Life Behind The Electronic Superhighway
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Formal Metadata
Title |
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Title of Series | ||
Part Number | 74 | |
Number of Parts | 188 | |
Author | ||
License | CC Attribution - ShareAlike 3.0 Germany: You are free to use, adapt and copy, distribute and transmit the work or content in adapted or unchanged form for any legal purpose as long as the work is attributed to the author in the manner specified by the author or licensor and the work or content is shared also in adapted form only under the conditions of this | |
Identifiers | 10.5446/20661 (DOI) | |
Publisher | ||
Release Date | ||
Language |
Content Metadata
Subject Area | ||
Genre | ||
Abstract |
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Digital mediaMicrosoftWeightInternetSun <Marke>Information overloadTowerInformationDatenautobahnMultimediaJSONXMLComputer animationLecture/Conference
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Lecture/Conference
02:26
FAQLecture/Conference
03:09
Video gameWebsiteLecture/Conference
03:37
TouchscreenComputer animation
04:21
Virtual realityMoment (mathematics)Artificial intelligenceSupremumLecture/Conference
05:28
Mach's principleMoment (mathematics)InternetEnergy levelGrand Unified TheoryGoogle Street View9 (number)Computer animationLecture/Conference
06:53
Abbildung <Physik>Google Street ViewStrategy game
07:36
Moment (mathematics)MittelungsverfahrenSalem, Illinois
08:58
SequenceComputer animation
09:24
Haar measureComputer animation
09:47
Machine visionJSONXMLLecture/Conference
10:14
Computer animation
10:46
Lift <Framework, Informatik>LagInverter (logic gate)Electronic data processingMAX <Programm>Lecture/Conference
11:39
Drum memoryRobotComputer animation
12:17
Similarity (geometry)InternetLecture/Conference
12:55
Jacobi methodMeeting/Interview
13:36
PositionLecture/Conference
14:24
Perturbation theoryPropositional formula
14:53
ZahlInformationMoment (mathematics)PositionWhiteboardInternetComputer animation
17:13
InternetComputer animationJSONXML
17:36
Computer animation
18:16
Computer animationLecture/Conference
19:20
Algebraic closureMixed realityPIK <Programm>Lecture/Conference
21:55
Mobile appLecture/Conference
22:28
InformationVirtual realityPredictionPredictionLecture/ConferenceMeeting/Interview
23:06
Curve fittingMoment (mathematics)Virtual realityOrganic computingLecture/Conference
23:37
Lecture/Conference
24:25
Cellular automatonVirtual realityLecture/Conference
25:07
PICA <Bibliotheksinformationssystem>Plane (geometry)Perspective (visual)Lecture/Conference
25:39
Installation artMoment (mathematics)Logic gateLecture/Conference
26:28
Scientific modellingLecture/Conference
27:02
Form (programming)ForceRollbewegungSmart cardMover <Programm>Lecture/Conference
28:01
Moment (mathematics)Meeting/InterviewLecture/Conference
28:39
Computing platformZusammenhang <Mathematik>Lecture/Conference
29:12
FacebookLecture/Conference
29:47
HypermediaMicrosoftLecture/ConferenceJSONXML
Transcript: German(auto-generated)
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Elektronik-Superhighway. Wie Kunst das Internet verändert, erklärt uns jetzt der Journalist und Unternehmer und Cambridge-Absolvent Markus Bösch. Dankeschön, war das gerade Cambridge-Absolvent? Internet. Wow, ja da steht, ich
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hab da mal ein Semester studiert, aber so klingt das gleich viel besser. Dankeschön. Wenn ihr alle herzlich willkommen ganz kurz noch mal twittern könntet, damit eure Freundinnen und Freunde auch kommen, denn das, was jetzt gleich passieren wird, wird ein bisschen so sein wie das erste Sex Pistols Konzert. Es waren nur 20 Leute da, das seid ihr, aber danach
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nachträglich waren mehrere tausend Leute da. Das wäre sehr nett. Was ihr hier seht ist Namjoon Pike's Elektronik-Superhighway. By the way, anyone here who does not understand German? Okay, super. Das ist ein Multimedia des Kunstwerkes aus dem Jahr 1995. Was man da sieht sind 336 Fernseher und
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ein riesiger Stapel von DVD-Playern. Das war Cutting Edge 1995 und natürlich haben wir hier alle Themen. Information overload, das flackernde Inferno, den Datenhighway. Das war der Name von einer Ausstellung, die immer noch in London in der Whitechapel Gallery zu sehen ist.
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Leider möchte ich hinzufügen, denn es ist 2016 und wir sollten definitiv mal hinter den Elektronik-Superhighway gucken, denn dieser Begriff allein schon und der damit verbundene Datenhighway, mit dem wir hier aufgewachsen sind, auf dem man so lang surft etc., das ist vorbei. Und hinter dem Asphalt und
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hinter dem Beton ist übrigens ein kleiner Freizeitpark und das soll in kommenden Minuten unser Alice im Wunderland Rabbit Hole sein, okay? Denn in den kommenden Minuten, das ist mein Versprechen heute hier, nehme ich euch
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mit in diesen Freizeitpark und wir werden eine Achterbahnfahrt unternehmen und das ist ein Chair-Theme-Park. Also ihr geht jetzt in die Achterbahn rein, okay? Wir sind jetzt in der Achterbahn drin und das
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ist die Welt von Jacobi Satterwhite. Einer sehr schönen neuen Welt mit neuen
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Ängsten, neuen Sehnsüchten und einer neuen Schönheit, also wenn ihr mich fragt. Jacobi Satterwhite wurde 1986 in den USA geboren und als dieses Chair-Lied im Radio rauf und runter lief, war Jacobi 13 Jahre alt und er verbrachte seine Zeit mit Malen, Computerspielen und außerdem hat er
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ein interessanter Kopf, der ist da auch in London zu sehen. Die Themen sind so Medizin, Fashion, Surrealismus und er arbeitet sich auch ein bisschen an seiner Mutter ab. Was mich daran so bekommen hat, ist, dass diese Welt, die er baut mit Video-Performances, die auf riesigen Screens gezeigt werden
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oder beim Teen Girl Fantasy-Konzert als Vigils gezeigt wurden, das ist nicht mehr der Screen zum angucken, den Nam June Paik so gekickt hat. Das ist auch nicht der Screen, den ihr in euren Händen haltet, sondern das ist eigentlich, und deswegen sind wir in diesem Gebäude ziemlich richtig, der
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Screen, in dem man reinklettert, um dann da zu bleiben, um da einzutauchen. Und wenn die Realität das langweiligste Spiel jemals ist, dann bietet Jacobi hier einen Ausweg. Und jetzt kommt die Fragestellung, wer
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von uns zu Lebzeiten noch mehr Zeit in diesen Welten verbringen wird oder in diesen Welten, die da oben gezeigt werden, als in dieser Realität hier vor dem Bildschirm. Dieser Typ hier mit dem rosafarbenen Anzug läuft ja auch rum. Thorsten Wiedemann vom Amaze Festival. Das ist der erste Mensch,
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der 48 Stunden am Stück in einer virtuellen Welt verbracht hat. Darüber redet er hier auch. Der Punkt ist, dass er damit nicht der Einzige bleiben wird. Und immer mehr Tweets gibt es inzwischen, wo Leute sagen, ich hatte diese VR-Brille auf, da bin ich eingeschlafen und aufgewacht und das
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war ein ziemlich irritierendes Moment. Wenn ihr First Class bei Qantas fliegt, kriegt ihr ein VR-Headset inzwischen ausgehändigt. Und dann könnt ihr euch verabschieden und so lange bei Jacobi abhängen. Oder vielleicht hier. Eine Videoarbeit von Yin Cheng. Super spannend. Sein
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Lebenswunsch ist, mit einer künstlichen Intelligenz zusammenzuarbeiten. Okay, aber wir müssen weiter. Wir haben nicht so viel Zeit, deswegen fahren wir mit der Achterbahn kurz ein Stück weiter. Das war Jacobi. Das ist eine
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Arbeit Main Squeeze 2014 von John Ruffman, 1981 in Montréal, Kanada geboren. John Ruffman sieht so aus und der durchforstet das Internet und wie er selbst behauptet, das Deep Web, um was rauszufinden darüber, wie wir uns
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im Moment so fühlen. Und was bei ihm super interessant ist und das dockt an Jacobi an, ist der Übergang vom realen zum simulierten. Nochmal, wir sind hier in diesen Räumlichkeiten genau richtig. Denn die Fragestellung ist ja, wenn wir die Realität verlassen, wie wollen wir das gestalten, was wir
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da simuliert haben oder gebaut haben und wer sind wir da drin überhaupt. Bekannt geworden ist John Ruffman, weil er Google Street View durchforstet hat mehrere Monate lang, um mit seinem Projekt Nine Eyes skurriles, bizarres, krankes, menschliche Abgründe oder einfach nur Glitches zu finden.
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Das ist alles irgendwo auf der Welt passiert, als zufälligerweise ein Google Street View Auto dran vorbei fuhr. Und die Fragestellung ist natürlich, was ist hier eigentlich los und wer sind wir eigentlich und was machen wir hier eigentlich. Und die Fragestellung, die ich noch ziemlich faszinierend finde,
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ist, was machen wir, wenn die Abbildung der Wirklichkeit auf den Fotos oder bei Navigationssystemen, denn dafür ist Google Street View auch gut, wenn da eine andere Realität gezeigt wird, als die, die wir sehen und die andere bisweilen eine größere Relevanz bekommt, weil jeder höhrig seinem Navigationsgerät folgt, auch wenn er damit in die Wüste fährt.
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Noch mal die Frage nach Wirklichkeit und Strategien im Umgang damit. Schnell weiter. Achterbahn, das ist das Konzept hier. Das ist eine Arbeit Drone Shadows von James Bridle.
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Auch ein interessanter Kopf, hat es aber hier nicht mit in die Liste geschafft. Was wir sehen, ist ein Drone Shadow, etwas womit James Bridle im Moment durch die Welt tourt, vor kurzem auch in der Auguststraße hier in Istanbul. Eine kurze visuelle Erinnerung daran, dass über uns Drohnen fliegen und dass die nicht nur mit dem afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet fliegen,
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sondern über den Vereinigten Staaten von Amerika oder wenn sie woanders hin müssen, auch nach Deutschland und natürlich werden die Überwachungsmechanismen dann nicht abgeschaltet, wenn man über ein anderes befreundetes Land drüber fliegt. Okay, das Thema hier. Alle Menschen auf dem Planeten werden überwacht, denn darum soll es jetzt
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gleich gehen, aus der Luft oder aber auch von der Decke eines Ballsaales. Das ist eine Arbeit von Adi Wagenknecht, zu der kommen wir gleich noch. Asymmetric Love aus dem Jahr 2013. In der Arbeit geht es um Dual Use. Also, der Kronleuchter ist echt schick, aber gleichzeitig erzählt er uns sehr viel
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über Macht und ein hierarchisches Gefälle und darum geht es in ihrer Arbeit im Kontext Überwachung. Überwachung nicht unbedingt als eine direkte Bedrohung. Ich sehe die Drohne nicht und auch die Überwachungskamera. Ich habe nicht sofort Angst vor der, aber es geht hier um Überwachung. Und wenn ihr Snapchat nutzt oder die Viola Jones Methode kennt,
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das ist eine technische Methode, um Gesichter zu scannen. Das passiert, wenn man im öffentlichen Raum rumläuft, auf Demos ist, werden die Gesichter gescannt und erkannt und die folgende künstlerische Arbeit setzt sich damit auseinander.
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Das war nämlich die Demonstration, nicht die künstlerische Arbeit. CV Dazzle von Adam Harvey, der übrigens morgen auch hier ist. Sehr große Empfehlung von mir. Was der gemacht hat, ist Camouflage. Wenn man sich die Haare ein bisschen nach vorne bürstet und schminkt, kann man diese Methode, die automatisierte, ausschalten und wird nicht erkannt.
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Okay, das ist von Adam Harvey. Der redet morgen zu Computer Vision Surveillance und Camouflage um 13 Uhr. So sieht er aus und was ich bei ihm interessant finde, ist das hier. Das ist nicht Chanmarsher von Cat Power, sondern nur eine Frau,
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die die Anti-Drone-Burka trägt. Ein sehr praktisches Kleidungsstück, denn mit diesem Kleidungsstück, das silberbeschichtet ist, ein bisschen wie bei Harry Potter, wird man von Drohnen nicht gesehen.
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Adam Harvey ist es gelungen, dass man inzwischen zum Beispiel in London 2013 in eine Kunstgalerie gehen konnte, sich da was kaufen konnte, womit man direkt ins Kriegsgebiet fahren konnte und einen großen Vorteil hatte. Diese Anti-Drone-Burka muss erst angefertigt werden, kostet 2500 Dollar. Das ist Kunst.
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Aber hätten die Damen und Herren im folgenden Video die gehabt, wären sie jetzt heute auch auf der Republik.
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Das ist keine Kunst, sondern Krieg. Adam Harvey. Ich möchte euch jetzt noch Eddie Wagenknecht vorstellen, die unter anderem nicht nur den Kronleuchter von eben gebastelt hat, sondern auch dieses, sagen wir, Mobile, wenn ihr Kinder habt.
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An diesem Mobile dran hängen Liberators, die erste 3D gedruckte Waffe, die funktioniert hat. Das ist wiederum Kunst. Aber ihr könnt die auch ausdrucken und jemanden erschießen. Okay, Eddie Wagenknecht kommt aus Portland, Oregon und ist morgen auch hier und redet über Nudes und Newts.
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Und sie hat den großen Vorteil, dass sie mit Adi immer in der Speakerliste ganz, ganz, ganz oben steht. Also an der kommt man nicht vorbei hier. Von ihr ist unter anderem diese Arbeit. Das ist ganz schön praktisch, vor allem, wenn man Kinder hat und zufälligerweise auch noch einen Industrieroboter.
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Denn dann kann man in dieser optimierten Welt einfach losarbeiten. Optimization of Parenting Part 2. Ein Roboterarm, der nur reagiert, wenn das Kind schreit. Ein Traum wird wahr. Okay. Und dann können wir in dieser durchoptimierten Welt
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direkt weiterarbeiten, weil das Kind ist ja bestens versorgt. Und wenn wir auf der Arbeit dann trotzdem diese Sehnsucht verspüren und einsam sind, können wir uns dieses Ding kaufen. Das ist auch keine Kunst, sondern höchstens Ingenieurskunst. Das ist Hac-V, 148 Dollar im Japan-Trendshop.
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Hab ich das im Internet gesehen. Ein kissenähnliches Gerät, mit dem man interagieren kann. Und dann sind wir nie wieder allein. Und das ist kuschelig und ganz schön. Und man kann da auch ein echtes Gesicht draufsetzen. Und das funktioniert. Und dieses Kind ist jetzt nie wieder allein.
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Wegen Hac-V. Und was noch viel besser ist, da sind zwei Vibratoren drin. Und das Ganze hört sich dann auch noch an wie ein Herzschlag. Kaufempfehlung. Und wenn ihr irgendwo Hiroshi Ishiguro mal seht, bei YouTube, bei TEDx Talks, wo auch immer
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Director of the Intelligent Robotics Laboratory, dieser Mensch wird uns mithelfen, uns an die Maschinen zu versklaven. Faszinierende Arbeit. Aber wir müssen weiter, denn es sind schon 12 Minuten rum.
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In unserer kleinen Achterbahnfahrt durch gegenwärtige Positionen aktueller Kunst nach dem Electric Superhighway kommen wir jetzt bei Amalia Uhlmann an. Die vielleicht einige von euch schon kennen,
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weil sie hatte sogar bei Monopol einen Artikel. Im April 2014 postet sie nicht dieses Bild, sondern ein anderes Bild bei Instagram und schreibt da Part One drunter. Und danach fängt Amalia Uhlmann an und erzählt eine Geschichte. Ich zeige euch erst mal kurz den Namen.
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Denn, das wollte ich noch erwähnen, ihr Vater hatte eine Skateboard-Fabrik. Okay, monatelang auf Instagram inszeniert sie sich als vermeintliches Dummchen, ich zitiere die Monopol, das in der Großstadt zum Hot Babe, ich zitiere die Monopol, wird, sich von einem Sugar, der die Aushalten lässt und am Ende eine Läuterung im Yoga findet.
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Das Ding ist, dass sie eigentlich zu der Zeit am St. Martins College studiert oder vorher studiert hat und sogar Kommilitonen, aber auch ihr Dozent irritiert nachfragen, was machst du da, was ist los mit dir? Denn sie sehen bei Instagram zusammen mit einer wachsenden Zahl von Fans, irgendwann sind es 90.000 Bilder wie diese.
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Fragestellung, nachdem das Ganze aufgezeigt wird. Und sie sagt, das war Kunst, stellt sich die Frage, war das ein Instagram-Masterpiece? Was alles in der Welt will Amalia Uhlmann, sie möchte mit der Fiktion online spielen und sich der Sprache des Internets bemächtigen.
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Und jetzt kommt der interessante Punkt daran, während wir bei Adam Harvey ganz konkret handfest aus dem Aktivismus-Bereich eine Strategie hatten, ich ziehe diesen Silbermantel an und werde nicht gefunden, ist das hier eine andere Strategie. Die Strategie, die hier dahinter steckt, gibt es vor einigen Jahren in einem Apple-Patent geäußert.
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Und zwar die Idee, dass ich nicht weniger Infos ins Netz haue, sondern viel, viel mehr, dass ich mir einen Bot kaufe, nicht nur einen, sondern 1.000, der ständig Informationen über mich ins Netz stellt, Informationen, die stimmen und Informationen, die nicht stimmen. Und das heißt, es wird einen riesigen Nebel geben, hinter dem ich mich verstecken kann, weil nicht mehr klar ist, wer davon bin ich eigentlich.
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Und Amalia Ullmann hat hier ein Beispiel dafür gezeigt, dass es total gut funktionieren kann, sich als Frau, als blondes Dummchen, das als It-Girl es schaffen will, zu inszenieren, um sich dahinter zu verstecken. Der eigene Information overload, einfach selbst gemacht.
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Und abgesehen davon ist das natürlich auch nur das Gebot der Stunde, denn, wenn ihr das gemerkt habt, ich habe versucht, diese künstlerische Position mit Gegebenheiten im realen Leben im Moment in Verbindung zu bringen. Dieser Typ hier ist der CEO von Snapchat, Evan Spiegel. Und der sagt, diesen Satz, den hat er in so einem selbst gedrehten Video gesagt,
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der meine Fähigkeiten, Philosophie zu betreiben, auf jeden Fall gesprengt hat, I'm the result of everything I've ever done, but I'm not the accumulation of all that stuff. Zum Teufel, darüber kann man sehr, sehr lange nachdenken. Also, was hauen wir bei Instagram und bei Snapchat raus?
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Was hat das mit uns zu tun? Und noch mal, wer sind wir eigentlich, wenn wir aus der Realität rausgehen und in einer selbst gebastelten, simulierten Welt bei Qantas Airlines unsere Tage verbringen? Schnell weiter. Okay, mir wurde eben gesagt, ich soll Sex über den Talk schreiben und dann ist es voll.
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Toll, dass ihr trotzdem gekommen seid. Nacktheit, zentrales Thema bei Amalia Uhlmann eben, aber im Kontext Feminismus dieser Tage und Internet auch. Lea Schrager aus New York City ist auch eine Künstlerin, die in diesem Kontext arbeitet. Und Lea Schrager ist im Gegensatz zu Amalia Uhlmann
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noch ein bisschen besser darin, mit Personas zu arbeiten. Unter anderem war sie lange Zeit lang Sarah White. Und sie hat die Naked Therapy gegründet und auch praktiziert. Zielgruppe waren aus unerfindlichen Gründen 100% Männer. Es war eine Skype-Konferenz und es ging um Therapie.
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Okay, ansonsten hat Lea Schrager auch gleichzeitig noch eine Internetpersona, die versucht hat, ein ultimativer Popstar zu werden. Und da hat sie dieses Video hier ins Netz gestellt.
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Okay, über Musik kann man dann noch mal reden. Auf jeden Fall dadurch, dass sie sich jetzt hauptsächlich auszieht, hat sie absonderliche Zugriffszahlen,
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mal Instagram und auch bei Snapchat. Der Punkt, der hier interessant ist, ist, dass sie 2012 als Artist im West Chelsea Open Studio drin war. Okay, sie ist ja eine Künstlerin. Dann wurde sie dabei rausgeschmissen mit der Argumentation, dass ihre Kunst eigentlich Werbung war
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und sie eine Zitat commercial entity sei und keine Künstlerin. Und das finde ich natürlich super interessant, denn das hier ist, glaube ich, auch Werbung für Tomatensuppen. Und jetzt kommen wir noch zu den Nudes.
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Denn das, was sich da widerspiegelt auf einer eher nerdigen Feminismus-künstlerischen Positionierungsreise ist inzwischen natürlich so dermaßen im Mainstream angekommen und das, was man bei Amalia Ullmann oder Lea Schrager bei Instagram sehen kann, kann man wenige Scores weiter unten natürlich auch bei den beiden hier sehen.
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Backstory, Kim Kardashian postet ein Nacktselfie, kriegt dafür unglaublich viel Shame und Ärger und sie sei auch sowieso keine Feministin und überhaupt. Und Emily Ratjakowski, linke Hand im Bild, solidarisiert sich, stellt sich mit da drauf und dann posten sie dieses Doppelselfie.
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Sie seien mehr als ihre Körper und deshalb müsse man sie nicht wegen ihrer Sexualität beschämen. Interessant daran ist weiterhin auch im Jahr 2016, dass eine Frau, die so ein Bild bei Instagram postet, nichtsdestotrotz, oh Wunder, Bernie Sanders unterstützen kann
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oder sich inhaltlich zu relevanten Debatten der Zeit äußern kann. Aber in diesem Fall offensichtlich einfach Lust hat, das da zu machen. Ständig bekomme sie gesagt, dass sie aufpassen müsse wegen ihrer sexy Ausstrahlung. Achtung, Achtung! Und da sind wir zum Abschluss ganz generell bei einer Thematik.
20:45
Nacktheit, kleiner Zeitnot und meine persönliche Empfehlung. Jerry Salz, ein Kunstkritiker, ein ziemlich renommierter Kunstkritiker, der fürs New York Magazine arbeitet und irgendwie dreimal für den Pulitzer Preis nominiert war, führt nebenan mein Instagram nämlich einen kleinen Kleinkrieg mit Instagram,
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weil er beständig Bilder dieser Machart postet, die Instagram am Anfang dann löschte und dann später nicht mehr löschte, weil das ist ja Kunst. Und das ist eine interessante Debatte. Was ist 2016 Kunst? Was ist keine Kunst?
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Was bedeutet sie in der Realität oder in einer Mixed Reality oder einer von sehr vielen anderen Realitäten? Und wer oder was möchten wir in dieser Gemengelage eigentlich sein? Fragen, die über Namjoon Pike definitiv hinausgehen.
21:40
Und jetzt zum Abfotografieren, alle Namen. Danke. Und jetzt kommt das Tanzende Baby und wir haben noch Zeit für Fragen und Diskussionen, wenn ihr wollt. Dankeschön.
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Ich habe noch eine Sache vergessen, das sollte ich noch ausrichten. Ich sitze in der Jury vom App Art Award des ZKMs. Und ihr könnt noch bis zum 9. Mai, wenn ihr verrückte Kunst als App habt, da einreichen und 10.000 Euro bekommen. Das wird toll.
22:22
Crazy. Genau, eine kleine Korrektur. Eddie ist nicht morgen hier, sondern heute um 14.15 Uhr auf dieser Bühne. Noch besser. Das waren ja jetzt nicht so viele Informationen. Aber Fragen, bitte.
22:42
Oder purer Hass, her damit. Nachfragen sind auch gut. Wo sind wir denn in 10 Jahren? Mach mal eine Prognose, die ich aufschreibe und die wir uns in 10 Jahren nochmal anschauen. Deswegen mache ich ja keine Prognosen. Keine Ahnung, wo wir in 10 Jahren sind.
23:03
Ich hoffe, dass ich in 10 Jahren deutlich mehr Zeit in schönen virtuellen Welten oder argumentierten Welten verbringen werde, als in dieser grausamen Realität. Und hast du tatsächlich die Hoffnung, dass die Menschen,
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deren Arbeiten du heute präsentiert hast, in diesem Feld so weit kommen, dass sie viele Menschen erreichen in diesen virtuellen Realitäten? Was daran ganz spannend ist, dass im Moment ja wirklich ein spürbarer Shift da ist. Denn die, die ganz lange Kunst rezipiert haben, haben jetzt auf einmal ein Problem,
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weil sie die Sachen nicht verstehen. Ich war gerade in Wien, da ist eine riesige Diskussion in der Kunsthalle zu Gange. Verdammt, das Konzept Ausstellung funktioniert nicht. Und außerdem auf jedem Panel jedes Mal zu vernehmen, wir verstehen das nicht. Was soll der Mist? Warum ist das Kunst? Und das, finde ich, ist ein definitives Zeichen dafür, dass sich da gerade etwas ändert.
24:00
Ob das jetzt diese Namen sind oder andere Namen, egal. Der Punkt ist nur, ich war ebenfalls in Wien in einer Ausstellung mit der russischen Avantgarde. Und was da in kürzester Zeit passiert ist, vom Suprematismus und den ganzen anderen nicht mit einzubeziehen, das war aufregend. Und wir erleben jetzt gerade auch was Aufregendes. Und das finde ich gut.
24:22
Ja, das stimmt. Es gibt jetzt hier gleich noch einen Talk auf der Bühne. Aber ihr seht und hört auch die Menschen, die hier oben drüber ausstellen. Das sind für die Leute, die später dazugekommen sind, einerseits Start-ups und Forscherinnen und Forscher organisiert im Ersten Deutschen Fachverband
24:40
Virtuelle Realität und zehn Gruppen Solokünstlerinnen und Künstler aus der freien Szene in Berlin, die sich mit diesen Themen auseinandersetzen und die sich freuen, wenn sie besucht und gefragt werden. Möchte jemand noch eine Frage stellen im Publikum? Ja. Bitte immer ins Mikrofon sprechen wegen des Livestreams.
25:03
Ja, nur eine ganz kurze Frage. Und zwar ist jetzt auch Instagram ein paar Mal aufgetreten. Und ich frage mich, wenn man so diesen Kunstbegriff runterbricht, früher wurde das ein bisschen dispektierlich als Kleinkunst bezeichnet, was die Leute gemacht haben. Und plötzlich hat ein viel größerer Anteil an Menschen die Möglichkeit,
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die eigene Perspektive zu transportieren, anderen möglich zu machen. Und dabei auch eine reflexive Ebene einzuziehen. Und deswegen meine Frage direkt an dich ab, wann ist Instagram für dich Kunst oder ist Instagram für dich gar keine Kunst?
25:42
Instagram für mich ist erstmal ein soziales Medium, das man dafür nutzen kann, um damit Kunst zu machen. Oder, dass man dazu nutzen kann, um jeden Tag sein Essen zu fotografieren. Also es ist ein Werkzeug, mit dem man entweder was Sinnvolles oder was weniger Sinnvolles machen kann, etwas Sinnvolles für einige Leute oder für andere Leute.
26:03
Also es ist letztlich nur eine interessante Oberfläche, mit der man arbeiten kann. Und ich meine, Instagram ist inzwischen in kürzester Zeit so dermaßen im Mainstream ja aktuell in Kunst gekommen. Egal ob das jetzt riesige Bildschirminstallationen sind, wo Instagram gezeigt wird. Ob es diese Ausstellungen sind, wo Instagram einfach ausgedruckt wird. Und das wird dann an die Wand gehängt und das ist der künstlerische Akt.
26:23
Da geht es erstmal ganz viel um Reflexionen davon, was ist das überhaupt erstmal Instagram. Ich finde es ab dem Moment spannend, womit man damit etwas macht. Und da sind Lea Schrage und Amalia Ullmann auf jeden Fall zwei Beispiele dafür. Konzept, eine Strategie und dann ein Projekt mit einer Aussage dahinter.
26:41
Ganz hinten und hier vorne. Die Dame war zuerst. Ich freue mich da voll über Fragen, das ist super. Hallo, ich wollte mal fragen, ob du denkst, dass das tradierte Ausstellungsmodell oder Galeriemodell, Museumsmodell ausgedient hat
27:04
und ob da auch so eine disruptive Kraft ist, wie in vielen anderen Branchen, was zu völlig neuen Formen führt? Eben überhaupt gar nicht, denke ich das. Und das war ja auch das Ding in Wien. Da haben die gesagt, ne, wir machen keine Ausstellung, wir holen uns einfach Leute. Und dann liest der Thomas Meinecke aus seinem neuen Move vor.
27:20
Und wenn man trotzdem acht Euro bezahlt, soll man sich in eine Ausstellung hinsetzen und kann ein dreistündiges Video angucken. Ich glaube gerade, dass der Ort an sich genutzt werden kann, um damit was zu machen. Und ich habe darüber einen kurzen Text geschrieben. Thomas Meinecke liest halt über Ryan Tricartin, einen anderen Künstler. Aber letztlich ist das natürlich total langweilig, denn Ryan Tricartin konnte man hier am KV erleben.
27:43
Auf so komischen Flughafensesseln, die ein bisschen gestunken haben. Der Raum an sich ist immer, immer, immer spannender. Und im PS1 wurde Ryan Tricartin in New York gezeigt. Und das war viel, viel, viel, viel spannender, als jetzt verkopft anzufangen und zu sagen, was sollen wir mit unserem Ausstellungsraum machen. Deswegen, Räume und Zusammenkommen ist ja gerade in einem Kontext, wo ganz, ganz viel aus so Screens passiert, total spannend.
28:06
Man muss es halt nur einfach vielleicht überdenken, vielleicht anders machen. Und das Grundverständnis ist im Moment aber auch da. Und da wird ja auch super viel diskutiert, dass das Museum von Museumsmacherinnen und Machern nicht mehr nur als heiliger Raum gesehen wird, sondern jetzt durchaus auch als Raum.
28:22
Okay, Leute können hier ihre Kinder ablassen, ablassen, können hier ihre Kinder zwischenparken. Hier kann man gut essen, genau wie bei IKEA. Und außerdem kann man dann auch noch tolle Magazine kaufen und eventuell geht man dann in die Ausstellung. Also ich glaube total weiterhin an den Raum, ganz unbedingt.
28:40
Okay, noch eine Frage, dann müssen wir leider weitermachen. Ja, ich habe eine rechtliche Frage, glaube ich. Es verbindet auch ein bisschen die Fragen zuvor. Wenn man die Sachen auf Instagram oder auf Snapchat oder einer dieser Plattformen stellt, gibt man ja rechtlich etliche seiner Verwertungsrechte an die Plattformen ab. Und in dem Sinne sind sie ja keine Galerien oder Museen.
29:04
Wie sind da die Veränderungen, die passieren in Zusammenhang mit der Künstlerplattform, auf der der Künstler zu sehen ist, Beziehungen im Vergleich zu klassischen Galerien oder Museen? Meine Frau, die steht da hinten an der Säule und hat unsere Tochter auf dem Arm. Dies Juristin, die hat dazu vielleicht nachher one on one eine Antwort.
29:23
Ich habe absolut keine Ahnung von diesem ganzen juristischen Kram. Aber es ist natürlich relevant und die erste Amtshandlung sollte immer sein, sich die Nutzungsbedingungen durchzulesen oder sich ein YouTube Video anzugucken, wo Leute bisweilen sich ja hinsetzen und 20 Minuten lang eine Lesung machen von den Nutzungsbedingungen von Facebook.
29:41
Aber inhaltlich kann ich da leider wenig zu sagen. Aber schöne Überleitung, weil am Freitag, dem 6. Mai um 14 Uhr hier zwei kurze Talks zu dem Thema sind. Wie ist denn mein perfektes Urheberrecht der Zukunft? Freitag, Performersion, hier. So, vielen Dank, Markus. Deine Zeit ist um. Das war sehr schön. Ich bin mir sicher, du kannst noch angesprochen werden.
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