Kapitel 1: Motivation
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Serientitel | ||
Teil | 1 | |
Anzahl der Teile | 14 | |
Autor | ||
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Identifikatoren | 10.5446/31309 (DOI) | |
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StatistikMathematische FakultätStatistikDeskriptive StatistikStatistische MaßzahlZahlenbereichMathematikerFaktorisierungt-TestZahlPhysikalische GrößePhysikerComputeranimation
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Physikalischer EffektQuantenzustandPunktZusammenhang <Mathematik>Computeranimation
10:32
Exakte SequenzComputeranimation
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MinimalgradGradientHöheTabelleComputeranimation
17:51
Auszahlung <Spieltheorie>StatistikReiheStatistikAuszahlung <Spieltheorie>Abbildung <Physik>Gebiet <Mathematik>Prozess <Physik>Physikalische TheorieGradientReiheKlasse <Mathematik>Bloch-FunktionComputeranimation
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StatistikDeskriptive StatistikWahrscheinlichkeitsrechnungInferenzstatistikEbeneMathematisches ModellDeskriptive StatistikStatistikKerndarstellungEbeneMathematikerWahrscheinlichkeitsrechnungInferenzstatistikZusammenhang <Mathematik>ZahlUmfangZahlenbereichEnde <Graphentheorie>Computeranimation
36:08
WahrscheinlichkeitsrechnungStatistikStatistikMathematikerUniformer RaumWahrscheinlichkeitsrechnungEnde <Graphentheorie>Zusammenhang <Mathematik>Computeranimation
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StatistikStatistikFormelsammlungMathematikerHausdorff-RaumGroße VereinheitlichungSchulmathematikKopfrechnenMathematisches ZeichenVerträglichkeit <Mathematik>EigenwertproblemStrömungswiderstandMomentenproblemMittelungsverfahrenPhysikalische GrößeComputeranimation
Transkript: Deutsch(automatisch erzeugt)
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Ja, ich glaube so ist okay. Ja, begrüße Sie recht herzlich zur heutigen Vorlesung und eigentlich zur ersten Vorlesung, Statistik 1 für humanen Sozialwissenschaftler.
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Ich muss mich entschuldigen, ich hatte, war letzte Woche, hatte mir noch eine Erkältung auf die Stimme geschlagen und das einzige Sinnvolle, was Sie machen können, wenn Ihnen eine Erkältung auf die Stimme schlägt, ist nicht mehr reden und das verträgt sich halt mit Vorlesung halten nicht ganz so gut. Deswegen habe ich die letzte Stunde meiner Mitarbeiter gebeten, Ihnen nur
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was organisatorisches zu machen und wir machen dann die entsprechende Motivationsvorlesung heute. Ich nehme an, es sind nur nicht ganz alle da, da war so ein Straßenbahnmeeting am Hauptbahnhof, war interessant, noch nie so viele Straßenbahnen auf dem Haufen gesehen, aber ich nehme an, es ist nicht für alle so gleichermaßen lustig.
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Aber die Vorlesung wird ja aufgezeichnet, so gesehen, die, die zu spät kommen, können sich auch die Aufzeichnung noch angucken. Ich fange trotzdem mal an, weil ich habe die nächste Vorlesung um 10 an der Lichtwiese, die Mathematik und Statistik für Biologen und da bin ich ein bisschen in Hektik, also ich muss auch hier irgendwie um 9.30 Uhr die fluchtartig verlassen.
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Okay, ich fange an mit einem Zitat von Brad Efron. Brad Efron ist einer der bekanntesten lebenden Statistiker, ist ein Statistikprofessor von der Stanford University in den USA, hat in den 80er Jahren das sogenannte Bootstrap erfunden, was damals einer der Hauptfortschritte in der Statistik war.
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Und er hat mal folgenden Satz gesagt, those who ignore statistics are condemned to reinvent it. Also diejenigen, die Statistik ignorieren, sind dazu verdammt, es wieder zu erfinden.
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Und ich würde es in zweierlei Arten interpretieren, die eine Art, was ich daraus ablese, ist, es gibt zumindest die Leute, die Statistik ignorieren und das können sie auch, sie können dieses Fach auch komplett ignorieren, aber das zweite ist die Konsequenz daraus. Die Konsequenz daraus ist, sie brauchen eben die entsprechenden Methoden und um die
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entsprechenden Methoden dann anwenden zu können, müssen sie die entsprechenden Methoden wieder erfinden, was unter Umständen nicht das Beste ist. Ich möchte die heutige ganze Vorlesung eigentlich dazu verwenden, um eine Motivation für die weiteren, dann 14 folgenden Vorlesungen zu machen.
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Das Ganze steht eigentlich unter dem Motto Statistik. Wozu braucht man das? Ich werde in mehreren Schritten vorgehen. Zunächst einmal werde ich ein paar allgemeine Anwendungsbeispiele von Statistik vorstellen. Da werden Sie sich dann noch fragen, ja schön, aber was hat das mit den Humanwissenschaften zu tun?
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Und dann werde ich ein bisschen gezielter auf die Humanwissenschaftler eingehen, dann werde ich ein bisschen gezielter auf Ihr Studienfach an der TU Darmstadt eingehen und Ihnen am Schluss eigentlich versuchen zu erklären, was Sie machen sollten, wenn Sie hier wirklich intensiv mitarbeiten wollen, was Sie dann hoffensichtlich alle wollen.
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Okay, ich fange mal an, erstes Anwendungsbeispiel, Statistikprüfung Frühjahr 2009. Das betrifft die Vorlesung Statistik I für humanen Sozialwissenschaftler aus dem Vorjahr. Die hatten dann eine schriftliche Prüfung am 10.3.2009 und damals war die Vorlesung noch ein bisschen größer.
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Es lag daran, dass die Pädagogik keinen NC hatte, deswegen war das Pädagogikstudienfach völlig überfüllt. Auch der Hörsaal war völlig überfüllt, also Sie haben ja so richtig elegant Platz zu sitzen, aber damals war mal ein bisschen größer ein Hörsaal bei den Physikern, aber er war immer noch völlig überfüllt. Es waren also über 400 Leute bei der ersten Vorlesung anwesend.
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Und können Sie sich vorstellen, es haben da nicht alle die Prüfung gemacht, die Zahl kommt gleich, aber wenn Sie am Schluss diesen Prüfungsblatt vor sich liegen haben, dann können Sie sich überlegen, ja, wie ist denn die Prüfung jetzt ausgefallen? Da können Sie natürlich einzelne Prüfung nehmen, sich angucken, aber das ist natürlich bei ungefähr 300, 400 Klausuren aussichtslos.
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Da hilft Ihnen die beschreibende Statistik weiter, die diese ganzen Noten in einigen wenigen sogenannten statistischen Maßzahlen zusammenfasst. Zunächst mal die Anzahl, die Anzahl der Klausuren, also Anzahl der Teilnehmer an der Prüfung war 341, also über 400 waren in der ersten Vorlesung.
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341 haben dann tatsächlich an dem Prüfungstermin teilgenommen. Sie können dann Notendurchschnitt ausrechnen, das heißt Sie addieren alle Noten und teilen durch die Anzahl Teilnehmer, kommen Sie auf 2,71. Und Sie können gucken, wie viele Leute sind durchgefallen und geben davon den prozentualen Anzahl an und da kommen Sie auf 6,74 Prozent.
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Und so haben Sie diesen ganzen Wert zusammengefasst in wenigen Zahlen. Die Studenten damals haben, ähnlich wie Sie heute, oder hatten die Möglichkeit, durch regelmäßige Mitarbeit bei den Übungen einen Notenbonus für die Klausur zu erwerben.
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Das entspricht so einem kleinen Notenschritt von 0,3 bis 0,4, also ca. 0,3 bis 0,4 Notenpunkte. Und jetzt können Sie sich auch angucken, wie ist die Klausur ausgefallen, je nachdem, ob die Studenten den Bonus hatten oder ob die Studenten den Bonus nicht hatten.
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Also hat das einen Unterschied gemacht. Das heißt, sie bilden zwei Subgruppen. Die eine, die Anzahl Teilnehmer mit Bonus, 287, Notendurchschnitt 2,59, Durchfallquote 5,23 Prozent. Zweite Gruppe, Anzahl Teilnehmer ohne Bonus, also Sie sehen, es waren relativ wenig, 54, Notendurchschnitt 3,35 und Durchfallquote 15,4 Prozent.
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Ja, wenn Sie die beiden Zahlen jetzt vergleichen, fällt Ihnen irgendwas auf. Sie kommen in die Übungen, ja, Sie würden sagen, Sie machen schon die
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Folgerungen draus, aber wenn wir einfach mal angucken können, was ist der Unterschied? Naja, der Unterschied ist hier, es ist besser als da, das ist so ungefähr 0 ,8 und vor allem auch die Durchfallquote ist besser um Faktor 3, kann man sagen, oder? Von 15,4 Prozent auf 5,23 Prozent runtergegangen.
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Wenn Sie überlegen, ja, der Notenbonus macht ja per se einen Einfluss, ich habe hier ja einen Notenbonus. Also irgendwie, ich glaube, wir wollten die Noten vergleichen und Sie sehen, diese 2,59 sind besser als die 3,35. Es ist nicht erstaunlich, weil da ja ein Notenbonus von 0,3 bis 0,4 Notenpunkten drin ist, aber es ist mehr als diese 0,3 bis 0,4 Notenpunkte besser.
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Und B, auch die Nicht-Bestehensrate hier, ist besser bei den Leuten mit Bonus als den Leuten ohne Bonus. Und jetzt können Sie sich fragen, was folgt daraus hinsichtlich des Einflusses der regelmäßigen Teilnahme an den Übungen A auf die Note und B auf das bestehende Prüfung? Dann können Sie sagen, ja, sehe ich doch, Note war besser, bestehende Prüfung kam häufiger vor.
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Aber die interessante Frage ist eigentlich nicht, wie das in der Vergangenheit war, sondern die interessante Frage ist, was können Sie daraus schließen hinsichtlich der Zukunft? Wenn Sie jetzt beschließen, ja, ich nehme, ich ordne mich der ersten Gruppe zu,
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wird dann Ihre Note und Ihre Nicht-Bestehensquote auch entsprechend besser, ja oder nein? Ich möchte das Ganze ein bisschen umformulieren, und zwar im Rahmen einer Kohortenstudie. Das sind große Studien, da versuchen Sie Lebensumstände oder gesundheitliche Zustände zu finden, die Ihren Gesundheit beeinträchtigen.
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Zum Beispiel das Risiko, ein Herzinfarkt zu erleiden oder am Herzinfarkt zu sterben. Und eine solche Studie wurde in Wales in den Jahren 1979 bis 2003 durchgeführt.
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Da wurden von 1979 bis 1983 914 gesunde Männer ausgewählt und dann untersucht, medizinisch und zu allmöglichen befragt. Und wenn man schon zu allmöglichen befragt, hatte man eine These, ja, Effenwell, oder wollte man vielleicht auch wissen,
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Effenwell spielen vielleicht Hormone beim Auftreten von Herzinfarkten eine Rolle, der Hormonspiegel. Und um daraus Rückschlüsse zu kommen, wurden die Leute unter anderem zu ihrem Sexualleben befragt. Sie hatten dann 914 Leute insgesamt, davon hatten 105 ein Herzinfarkt, also nicht tödlich verlaufen, sondern ein Herzinfarkt.
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Das waren 11,5 Prozent in dem Zeitraum von 20 Jahren, was gar nicht mal so wenig ist. Und Sie können dann wieder Subgruppen bilden, und zwar einerseits die Männer, die Angaben mindestens zwei Orgasmen pro Woche zu haben, und andererseits die Männer, die Angaben weniger als ein Orgasmus pro Monat zu haben.
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Und wieder bekommen Sie so einen Effekt, dass Ihnen auffällt, ja, das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, ist in der einen Gruppe doch deutlich niedriger als in der anderen Gruppe. Und Sie können sich jetzt fragen, ok, können Sie damit durch Beeinflussung Ihres Sexuallebens eigentlich beeinflussen
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die Wahrscheinlichkeit, ob Sie einem einen Herzinfarkt erkranken, ja oder nein? Was Sie hier machen, ist ein Schluss von einer beobachteten Gleichzeitigkeit auf einen kausalen Zusammenhang. Inwiefern sowas schwierig ist, werden wir uns in der nächsten und übernächsten Vorlesung überlegen.
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Drittes Beispiel betrifft den Start der Raumfähre Challenger am 28. Januar 1996. Das war die Idee, wo ich mein Video zeigen wollte. Mal sehen, ob es klappt. Das klappt, glaube ich, schon nicht.
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Aber machen wir nochmal hier. Das war hier. Ja. Also ich muss mal kurz anhalten. Vielleicht den Bildschirm noch ein bisschen größer machen. Was Sie gerade sehen, sind die Astronauten, die in die Raumfähre steigen.
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Was Sie hier recht schön sehen, ist die eigentliche Raumfähre, die Raumfähre Challenger. Das ist so eine Raumfähre, die sehen Sie hier. Die ist montiert auf so einem dicken Tank, das ist der Drei-Stoff-Tank für die Raketentriebwerke von der Raumfähre, die sind hinten.
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Und links und rechts sind noch zwei, also hier, und hier sind zwei Feststoff-Raketen. Und diese Feststoff-Raketen schießen das ganze Ding in die Umlaufbahn und fallen dann ab. Und im All fliegt die Rakete dann mit ihrem ganzen Treibstoff-Tank durch. Oder die Raumfähre mit ihrem ganzen Treibstoff-Tank durch die Gegend.
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Okay, das war nicht mehr so, das war, was habe ich vorhin gesagt, ich glaube 1983, das war nicht mehr ganz die Zeit, wo diese Start live im Fernsehen übertragen wurden. Das waren also nicht mehr die ersten Starts, die ersten Starts wurden noch live, bzw. waren die Haupt-News bei der Tagesschau.
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Sie haben immer zu Anfang wieder eine Raumschere erfolgreich gestartet. Und es sah immer am Anfang so ähnlich aus wie hier, nur am Ende sah es dann nicht mehr so aus wie hier. Das werden Sie gleich sehen. Aber das war dann wieder der Grund, warum das doch wieder live oder doch wieder der Haupt-News war. Also Sie sehen, diese Rakete fliegt so wunderschön in den Himmel.
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Also wunderschöner Bilderbuchstart. Ja, das dauert jetzt eine Weile, weil ich glaube das waren 83 Sekunden, habe ich vorhin gesagt. Ja, jetzt.
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Dann sehen Sie das kleine Problem. Also was hier links und rechts davon fliegt, sind die Feststoff-Raketen. Was passiert ist, der Treibstoff-Tank ist explodiert. Und die Raumfähre mit dem Cockpit stürzt dann in den Ozean. Was für die Astronauten drin nicht ganz so gut ist, wie Sie sich denken können.
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Also wir gehen mal zurück zu den Folien, Sie haben das soweit gesehen. All die Raumfähre explodiert genau 73 Sekunden nach dem Start.
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Alle sieben Astronauten sterben. Grund waren Dichtungsringe. Also diese Feststoff-Raketen bestanden aus mehreren Teilen. Diese Teile waren zusammengesetzt und dazwischen waren Gummidichtungen. Und diese Dichtungsringe waren aufgrund der geringen Außentemperatur beim Start von unter 0 Grad Celsius undicht geworden.
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Das hat dazu geführt, dass zwischen so zwei, also diese Feststoff-Rakete bestand aus mehreren Teilen. Zwischen zwei dieser Teile, die ineinander gesetzt waren, kam eine kleine Stichflamme raus. Und die ging dann in den Tank rein und dann ist der ganze Tank explodiert. Was natürlich nicht so gut war.
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Das interessante an der ganzen Geschichte ist, warum ich es Ihnen eigentlich erzähle, ist, dass am Tag vor dem Start schon Leute, und zwar Experten von dem Hersteller der Triebwerke, genau vor dem gewarnt haben. Also am Tag vor der Start hatten sich Experten von Morton Theocoll, dem Hersteller der Triebwerke,
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bei der NASA gemeldet und hatten angesichts der geringen vorhergesagten Außentemperatur bedenken hinsichtlich der Dichtungsringe und empfahlen den Start zu verschieben. Das heißt, damals saßen irgendwelche vor dem Fernseher und haben gesagt, ja genau das habe ich doch gestern noch gesagt, aber die haben es irgendwie nicht gemacht. Muss natürlich zur Ehrenrettung der NASA dazu sagen, ich nehme an, wenn so eine Raumfähre startet,
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ruft wahrscheinlich immer irgend einer an und sagt, da geht was schief, weil da gibt es so viele Teile, was alles schief gehen könnte. Also wenn Sie das erst machen, wenn nichts mehr schief gehen kann, dann starten Sie gar nicht mehr. Aber es ging jetzt darum, können Sie begründen, warum das schief gehen sollte, und die Leute von dem Hersteller der Triebwerke hatten nicht arg viel Zeit.
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Die haben dann hektisch eine Telefonkonferenz mit der NASA gemacht und die versucht zu überzeugen, warum ist es schlecht, bei diesen Temperaturen die Raumfähre starten zu lassen. Und die hatten irgendwelche handgeschriebenen Folien und da tauchten unter anderem die folgenden Daten auf. Das waren Flüge, wo man in der Vergangenheit festgestellt hatte,
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dass es Probleme gab mit den Dichtungsringen. Das konnte man feststellen, weil diese Feststoffraketen sind, nachdem die Rakete eine gewisse Höhe erreicht hat, abgesprengt worden und sind zur Erde gefallen und da konnte man sie wieder aufsammeln. Dann konnte man sich die Dichtungsringe angucken und dann haben Sie festgestellt, ja, bei diesen Dichtungsringen,
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da ist hinter dem Dichtungsring ein bisschen Ruß aufgetreten und der Ruß gehört da eigentlich nicht hin. Das waren sieben Flüge, wobei ich glaube vier davon waren reine Testflüge. Also keine wirklichen Flüge, sondern das Raketentriebwerk war nur am Boden installiert. Das waren die Flüge, wo Ruß vorhanden war
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und das war die Außentemperatur, die dabei vorlag. Und als die NASA dann diese Tabelle gesehen haben, haben die gesagt, ja, das ist ja schön, Sie haben schon recht, hier haben wir einen Flug, da war die Außentemperatur 11,7 und Sie hatten Probleme mit Ruß hinter dem Dichtungsring, aber hier hatten wir einen Flug, da war die Außentemperatur 23,9,
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das war der wärmste Stadtbedingungen, da hatten wir auch Probleme. Und daraus schließen wir ganz offensichtlich, hat die Temperatur nichts zu tun mit dem Auftreten des Problems. Das hätte man entkräftigen können, wenn man die Analyse dieser Daten etwas sorgfältiger gemacht hätte.
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Das erste Problem ist, was die Leute gemacht haben, ist, sie haben die Flüge ohne Schädigungen nicht berücksichtigt. Es gab ja nicht nur die 7 Flüge, wo Schädigungen aufgetreten sind, sondern es gab auch noch so und so viele Flüge, wo alles klar war.
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Und wenn man die zusammen mit ihren Temperaturen grafisch dargestellt hätten, also hier unten die Temperaturen von den Flügen, wo keine Schäden auftraten, hier oben die Temperaturen von den Flügen, wo Schäden an den Dichtungen auftraten, dann hätte man gesehen, ja, bei einigen der Flüge mit warmen Stadtbedingungen
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sind Schäden aufgetaucht, aber bei allen Flügen mit kalten Stadtbedingungen sind immer Schädigungen aufgetaucht. Also es scheint doch was mit der Temperatur zu tun zu haben. Zusätzlich war die vorhergesagte Temperatur damals unter 0 Grad beim Start,
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also es war ein ganz anderer Temperaturbereich, als man bisher ausgetestet hatte. Und das zweite, was ein Fehler war, das zweite Problem war, dass die eben nur betrachtet haben, ob Ruß aufgetreten ist und nicht, wie stark die Abnutzung bei den eigentlichen Dichtungsringen war.
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Wenn man diese Abnutzung, also die Stärke der Schädigung in einem Schadenindex zusammengefasst hätte, hätte man so eine Abbildung bekommen. Und wenn sie sich überlegen, ja, wie läuft das wohl weiter, diese Punktwolke hier, wenn sie plötzlich hier sind, dann hätte das irgendwie doch etwas massiver gegen einen Start bei unter 0 Grad gesprochen.
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Mein viertes Beispiel betrifft die Präsidentschaftswahl in den USA im Herbst 2000. Das war die Wahl, wo George Bush damals zum ersten Mal gewonnen hat. Die Auszählung der Präsidentschaftswahl in den USA, die Wahl ist indirekt. Pro Bundesstaat werden die gültigen abgegebenen Stimmen pro Kandidat ermittelt,
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also einfach ausgezählt. Wer die meisten Stimmen in dem Bundesstaat bekommt, bekommt dann die Wahlmänner bzw. Wahlfrauen zugesprochen, die für diesen Bundesstaat zu vergeben sind. Und die wählen dann in einer anschließend, ich glaube, ca. vier Wochen später stattfindenden Versammlung den Präsidenten.
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Und wenn Sie sich angucken, das ist ja ein rein deterministisches Problem. Sie bekommen die Stimmzettel, Sie zählen die aus, Sie sagen, wer hat mehr, der eine oder der andere. Wer die Frage, wozu brauchen Sie da Statistik? Nun, im Herbst 2000 war die Wahl relativ knapp. Damals hat George Bush die 25 Wahlmänner und Wahlfrauen,
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die der Bundesstaat Florida zu vergeben hat, mit einem Vorsprung von nur 537 Stimmen gewonnen. Und damit hatte er die Präsidentschaft gewonnen und die Mehrheit. Und sein Gegenkandidat, Al Gore, versuchte danach,
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in einer Reihe von Prozessen eine teilweise manuelle Nachzählung der Stimmen zu erreichen. Das heißt, einfach sehen, wurden diese Stimmen, die automatisch ausgezählt waren, auch wirklich korrekt ausgezählt, waren die, die da als ungültig markiert waren,
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auch wirklich alle ungültig. Die Stimmabgabe erfolgte durch Lochung von Lochkarten in Florida, also zumindest in großen Teilen von Florida. Und der zentrale Streitpunkt war, soll man auch unvollständig gelochte Lochkarten, sogar zwei Prozent der Stimmen, berücksichtigen.
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Also wenn Sie sich überlegen, zwei Prozent der Stimmen, und die Mehrheit sind 537, dann haben Sie nicht gerade eine besonders solide Mehrheit. Also in einem der Wahlbezirke, um Dienstag gehen, das war Tallahasse, da waren allein 20.000 Stimmen ungültig, ca. 20.000 Stimmen. Und er hatte einen Vorsprung von 537.
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Und das ist natürlich nicht irgendwie besonders groß. Andererseits ist natürlich die Schwierigkeit zu argumentieren, ja, man kann ja sagen, ganz egal, diese ungültigen Stimmen, die treffen beide Kandidaten auf die gleiche Art und Weise. Also warum sollen da mehr bei dem Al Gore ungültig sein,
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als bei dem George Bush? Naiv gesprochen. Ja, und das war eben der Punkt, wo sich dann die Anwälte von Al Gore überlegt haben, da brauchen wir einen Statistiker. Und da wollen wir jemanden haben, der begründen kann oder der begründet,
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wenn ich da eben rein zufällig einen von den beiden auswähle, und da loche, dann wird es eben bei dem Al Gore irgendwie häufiger treffen, dass da falsche Stimmen sind als bei dem George Bush. Im Prinzip hätten wir natürlich auch sagen können, also naiv gesprochen, wir tun einfach die ganze Wahl nachzählen. Aber dafür hat die Zeit nicht ausgereicht,
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weil innerhalb der Verfassung gab es eine enge Vorgabe, bis wann der Präsident gewählt werden musste. Das waren so ca. 4 oder 6 Wochen. Und für eine Nachzählung von allen Stimmen hätte es nicht ausgereicht. Außerdem war die Nachzählung von Stimmen natürlich auch schwierig, weil wer soll entscheiden, ob eine Stimme ungültig ist oder nicht ungültig ist?
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Da bilden sie ein Komitee von Leuten und je nachdem, wer an diesem Komitee die Mehrheit hat, der sagt natürlich die eine Stimme für Al Gore, die ist jetzt ungültig, und die für George Bush ist nicht ungültig oder andersrum. All das war nicht so ganz einfach zu lösen. Die Anwälte von Al Gore kamen dann auf die Idee,
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ja, wir nehmen einen Statistikprofessor von einer Elite-Universität in den USA, z.B. von Yale. Und sie haben dann erst mal angefragt bei einem der bekanntesten Leute in Yale. Das war David Pollard. David Pollard hat abgewingt, er wollte sich nicht in irgendeine politische Auseinandersetzung reinziehen lassen.
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Dann sind sie den Level 1 tiefer gegangen. Das war Andrew Barron auch noch recht bekannt. Auch Andrew Barron hat gemeint, ich bin doch nicht verrückt, ich mache da mit. Ich meine, bei dem Streit, wenn ich mich da einmische, also kann ja auch völlig schief gehen. Dann sind sie noch einen Level tiefer gegangen und waren bei einem jungen Assistenprofessor. Das ist Niklas Hengadner.
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Ich habe Hengadner vor Jahren mal, also schon vor dem Prozess, auf einer Konferenz oder einen Workshop in Montreal getroffen. Er hat eine Persönlichkeit, dass er völlig von sich selbst überzeugt ist. Also wenn er irgendwas präsentiert, er ist völlig überzeugt, er macht das ganz super, er macht das bestens. Und das war natürlich dann die Sache, wo sie genau in sowas reinlaufen und sagen,
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ja super, wenn ich der Beste bin, dann schaffe ich das mit links, diesen Prozess zu gewinnen. Und wenn ich diesen Prozess gewonnen habe, dann ist der Präsident mir freundlich gesinnt, ich bin da Assistenprofessor, ja haha, das wird ja super. Das Problem war dann, wie kann er argumentieren, dass der Al Gore versehentlich mehr ungültige Stimmen bekommen hat,
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als der George Bush. Davon musste er irgendwie den Richter überzeugen. Und er hatte nur relativ wenig Zeit bei der Vorbereitung und er kam dann auf folgende Idee. Der Al Gore stand auf der linken Seite der Lochkarte,
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der George Bush stand auf der rechten Seite der Lochkarte und wenn sie links stehen, dann machen die Leute häufiger einen Fehler, als wenn sie rechts stehen. Also nicht ganz logisch, aber könnte so sein, links ist viel schwieriger als rechts so ein Loch zu machen. Und da müssen sie es irgendwie begründen.
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Und da kam er drauf, dass es ein Jahr oder zwei Jahre davor eine Senats- und Gouverneurswahl von Florida gab. Und bei einer der beiden Wahlen standen die Kandidaten auch links und rechts, bei der anderen Wahl nicht. Und bei der einen Wahl traten mehr ungültige Stimmen auf, als bei der anderen Wahl.
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Also eigentlich ein schlaues Argument kann man sagen. Ich muss sagen, Hengapner, der war vielleicht knapp 30 Jahre alt, also noch relativ jung, die Republikaner haben dann irgendjemand von so einer Feldwalde in diese Universität genommen, völlig erkraut und seniormäßig,
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der im Zeugenstand auftritt. Und der hatte eigentlich kein Problem, diese Argumentation hier zu machen, weil nachdem Niklas Hengapner fertig war, hat er einfach einen Stimmzettel von damals präsentiert und stellte sich heraus, Herr Hengapner hat leider nie auf den Stimmzettel geguckt, bei diesem Stimmzettel standen damals alle Kandidaten auf der gleichen Seite.
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Und das war natürlich das Ende von der Argumentation. Man hätte irgendwie anders argumentieren können, dass man sagt, ja, Lochkarten wurden nur in einem Teil von Florida verwendet, und zwar in den ärmeren Gebieten. Die reicheren Gebiete haben vor allem optoelektronische Verfahren verwendet,
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die genauer sind, wo weniger ungültige Stimmen auftreten. Und gleichzeitig haben von den ärmeren Leuten mehr die Demokraten gewählt als von den reicheren. Also damit hätten sie es auch machen können. Nur dann hätten sie im Prinzip doch wieder ganz Florida nachzählen müssen, was eben zeitlich nicht mehr möglich war.
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Okay, so ein paar allgemeine Beispiele. Können Sie aber einwenden, schöne Beispiele von Statistik, aber ich bin ja nicht in Statistik insgesamt interessiert, ich will keine Wahlen auszählen, ich will keine Raumferien starten lassen, sondern ich studiere Humanwissenschaften,
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wozu brauche ich die Statistik in den Humanwissenschaften, wozu brauche ich die Statistik in der Psychologie, oder wozu brauche ich die Statistik in der Pädagogik. Naja, können Sie sich überlegen, wie kommen Sie in der Psychologie oder in der Pädagogik zu neuen Erkenntnissen? Die können sich einerseits ausdenken, die können sich auch irgendwie logisch überlegen,
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aber wenn Sie das wirklich einigermaßen verifizieren wollen, dann werden Sie das mit Hilfe von Experimenten, mit Hilfe von erhobenen Daten machen. Und um Theorien anhand von Daten zu bilden bzw. zu überprüfen, genau dazu brauchen Sie Statistik. Zum Beispiel eine Frage wäre, wie entstehen Freundschaften? Freuten Sie sich mit Leuten an, also Frage aus der Psychologie,
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die Ihnen ähnlich sind, oder freuten Sie sich mit Leuten an, die Sie zufälligerweise, die Sie irgendwo mal zufälligerweise getroffen haben? Und ja, das können Sie sich jetzt lange überlegen, aber so richtig zum Entschluss kommen Sie nicht. Wir werden glaube ich in den Übungen mal irgendwann eine Studie darüber kennenlernen, wie Sie es mit dem Experiment versucht haben, zu beantworten.
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Zweite Frage aus der Pädagogik. Welches Bildungssystem ist eigentlich besonders erfolgreich? Also sollen Sie die Leute frontal unterrichten, sollen Sie die Leute eher Gruppenarbeiten machen, oder sollen Sie sich sonst etwas einfallen lassen? Bringt es was, wenn ich hier eine Vorlesungsaufzeichnung mache? Oder bringen irgendwelche internetbasierten Lernmethoden irgendwas?
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Lernen Sie da mehr? Ja, nein. Sie kennen alle die PISA-Studie, wo Bildungssysteme von verschiedenen Ländern verglichen wurden, und können sich fragen, ja, was folgt jetzt eigentlich aus der PISA-Studie? Das sind auch Fragen, wo Sie dann letzten Endes Statistik brauchen.
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Sie könnten noch weiter einwenden, schön, das ist ja immer noch, ja, ich glaube Ihnen ja, fürs Fach brauche ich es vielleicht noch, aber brauche ich es auch im weiteren Studium der Psychologie oder Pädagogik an der TU Darmstadt? Also, Fach ist vielleicht schon, ja, ganz schön, aber ich will ja primär eigentlich nur hier studieren.
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Das kann ich auch mit Ja beantworten. Also in der Psychologie ist die Statistik ganz massiv verzahnt. Da brauchen Sie Statistik zum Beispiel als Grundlage der Vorlesung Forschungsmethoden 2, die Sie im nächsten Semester haben werden, sowie bei der selbstständigen Durchführung empirischer Forschung
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im Rahmen von Bachelor- und Masterarbeiten. In der Pädagogik werden Sie es im weiteren Studium nicht mehr direkt brauchen. Also Sie haben keine Vorlesung, die darauf aufbaut, aber was Sie hier eben lernen sollen, laut Ihrem Studienplan, ist die sichere Interpretation empirischer Forschungsergebnisse.
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Und deswegen sind Sie in dieser Vorlesung, um eben in der Lage zu sein, um eine Arbeit, wo jemand einen empirischen Rückschluss macht, wo jemand Statistik anwendet, auch beurteilen zu können. Also mein Fazit ist, dann Statistik hat vielfältige Anwendungen in den Human- und Sozialwissenschaften.
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Man wird Ihnen im Rahmen Ihres Studiums immer wieder begegnen. Die Grundlagen dazu lernen Sie in dieser Vorlesung, also nicht heute, sondern ab nächster Woche. Ich komme dann zu einer vorläufigen, oder eigentlich schon fast der endgültigen Niederung der Vorlesung.
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Ich hatte ursprünglich 15 Termine. Nachdem ich den ersten verschlafen habe, haben wir noch 14 Termine. Der erste ist die Einführung heute, bleiben noch 13 übrig. Das heißt, ich muss Ihnen noch erklären, was machen wir in 13 weiteren Vorlesungen. Die nächsten anderthalb Vorlesungen beschäftigen wir uns mit der Erhebung von Daten im Rahmen von Studien und Umfragen.
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Die anderen zweieinhalb Vorlesungen ist eine sogenannte beschreibende Statistik. Das sind vier Vorlesungen. Also Sie müssen eigentlich nicht, auch so vielleicht mal den Hinweis, Sie müssen nicht hinschreiben. Wir setzen Ihnen die Folien auf die Homepage. Das heißt, die können Sie hinterher ausdrucken. Ich habe Ihnen die Folien diesmal nicht vorneweg auf die Homepage gesetzt, weil Sie diesmal eigentlich nicht besonders viel lernen müssen,
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außer dass es eigentlich spannend ist. Also Sie müssen sie sich unbedingt vorher angucken. Ab dem nächsten Mal haben Sie die Folien entsprechend vorher auf der Homepage. Also ab morgen müssten die eigentlich herunterladbar sein. Also zumindest bis zum nächsten Mal bekommen Sie die Folien von den ersten fünf Vorlesungen und die anderen muss ich noch ein bisschen bearbeiten. Okay, das ist der Fall, wo wir eigentlich alles ohne größere
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oder wo wir nicht allzu viel Mathematik brauchen, wo Sie mehr nur beschreiben. Also konzeptionell noch relativ einfache Methoden. Danach kommen fünfeinhalb Vorlesungen zur Einführung in die Wahrscheinlichkeitstheorie.
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Also vier bis zu Weihnachten und dann noch anderthalb nach Weihnachten. Da wird das Niveau dann langsam oder die Schwierigkeit wird langsam steigen. Bis Weihnachten soll es eigentlich noch einigermaßen okay sein. Danach oder bis Weihnachten ist es noch nicht schwierig. Danach wird es, also irgendwann muss es leider schwierig werden, geht nicht ganz. Das sind dann so grob die Vorlesungen vor Weihnachten
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und die Vorlesungen nach Weihnachten. Und nach Weihnachten mache ich dann im eigentlichen Kern die schließende Statistik. Lassen Sie sich kurz etwas sagen zum Niveau dieser Vorlesung. Es gibt verschiedene Ebenen des Lernens.
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Die erste Ebene ist, Sie wissen, was es gibt. Also Sie haben mal gehört, Statistik, da gibt es irgendwas. Studie ist irgendwas, ja, habe ich mal gehört. Die zweite Ebene wäre, Ebene höher. Sie verstehen, wie es funktioniert. Studie, ich kann mir vorstellen, oder ich weiß, was eine Studie ist.
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Ich weiß sogar, wie es abläuft. Die dritte Ebene, noch höher. Sie können es sogar anwenden. Das heißt, Sie können selber so eine Studie durchführen. Alles schon mal ganz gut. Aber es geht noch weiter. Die vierte Ebene, Sie können es analysieren. Das heißt, Sie können diese einzelnen Teile in Ihre Bestandteile zerlegen,
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was Sie da im Einzelnen machen und verstehen jeden einzelnen Schritt. Die fünfte Ebene, Sie können es synthetisieren. Das heißt, Sie kennen verschiedene statistische Methoden und Sie können sie jeweils in die einzelnen Bestandteile zerlegen und dann in neue zusammensetzen. Also es ist natürlich noch irgendwie schwieriger. Und die sechste Ebene, ganz oben drauf, Sie können es bewerten.
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Das heißt, nachdem Sie das Ganze gemacht haben, können Sie beurteilen, war das jetzt gut, war das jetzt schlecht, war das jetzt angemessen für diese Daten oder für diese Situation. Beantwortet es wirklich mal eine Frage, die ich ursprünglich hatte. Ja, und nachdem ich in meine Folien diesmal vorher nicht gegeben habe,
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kann ich Sie an der Stelle mal raten lassen, auf welche Ebene, was würden Sie denn vermuten, auf welche Ebene wollen wir denn hin, von eins bis sechs? Eins? Also wir wollen auf eins, ne? Okay, frage ich mal anders. Was glauben Sie, wo will ich, dass Sie hinkommen?
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Sechs? Andere Vorschläge? Drei? Nee. Ziel der Ausbildung an der Universität ist in der Tat die letzte Ebene. Also wir wollen da hin. Und warum wollen wir da hin? Das Erreichen der letzten Ebene ist in der Statistik wichtig, denn
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was machen Sie in der Statistik abstrakt? Also erstmal die Aufgabenstellung ist, wir haben Daten, in denen gewisse Unsicherheiten vorhanden sind. Und diese Unsicherheiten bezeichnen wir als Zufall. Und diese Daten analysieren wir mit Hilfe von mathematischen Modellen des Zufalls. Wenn ich jetzt ein statistisches Verfahren anwende,
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dann entspricht das dem Schluss innerhalb eines mathematischen Modells. Das heißt, wenn ich Ihnen beigringe, wie Sie das anwenden, dann wissen Sie, okay, wenn Sie in dem mathematischen Modell sind, dann können Sie innerhalb von dem mathematischen Modell Rückschlüsse ziehen, die innerhalb von diesem mathematischen Modell gelten.
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Damit Sie das Ergebnis aber auf die Realität übertragen können, also wenn Sie sich überlegen, was machen Sie, Sie haben die Realität vielleicht hier unten, Sie haben da oben Modell, Sie schließen in dem Modell, naja, da muss irgendein Zusammenhang bestehen zwischen der Realität und dem Modell. Das heißt, das mathematische Modell muss zur Realität passen.
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Und das können Sie nur dann beurteilen, wenn Sie das mathematische Modell verstanden haben. Also wie beurteilen Sie sonst, ob das mathematische Modell zur Realität passt? Also auch wenn Sie einfach das Ding nur anwenden wollen, rein um zu beurteilen, ob das das Richtige ist, was Sie gerade anwenden, müssen Sie dummerweise das zugrunde liegende mathematische Modell verstehen.
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Und das wird eins der Schwerpunkte sein in dieser Vorlesung. Nach den ersten fünf Vorlesungen geht es damit los, dass ich Ihnen versuche zu erklären, was ist das mathematische Modell und wie können Sie da Rückschlüsse ziehen oder was hat es mit der Realität zu tun.
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Und dazu ist eben in der Statistik ein gewisses abstraktes Verständnis der Verfahren unabdingbar. Das heißt, ich kann Ihnen die Sachen nicht nur am Beispiel machen, ich kann nicht nur sagen, wir haben hier diesen Datensatz, machen wir damit das und das und Sie nehmen die Zahlen und verknüpfen die irgendwie und dann kommt die und die Zahl raus und dann vergleichen die, ob die größere 7 oder kleiner 7 ist und je nachdem sehen Sie, was rauskommt.
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Nein, das kann es nicht sein, sondern Sie müssen das in gewissem Umfang abstrakt verstanden haben. Und das ist halt ein bisschen schwierig, lässt sich nicht ganz leugnen, aber ich bin sicher, Sie kriegen es trotzdem hin. Okay, zum didaktischen Konzept dieser Vorlesung. Also ich habe Ihnen gerade gesagt, es ist ein bisschen schwierig,
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was mache ich, damit Sie es trotzdem verstehen? Ja, fangen wir an mit dem didaktischen Konzept dieser Vorlesung. Es gibt einen sogenannten, also rechtzeitig, wir hatten hier auch so eine Art Kurzschluss, aber es geht eigentlich um den sogenannten Lehr-Lern-Kurzschluss. Und dem Lehr-Lern-Kurzschluss steckt die folgende Vorstellung dahinter.
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Also ich habe hier so eine Projektionsfläche und diese Projektionsfläche ist direkt mit Ihrem Gehirn verbunden und alles, was ich dahin projiziere, geht direkt in Ihr Gehirn rein. Und am besten ist mein Mikro auch noch mit Ihrem Gehirn verbunden und alles geht direkt rein und Sie haben es verstanden. Der Lehr-Lern-Kurzschluss wird normalerweise so formuliert,
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gelernt wird nicht, was gelehrt wird. Also wenn Sie sich überlegen, ja, intuitiv eigentlich logisch, also ich stehe hier vorne und erzähle Ihnen irgendwas und Sie sitzen da hinten und verstehen irgendwas, aber das, was Sie verstehen, ist nicht unbedingt das Gleiche, wie was ich erzähle, ne? Und wenn ich Glück habe, besteht ein gewisser Zusammenhang
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zwischen dem, was ich erzähle und dem, was Sie verstehen. Aber nicht unbedingt, ne? Das ist nicht so ganz klar. Und wenn Sie es so überlegen, können Sie sich überlegen, ja, also vielleicht aus meiner Sicht als Dozent, was ist eigentlich wichtig? Ist wichtig das, was ich erzähle oder ist wichtig das, was Sie verstehen?
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Die meisten Kollegen, die ich habe, zumindest aus der Mathematik, die ich kenne, die würden Ihnen sofort sagen, ja, entscheidend ist, was ich da vorne erzähle, weil wir sind ja eine Universität, wir haben auch ein gewisses Niveau und wenn Sie es eben nicht ganz blicken, dann blicken Sie es halt nicht ganz, ne? Aber meine Auffassung ist es eigentlich nicht.
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Meine Auffassung ist, entscheidend ist zum Großteil das, was Sie verstehen. Also nicht nur, weil ich habe natürlich schon eine gewisse Aufgabe, Sie müssen ja so und so viel lernen in dieser Vorlesung, das brauchen Sie für die weitere Vorlesung, das heißt, ich kann vom Niveau nicht beliebig runtergehen, aber ich muss natürlich schon vom Niveau darauf achten,
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dass es primär so gewählt ist, dass Sie viel verstehen, nicht dass ich viel erzähle. Und in dem Sinne spielt es natürlich auch gar keine große Rolle, wie viel ich hier eigentlich erzähle, ob ich hier besonders viele Verfahren vorstelle, ob ich hier besonders viele Vorlesungen halte, ob ich vielleicht schneller rede oder nicht schneller rede, sondern entscheidend ist, wie viel verstehen Sie davon.
38:23
Und mein Selbstverständnis ist jetzt, was ich hier eigentlich mache, ist, ich stelle eine Umgebung bereit, in der Sie möglichst einfach, möglichst viel über Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik lernen können. Das bedeutet auch irgendwie, dass ich die Verantwortung abgebe,
38:41
weil das Lernen liegt bei Ihnen, nicht bei mir. Also Sie sehen auch irgendwie, es bringt eigentlich nichts, ich kann mich vorbereiten so viel ich will, ich kann mich ganz super vorbereiten, wenn Sie nicht entsprechend mitmachen, wird es gar nichts werden. Aber auch Sie müssen begreifen, also für Ihr Lernen sind Sie letzten Endes verantwortlich.
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Okay, was mache ich dabei? Naja, ich habe einige Tricks, mit denen ich versuche, dass Sie mehr lernen. Wir werden ab der nächsten Vorlesung, oder ich werde nach der nächsten Vorlesung jeweils zu Beginn Lernziele formulieren, wo ich Ihnen kurz sage,
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was sind eigentlich die wichtigen Sachen, die Sie mitbekommen sollten in der Vorlesung. Wir werden in der Mitte, also eine Pause werde ich nicht unbedingt machen, weil eine Pause bei einer größeren Gruppe geht meistens schief, in dem Sinne, dass Sie nicht rechtzeitig wiederkommen, also ich beginne die Pause, dann endet die Pause und Sie sind nicht mehr da, oder nicht mehr alle da, sondern Sie kommen so fünf Minuten später,
39:42
das braucht dann irgendwann zu viel Zeit. Deswegen werden wir stattdessen Minitests in der Mitte machen, das heißt, ich werde Ihnen eine Aufgabe stellen, die Sie selber für sich bearbeiten können, und wir besprechen es hinterher gemeinsam, also Sie geben nicht irgendwas ab, sondern Sie arbeiten selber was, um mal zu sehen, ob Sie es verstanden haben.
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Und ich werde eine Zusammenfassung am Schluss machen, also orientiert an den Lernzielen am Anfang, werde ich Ihnen am Schluss eben nochmal etwas ausführlicher sagen können, was Sie eigentlich gelernt haben sollten. Also am Anfang kann ich zwar Lernziele formulieren, aber die verstehen Sie ja unter Umständen noch gar nicht, aber am Schluss kann ich dann eine entsprechende Zusammenfassung machen.
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Wir werden das Ganze begleiten durch einen intensiven Übungsbetrieb. Sie haben wöchentliche Übungen, wo Sie Aufgaben in Kleingruppen bearbeiten können, und auch daheim vorbereiten können, und wo Sie in Gruppen von 20 bis 30 Leuten mit dem studentischen Hilfskraft zusammensitzen, die Ihnen dann Fragen intensiv beantworten kann.
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Es gibt ein begleitendes Buch, da gehe ich gleich noch dazu ein, und es gibt eine Vorlesungsaufzeichnung, das sehen Sie, das ist das, wo es immer wieder abstürzt, heute, in Zukunft hoffentlich nicht mehr, im Rahmen von E-Learning. Ich bin mir nicht sicher, ob Sie wirklich mehr lernen mit einer Vorlesungsaufzeichnung,
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aber der Witz ist eben, einerseits, wenn Sie einzelne Sachen nicht verstanden haben, können Sie es nochmal angucken hinterher, und zweitens, wenn Sie mal eine ganze Vorlesung irgendwie verpassen, weil Sie irgendwie krank sind oder weil Sie sonst einen anderen dringenden Termin haben, können Sie das Ding halt hinterher komplett im Internet angucken. Und das ist eigentlich relativ gut, muss ich sagen, es ist vielleicht nicht ganz so gut, wie wenn Sie hier drin sitzen,
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aber es kommt doch relativ nahe drin, Sie sehen die Folien, und Sie sehen mich dann unten noch eingeblendet als kleines Video, Sie hören die Sprache, also im Prinzip ist, wenn es klappt, doch relativ gut. Wäre auch eine Möglichkeit für Sie, falls Ihnen Dienstags um 8 Uhr vielleicht doch zu früh ist oder so,
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Sie sagen können, ja, ich kann es auch mal mit der Vorlesungsaufzeichnung versuchen. Die Vorlesungsaufzeichnung wird erfahrungsgemäß nicht unmittelbar am nächsten Tag im Netz sein, aber bis zum Ende der Woche müssen wir es eigentlich schaffen, dass man die im Netz hat. Ja, und ganz wichtig, deswegen habe ich die erste Vorlesung dafür verbraten,
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ist eine Motivierung von Ihnen, dass Sie auch verstehen, warum Sie das Ganze machen. Okay, das war das, was ich mache. Jetzt wäre die Frage, was können bzw. sollten Sie machen, wenn Sie beschließen, Sie wollen in dieser Vorlesung erfolgreich sein?
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Naja, es lässt sich eigentlich in wenigen Worten zusammenfassen, dass Sie nämlich aktiv an dieser Veranstaltung teilnehmen. Und was heißt das? Das heißt, anwesend sein bei Vorlesungen, Vortragsübungen, Gruppenübungen, wobei Sie die Vorlesungen auch ersetzen könnten durch das E-Learning, aber das ist ein bisschen eine große Gefahr, weil da müssen Sie es wirklich durchhalten,
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sich das Ding auch anzugucken, und zwar konzentriert angucken. Also Sie können sich nicht vornehmen, das gucke ich vielleicht zu fünf Minuten oder zwei Tage vor der Klausur oder eine Woche vor der Klausur, reserviere ich mir und gucke mir die 15 Vorlesungen an. Das klappt nicht. Das Begreifen von Mathematik oder auch hier etwas abstrakteren Sachen braucht meistens etwas Zeit, also Sie müssen kontinuierlich mitarbeiten.
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Sie sollten die Vorlesungen nach jedem Termin kurz nacharbeiten, ca. fünf bis zehn Minuten genügend dazu, also sich nochmal angucken, entweder irgendwie auf dem Weg zur Uni, wenn Sie irgendwie in der Straßenbahn oder Regionalbahn sitzen, oder sonst eben daheim. Einmal noch kurz durchgehen, dass Sie es nochmal kurz wiederholen,
43:27
und Sie sollten die Übungsaufgaben in Gruppen aktiv bearbeiten, und ansonsten sollten Sie sich auch nicht scheuen, bei Unklarheiten nicht einfach zu unterbrechen und Fragen zu stellen, stört mich nicht, ich werde auch ab und zu Pausen machen für Fragen.
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Also kein Problem ist besser, als Sie krügeln über irgendwas lange nach. Besser wäre es, Sie fragen einfach mal den Patienten. Dann kommen wir zu den Terminen. Die Vorlesung ist dienstags von 8 bis 9.30 Uhr in diesem Hörsaal hier, haben Sie offensichtlich gefunden. Die Vortragsübungen sind montags 16.15 bis 17.55 Uhr im S103 221.
44:08
S103 ist das alte Hauptgebäude. Die Vortragsübungen beginnen am 26.10.2009, also nächsten Montag. Ja, und die Vortragsübungen sind, hatte ich jetzt hier vergessen dazu zu schreiben, 14-tägig.
44:25
Das heißt, das ist ja eine Semesterwochenstunde. Wir machen es aber, damit der Mitarbeiter von mir einen Mitarbeiter von mir überzahlt und damit er weniger Arbeit hat. Ich mache das nur jede zweite Woche 1,5 Stunden. Und die Übungen finden zu verschiedenen Terminen in Kleingruppen statt.
44:41
Dauer ist zwei Stunden wöchentlich ab dem 27.10.2009. Sie sollten sich mittlerweile alle in die Übungsgruppen eingetragen haben online. Hat das geklappt? Hat das bei allen geklappt, oder? Bei manchen nicht. Dann kommt danach noch ein Herr, der sitzt gerade ganz hinten.
45:02
An den können Sie sich dann wenden und der macht dann die Eintragung. Oder der sagt Ihnen dann, wie es folgendes geht. Macht auch noch ein paar organisatorische Hinweise zu den Übungen. Es gibt ein begleitendes Buch zur Vorlesung von mir und meiner Frau Judith Eklekola und Michael Kohler. Eine Einführung in die Statistik und ihre Anwendung ist dieses Frühjahr bei Springer erschienen.
45:25
Kostet ca. 25 Euro. In den ersten, also heutige Vorlesungen, in den nächsten vier Vorlesungen halte ich mich genau dran. Und danach wird der darin enthaltene Stoff unter Ausblendung der mathematischen Details in dieser Vorlesung behandelt.
45:42
Und für diejenigen von Ihnen, die Psychologie studieren, wäre offenbar auch noch interessant Das Buch von Botts, Statistik für Humanen Sozialwissenschaftler, Springer 2005, ein bisschen teurer. 50 Euro werden Sie aber sowieso im zweiten Semester verwenden. Also wäre offenbar sinnvoll, es noch als Ergänzend sich anzuschaffen.
46:04
Ja, Lernziel der Vorlesung am 27.10. Damit wäre ich eigentlich soweit mit meinem Teil fertig. Hätten Sie noch Fragen?
46:23
Moment, wie hoch ist die Durchfallquote, wenn man nur in der Vorlesung und nicht in der Vortragsübung... Ach so, ja, was ist eigentlich der Sinn von der Vortragsübung überhaupt? Vielleicht kann ich da noch ein bisschen eingehen. Noch mal kurz zurück.
46:41
Irgendwo ja, hier. Also Sie sehen, es gibt verschiedene Teile. Wir haben eine Vorlesung. Da präsentiere ich den eigentlichen Stoff der Vorlesung. Es gibt eine Vortragsübung, die macht primär mal mathematische Ergänzungen. In den ersten so circa fünf Terminen.
47:02
Also ich werde irgendwann in dieser Vorlesung doch einige mathematische Schreibweisen, einige mathematischen Symbole, einige mathematischen Konzepte benötigen. Und diese mathematischen Konzepte, die Sie zum Teil auch schon aus der Schule kennen, werden dann noch mal ausführlich wiederholt. Das können Sie im Prinzip auch... Also da wird der Anhang von dem begleitenden Buch von mir behandelt.
47:24
Also Sie können das sich im Prinzip auch selber beibringen. Das sollte eigentlich keinen Einfluss auf das Bestehen oder Nicht-Bestehen haben. Aber es ist eben die Möglichkeit, dass Sie... Also einerseits bekommen Sie im ersten Teil mathematische Ergänzungen und im zweiten Teil kommen noch zusätzliche Beispiele zur Vorbereitung auf die Gruppenübungen.
47:44
Also ob das unmittelbar Auswirkungen auf das Bestehen hat, weiß ich nicht. Aber es ist sicherlich nützlich, da hinzugehen. Aber wenn Sie einen guten Grund haben, nicht hinzugehen, können Sie sich auch überlegen, ja, ich muss mir halt an die entsprechende Mathematik selber beibringen. Aber es sind eigentlich keine Sachen, die wesentlich über die Schulmathematik hinausgehen.
48:01
Das wird am Anfang ein Summenzeichen sein, was Sie nicht kennen und was ich eben zur Abkürzung immer wieder verwende. Das wird Sie ein bisschen verwirren. Da ist es ganz sinnvoll, bei der Vortragsübung gewesen zu sein. Und dann kommen es irgendwelche Sachen über Mengen, was es für Mengenoperationen gibt, wie man damit umgeht. Also auch keine schwierigen Sachen.
48:24
Aber ich würde es Ihnen durchaus empfehlen, hinzugehen. Aber wie gesagt, es wäre auch nicht unmöglich, diese Vorlesung, es ist auch möglich, nur an dieser Vorlesung teilzunehmen und eine Vortragsübung nicht. Aber Sie müssen sich dann eben diesen entsprechenden mathematischen Teil selber beibringen. Okay, weitere Fragen?
48:55
Okay, die Frage ist zu dem Buch von mir und meiner Frau, ob die zu lesenden Texte auch im Internet stehen
49:02
und ob das möglich ist, das zu kaufen. Also es gibt eine Möglichkeit, die Universität Darmstadt, die Universitätsbibliothek hat eine Online-Lizenz bei Springer. Das heißt, Sie können sich bei der Universitätsbibliothek eigentlich runterladen des Feils und entsprechend ausdrucken.
49:22
Nur dann haben Sie es halt nicht in dieser kompakten handlichen Form, sondern als große Blätter-Sammlung. Darüber bekommen Sie es eigentlich, wenn Sie die 25 Euro nicht ausgeben wollen. Das ist sicher eine Alternative. Okay, hier war noch eine Frage, oder? Wie viel werden wir von dem Buch durchnehmen?
49:41
Ja, ich habe Ihnen schon gesagt, wir nehmen die, also in den ersten, also einschließlich heutiger Vorlesung, ersten fünf Vorlesungen orientieren wir uns genau dran und dann ist es eben ein begleitendes Buch, wo ich Sachen daraus mache, aber eben auf einem mathematisch niedrigeren Niveau. Das heißt, Sie können es entsprechend vertieft nochmal nachlesen.
50:07
Wenn man sich entscheiden würde zwischen meinem Buch und den Bords, was würde ich empfehlen? Ja, wenn Sie Psychologie studieren, brauchen Sie den Bords sowieso, dann ist die Frage, ob Sie mein Buch noch zusätzlich kaufen oder nicht. Also, habe ich gehört von der Frau Borcheding,
50:23
vor einem Jahr haben Sie es sowieso gebraucht. Und ich nehme an, Sie brauchen es auch immer noch sowieso. Allerdings wird Ihnen der Bords für diese Vorlesung nichts bringen. Das ist auch. Also, ich meine, Sie können diese Vorlesung auch ohne Buch machen. So ist es nicht, ne? Also, ich erkläre Ihnen ja auch alles. Es ist nur ein zusätzlicher Service, den Sie haben.
50:42
Sie können es halt, wenn Sie das Buch haben, nochmal nachlesen. Ausführlich. Aber Sie brauchen das Buch nicht, ne? Das ist nicht so, dass ich ein Buch habe und sage, Sie müssen das Buch kaufen, um diese Vorlesung zu bestehen. Oder das Buch ist das Hilfsmittel bei der Klausur, ne? Oder so. Nein, solche Sachen sind es nicht.
51:01
Okay, noch eine Frage. Ob es den Bonus gibt, wenn man in der Übung war oder in der Vortragsübung, der Bonus hängt nur an den Übungen. Also nicht an den Vortragsübungen. In den Vortragsübungen wird keine Anwesenheit mehr festgestellt oder sowas.
51:22
Individuell. Der Bonus war, wenn ich es noch recht weiß, ich glaube ein Drittel der Punkte der schriftlich abzugebenden Aufgaben, die Sie in Gruppen abgeben, sowie Anwesenheit immer bis auf zwei Mal. Und wenn Sie öfters fehlen, müssen Sie es eben mit ärztlichen Attest nachweisen, wenn Sie krank sein sollten.
51:49
Ob die Übungsaufgaben nach der Vorlesung oder in der Übung bekanntgegeben werden, das erklärt Ihnen nachher Herr Menach. Der weiß es besser. Also in der Vorlesung nicht. Also ich bringe keine Übungsblätter mit, die ich austeile,
52:01
sondern wir werden sie wahrscheinlich ins Internet setzen und Sie können es entsprechend selber ausdrucken. Das hat damit zu tun, dass ich sonst dauernd irgendwelche so großen Papierstapel mit mir rumtrage. Die Frage wäre, wann Sie Bescheid wissen, welche Übungen es sind. Also in der ersten Übung, für die erste Übung müssen Sie eigentlich gar nichts vorbereiten. Da bekommen Sie das erste Blatt erst in der ersten Übung ausgeteilt
52:22
und in der ersten Übung bekommen Sie nur organisatorische Hinweise zu den weiteren Übungen und Hinweise zum ersten Übungsblatt. Also für die erste Übung müssen Sie gar nichts ausbereiten und da erfahren Sie alles weitere. Und ansonsten müsste das Übungsblatt eigentlich immer schon online sein, unmittelbar nach Ihrem Übungstermin,
52:42
wo Sie das vorige Blatt besprochen haben. Die Übungen, für die man einen Bonus bekommt, macht man die hier oder nimmt man sie mit nach Hause, die nehmen Sie mit nach Hause und geben Sie die Woche drauf nach ab. Weil die müssen Sie nicht aktuell machen.
53:04
Ok, gute Frage, was sind die Hilfsmittel bei der Klausur? Dürfen Sie eine Formelsammlung benutzen? Die Hilfsmittel bei der Klausur sind bei mir traditionell keine. Das heißt, Sie dürfen gar keine Formeln benutzen. Sie dürfen ein Fremdwetterbuch benutzen, wobei Mathematik nicht als Fremdsprache zählt. Und Sie dürfen noch einen Taschenrechner benutzen.
53:24
Also es gibt zwei Möglichkeiten. Ich könnte Ihnen alle Hilfsmittel zulassen oder ich könnte Ihnen keine Hilfsmittel zulassen. Andere Möglichkeiten kenne ich nicht. Wir könnten im Prinzip auf alle gehen. Alle würde heißen, dass Sie dick befragt angeschleppt kommen.
53:41
Und es würde auch bedeuten, ich kann Ihnen keine einfachen Aufgaben mehr geben, die Sie zum Beispiel in den Übungen schon gerechnet haben. Also ich muss etwas ganz Neues machen. Ich muss die Aufgaben entsprechend schwieriger machen. Das darf nicht irgendwo in irgendwelchen Büchern stehen. Deswegen mache ich das nicht so gern. Also die Klausur wird entsprechend einfacher, wenn Sie keine Hilfsmittel haben.
54:01
Eine reine Formelsammlung ohne irgendwelche Übungsbeispiele, davon halte ich nicht viel. Wenn Sie später mal anwenden, was machen Sie dann? Greifen Sie dann auf Ihre alte Formelsammlung zurück? Nein. Entweder Sie greifen auf alle Bücher zurück oder Sie greifen auf nichts zurück. Und dass ich Sie prüfe unter irgendeiner extra Formelsammlung.
54:20
Also ich kann eben, wir hatten es beim letzten Mal, eine Aufgabe mit relativ einfachen Fragen, wo es eben ums Verständnis ging. Und sowas kann ich dann stellen. Ich habe dann bei der Wiederholungsklausur die gleichen Fragen nochmal gestellt. Auch sowas kann ich machen. Also die genau gleiche Aufgabe nochmal gestellt. Das haben auch immer noch welche nicht hinbekommen.
54:44
Mal sehen, ob ich sie bei Ihnen wiederstelle oder so. Aber ich kann wirklich mehr Verständnis abrufen, wenn ich Ihnen keine, nichts zulassen, dass Sie irgendwas nur auswendig gelernt, dass ich Ihnen geschrieben habe.
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Kann man irgendwo die alten Klausuren einsehen? Die alten Klausuren könnten wir ins Internet setzen, die beiden, die ich gestellt habe. Also die Nachklausur und die eigentliche Hauptklausur. Und die älteren Klausuren sind nicht unbedingt relevant für Sie, weil die sind nicht von mir.
55:21
Taschenrechner, ob ein Taschenrechner zugelassen ist bei der Klausur, ich frechne mal, ich interpretiere Ihre Frage mal so um. Ja, ein Taschenrechner ist zugelassen. Also Taschenrechner braucht man meistens in der Statistik schauen. Bei den Mathematikern lasse ich es meistens weg, aber bei den Nicht-Mathematikern wollen Sie ja doch irgendwie was ausrechnen.
55:40
Oder rechnen Sie meistens. Und sind es vielleicht nicht so gut im Kopfrechnen, dann sollte es nicht am Kopfrechnen liegen. Also Taschenrechner, traditionell kommt darauf an, ich sage eigentlich immer Taschenrechner aller Art, weil es mir egal ist, bzw. weil ich das irgendwie nicht kontrollieren kann, ob Sie jetzt einen programmierbaren Taschenrechner haben oder nicht programmierbaren Taschenrechner.
56:03
Ansonsten bei der Mathematik sagt man häufig auch, einfache Taschenrechner, das ist ein Taschenrechner mit einzeiligem Display. Das heißt, es wird festgemacht, ob Sie ein einzeiliges Display haben oder ein mehrzeiliges Display. Dann kann man auch noch relativ einfach kontrollieren. Okay, noch Fragen?
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Ja, dann kann ich mal...