzulänglichkeiten eingestehen. Wenn sie sozusagen stärker in die Schülergruppe rücken und sagen, komm wir machen jetzt mal Folgendes, wir überlegen uns jetzt mal, wir machen mal folgendes Projekt.
Wer hat eine Idee? Ich habe keine. Ja, so in der Art. Und sobald sie jetzt sagen, sie spielen mit den Schülern als, nutzen die Schüler als Klaviatur, die mit zu dem Instrument gehören und die mit das Musikstück produzieren,
dann gewinnen sie als Lehrer. Das ist diese entsprechende positive Einfluss. Und bei Informatikern, da ist ja auch häufig, wie ihre Schüler wissen ja viele Dinge mehr eventuell, sie sind auch nicht immer auf dem neuesten Stand. Manche Dinge, wenn sie jetzt ein Projekt mit den Schülern machen, können sie gar nicht überschauen, was da hinterher rauskommt. So gut haben sie es dann nicht geplant. Da kommen die Schüler mit irgendwelchen tollen Ideen.
Da müssen sie sagen, ja probiert mal, ich kann euch nicht helfen. Irgendetwas in der Art, ihr müsst selber überlegen und dann schauen wir mal. So in der Art. Und davon profitiert man eben allgemein. So, was unterstützt noch? Gestaltungsfreiheit und Autonomie. Freiheit unterstützt fast immer. Das ist eben so. Wenn die Leute Freiheiten haben, dann haben sie auch Verantwortung
und dann leben sie damit irgendwie. Leute, die immer machen müssen, was irgendjemand anders sagt, die haben irgendwie kein richtiges Interesse. Und konterkarieren oder boykottieren, manche Dinge auch. Projektorientiertes Arbeiten hilft, das macht die Informatik. Selbsttätiges Lernen hilft, da unterstützt die Informatik.
Übernahme der Verantwortung für eine Klasse, Klassenlehrerprinzip, das sollte eingehalten werden, kann man aber nicht immer was dran machen. So und an kleinen Dorfschulen, das hatten die eben auch rausgefunden, da sind gerade diese großen Gestaltungsfreiheiten, weil sie da eben so eine völlig inhomogene Schülergruppe haben. Da sind ja heute zum Teil noch in kleinen Dorfschulgruppen.
Es gibt ja noch immer Dorfschulen, die haben vier Klassen in einer. Das gibt es heute noch. So, da kann man solche Gestaltungsfreiheiten dann tatsächlich ausüben. Was unterstützt noch? Fortbildung. Elternarbeiten. Elternarbeit. Da haben mir Leute berichtet, da soll in den ersten Berufsjahren belastend sein, weil die Eltern haben alle möglichen Wünsche irgendwie und alles Mögliche ist dies
und können wir nicht mal und was weiß ich. Und sie haben ja und mein Sohn und der, der ist aber sonst immer so lieb und was machen sie mit dem und solche Sachen. Und später haben sie da die Souveränität, dies als unterstützenden Faktor mit aufzunehmen
und die Eltern irgendwie mit in ihre Arbeit einzubinden. Diese Möglichkeit besteht hinterher. So, was sind belastende Faktoren? Das System Schule wird immer gesagt. Schulleitung, Schulaufsicht, Ministerium, Ordnung. Ja, hier dies muss, das muss, Bürokratiehierarchie und Pädagogik irgendwie.
Reduktion von Verhaltensspielräumen. Natürlich, wenn sie jetzt keine Freiheit mehr haben, dann haben sie auch keinen Bock mehr. Das ist so. So, höhere Kompetenz der Lehrer gegenüber den Bürokraten wird immer wieder genannt. Der da oben sagt mir, der war noch nie Lehrer. So in der Art. Fehlende Gesprächs- und Konfliktkultur im Kollegium, das gibt es häufig. Also in den Kollegien, da funktioniert öfter mal was.
Ja, das ist aber, Gott sei Dank, sie sind ja, wenn sie jetzt an die Schule gehen, dann sind sie jetzt zum Teil in so einer Fachgruppe, sind ja mehrere Informatiklehrer und mit denen kommen sie normalerweise ganz gut aus. Mit denen verstehen sie sich, habe ich immer so gehört. Das ist eigentlich praktisch kein Problem.
Belastende Phasen, hohe Arbeitsbelastung, große Klassenfamilienphase. Da können sie manchmal gar nichts dran ändern. Hier ist wieder der mangelnde Gestaltungsspielraum. Verrechnigungen, jetzt müssen wir wieder, noch ein Formular und sowas. Das sind die Dinge. Zum Teil die Lehrer werden ja leistungsbeurteilt auch. In einigen Schulen ist das ja so, in Zukunft irgendwo.
Das sind alles Belastungsfaktoren. So, professionelle Kompetenz bei Lehrern. Ergebnis von Blömecke. Seucht für hohe Lernzuwächse bei Schülern, wenn Folgendes eingehalten wird.
Das ist die Überlegung hier. Das ist die letzte Folie jetzt. Große Spektrum von Methoden und Handlungsmöglichkeiten. Erwerben sie im Praxissemester zumindest erst mal. In meinen Didaktikvorlesungen haben sie vielleicht eher nur ein kleines Spektrum kennengelernt.
Das große Spektrum muss sozusagen aus allgemein didaktischen und pädagogischen Veranstaltungen gekommen sein. Da brauchen sie irgendwie viel Möglichkeiten. Und dann auch Beherrschbarkeit des Anzels. Also wie funktioniert denn selbstgesteuertes Lernen? Nicht indem ich jetzt irgendjemandem einfach ein Buch hinknallt. Wie kann ich das anleiten?
Gute Strukturierung des Unterrichts. Da haben sie von mir die fundamentalen Ideen gekriegt. Die sind quasi so eine Advanced Organizers. Die sozusagen das ganze, viele bruchstückhafte Wissen unter einen in ein organisierendes Netz einbetten. Alle Dinge irgendwie mit in Bezug setzen, dass sie vernünftig funktionieren.
Anspruchsvolle Aufgabenkultur. Lernen ist mit Anstrengung verbunden. Das sollte man nicht vergessen. Und das dürfen die Schüler auch nicht vergessen. Wenn da irgendjemand sagt, es ging alles so einfach, dann ist er nicht richtig beansprucht worden. Da waren die Aufgaben zu einfach. Da müssen sie Ansprüche abfordern.
Aber natürlich in einer Weise, dass die Schüler da auch den Eindruck haben, sie können das irgendwie schaffen. Und Projekte sind immer ganz gut an dieser Stelle, weil sie mit jedem Schritt wieder etwas mehr von den Problemen lösen. Und auch mehr oder weniger, wenn sie einen Schritt gemacht haben, auch sehen, wo der nächste Schritt hingeht.
Das ist so wie wenn sie durchs Moor stapfen. Wenn sie jetzt den Fuß hingesetzt haben, dann sehen sie meistens, wo der nächste Stein ist oder wo sie wieder auftreten können. Aber wenn sie keinen Schritt machen, dann sehen sie auch nichts. Also mehrschrittiges Verfahren, irgendwie challenging heißen diese Probleme herausfordern. Die ziehen sie in sicherer hinein gewissermaßen wie das Moor.
Hohe Diagnosefähigkeit, differenzierte Aufgabenstellung, individuelle Unterstützung. Zu entscheiden, woran liest denn jetzt, damit das Schüler auf einmal nicht mehr mitmachen oder was weiß ich. Hohe Leistungserwartungen, anspruchsvolle Aufgaben. Nicht die Leistung reduzieren, sondern den Anspruch beibehalten, aber irgendwo eine andere Art zu finden,
diesen Anspruch auch durchzusetzen und die Schüler mitzunehmen bei diesem Anspruch. Effizienz in der Klassenführung, zum Beispiel durch Rituale. Da erinnern sich vielleicht auch, manche Lehrer haben das so internalisiert, wie irgendwie die 45 Minuten ablaufen.
Da sind immer so bestimmte Rituale. Irgendeiner sagt Franz Scheldt und vorne wird immer ein Stück Unterricht wiederholt. Dann werden sie alle eingesammelt. Dann wird immer wieder der Mr. X da angesprochen, der immer so zu spät kommt. So bestimmte ritualisierte Verfahren, die sorgen für so eine Effizienz der Klassenführung.
Dass sie immer irgendwie die gleichen Methoden haben, die deren Erfolg sich im Laufe der Zeit herausgestellt hat. Gut, das war die letzte Folie. Ein Einblick in die Professionalisierung des Lehrerberufs und was dazu erforderlich ist.
Sie sehen, es warten viele Aufgaben auf Sie, wenn Sie jetzt ins Praxissemester und später in den Lehrerberuf gehen. Ein paar von den Dingen werden Sie sicher mitnehmen. Manchmal in die Folien wieder reinschauen, vielleicht auch öfter. Man wundert sich immer. Manche Dinge erscheinen im Moment weit weg oder völlig abgehoben, völlig theoretisch.
Später schaut man dann doch immer wieder rein. Gut, alles Gute. Die Vorlesung ist zu Ende. Tschüss, bis irgendwann mal.