Netzpolitik.org: Mit Journalismus für digitale Grundrechte eintreten
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Formale Metadaten
Titel |
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Serientitel | ||
Teil | 68 | |
Anzahl der Teile | ||
Autor | ||
Lizenz | CC-Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland: Sie dürfen das Werk bzw. den Inhalt zu jedem legalen Zweck nutzen, verändern und in unveränderter oder veränderter Form vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen, sofern Sie den Namen des Autors/Rechteinhabers in der von ihm festgelegten Weise nennen und das Werk bzw. diesen Inhalt auch in veränderter Form nur unter den Bedingungen dieser Lizenz weitergeben. | |
Identifikatoren | 10.5446/31959 (DOI) | |
Herausgeber | ||
Erscheinungsjahr | ||
Sprache | ||
Produktionsort | Berlin |
Inhaltliche Metadaten
Fachgebiet | ||
Genre | ||
Abstract |
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00:00
XMLUMLComputeranimationBesprechung/Interview
01:20
InternetWeb logp-BlockContent ManagementInformationVorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
02:21
Web-SeiteEinfügungsdämpfungInformationsmodellierungVorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
03:27
LESVorlesung/Konferenz
04:12
Web logListe <Informatik>Quelle <Physik>Verträglichkeit <Mathematik>EASY <Programm>Besprechung/Interview
06:28
SystemverwaltungInformationUbuntu <Programm>LINUXApache <Programm>SoftwareVorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
07:45
SystemverwaltungWeb logp-BlockIntelUniformer RaumMailing-ListeVorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
09:10
p-BlockBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
10:02
RADAR <Automatisierungssystem>EntscheidungstheorieWhiteboardKommunikationsprotokollWeb logVorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
11:57
Vorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
13:06
InformatikInformatikstudiumBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
13:58
E-MailProgrammiererBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
14:46
SoundverarbeitungZusammenhang <Mathematik>LinieBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
15:32
Web logp-BlockVorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
16:21
E-MailBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
17:13
Web logBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
18:06
App <Programm>EckeCodeCodierungE-MailApple <Marke>Besprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
19:05
App <Programm>Web SiteStatistikerVorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
19:54
Besprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
20:44
Liste <Informatik>Web logBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
22:04
Bericht <Informatik>WelleParametersystemBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
23:54
DateiformatVorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
25:02
DigitalsignalBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
25:49
RundungDigitalsignalLinieBesprechung/Interview
27:12
RundungParametersystemVorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
27:59
Vorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
28:57
Besprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
30:01
Web logp-BlockBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
31:04
ExpertensystemDateiformatMicrosoftStandardabweichungVorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
32:40
Höhep-V-DiagrammMatroidVorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
33:33
Systems <München>MatroidBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
34:37
DesktopApp <Programm>Vorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
35:46
WEBBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
36:51
QuellcodeUnendlichkeitLINUXBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
37:47
MomentenproblemDatensatzBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
38:41
Große VereinheitlichungPhysikalische TheorieDigitalsignalARM <Computerarchitektur>Besprechung/Interview
39:29
Vorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
40:58
RichtungBesprechung/InterviewVorlesung/KonferenzComputeranimation
41:52
Besprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
42:50
Besprechung/Interview
43:51
Web SiteGoogle BloggerWeb logp-BlockVorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
44:48
VerschlingungTwitter <Softwareplattform>ARM <Computerarchitektur>Fächer <Mathematik>Vorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
45:43
Point of saleBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
46:36
MomentenproblemBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
47:22
InternetVorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
48:08
Besprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
48:57
Twitter <Softwareplattform>Vorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
49:48
Vorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
50:50
GoogleVorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
51:36
PerspektiveServerGoogleObjektverfolgungBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
53:02
BiproduktGoogleParametersystemBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
53:58
LisaWeb logVorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
54:50
Mischung <Mathematik>Inhalt <Mathematik>Flattern <Technik>RichtungBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
55:49
E-MailQuelle <Physik>NewsletterBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
56:50
Web logp-BlockBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
57:38
AggregatzustandBesprechung/InterviewVorlesung/Konferenz
58:27
Twitter <Softwareplattform>Besprechung/InterviewVorlesung/KonferenzComputeranimation
59:34
Vorlesung/KonferenzBesprechung/Interview
01:00:23
Vorlesung/KonferenzComputeranimation
Transkript: German(automatisch erzeugt)
00:16
Hallo, ich bin Markus Beckedahl und ich bin ein kleiner Teil der immer größer
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werdenden Netzpolitik.org Redaktion und wir dachten wir machen hier mal eine Session, wo wir die Vielfältigkeit all der Personen auch zeigen, die bei uns mitschreiben, mitarbeiten, die vielleicht nicht so ganz immer im Vordergrund stehen, wie ich das war und bin. Es war ja jahrelang auch so der Running Gag, dass viele Leute dachten Netzpolitik.org bin ich, obwohl immer
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mehr Leute da mitschrieben. Mittlerweile bestehen wir aus fünf festen Personen, die zur Redaktion gehören und einer Vielzahl an freien Schreibenden, auch mit unterschiedlichsten Hintergründen, Ex-Praktikanten, aktuelle Praktikanten und wir dachten, wir holen die mal alle
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nach und nach auf der Bühne, damit ihr mal sehen könnt, wer sind die Motivation haben sie und da würde ich mal sagen, fangen wir mal an mit André, weil André, was haben wir geskippt? Ach so, soll ich jetzt noch mal
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erzählen, wie Netzpolitik gestartet ist? Nee, das steht alles im Internet, das könnt ihr nachlesen. Netzpolitik.org, einfach mal durchklicken bis zum ersten Artikel. Das sind glaube ich nur 1500 mal zurückklicken. Ja, wir haben, ich glaube, mittlerweile über 16.000 Artikel, wahrscheinlich habe ich jetzt auch noch ein paar vergessen, die dabei sind. Wir haben es vor elf Jahren gegründet oder ich habe es
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vor elf Jahren gegründet, um einen Ort zu schaffen, um all die Informationen zu aggregieren, die rund um das Themenfeld Netzpolitik, was damals halt noch relativ klein und überschaubar war, zusammenzubringen und ein Blog bot sich da an. Ich wusste am Anfang gar nicht, dass es Blogs gibt. Ich dachte, ich habe da so ein Content-Management-System. Mit der Zeit wurde das alles so ein bisschen populärer, unsere
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Themen wurden populärer und es war alles nicht mehr von mir alleine machbar. Und ja, das ist so die ganz kurze Geschichte. Und irgendwann kam André. André ist so mit die Person, die am weitesten oder am längsten dabei war, mit Unterbrechung. Was? Ach, Ralf. Ralf, stimmt. Da muss Ralf zuerst auf die Bühne. Ja, ein Applaus
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für Ralf. Genau. Und wir dachten auch noch um so ein bisschen Auflockung. Zuerst dachten wir, wir machen hier ganz viel Programm und so weiter, aber ihr könnt euch das vorstellen. Dann kommt die Republika, dann hat man den ganze Zeit Stress mit anderen Dingen und dann überlegt man sich, all die guten Konzepte brauchen viel zu viel Arbeit. Aber ich habe mir trotzdem auch die Mühe gemacht, die besten Kommentare oder einige der besten
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Kommentare zusammenzustellen. Und jeder, der auf die Bühne kommt, muss einmal einen unserer Kommentare vorlesen. Da muss jetzt durch. Ja, den ersten Kommentar. Von David H. Na, so was. Eine Webseite, die sich dafür einsetzt, alles gratis zu machen, macht Verluste und muss
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zum Geld betteln. Amüsant. Vielleicht funktionieren die von euch propagierten Modelle eben doch nicht so toll. Ja, also die Geschichte zeigt, funktioniert doch ganz gut. Wir haben ja mal vor zwei Jahren angefangen zu sagen, okay, unsere Finanzierung funktioniert nicht mehr. Wir haben auf Werbung gesetzt und Werbung könnt euch vorstellen,
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erst mal, wir sind ein politisches Medium. In Zeitungen werden Anzeigen auch nicht verkauft für den Politikteil. Wir wollten jetzt nicht die ganze Zeit über Gadgets schreiben oder über Mode, um Werbung bei uns unterbringen zu können, um darüber noch die Politik Sachen finanzieren zu können. Das haben wir mal in einem offenen
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transparenten Dialog mit unseren Leserinnen und Lesern alles so aufgeschrieben und haben halt immer den Hinweis bekommen, na ja, dann vergesst die Werbung, setzt auf Spenden. Wir waren so ein bisschen unsicher, haben dafür einen Verein gegründet und waren dann ganz erstaunt, dass es immer besser funktioniert hat, dass wir im letzten Jahr über 180.000 Euro an Spenden eingenommen haben und damit allmählich unsere Redaktion
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vergrößern konnten. Also vor einem Jahr waren das noch André und ich, dann kam Anna und dann kommen wir ja alles später dazu. Aber Ralf ist eigentlich fast von Anfang an mit dabei, wahrscheinlich seit 2004 oder 2005, wie kam es? 2003 sogar schon, oh Gott ja. Oder irgendwie so um den Dreh. Ja, jetzt kann ich hier, ich hab immer die Rolle so, Onkel Ralf erzählt vom Krieg.
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Cyberwar, genau. Nee, wir haben damals irgendwie den Weltgipfel Informationsgesellschaft mit vorbereitet in Genf und waren da einmal zu den Vorbereitungskonferenzen und so und ich hab das bezahlt gemacht damals, das war ganz praktisch. Markus wollte irgendwie auch mitmachen und hatte aber irgendwie keine Finanzierung, ist dann immer
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nach Genf geflogen mit dem EasyJet und hat sich bei uns ins Jugendheim... Nee, nee, ich bin mit der Bahn gefahren, ich kriegte nur eine Bahnfahrt finanziert, also er ist vorgeflogen und ich bin dann 15 Stunden mit der Bahn hinterher gefahren, auch mit meinem Schlafsack in seinem Hotelzimmer mitzupennen. Ja, also Markus hat sich mal reingeschlichen und dann Isomatte auf dem Boden ausgerollt und so und
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sein Blog hieß nämlich damals am Anfang als Untertitel Backpacking to World Politics. Das war eigentlich nur so ein Tagebuch von den Gipfelvorbereitungskonferenzen und dann ging es irgendwann richtig los. Ja, und was machst du? Wieso warst du dabei? Weil ich dich kannte, weil ich das Projekt cool fand, weil ich auch immer gerne irgendwie über aktuelle Sachen geschrieben hab und ich hab früher so Mailing-
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Listen mal eine Zeit lang gemacht zu Cyberwar und so Themen, aber dann fand ich die Idee ziemlich cool, dass man es auch öffentlich machen kann. Genau, und was waren so deine Themen neben Cyberwar, was ja irgendwann langweilig wurde für dich zumindest? Ja, ich mach viel seit 2003 mache ich viel Datenschutzthemen. Genau, und Ralf ist so das beste Beispiel dafür,
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dass wir auch mal mit unseren Autoren irgendwie Ablösungsverträge oder also so aushandeln müssten, weil Ralf haben wir irgendwann mehr oder weniger verloren, weil er die Seite gewechselt hat aufgrund seiner Credibility bei uns. Was machst du jetzt? Ja, ich bin jetzt seit 2009 im Europäischen Parlament als wissenschaftlicher Mitarbeiter von Jan Philipp Albrecht von den
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Grünen, mach da im Prinzip die gleichen Themen vor allem Datenschutz und hab mir halt damals am Anfang gesagt, dass ich über die Sachen, die ich beruflich für Jan, der von den Grünen Abgeordneten, arbeite, dass ich über diese Themen nicht bei Netzpolitik schreiben will, weil das sonst so den Ruch kriegt, das ist ja irgendwie partipolitisch gefärbt und nicht mehr unabhängig und so. Jetzt ist halt mein Problem, dass ich komm noch
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andere Themen kenne, weil ich mit den Themen, zu denen ich arbeite, so beschäftigt bin. Deswegen schreibe ich leider seitdem nicht mehr so häufig, aber manchmal kommen dann so längere Sachen raus, wenn ich mal Zeit hab und irgendwie im Urlaub mich mal ein paar Tage hinsetze. Jetzt das letzte war ein längerer Beitrag über Handelsabkommen und Datenschutz. Darüber hast du auch schon geredet oder redest du hier noch? Das war gerade. Achso, könnt ihr euch
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auch Video anschauen. Ja, dann einen Applaus für Ralf. Dann gehen wir mal weiter in der Grütologie. Jetzt kommt der André auf die Bühne. André ist ja fast so lange auch schon dabei. Nimm mal das Mikro, lese mal ein Kommentar vor. Du bist jetzt der Nutzer
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Solaris. Die erste Seite von dem habe ich irgendwie gelöscht, weil das war zu viel. Ich erinnere mich noch an die Kommentare, das war, als wir angefangen haben, Crowdfunding anzubieten, dass man uns auch freiwillig Geld geben darf und die Leute haben sich beschwert, User Solaris schreibt. Alternativ könnt ihr auch den Praktikanten und Administrator rauswerfen und selber ran. Eine
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publikke Linux-Kiste auf der Ubuntu oder ein anderes Linux-Betriebssystem und ein wenig Software wie Apache 2 kann heute eh jedes Kind machen und sich in wenigen Tagen aneignen. Gibt mehr als genug Informationen, auch wie man das Ganze absichert. Statt 30 auch mal 40 oder 50 Stunden arbeiten. Die feinen Herren sollten hier nicht scheu sein, sich auf das Niveau der übrigen Selbstständigen herabzugeben, die
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auch mal gern 60 Stunden die Woche arbeiten, aber kaum 1200 Netto am Ende haben. Also so viel mehr. Wir haben noch nicht mal so viel. Und ich mache trotzdem noch Systemadministration. Ja, aber du hast jetzt den Teil vergessen, wie wir uns auf einer Party kennengelernt haben und ich gesagt habe, dass ich deinen Blog lese vor so circa zehn Jahren. Ach so, ne, das war nicht auf einer
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Party, das war auf so einer Parade. Das war doch eine Straßenparty. Ja, so eine Straßenparade, wo ich meinen ersten Videopodcast gemacht hatte und noch dachte so, naja, ich bin keine öffentliche Person und André war die erste Person, der mich dann anhüpfte und meinte, ich lese deinen Blog, was so zu einem Mem geworden ist so in meinem Leben. Ja, das sagt seitdem jeder.
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Aber ich habe das tatsächlich ziemlich lange gelesen, seit so ziemlich den Anfangen eben die ganzen WSIS-Geschichten. Vorher war so ein bisschen Ralfs Info-Krieg, Ralf erzählt vom Krieg, Mailing-Listen, Telepolis, Heiser hat man damals gelesen für die Paar-Stories, die es in dem Bereich gab und irgendwann ist dann Netzpolitik zu so einem zentralen Organ
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geworden, was ich gerne mit gelesen habe, mit gestaltet hab, komme auch aus der politischen Aktivismus, freie Medien und dann eben ganz schnell auch die ganzen digitalen Themen, wie die digitale Welt unser Leben verändert. Das ewig mitgelesen hab schon vor zehn Jahren an der Uni irgendwie eine Bachelorarbeit über die Vorratsdatenspeicherung geschrieben, worüber ich jetzt hier
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immer noch Republikan-Vorträge halten muss. Genau, und hab dann irgendwann nach meinem Bachelor ein Praktikum bei Markus gemacht, wie so viele, wie so fast alle von den Autoren und Autoren, die wir haben, gibt auch Ausnahmen, die sind gleich Professor und nicht erst Praktikant, aber hab dann mitgeschrieben, nach dem Praktikum den Blockzugang
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behalten und dann irgendwann kam so ein Thema wie Zensursula, bin ich einfach in den Ausschuss gegangen im Bundestag und irgendwie mitgeblockt, was dann damals so passiert ist und irgendwie ist das hängen geblieben und ich darf das heute immer noch machen. Außer heute ist ja gerade wieder NS-Auer im Bundestag, wo Thomas uns heldenhaft vertritt, denn irgendjemand von Netzpolitik muss ja da sein, während wir
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hier auf der Bühne Bier trinken. Genau, also ein Applaus für Thomas Rudel, den würden wir euch auch gerne vorstellen, weil Thomas ist unser neuster Zugang seit zwei Monaten, aber genau deswegen hat er jetzt auch irgendwie die NS-Auer-Karte ziehen müssen, weil er keinen Vortrag hier hält und deswegen für uns jetzt
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dort irgendwie das ganze Live-Transkript machen muss, was normalerweise in der Regel, wenn nicht Anna oder Wetterfroschi vertritt, Andre seit über einem Jahr macht, erzähl mal, wie bist du dazu gekommen? Also NS-Auer ist der Geheimdienst- Untersuchungsausschuss. Bis vor zwei Wochen war der so irgendwie unterhalb des Radars der deutschen Öffentlichkeit. Seit zwei Wochen haben wir diesen
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BND-Skandal, den wir eigentlich schon, ja oder Andre vor allen Dingen über das letzte Jahr aus den ganzen Anhörungen verhören, im Bundestag schon ausreichend dokumentiert, hat es. Na ja, die ganzen Themen beschäftigen uns auf dem Blog ja schon ewig. Wir sagen ja, dass wir schon gegen die NSA, über die NSA berichtet haben, mit Echelon als Advertisement noch
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nicht mal für die NSA gearbeitet hat und wir das auch noch weiterhin machen werden. Und auch ja die Art, in Plenum- und Abgeordnetenhäuser, Parlamente zu gehen, überall dort, wo politische Entscheidungen getroffen werden, hinzugehen und live zu berichten.
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Wir haben schon jahrelang irgendwie aus Bundestagsausschüssen zu Zensursula, Leistungsschutzrecht, Duwas in der Enquete- Kommission und so. Wir haben schon immer Parlamentsberichterstattung gemacht und das war ganz logisch, dass wir das in diesem zentralen Ausschuss mit dem Thema der digitalen Vollüberwachung auch weitermachen würden. Und irgendwie habe ich da einmal angefangen und bin zweimal hin und seitdem war
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die Erwartung, dass wir da immerhin sind und irgendwie macht es ja auch ganz Spaß. Und das ist ja auch recht wichtig, denn man muss sich das mal vorstellen. Es gibt einen einzigen Ausschuss auf der ganzen Welt in einem Land, der sich diesen brennenden Themas für die ganze Welt annimmt. Und dort ist die Öffentlichkeit erlaubt, hinzugehen. Aber es gibt keine offiziellen Protokolle oder Video oder Audioaufzeichnungen. Das heißt, wenn wir das
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nicht so möglichst detailliert protokollieren würden, wären das nur die zusammenfassenden Zeitungsberichte von den fünf Journalisten, die da immer drin sitzen, die übrig bleiben. Und deswegen finden wir das ziemlich wichtig, das zu machen. Heute Heldenhaft von Thomas vertreten und wir werden das hoffentlich auch noch weiter machen, solange der Ausschuss läuft.
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Wie lange bist du jetzt schon ein festes Redaktionsmitglied? Hab ich jetzt auch schon wieder vergessen. Seit Januar 2013. Dreieinhalb Jahre knapp. Ja, bezahlt es. Ja, genau. 100 Leute, die Zugang haben und schreiben dürfen. Und Leute wie Ralf sollten das öfters machen.
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Das sagen wir auch immer. Ja, ein weiteres festes Redaktionsmitglied ist Anna. Kommt auf die Bühne. Ich weiß auch nicht, Ralf möchte ein Bier. Da ist noch ein Bier, ja. Genau. Du bist jetzt jemand.
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Ich bin jemand. Jemand. Okay. Ja, es geht wie immer um Geld. Das heißt, Leute haben immer ein Problem mit Leuten, die Aktivismus und Journalismus hauptberuflich machen und jemand schreibt. Und ich dachte, ihr macht das aus Idealismus. Damit muss man ja komplett wieder eure Neutralität in Frage stellen. Ich denke, ich gehe mich wieder bei Leuten informieren,
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die Meinung und Geld verdienen, sauber trennen können. Ja, ich glaube, das Blöde an dem Kommentar ist, dass wir nie behauptet haben, neutral zu sein, sondern quasi schon immer behaupten, Journalismus mit Haltung zu machen. Und jetzt dann gerade das vorzuwerfen, ist vielleicht ein bisschen kurzsichtig. Ja, und wie bist du jetzt zu uns gekommen? Also ich weiß das ja, aber du kannst es ja bei den anderen erzählen.
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Ja, das war eigentlich mehr oder weniger Glück. Ich kannte Andre vorher auch so gerade aus so Aktivismus, Netzpolitik, Kreisen. Und dann habe ich mein Informatik Studium abgeschlossen und dachte, ich könnte eigentlich irgendwie mehr drei Monate irgendwas anderes machen als irgendwie die ganze Zeit programmieren und quasi mal so die Zeit haben, das, sag ich mal, hauptberuflich zu machen, was ich sonst nebenher machen muss und wo einfach immer so wenig Zeit für bleibt
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oder zu wenig Zeit für bleibt. Und dann habe ich so irgendwie Andre geschrieben, sag mal, kann ich vielleicht ein Praktikum bei euch machen und irgendwie Markus eine Bewerbung geschickt. Markus hat darauf, ich glaube, zwei Monate heldenhaft nicht reagiert. Also die besten Praktikanten sind immer diejenigen, die noch mal nachhaken und noch mal nachhaken. Und wenn die so motiviert sind, dann nehmen wir sie immer.
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Ja, aber das Nachhaken bei dir hat nichts gebracht. Andre hat mich dann heldenhaft irgendwie oder hat Markus heldenhaft dazu gebracht, dass er mir dann noch mal irgendwie eine E-Mail schreibt und mich nach Berlin einlädt. Da war ich dann da und das ging dann alles relativ schnell. Und dann wollte ich eigentlich nur drei Monate bleiben und bin ziemlich hängen geblieben. Ich habe nämlich so, also ich habe im Oktober angefangen. So ich hatte schon eine Stelle, wo auch so ein Dayjob programmieren an einem Forschungsinstitut.
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Und dann dachte ich eigentlich so, nee, eigentlich ist das eigentlich genau das, was ich gerade machen will und ich kann mir nicht gerade vorstellen, irgendwas anderes zu machen. Und dann war ich so am hadern und hin und her und überhaupt. Und eigentlich war Netzpolitik ja eigentlich da immer ziemlich prekär finanziert. Und eigentlich hätte man sich das auch nicht so richtig leisten können. Zumindest war das unklar, ob das stabil bleibt. Aber irgendwann habe ich mich
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irgendwie durchgerungen und gesagt so ey, Markus, ich will eigentlich da bleiben. Und Markus meinte dann mach doch so. So ist die Geschichte ausgegangen und dann seitdem bin ich da. Ja, und die Themen, worüber du am liebsten schreibst sind? Ich sag mal, ich versuche halt zumindest mein Studium dahingehend zu verwerten, dass ich irgendwie technische Zusammenhänge erkläre. Das heißt, ich versuche, mir anzugucken, was steckt technisch
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hinter den Problemen hinter und wo wird quasi diese gesamte technische Seite ganz oft in der Politik vernachlässigt oder es wird einfach ein vollkommen falsches Bild aufgebaut, weil einfach nicht wirklich viel Fachwissen da ist. Und ich hoffe, dass dadurch, dass ich versuche, das irgendwie zu erklären oder einmal die Hintergründe zu erklären, zumindest auch verständlich für Leute, die sich damit nicht hauptberuflich auseinandersetzen, dass das einen kleinen Effekt hat,
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vor allem im Bereich Datenschutz und ja Privatsphäre. Ja. Willst du noch was sagen? Nö. Na gut, das war Anna Biselli. Ihr lest die auf Netzpolitik. Ja, wir nehmen jetzt. Eigentlich fehlt hier so eine Lostrommel oder so.
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Dann nehmen wir den Ulf, der lacht gerade. So der Kommentar. Du bist jetzt Björn. Also für kurze Zeit. Björn ist ganz unten. Der Björn. Spenden kreativ, aber daneben. Wenn das Geschäftsmodell
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von Netzpolitik.org keinen Gewinn vorsieht, dann ist es kein Geschäftsmodell. Und damit ein Hobby. Dann muss man eben zurück zu einem normalen Job. Ich habe meine Idee zwei Jahre lang vom Ersparten aufgebaut. Und nun, nun trägt es sich. Spenden, Paywall und Blog im Hauptberuf. Das passt schlicht nicht.
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Ja, deswegen hast du auch einen anderen Hauptberuf. So ist es. Ja, ich bin von Haus aus Jurist und muss nicht vom Schreiben leben bzw. vom Schreiben anderer Dinge. Aber ja, genau. Ich bin aber trotzdem sehr gerne dabei bei Netzpolitik, natürlich eben nicht so oft wie die lieben Leute, die ihr bisher gesehen habt. Bei mir ist es eher ein Telefonkontakt häufig
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oder ein E-Mail Kontakt. Weil ich eben von Haus aus Jurist bin und mich viel mit Verfassungsrecht beschäftigt habe, bin ich so vielleicht eine der Personen, die angefunkt werden, wenn in der Redaktion eine Jurafrage auftaucht. Hey, wir haben da gerade was zugespielt bekommen. Was bedeutet das denn jetzt eigentlich aus verfassungsrechtlicher Sicht?
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Was kann man dazu aus strafrechtlicher Sicht sagen? So ein bisschen die Rolle vielleicht eines auswärtigen Anwalts, weil Netzpolitik natürlich nicht immer für jede Frage einen Anwalt beschäftigen kann, mache ich das quasi hobbymäßig. Und wie lange bist du schon dabei? Ich weiß das ehrlich gesagt nicht mehr. Also das hat sich über die Jahre so ein bisschen verdichtet. Also ich glaube, wir kennen uns so fünf Jahre, würde ich mal schätzen,
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so etwa seit 2010 oder so. Gelesen habe ich das Blog natürlich schon viel länger. Also ich habe mein Studium verdient als Netzwerkadmin an der Uni Leipzig. Und damals habe ich natürlich auch schon Netzpolitik gelesen, aber dass wir so einen persönlichen Kontakt hatten. Das ist glaube ich so etwa seit fünf Jahren, würde ich mal schätzen, fünf, sechs Jahre. Und wie das dann eben so geht,
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wenn man jemanden kennt, von dem man denkt, er könnte was dazu wissen, dann mailt man sich mal. Wir haben 2011 ein Interview gemacht damals, als der Staatstrojaner hochpoppte. Das habe ich ja vor allem mit dem CCC zusammen gemacht. Aber da hattest du dann ein Interview mit mir gemacht über die wiederum verfassungsrechtliche Seite. Was bedeutet das eigentlich, dass es einen Staatstrojaner gibt? Was war jetzt eigentlich ganz genau verboten daran,
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was die bayerische Polizei gemacht hat? Das war so die erste größere Geschichte, glaube ich, wo ich mal aufgetaucht bin bei Netzpolitik. Ja, du schreibst ja nicht nur. Das weiß ja keiner. Aber wir haben auch eine App. Aber da gibt es immer große Grundsatzdiskussionen. Dürfen wir überhaupt eine App haben oder nicht? Aber Ulf ist nicht nur Jurist. Ulf hat uns auch unsere iOS App entwickelt.
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Ein großer Applaus. Ja, vielen Dank. Also formal, formal vertreibt diese App die Firma eines Freundes Kicks Apps, ein Freund von mir, der sich damit selbstständig gemacht hat vor einigen Jahren. Und genau, aber ich bin da hart dran am Code und bemühe mich,
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soweit ich das eben kann, neben meiner Arbeit diese App zu pflegen. Insofern auch an dieser Stelle die herzliche Bitte, wenn euch irgendwas nicht so ganz so gut gefällt, schreibt uns eine E-Mail und wir versuchen, dann das besser zu machen, soweit wir können. Wie gesagt, auch das ist ein Hobby. Deswegen haben wir jetzt irgendwie kein ganzes Entwicklerteam, aber immerhin versuchen wir es so gut wie möglich zu machen und natürlich auch
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einen kleinen Beitrag zu leisten zur Finanzierung von Netzpolitik. Klar, ein bisschen kriegt Apple, aber ansonsten kommt auch für Netzpolitik was dabei rum. Und wir hoffen natürlich auch, dass die App dazu beiträgt, dass unsere Texte mehr gelesen werden und das. Also wir führen natürlich keine personenbezogene Statistiken, aber es sieht schon so aus, dass diese Push-Nachrichten wirklich dazu führen, dass Leute sehr regelmäßig
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die Artikel auch lesen, also mehr als wenn die als wenn man die Website immer von Hand aufrufen müsste. Die gute Nachricht ist für alle nicht, iOS-Nutzer, man muss die App auch nicht nutzen. Man kann auch unsere mobile Seite nutzen. Man kann auch ein RSS-Feed nutzen, weil alles frei, offen zugänglich. Na klar, das kann man auf jeden Fall. Und wir hoffen ja auch immer noch auf eine Android-App. Also wenn da jemand
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Zeit und Lust hat, sich dazu engagieren. Wir haben keine öffentliche API, denn dafür haben wir ja eine Website. Aber wir dokumentieren gerne, wie dieser Abruf funktioniert. Also wenn jemand eine App bauen möchte, funkt uns an und dann freuen wir uns sehr, wenn wir da unser Angebot noch ausbauen können. Ja, danke. Willst du noch was sagen? Nö, das war's. Vielen Dank. Ja, danke.
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Ulf Burmeier. So, als nächstes holen wir mal Kirsten Fiedler auf die Bühne, weil die ist schon ein bisschen nervös, weil die muss gleich um 16 Uhr noch auf einer anderen Bühne reden. Juhu. Hallo. Ach so, ja, warte, warte mal. Ich muss mal gucken, wer du jetzt grad bist.
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Ah, du bist Johnny. Okay, Johnny. Ich werde nicht spenden, da in der Vergangenheit mehrere radikalfeministische Artikel hier zu lesen waren. Ansonsten macht ihr super Arbeit. Ich spende mein Geld trotzdem lieber Anti-Feministen. Ja, also wir versuchen ja
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möglichst viele verschiedene Meinungen und Sichtweisen bei uns darzustellen, wobei wir, sagen wir mal, radikalen Maskulisten jetzt keine Bühne bieten würden. So viel dazu. Ja, ich weiß auch gar nicht, seit wann du mitschreibst. Weißt du das noch? Nö, also ich glaube, ich habe vor ungefähr sechs oder sieben Jahren angefangen zu bloggen,
21:01
damals noch mit einem eigenen deutsch-französischen Blog. Was ist das? Und das hat sich dann immer mehr hin zu Netzpolitik verlagert. Irgendwie ging das so ganz automatisch. Ja, ich glaube, dabei bin ich seit keine Ahnung, vielleicht fünf Jahren oder so. Ja, und du bist ja sozusagen unser Brückenkopf nach Brüssel.
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Ja, mit Ralf zusammen. Genau, aber Ralf schreibt ja nicht. Ja, erzähl mal, was für ein Brüsselmast. Ja, also ich versuche, in meiner Freizeit eigentlich bei Netzpolitik noch immer so ein bisschen nebenher zu bloggen, weil ich eigentlich mit meinem Tagesshop ziemlich ausgelastet bin. Ich bin bei European Digital Rights,
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ADRI, das ist der Dachverband für 33 Bürgerrechtsorganisationen aus ganz Europa. Und ja, da haben wir ziemlich viel zu tun, weil wir auch nur sechs Leute sind. Und ich glaube, es sind mittlerweile über 30.000 Industrielobbyisten unterwegs in Brüssel. Und wir versuchen da halt digitale Grundrechte zu verteidigen.
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Und ja. Insofern ist das auch dein Thema. Genau, also ich war längere Zeit in Frankreich und bin jetzt halt in Brüssel. Und deswegen sind meine Berichte auch immer entweder über das Ausland oder über das, was gerade so in der EU abläuft. Und vor allen Dingen ja
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Akta, Privatisierung der Rechtsdurchsetzung, all die Themen, worüber du auch gleich noch reden wirst. Ja, genau, also alles querbeet eigentlich Netzneutralität, Urheberrecht. Wie wichtig ist Brüssel für die Netzpolitik? Ja, super wichtig natürlich, weil mittlerweile ja immer mehr netzpolitische Sachen auf EU-Ebene entschieden werden.
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So ist das jetzt bei der Datenschutzreform. So war das bei der Richtlinie über die Vorratsanspeicherung und jetzt wahrscheinlich auch bei der kommenden Urheberrechtsreform. Also und ja, und in den Mitgliedstaaten wird dann hinterher halt nur noch umgesetzt in nationales Recht oder ja, Verordnungen sind auch teilweise direkt anwendbares Recht. Also wenn man sich nicht
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in Brüssel früh genug einbringt, dann ist die Sache meistens schon gelaufen für die Mitgliedstaaten. Ja, und wir leisten uns ja den Luxus über EU-Themen die ganze Zeit zu schreiben, obwohl sie dann mal kommerziell nicht funktionieren. Immer wenn ich mich dann mit anderen Journalisten unterhalte, die für andere größere Medien, die werbegetrieben sind, schreiben, dann zeigen die schon Interesse.
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Aber dann sagen sie ja gut, als die letzten drei Mal jetzt wir über die EU Datenschutzreform geschrieben haben, dass der ja schlecht aufgerufen ist, der Artikel des Tages. Das können wir nicht jeden Tag machen. Und wir sind ganz froh, quasi durch unsere Leserinnen und Leser dafür finanziert zu werden, auch die Themen zu behandeln, die halt quasi gerade nicht sexy sind
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und die ganze Zeit geklickt werden, aber dringend notwendig sind. Also ACTA war so ein Ding, wo wir seit 2008 sehr intensiv drüber diskutiert haben. Und als dann die Welle 2012 irgendwie auf einmal da war, hatten wir eigentlich die ganzen Argumente, hatten den ganzen Überblick darüber, was da passierte, und konnten das eigentlich auch so mit am besten dokumentieren.
24:01
Ja, genau. Also ich finde das eigentlich auch noch eine schöne Herausforderung, über kompliziertere EU netzpolitische Themen zu berichten und zu versuchen, das halt in verständlichere Formate zu packen, vor allem weil es teilweise auch um gewollt intransparente Aktivitäten seitens der EU Institutionen geht.
24:20
Und da finde ich das dann immer spannend, das dann zu vermitteln. Ja, noch was zu sagen. Dann wünsche ich viel Erfolg bei deinem Vortrag. Wo ist der gleich? Saal 4. Also geht gleich in Saal 4. Wenn euch für EU Politik interessiert, sagt noch mal genau, worum es da geht. Ja, wir sprechen über Internetzensur
24:41
in Europa seit ACTA. Saal 4, 16 Uhr direkt im Anschluss. Danke, Kirsten Fiedler. Da nehmen wir mal Moritz, weil er gerade da am nächsten sitzt. Hi, hallo, Moritz Dremmel.
25:03
Wie lange bist du schon dabei? Seit 2012. Ich bin auch einer der ganz wenigen Menschen, die mal ein Praktikum bei Netzpolitik Org gemacht haben und dann immer noch immer wieder was geschrieben haben. Und was ist so dein Background? Ich beschäftige mich seit 10, 15 Jahren mit Überwachung und irgendwie stolpert man da
25:21
automatisch über Netzpolitik Org irgendwann und liest das dann öfter, immer öfter. Und ja, so bin ich da hingekommen und ich beschäftige mich hauptsächlich mit Überwachung, Datenschutz, digitale Selbstverteidigung und so Aktivismuskram. Und wie war das so als Praktikant 2012 bei uns zu sitzen? Erst mal war das der wahnsinnig
25:41
heiße Sommer und zwar im Büro immer super heiß. Man muss dazu sagen, wir sind im fünften Stock unterm Dach und ja, es ist leider da relativ heiß, wenn es draußen die Sonne scheint. Genau, und das war die Zeit, wo digitale Gesellschaft noch sehr eng mit oder noch enger mit Netzpolitik Org verbunden war. Da haben wir viel gemacht.
26:00
Das war die Akta Zeit, wo wir die Pakete gepackt haben und an die ganze Städte geschickt haben. Es war eine sehr spannende Zeit und auch eine coole Zeit, weil wir ziemlich erfolgreich waren, weil wir dieses Akta-Abkommen weggefegt haben, was super cool war. Dazu muss man sagen, also der digitale Gesellschaft hatten Teile von uns
26:21
mal mit gegründet 2011, weil wir standen natürlich vor dem Problem bei Netzpolitik.org, dass wir einerseits Journalismus machen wollten, andererseits auch Aktivismus machen wollten, genauso an der Linie waren, aber auch dachten, naja, eigentlich jahrelang sind wir zusammen mit dem CCC überallhin eingeladen worden zu Politikern in parlamentarische Runden
26:42
und so weiter, wo ein großes Interesse daran bestand, mit der digitalen Zivilgesellschaft Kontakt aufzunehmen. Aber wir wollten das nicht mehr in unserer Freizeit machen. Nach ein paar Jahren war es auch ein bisschen anstrengend, immer wieder dasselbe zu erklären und dafür nicht quasi seine eigene Arbeit machen zu können, obwohl es halt eine wichtige Aufgabe war und dann dachten wir halt, okay, wir müssen jetzt noch eine eigene Organisation gründen,
27:02
die dann quasi sich selbst finanziert und trägt, um Menschen finanzieren zu können, die in ihrer Arbeitszeit dann zusammen mit den ganzen anderen Lobbyisten einfach mal den ganzen Tag in so einer Runde im Wirtschaftsministerium sitzen können, um dort quasi Grund- und Verbraucherrechte vertreten zu können.
27:20
Ja, und wieso bist du dabei geblieben? Also ich finde, Netzpolitik Org ein wichtiges und richtig gutes Medium auch. Also oft, wenn man sonst so Sachen liest, sind die halt mit diesem, ja schreiben die halt die Pinocchio, den Pinocchio-Kram von den Institutionen ab und Netzpolitik Org nimmt sich halt immer die Zeit, manchmal auch sehr oft die Zeit, die Argumente nochmal zu wiederholen,
27:41
weil sie irgendwie doch nicht so richtig verstanden werden oder nicht so richtig ankommen. Und außerdem ist ein supernettes Team, supernette Leute, auch super interessante, fähige und fitte Leute. Es ist einfach schön, Teil davon zu sein. Ja, danke. Dann ein Applaus für Moritz.
28:03
Wer? Ach, du hast keinen Kommentar vorgelesen, da musst du nochmal rauf. Ah, Hauptgewinn. Du bist Willi Meier. Ist doch der längste. Aber der schreibt uns immer so nette Leserbriefe regelmäßig, so täglich.
28:20
Auch schön. Also Willi Meier schreibt Liebe Schwestern und Brüder, vieles ist noch zu transformieren in uns selbst und in unserem Umfeld sowie in der ganzen Menschheit. Wichtig ist, dass immer mehr Menschen dies bewusst ist und sich somit immer mehr erklären kann, immer mehr klären kann, was danach sein darf.
28:40
Der Bewusstseinswandel, der ja nötig ist, um das neue spirituelle kristalline Lichtzeitalter zu leben, muss sich durch alle Facetten des Lebens bewegen, um einst durch uns Lichtmenschen selbst die richtige Lösung zur richtigen Zeit am richtigen Ort aufzuzeigen. Man vertraue auf seinen eigenen Wandel und auf Gott selbst, um das eigene Leben
29:01
glücklich zu erfahren und so zu dienen dem Gesamten. Somit ist auch in diesen düsteren Zeiten das Licht und die Liebe bewusst in uns und überall. Ich wünsche uns allen einen immer schnelleren Fluss der Transformation. Licht und Liebe ist mit uns Willi.
29:22
Ja, da haben wir auch was gemeinsam mit Angela Merkel, weil sie ist auch immer im Empfängerkreis dieser Rundmails, die fast täglich bei uns reinkommen. Also wir haben da mehrere, die regelmäßig alle anschreiben. Und es ist ganz gut. Da haben wir einen ganz guten Presseverteiler allmählich bekommen.
29:41
Wenn man immer so guckt, wer ist alles im CC? Es gibt wohl Menschen, die haben nichts anderes zu tun, als die ganze Zeit Leserbriefe zu schreiben und alles zusammen zu suchen an Mailadressen, was sie finden. Ja, als nächstes hat er sich selbst schon nominiert. Matthias Köchner. Ach du, was? Ich habe das Mikrofon in die Hand bekommen.
30:00
Gut, kriegst du den? Ich weiß jetzt nicht, wer er war. Hab ich ihm gelöscht, aus Versehen. Okay, sorry Netzpolitik Team. Wenn ich an euch spende, verliere ich mit hoher Wahrscheinlichkeit meinen Job und damit meine wirtschaftliche Existenz. Traurig, aber wahr, das ist Deutschland 2014.
30:21
Trotzdem danke für eure wertvolle Arbeit. Ja, wir wissen immer noch nicht, warum er seine Existenz verliert und seinen Job, wenn er an uns spendet. Wir bieten auch die Möglichkeit, an anonyme Spenden zu machen. Da ist es immer ein bisschen Arbeit für unsere Buchhaltung. Aber tatsächlich kriegen wir so fast einmal die Woche mindestens irgendwelche Briefumschläge mit Geld zugeschickt,
30:41
was uns immer ganz freut. Das sind auch ganz rührende Sachen von Teenager, die uns zehn Euro spenden und auch selbst mit Hand geschrieben irgendwie begründen, warum sie das machen. Wo jetzt leider nicht dabei steht, aber auch bei uns im Blog irgendwo und hängt bei uns an der Wand. Ja, aber kommen wir zu dir. Du bist nicht festes Teammitglied, aber sitzt lustigerweise
31:01
drei Türen weiter. Warum? Ja, weil ich arbeite für die Free Software Foundation Europe hauptberuflich. Und wir hatten bis vor einiger Zeit noch ein Büro, da kam Licht nur rein, wenn Schnee draußen war und das Licht dadurch reflektiert ist. Und dann ist was frei geworden hier in ein paar Büros weiter,
31:21
eben auf dem gleichen Flur. Und deswegen sind wir dann mit dem FSFE-Büro umgezogen und haben jetzt auch eines von den schönen Dachgeschoss-Büros, die im Sommer auch mal ein bisschen wärmer sein können. Und wir sehen die Sonne. Ja, sehen wir auch. Nee, aber wir sehen den Sonnenuntergang. Ihr seht die Sonne auch tagsüber. Ja, seit wann bist du dabei?
31:40
Ich habe vorher mal nachgeschaut. 2010 habe ich angefangen, bei euch auch zu schreiben. Ich habe das Gefühl, 2010 haben wir einen großen Zuwachs in unserer Redaktion bekommen. Ja, ich glaube, das ist bei mir gelagt. Das glaube ich mit daran, dass ich dich immer wieder genervt habe, dass du doch über ein bestimmtes Thema schreiben sollst, was wir gerade dran arbeiten. Und dann hattest du keine Lust
32:01
mehr selber darüber zu schreiben. Ja, warum? Wenn man auch Experten dafür hat. Was ist das für ein Thema? Der erste Artikel, da ging es über Marktstandards, glaube ich. Also da hat die Bundesregierung überlegt, dass das mit den offenen Standards ja nicht so wichtig ist, sondern dass man auf Marktstandards setzt. Und Marktstandards ist eigentlich genau das, was eben alle Leute nutzen.
32:22
Also man muss einfach nichts ändern, weil das regelt ja der Markt. Also ein Marktstandard wäre Microsoft Dateiformate. Zum Beispiel, ja. Ihr versteht schon, warum ich darüber nicht schreiben wollte, weil es leider etwas tröger ist. Aber dafür haben wir Leute wie Matthias, die ja das viel besser können, hoch motiviert dabei sind,
32:41
das gut erklären wollen und können. Und dafür ein kleiner Applaus. Ja, willst du noch was sagen? Eine kurze Sache habe ich noch wegen den Kommentaren, weil also da kommen jetzt ja viele so ziemlich abstruse Kommentare. Und das ist auch was, wenn man auf Netzpolitik schreibt,
33:00
dann kommentieren da viele Leute die Dinge und das ist nicht immer ganz so nett auch manchmal so als Autor. Aber da fand ich eine coole Sache, als dann Flutter dort eingeführt worden ist, weil dann kann man nämlich die ganzen Kommentare, die so eher so relativ hohes Bullshit Level manchmal auch haben, gegenrechnen gegen die Fletters, die man bekommt. Und dann hat man so ein bisschen eine bessere Einschätzung,
33:21
wie die Leute den Artikel finden, weil die Leute, die den Artikel gut finden, die sagen meistens nicht coole Artikel, Dankeschön. Sondern die gehen einfach weiter. Aber die negativen, die kriegt man immer drunter. Deswegen das eigentlich ein ganz schöner Indikator. Also Matthias, du musst jetzt ganz hart sein, das funktioniert nicht mehr. Also Fletter ist leider mehr oder weniger tot. Das war das war so ein bisschen
33:40
so eine Werbung jetzt hier so. Ja, das ist ein bisschen tot. Eine von unseren Finanzierungs wegen, wo wir aber trotzdem noch jeden Monat knapp 800 oder 1000 Euro drüber bekommen, aber nicht mehr, weil jeder einzelne Fletter, jeder einzelne Artikel geflettert wird, wie es mal eigentlich so die Idee war, sondern wir glauben, dass einige oder viele Menschen so eine Art Dauerauftrag über Fletter
34:02
an uns und ein paar andere Podcasts zum Beispiel vergeben und das einfach so als Transferstelle nutzen. Das Problem bei Fletter ist, also A, dass es halt fast tot ist, die ständig irgendwelche Systeme umstellen, wir ganz viel Papierarbeit wieder haben, neue AGBs von irgendwelchen skurrilen Bankensystemen irgendwie unterschreiben müssen, um unser Geld überhaupt zu bekommen.
34:21
Das halt 10 Prozent Transfersumme noch drauf geht und ist eigentlich so der teuerste Transferweg, um uns Geld zu geben. Das heißt, 10 Prozent gehen halt verloren auf dem Weg. Ja, das war das eine. Jetzt er sitzt ganz nervös da und möchte jetzt schon selbst auf die Bühne. Leonhard Dobusch, wir haben zusammen vorgestern, schon so lange ist es her,
34:41
einen Vortrag gehalten, aber die Netzgemeinde ist am Ende. Und ja, hallo, Leonhard, du darfst eine neue Mail vorlesen. Ja, eine Mail, die ja ein Beispiel dafür ist, was wir fast täglich haben. Manchmal haben wir auch Personen bei uns im Büro, die uns das schildern, was ihr jetzt gleich in der Mail hören werdet.
35:00
Guten Abend, liebes Team von Netzpolitik. Da ich nicht wirklich weiß, an wen ich mich sonst wenden soll, möchte ich mein Glück bei euch versuchen. Ich habe einigen Grund zur Annahme, dass mein Handy bzw. auch mein Desktop Rechner als Wandse misbraucht werden und frage mich nun, wie ich diesen Verdacht überprüfen kann. Ich habe auf meinem Handy zumindest mit der App
35:22
Antispie nichts gefunden. Mittlerweile habe ich schon das Handy gewechselt und habe immer noch den Eindruck, dass Gespräche mitgehört werden. Kennt ihr eventuell irgendeinen Fachmann in Berlin, der mir weiterhelfen könnte? Ihr würdet mir wirklich sehr helfen. Vorab schon mal vielen Dank
35:41
und einen schönen Abend. Ja, wir denken halt die ganze Zeit, wir kriegen halt täglich fast solche Anfragen. Beim CTC muss das noch viel schlimmer laufen. Aber du weißt ja, nur weil man paranoid ist, heißt das nicht, dass man nicht verfolgt wird. Ja, das muss man im Einzelfall entscheiden. Ja, Leonhard, was machst du? Warum bist du bei uns?
36:01
Ja, also man muss ja wissen, ich glaube, ich bin, ich weiß nicht, ob das oft vorkommt, aber zum ersten Mal gefragt hat mich Markus, ob ich einen Schreib-Account haben möchte bei Netzberichtung.org auf einem Creative Commons Summit in Dubrovnik. Das war 2006, glaube ich. 2007 war das, glaube ich.
36:20
Und ich war da gerade am Ende meiner Doktorarbeit und habe ein neues Forschungsfeld irgendwie aufgemacht. Das war so Creative Commons und Standardisierung. Und wir waren da beide. Und irgendwie, ich kannte da kaum jemanden. Und Markus kannte ich mal von einem Netz, von einem Web-Montag oder New Thinking Abend oder so. Und das Problem ist, ich war so eingeschüchtert also von diesem Angebot, weil ich so einen Respekt hatte vor dieser tollen Arbeit,
36:41
die die Netzberichtung dort gemacht hat, dass ich dann erst mal gesagt habe, nein, lieber nicht, lieber nicht. Und meinen ersten Artikel habe ich erst 2011 geschrieben. Echt? So spät? Aber bis dann hatte ich, ich glaube, ich mehrfach schon interviewt für unseren Podcast. Ich glaube, Podcast war vorher 28 schon mal zu meiner Diss über, da ging es darum, wie Linux in großen Stadtverwaltungen eingeführt wird
37:01
oder eben nicht. Also eher nicht. Und ja, und ich, was mir in Netzpolitik immer schon gefallen hat, war dieser Querschnittszugang. Ich meine, ich schreibe jetzt vor allem über diesen Urheberrechtskram. Irgendwann kippt man da mal rein und dann hat man so viel Zeit schon in dieses unendliche Todesthema investiert, dass man irgendwie nicht mehr rauskommt. Und dann außerdem gibt es
37:21
da auch nicht welche Urteile. Eins blöd oder das andere muss dann besprochen werden. Aber eigentlich hat mich immer genau diese Sache, diese Open, Everything Open interessiert. Also Open Education, Open Source, Open Data, Open Government, Open Whatever. Und das war irgendwie diese positive Sichtweise. Deshalb habe ich Markus auch gezwungen, dass wir bei unserem Talk vorgestern zumindest irgendwie versuchen, auch mal zu zeigen,
37:41
nee, es geht nicht alles in Arsch und es ist nicht so, dass nichts besser wird. Manche Sachen wären besser. Ja, man hört schon, du hast so einen anderen Nationalitäts-Background. Ich meine, ja, du haben einen Migrationshintergrund, genau. Also wir wollten auch unser Diversity-Management irgendwie ein bisschen
38:00
in den Vordergrund stellen. Deshalb White, Anglo-Saxon, Male. Ja, genau. Hast du eigentlich schon einen Kommentar vorgelesen? Ja, habe ich. Das war ein Brief. Aber gut, du hörst mir gut zu, Markus. Ja, nee. Also gibt es noch wen, der mich ablösen kann? Nee, Moment. Also wir haben ja noch nicht geklärt. Du hast auch, wir hatten jetzt schon einen Sozialwissenschaftler,
38:20
Juristen, Informatiker, alles auf der Bühne. Du hast einen ganz anderen Zugang zu dem Thema. Was machst du denn beruflich? Also erstens mal, ich habe in Österreich, das stimmt. Also ich komme daher und es ist nicht vermeidbar. Also man kann es irgendwie, man hört es nach zwei Sätzen. Glücklicherweise nicht beim Lesen merkt man es nicht. Also es gibt bisher kaum irgendwie. Doch, manchmal schon. Also Österreicher schreiben
38:41
manchmal Deutsch auf eine andere Weise. Okay, mir fällt es nicht auf. Sagen wir es mal so. Aber ich merke das Lachen dann nicht, wenn es gelesen wird. Also ich habe in Österreich Jürgen und BWL studiert. Also und bin dann eigentlich und versuche das irgendwie auch ein bisschen zu verknüpfen. Deshalb auch sie diese Urheberrechtssachen. Aber eigentlich bin ich
39:00
in der BWL hängen geblieben und bin jetzt an der FU Berlin Junior Professor für Management, insbesondere Organisationstheorie. Und das Gute ist, das ist so allgemein, dass ich dort sogar zu so Dingen forschen kann, wie private Standardsetzung, Regulierung, digitale Communities. So deshalb schreibe ich auch manchmal über sowas wie Wikipedia, Wikimedia, weil ich dazu auch zum Beispiel forsche.
39:21
Ja, also wird jetzt schon wieder runter. Haben wir noch wen? Ja, wir haben noch Praktikanten und Ex-Praktikanten. Florian. Also dazu muss man sagen, wir schauen immer, dass wir so ein, zwei Praktikanten haben. Einmalig hatten wir auch mal drei. Florian war einer davon Anfang dieses Jahres.
39:42
Und wir sehen könnt, Praktikanten bei uns ist halt auch für uns ein Trainingsprogramm für junge Nachwuchskräfte. Ein paar bleiben dann hängen. Die werben dann nie wieder los. Da sind wir aber auch ganz froh drüber. Andere haben uns gerade erst wieder verlassen, um fertig zu studieren.
40:01
Erzähl mal, wie bist du dazu gekommen? Warum hast du dich eigentlich bei uns beworben und wie war es? Ja, ich finde das Label Bootcamp Netzpolitik. Oh, könntest du dir ja auch mal irgendwie auf die Fahrt schreiben? So als Ausbildungsprogramm. Ja, genau, ich bin Anfang des Jahres dabei gewesen, jetzt wieder zurück im Nordrhein-Westfalen und ja, habe auch,
40:21
wie das bei anderen gerade schon angeklungen ist, halt viel Netzpolitik auch gelesen und über Jahre schon verfolgt, was ihr gemacht habt. Das ist mit Agda losgegangen und hat dann durch die Enthüllung von Edward Snowden nochmal so einen richtigen Drive bekommen und dachte dann irgendwann Mensch, wie das auch gerade schon angeklungen ist. Ja, ich habe irgendwie so einen Riesen Respekt davor, was ihr auch für eine Arbeit macht
40:41
und wie an so vielen Fronten ihr da seid und jeden Tag. Ich meine, das ist ja mit anderen riesengroßen Nachrichten total vergleichbar, was da für ein Output einfach genergiert wird. Wenn man ein, zwei Tage nicht liest, kommt man fast schon nicht mehr hinterher und dachte dann einfach mal Ja, gut, bewirbst du dich und ja, scheint ja dann doch funktioniert zu haben. Ganz gut. Ja, offensichtlich. Aber wie war es denn dann bei uns zu sein?
41:01
Ich meine, hast du dir das so vorgestellt, wie wir arbeiten? Es war unglaublich frei und ist unglaublich frei. Und das ist eine Sache, die ich über die Zeit sehr gelernt habe zu schätzen. Es ist ja einfach dieses Ganze. Man kriegt jetzt nicht von oben von dir vorgegeben. Hier die Lügenpresse steuert jetzt, was du schreibst, wo du hingehst und was du machst, sondern das sind Sachen, da kannst du vielleicht mal machen
41:21
oder kannst dir selbst die Themen suchen. Und das habe ich sehr genossen. Und jetzt bist du wieder zurück im Studium und schreibst weiter mit. Genau, ich schreibe weiter, versuche auch noch weiter dabei zu bleiben. Und genau, jetzt geht es Richtung Bachelorarbeit. Ich studiere Politikwissenschaft, also auch eine aus der sozialwissenschaftlichen Fraktion und will mich spezialisieren
41:42
oder weiter Richtung Forschung, Richtung Big Data, so das vielleicht mit Ethik und so. Da gibt es ja auch einige Fragen, die ganz dringend brennen. Und ja. Ja, vielen Dank. Einen Applaus für Florian. Soll ich auch noch einen Kommentar vorlesen? Hast du noch eines? Ach, Kommentar stimmt. Ja, noch haben wir welche.
42:00
Da kann man vielleicht auch noch mal eine Praktikanten Anekdote erzählen. Ich habe das zum Glück nicht so schlimm abbekommen, wie einige Ex-Praktikanten vor mir, wo es dann, ich glaube, es war ein Artikel zu Russland. Ach, okay. Ja, Kilian hatte Pech. Da hatte er seinen ersten Tag. Ich wusste jetzt nicht, was ich ihm für Arbeit gebe.
42:22
Und da gab es einen Artikel in der Süddeutschen und in der FAZ über pro russische Kommentare unter Ukraine Artikel. Und er hat das dann irgendwie eigentlich nur so als Verweis auf die anderen Artikel zusammengefasst. Und dann fingen an, irgendwie so eine Meute an. Also dieses Phänomen kennen wohl sämtliche Journalisten,
42:42
die irgendwie bei Medien über Ukraine berichten, irgendwie seinen Hintergrund zu durchforsten. Und dann kam raus, dass er mal für eine Agentur Praktikum gemacht hatte, die auch irgendwas mit keine Ahnung wie zu tun hat, auf jeden Fall als pro-amerikanisch eingestellt war. Und dann gab es dann schon Verschöungstheorien, dass jetzt die amerikanische Regierung uns Praktikanten bereitstellt.
43:02
Es war so eher unschön. Es war auch, also er war es danach. Wir haben ihn wieder motiviert bekommen am zweiten Tag. Er hat auch nicht nochmal über das Thema geschrieben. Aber es war halt ja, wir können halt. Also wir haben offene Kommentare. Wir machen halt quasi nur Nachzensur. Das heißt, wenn die Menschenwürde von Menschen verletzt wird,
43:21
wenn es beleidigend ist und so weiter, dann löschen wir sie dann nach. Aber das ist halt jeder fünftzigste Kommentar müssen wir nur löschen und den Rest lassen wir stehen. Und zum Glück es war früher mal schlimmer. Bei ein paar Leuten haben wir dann auch irgendwann mal hart durchgegriffen und gesagt, kommt jetzt einfach auf ein Spam Filter, weil unsere ganze Kommentarkultur geht kaputt, wenn ihr die ganze Zeit hier nur rumpöbelt.
43:42
Und das hat tatsächlich irgendwie auch was geholfen. Vielleicht kannst du mir dann noch sagen, ob der nächste Kommentar auch auf dieser Liste gelandet ist. Keine Ahnung, muss man nachgucken. Das ist ja Zugang. OK, Folgendes. Mir geht dieser Kommerz doch etwas zu weit, sodass ich zukünftig auf Fefe ausweiche. Wenn ich denn wissen möchte, was ich nicht schon wüsste.
44:02
Eure Überwachungspanik nervt mich eh schon seit längerer Zeit. Damit da noch Kohle zu scheffeln, erst recht. Wie wäre es mal mit einer derartigen Website für jedermann, wo jedermann frei seine Sicht und Stimme niederschreiben kann als Beitrag. Hier werden einem fast nur Studierte als erfahrene Schreiber verkauft.
44:20
Der Querschnitt der Bürger folglich vollkommen verfehlt. Kommerz nimmt die Objektivität. Ein reiner Blogger braucht die Scheinchen nicht und spricht frei Schnauze. Hier wird es mir zu finanziell und glatt. Keinen Cent. Ja, das beste Beispiel dafür, warum es eine gute Entscheidung war vor zehn Jahren, das Blog nicht ganz offen für alle zu machen. Sonst wäre es mir wahrscheinlich nicht hier.
44:42
Aber zum Thema Diversity Management haben wir jetzt auch noch Thomas. So, jetzt dürft ihr mal raten, aus welchem Land Thomas kommt. Hallo Thomas. Hallo Markus. Thomas Lohniger ist ja seit wie lange dabei?
45:00
Ich habe extra nochmal nachgeschaut, 2012, März. Ja, dann lese erst mal einen Kommentar. Am besten dener. Denen, okay. Twitter Link. Netzpolitik Org ist totaler Schwachsinn. Ich bin seit Jahren im Netz. Es gab nie eine Meldung, die auch eine Ansatzweise wahr war. Er ist so einer von unseren diversen Fans.
45:23
Also es gibt so ein Phänomen. Wir haben so vielleicht zehn oder zwanzig Fans auf Twitter. Die schreiben jeden Tag mehrfach. Also es ist so eine leichte Obsession, wie scheiße wir sind, dass man uns nicht lesen darf und so weiter. Also wo man echt sich fragt,
45:41
habt ihr nichts Besseres vor in eurem Leben? Ja, aber du hast was Besseres vor. Deswegen bist du auch bei uns. Wie bist du denn zu uns gekommen? Das weiß ich auch nicht mehr. Ja, ich kann es ja noch sagen. Ich war auf dem ersten Potluff Workshop von Tim Pritloff und da habe ich Linus kennengelernt und dann hat er einfach gemeint so, willst du nicht für Netzpolitik Org schreiben?
46:01
Habe ich ja gesagt und dann habe ich einen Account gehabt. Und habt ihr jetzt schon geraten, wo er herkommt? Na ja, manchmal hört man es ein bisschen mehr heraus. Er ist auch Österreicher. Also deswegen, wir haben so einen kleinen österreichischen Flügel bei uns in der Redaktion. Du sitzt aber eigentlich in Wien, wenn du nicht in Brüssel sitzt. Ja, das ist so irgendwie das Dreieck,
46:20
Brüssel, Berlin, Wien. Und ich schreibe auch hin und wieder leider noch zu selten über österreichische Sachen. Da tut sich auch hin und wieder was. Die ganze Netzsperrendebatte, Vorratsdatenspeicherung natürlich. Da habe ich auch den Live-Ticker gemacht zum EuGH-Verfahren. Ich muss dir immer eine Abkürzung erklären. Europäischer Gerichtshof, das war das Verfahren zur Vorratsdatenspeicherung, was mit eurer Hilfe dann auch quasi
46:43
diese Richtlinie gekippt wurde. Genau, das war, glaube ich, aber auch wirklich die primäre Informationsquelle für viele Leute damals, weil man durfte ja irgendwie keine Aufzeichnung, keine Bilder machen. Und ich kann mich noch genauer erinnern. Ich bin da ja hingefahren zum Verfahren und eigentlich wollte ich für eine österreichische Tageszeitung da ein Live-Ticker machen.
47:01
Und die haben eine Stunde vor dem Verfahren da gemeint, aber nein, ich bin doch nicht neutral und kein Journalist, deswegen darf ich keinen Live-Ticker machen. Dann hast du irgendwie, glaube ich, innerhalb von 20 Minuten reagiert und gesagt, ja, mach das doch bei uns. Ja, dann hatten wir die primäre Quelle, sagt dir. Aber dein Hauptthema ist im Moment was? Netzneutralität natürlich.
47:21
Da vor allem eben gerade die ganze europäische Debatte. Also eigentlich seit wir seit September 2013 über die EU-Verordnung sprechen, sprechen müssen. Mit allen Rückschlägen und auch Victories, die wir da hatten, versuche ich das irgendwie zu übersetzen für die breite Masse und natürlich auch immer die Kampagne, selbst die Internet zu begleiten.
47:42
Ja, und du hast das auch weiter vor? Ja, ja, also Netzneutralität werde ich nicht mehr los. Das klebt irgendwie an mir als Thema, aber es ist auch das, was mir ja persönlich am wichtigsten ist. Aber natürlich die ganze Überwachungsthematik. Jetzt mit meinem neuen Job beim Ackervorrat Österreich kommt da auch noch ein bisschen dazu. Ja, wir freuen uns, dass Thomas auch dabei ist. Wir haben nur noch 10 Minuten.
48:01
Wer war noch nicht? Wer will doch auf die Bühne? Ich glaube, da musst du weitermachen. Nee, wir können ja auch mal einfach Fragen und Antworten machen, wenn wir noch 10 Minuten haben. Aber da müssen ja mehr auf die Bühne, damit ich nicht alles beantworten muss. André, André, André. André, Anna, ihr kriegt dafür Geld.
48:22
So, genau, tut was für euer Geld. Genau, wenn Fragen sind, gerne Handzeichen. Ich bringe das Mikrofon, damit man euch hört. Ach so, ich hab noch einen, einen Kommentar hab ich noch ganz zum Schluss. Haben wir noch jemand vergessen? Ah, Constanze, ja, Constanze ist leider nicht da.
48:42
Ja, die ist auf dem Al-Jazeera-Summit in Doha oder Qatar oder so weiter und mit Len Greenwald über total Überwachung zu diskutieren. Also eine gute Ausrede. Wir hatten sie auch gern hier gehabt als unser zweitneuestes Mitglied in der Redaktion. Und da nutze ich mal die Gelegenheit, nochmal einen positiven Kommentar abzugeben, der über Twitter zu uns kam.
49:04
Ich hätte fast vergessen, mich bei Netzpolitik für deren Berichterstattung zu bedanken. Hat mir eine Englischklausur heute geholfen. Wir wissen immer noch nicht, warum. Ja, dann nutzt die Chance, um uns Fragen zu stellen.
49:23
Sonst können wir ja auch einfach Butterfahrt machen und Aufkleber verteilen. Also Live-Kommentare, jetzt möglich. Unzensiert, ihr könnt auch anonym kommentieren. Also euch umdrehen sozusagen.
49:41
Müssen wir auch nicht machen, können wir früher Bier trinken. Wer von euch liest denn uns? Da ist jemand. Wer hat uns noch nie gelesen? Fragen wir mal so. Da hinten, der Tontechniker. Und, wirst du uns zukünftig lesen? Na ja, okay. Dabei siehst du aus wie Ziehgruppe.
50:03
Okay, hier ist eine Frage. Ja, ich bin der Wolf und ich gehöre auch zu den Ab und zu und immer wieder gern lesen. Und ich will einfach. Ja, das Gegenteil von Bashing. Ich will einfach mal ein Kompliment sagen und sagen, das ist verdammt wichtig und gut, dass ihr alle da seid. Punkt. Ich meine das wirklich so.
50:26
Und da ich auch weiß, wie oft ihr gekrebst habt, ist es auch interessant, das Thema mit der Ökonomie noch mal aufzugreifen und auch, finde ich, hier auch zur Diskussion zu stellen, weil wir brauchen alle diese Voraussetzungen,
50:40
um diese Meinung auch zu vertreten. Ich bin selber auch Journalist. Ich gehöre auch zu denen, die das ganz klassisch vertreten im Deutschen Journalistenverband. Und ich habe früher einen Lehrauftrag gehabt an der Humboldt-Universität. Und dann hat das Haus Google sich den Namen Google mit dem Namen Humboldt für 3,2 Millionen erkauft.
51:01
Und dann habe ich die Universität verlassen. Und jetzt habe ich für viele renommierte Zeitungen auch geschrieben, die kriegen jetzt auch alle viel Geld von dem gleichen Haus. Und ich habe gute Freunde bei Google. Richard Gingrich zum Beispiel, das ist ein Vater ja damals bei den amerikanischen Aktivitäten abgeschossen worden. Der war Drehbuchschreiber und durfte da nicht mehr weiterschreiben.
51:22
Es gibt tolle Leute da, mit denen bin ich auch befreundet. Aber jetzt ist dieser Laden dabei, auch meine ganze journalistische Umfeld zu kaufen. Die Frage ist wirklich, wie gehen wir als Journalisten und ihr als engagierte Journalisten damit um? Also es ist eine doppelte Frage. Wie kann man mit dem Thema Neutralität oder Wissen
51:43
um die Verantwortung, die wir haben in unserem Beruf, heute noch umgehen? Und wie kann man das auch in einem Umfeld wie dem euren auf Dauer lösen? Ich sehe diese Perspektive noch nicht. Und wenn ihr dazu eine Idee habt, das wäre toll. Ja, Ideen haben wir keine. Also wir haben halt das, was wir machen.
52:01
Wir haben zur Diskussion gestellt, dass Werbung halt nicht der Weg sein kann für uns. Alleine auch schon, weil circa 90 Prozent gefühlt 90 Prozent aller unserer Nutzerinnen und Nutzer oder Leserinnen und Leser nutzen Adblocker. Da macht es halt keinen Sinn, irgendwie für die restlichen 10 Prozent irgendwie Werbung alles vollzuknallen. Wir haben auch gesagt, wir verzichten nicht ganz
52:21
auf Werbung. Bei uns kann man Werbung schalten. Die ist dann auf unserem Server abgelegt, funktioniert ohne Tracking. Das funktioniert ab und an. Und wir sind ganz froh, letztes Jahr 180.000 Euro über Spenden reinbekommen zu haben, weil wir haben nur 70.000 Euro über Gastbeiträge, Kolumnen woanders, Vorträge und Werbung insgesamt eingenommen.
52:43
Also das heißt zweieinhalb Mal mehr Spenden als Werbung. Und das ist halt für uns ein gutes Gefühl, eine gewisse Unabhängigkeit zu haben. Und trotzdem haben wir auch tatsächlich Spenden von Unternehmen bekommen, wenn auch nicht Google. Aber das schreiben wir auch immer transparent dazu.
53:02
Also Posteo spendet uns Geld jeden Monat, ohne dass sie dafür irgendwas haben wollen. Dafür sind wir sehr glücklich, weil wir auch teilweise Kunden da sind. Also das ist auch immer schön, wenn wir dann von Unternehmen unterstützt werden, deren Produkte wir teilweise in der Redaktion auch als Privatnutzer nutzen. Dieses Jahr haben wir von Zipgate eine Spende bekommen. Das hat uns auch gefreut.
53:21
Da dachten wir, dann können wir auch, wenn unser Fax eben mal nicht funktioniert, vielleicht mal schneller irgendwie Ansprechpartner bekommen. Aber das ist halt diese Spenden kommen dann ohne eine Gegenleistung. Natürlich kann man sagen, okay, auch das darf man dann nicht annehmen. Aber wir werden das halt dann immer transparent dazuschreiben, weil wir auch was zurückgeben wollen sozusagen als Dankeschön,
53:42
wenn wir halt so was bekommen. Wobei wir halt auch klar sagen würden, wir würden jetzt keine Spende von Google nehmen, allein schon, um jetzt nicht unsere ganzen Argumente kaputt zu machen. Weil in Deutschland, wer von Google bekommt, ist halt irgendwie in vielen Debatten irgendwie einfach tot. Das ist halt zwar schnelles Geld, was man bekommt, aber quasi die eigene Argumentation ist oder
54:02
die Glaubwürdigkeit ist nachhaltig dann beschädigt und die ist uns wichtiger als quasi schnelles Geld von irgendwelchen Industrien zu nehmen. Ja, mein Name ist Lisa. Also was ich nochmal fragen möchte, ich sage, der offene Journalismus bietet ja auch heute
54:21
mehr Unabhängigkeit, zum Beispiel auch Unabhängigkeit von vorherigen Geldgebern, zum Beispiel Tageszeitungen oder andere institutionalisierte Anbieter. Und das ist auf der einen Seite ja auch mehr Freiheit und diese Freiheit bietet ja auch den einzelnen Schreiberlingen, sage ich jetzt mal, die Möglichkeit, selbst Geld zu generieren.
54:41
Einfach solche Dinge über einen eigenen Blog oder über, sage ich mal, solche Institutionen wie LaterPay oder ReadEasy, die jetzt, sage ich mal, auch euch ermöglichen würden, einzelne Inhalte dort zu platzieren, wenn ihr sowieso schreibt, vor allen Dingen auch längere Sachen, wo ihr Zeit investieren müsst, ist das keine Möglichkeit, nochmal an Geld
55:00
dazukommen und gleichzeitig Unabhängigkeit zu wahren, weil ihr eben frei bleibt in allem Hintergründlichen. Ja, also wir experimentieren die ganze Zeit mit allem Möglichen, was es da gibt. Flatter war ein Experiment, das Spenden-Ding war ein Experiment, LaterPay finde ich generell eine interessante Herangehensweise. Es ist so quasi auch so eine Weiterentwicklung
55:21
von Flatter, aber LaterPay ist auch eine Mischung aus Flatter und einer Paywall. Und wir haben uns mal explizit dafür entschieden, dass alle unsere Inhalte immer für alle offen zugänglich sein werden. Deswegen wären wir halt nicht so eine explizite Bezahlschranke für einzelne Inhalte oder Mehrwerte einführen. Aber was wir uns vorstellen können, ist zumindest halt mal in die Richtung
55:40
zu denken, was ist, wenn wir wenn wir einen Förderverein entwickeln? Wir haben das Problem nochmal zur Geschichte, wir haben gesagt, irgendwann wir haben jetzt ein EV gegründet, es gibt ein Konto, das war dann alles ein bisschen aufwendig, also aufwendiger, als man sich das so vorstellt von außen und dachten auch gar nicht, dass es so gut funktioniert. Und jetzt haben wir
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aus dem letzten Jahr circa 2700 Quellen Spenden bekommen zwischen ein Euro und was weiß ich. Aber wir haben in der Regel nur einen Namen und eine Kontonummer. Wir können auch nicht mal eine E-Mail zurückschreiben und sagen Danke. Und jetzt haben wir überlegen, ob wir noch mal zusätzlich, sagen wir mal, so eine Art Förderverein machen, dass wir halt dann diejenigen,
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die uns einen Dauerauftrag geben, nochmal so quasi als Vereinsmitglieder nochmal, dass sie dann sonstige Ergänzungen bekommen, wie irgendwie nochmal ein wöchentlicher personalisierter Newsletter oder sonst irgendwie, dass man etwas zurückbekommt, nochmal Ansichten aus der Redaktion, die jetzt sagen wir mal einen Benefit
56:41
darstellen, aber jetzt unsere ganzen richtigen Artikel nicht exklusiv einem bestimmten Nutzerkreis nur zugänglich machen. Doch noch eine Frage. Ich komme gerannt.
57:02
Ja, hallo. Also prima, dass es euch gibt. Also nochmal Danke. Ich lese den Blog sehr gerne. Ich habe eine Verständnisfrage und zwar zu diesem BND-Skandal, ob ich das richtig verstanden habe. Da ist ein von Steuergeldern finanzierter deutscher Geheimdienst der BND
57:22
und der hilft einem amerikanischen Geheimdienst deutsche Unternehmen auszuspionieren. Habe ich das richtig verstanden? Ja, das ist meine eine Frage. Die andere Frage ist, ob ihr glaubt, dass Deutschland noch ein souveräner Staat ist.
57:41
Also im Zeichen von diesem BND-Skandal und diesen ganzen Handelsabkommen. Also Kennzeichen eines souveränen Staates oder eines demokratisch souveränen Staates habe ich so verstanden. Es gibt die legislative, exekutive, judikative und als vierte Gewalt das, was er vertritt, Journalisten.
58:01
Und ich meine, das ist von Steuergeldern dieser BND bezahlt. Das müssten eigentlich Leute sein, die beisungsgebunden sind. Und dann jetzt so in der Diskussion habe ich den Eindruck, alle machen so ein bisschen Bückling Bückling. Mutti sagt gar nichts. Also nochmal diese Frage. Glaubt ihr, dass Deutschland noch ein souveräner Staat ist?
58:20
Ist eine schwierige Frage, wenn sagt zu groß die Frage oder dann ist auch okay, wenn keiner antwortet. Danke. Ich glaube, die Frage ist so groß. Lass uns das gleich beim Bier im Hof weiter diskutieren. Die schaffen wir jetzt in wenigen Minuten nicht mehr. Aber kommen gerne auf mich zu. Ja, um was wahr. Also ich glaube immer noch daran, dass Deutschland souveräner Staat ist, eine politische Entscheidung, ob man da mitmacht oder nicht.
58:40
Und die derzeitige Regierung, die letzten Regierungen waren politisch der Meinung, man muss in dem System mitmachen. Das kann man ändern, auch wenn wir dagegen aufbegehren. Gut, Ulf zeigt, weil er extra noch hier was hingebracht hat. Wir machen jetzt noch ein bisschen Butterfahrt, wer Lust drauf hat. Wir haben Aufkleber,
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die sind kostenlos. Wo sind die anderen Aufkleber? Wir haben ganz viele Aufkleber. Nehmt die mit, hängt die auf, aber bitte nicht hier auf dem Gelände, sonst könnt ihr die überall hinkleben von mir aus. Macht Fotos und verteilt die überall oder tüter darüber. Wir haben noch unsere gedruckte Ausgabe vom Jahrbuch Netzpolitik 2014. Geben wir gegen eine Spende raus.
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Wir haben noch Aufkleber. Haben wir davon auch mehr als die paar? Ach so, wir haben hier so Kameraaufkleber mit unserem Logo. Also wenn ihr die ganze Zeit auf eure Notebook starren wollt und unser Logo die ganze Zeit dabei sehen wollt, anstatt das Gefühl zu haben, beobachtet zu werden, dann nehmt diese Aufkleber. Und wir haben eine Sonderedition
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von unseren Hipster Jutebeuteln Fight for Your Digital Rights super zum Pfandmüll rausbringen und anderen Sachen geeignet. Die haben uns 3 Euro gekostet. Das heißt, für eine Spende von 5 Euro aufwärts geben wir die an euch raus. Und dazu noch ein kleiner Hinweis. Wir haben letztes Jahr 10. Geburtstag gefeiert
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und dachten, weil er so viel Spaß gemacht hat mit Party und Konferenz, das machen wir dieses Jahr wieder und nicht mit dem 10. Geburtstag, sondern mit dem 11. Geburtstag. Und den feiern wir am Freitag, den 4.9. in Berlin. Da kommen noch die ganzen Infos später. So sah das letztes Jahr aus. So wird es wahrscheinlich dieses Jahr auch wieder aussehen. Vielleicht noch ein bisschen
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bunter mal schauen. Ansonsten unser Motto ist niemals aufgeben. Irgendwann gewinnen wir auch in Fragen Netzneutralität, Überwachung, Datenschutz und Urheberrecht. Gut, dann danke fürs Vorbeikommen. Viel Spaß noch auf der Republik A. Und ja, viel Spaß beim Feiern später.