Das Internet und die Menschen, die es nutzen scheinen ständig in höchster Lebensgefahr zu sein, zumindest wenn man der Empörung, den Shitstorms und den Ängsten glaubt, die durch Blogs, Foren und Communities gehen, sobald mal irgendwo ein Problem auftaucht. Wir wollen uns all diese schrecklichen Themen, die da so durch die Netzwelt geistern (und geisterten) noch mal anschauen und drauf abklopfen, was denn wirklich dran ist: Ist denn wirklich so oft Weltuntergang?
Ob es Blogger an den Kragen geht (z.B. aktuell Nerdcore), die Vorratsdatenspeicherung uns in Orwell Staatsbürger verwandelt, die Musikindustrie Gesetze diktiert die uns das Internet wegnehmen kann, ob die Aufhebung der Netzneutralität das Internet in ein Corporate-Web verwandelt, was Streetview eigentlich schlimmes tut bzw. die Verweigerung davon, ob der “Kontrollverlust” wirlich so groß ist oder die angeblich so sorglose Jugend gehirngewaschen und internetsüchtig in ihren Zimmern versauert, ob die allgegenwärtige Schleichwerbung und andere schrecklich bösen Manipulationsversuche (Bahn, Atomlobby,..) so super funktionieren… all das wollen wir einem Reality Check unterziehen.
Die These wäre: Die Menschen sind gar nicht so manipulierbar. Sie geben Freiheiten nicht leichtfertig auf. Wenn man jedoch ständig Weltuntergang schreit und am Ende gar nichts schlimmes passiert (sondern im Gegenteil recht schnell sogar jede Menge gute Aktionen und Reaktionen erfolgen) hört man irgendwann nicht mehr drauf, wenn wirklich mal höchster Alarm angesagt ist. |