Plan S in der institutionellen Strategie
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Autor | 0000-0002-5111-2788 (ORCID) | |
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Identifikatoren | 10.5446/49692 (DOI) | |
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Open-Access-Tage 202015 / 20
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Ich möchte sprechen über Plan S, ein Thema, das uns in den letzten Jahren schon einige Male beschäftigt hat und möchte auch nicht eine Einführung machen in Plan S und eine genauere Auseinandersetzung, das kann man nachlesen, aber ich werde kurz zusammenfassen,
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wo wir uns hier bewegen. Plan S ist eine Initiative, die zum Ziel hat, den sofortigen Open Access zu allen Publikationen aus Drittmittel geförderter Forschung ab 2021 in mancher Implementierung ab 2022. Wird vorangetrieben durch die Coalition S, ein Zusammenschluss
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von Förderorganisationen, die sich darauf verständigt haben, gemeinsame Implementierungsrichtlinien anzuwenden, die sie dann in ihren Förderprogrammen und Förderauflagen jeweils verankern. Enthalten ist eine grundsätzliche Abkehr von Hybrid, hybride Zeitschriften sollen nicht mehr als Publikationsorte für diese geförderte Forschung zulässig sein, es sei denn,
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es ist eine klare Transformationsperspektive erkennbar und verankert. Die Mittel, die dann zur Umsetzung, wir reden ja über Open Access Strategien, die zur Umsetzung dieses Ziels vorgesehen sind, sind die Auflagen der Förderer, für die Forscherinnen und Forscher,
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die Drittmittel erhalten aus diesen Kreisen und die Kontrolle der Einhaltung, dann gibt es auch finanzielle und sonstige Unterstützung dafür. Im Prinzip heißt das, alle geförderten Forscherinnen und Forscher müssen Open Access veröffentlichen, die Förderorganisationen übernehmen die Bezahlung. Das Kriterium der Nachnutzbarkeit spielt eine große Rolle
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in Plan S. Freie Lizenzen sind das wichtige Kriterium neben der Frage des sofortigen freien Zugangs. Es gibt drei Wege, wie man kompatibel veröffentlichen kann, wenn man in dieser Situation ist, die Förderung erhalten zu haben. Man kann an einem Open Access Publikationsort veröffentlichen, der Förderer übernimmt die Kosten. Man kann in einer
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nicht Open Access Zeitschrift veröffentlichen und parallel im Repository veröffentlichen. Parallel heißt aber wirklich am ersten Veröffentlichungstag und unter einer CC-By-Lizenz. Der Förderer zahlt nicht, wenn der Verlag dafür Geld verlangt. Oder man kann in einer Substruktionszeitschrift veröffentlichen, die Teil eines Transformationsvertrages ist, der von der Koalition anerkannt ist. Dann zahlt der Förderer vielleicht. Die Förderorganisationen
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behalten sich aber vor, jeweils in ihrem Programm das nicht zu tun. Es hat in diesem Jahr, weil wir ja auch ein bisschen aktualisieren müssen im Vergleich zur letzten Tagung, einige spannende Entwicklungen gegeben. Es gibt jetzt klare Kriterien für sogenannte
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Transformative Journals. Das sind Zeitschriften, die dann einzeln als kompatibel mit Plan S eingestuft werden sollen. Also nicht Teil eines gesamten Transformationsvertrages eines Verlags sein sollen. Dazu müssen Sie versprechen, einen stetig wachsenden Open Access Anteil in der Zeitung zu haben, in absoluten und in relativen Bezügen und ab einem gewissen Kipppunkt dann auch die Zeitschrift komplett auf Open Access umzustellen. Dazu hat es
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vorher Konsultationen gegeben, am gleichen Tag der Bekanntkamerad Springer Nature dann angekündigt, nahezu alle ihre Journals dahin umstellen zu wollen. Das heißt insbesondere auch zum Beispiel Nature auf eine Open Access Zeitschrift umzustellen. Transparenzanforderungen sind ein weiterer wichtiger Faktor, die jetzt schriftlich vorliegen. Es gibt zwei anerkannte Rahmenwerke, bei denen Verlage eines dieser zwei Modelle
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dann anwenden müssen. Da geht es darum, in welcher Weise Preis- und Leistungstransparenz hergestellt wird. Die Koalition hat Aufträge vergeben für ein Journal Checker Tool. Das ist im Prinzip eine Datenbank, in der Forscherinnen und Forscher ab Beginn des nächsten Jahres dann nachschauen können, ob die Zeitschrift,
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in der sie veröffentlichen wollen, kompatibel mit Plan S ist und eine Studie wurde beauftragt zu Diamond Open Access, also zu dem ganzen Bereich von Non-APC Journals, über die wir heute ja schon ein bisschen gesprochen haben. Es hat dann ein bisschen Wellen geschlagen, dass der Scientific Council des ELC, des European Research Council,
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sich aus dem Unterstützerkreis von Plan S zurückgezogen hat. Es hat relativ starke Reaktionen auch darauf gegeben. Real ändern tut sich dadurch wenig, insbesondere scheint die gesamte Förderung der Europäischen Kommission, also das Horizon Euro Programm, davon nicht betroffen zu sein. Das ist eine Entscheidung der Europäischen Kommission und die
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scheint nach wie vor sehr stark zu diesem Prinzip hybride Zeitschriften nicht mehr zu fördern zu stehen. Und der letzte Punkt, den ich ansprechen wollte, ist die Rights Retention Strategy, ein Ansatz, bei dem der Widerspruch aufgelöst werden soll zwischen der Verpflichtung der Forscherinnen gegenüber dem Förderer, nämlich sofort Open Access zu veröffentlichen, und dem Verlag, der einen Standardvertrag vorlegt, in dem Open Access
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nicht sofort gestattet ist. Das Mittel, das jetzt hier umgesetzt werden soll, ist, dass die Forschenden bereits vor der Einreichung ihre Manuskripte unter eine CCBI-Lizenz stellen müssen, sodass man dann argumentieren kann, dass das ja schon frei zugänglich ist und ein später hinzukommender Verlagsvertrag das nicht
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ungültig machen kann. Dazu werden auch die Verlage befragt, sodass dann in zum Beispiel dieser Zeitschriften-Datenbank vermerkt werden kann, wenn Zeitschriften vermutlich Probleme machen werden, sodass man die dann als nicht kompatibel einstufen kann. Ziel dieser Strategie wäre aber tatsächlich dann die möglichst weitreichende Publikationsfreiheit, sodass man Forscherinnen und Forschern sagen kann, egal wo ihr veröffentlicht, solange ihr diese Kriterien einhaltet,
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könnt ihr gefördert werden von den Mitgliedern der Koalitions-S. Die Bedeutung von Plan S liegt für mich darin, dass wir eine Folie haben für Förderer-Auflagen, auch jenseits dieser Koalition. Wenn jetzt also eine Organisation, wie zum Beispiel die DFG, die bisher nicht Mitglied der Koalitions-S ist,
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über ihre Förderprogramme nachdenkt, dann kann man sich an diesem Vorbild orientieren. Wir finden dort relativ ambitionierte Ziele, die aber auch verständlich sind, weil, auch das ist ja ein Thema in dieser Session, wir 20 Jahre lang darauf gewartet haben, dass Open Access irgendwie funktioniert und jetzt die Förderer, die gesagt haben, wir erwarten aber, dass die von
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uns geförderte Forschung frei zugänglich ist, gesagt haben, dann müssen wir selber ein bisschen stärker anziehen. Der Plan S setzt auf die weitere Vernetzung und Adaption, das heißt, es ist durchaus gedacht als Vorlage für andere und harmonisiert ein paar wesentliche Ziele über diese ganzen Mitglieder und hoffentlich dann auch andere Adaptoren hinweg, nämlich Schluss mit Hybrid, unmittelbares Open Access ohne
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Zeitverzug und das Ganze unter einer freien Lizenz. Und wenn wir das sozusagen in weitere Implementierungen oder weitere Adaptionen hineinbringen können, dann hätten wir schon viel gewonnen. Darüber hinaus erlaubt dieser Plan die weitere Implementierung in der jeweils nationalen oder organisationspezifischen Ausprägung. Wir können
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aber über diese Kernkriterien ganz gut einen Vergleich machen zu anderen Open Access Strategien und Policies. Wir erhalten mit Plan S ein Fundament, ein bekanntes und belastbares Fundament, von dem aus man starten kann. Wir können ambitioniert nach oben abweichen und sagen, nein, wir wollen jetzt alles, muss am Erstveröffentlichungsort
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Open Access sein, nur noch Gold Open Access, keine Repositories könnte man machen, muss man nicht. Aber weniger als das, was dort verankert ist, sollten wir eigentlich nicht mehr akzeptieren. Also Open Access nur nach Zeitverzug oder unter unnötig eingeschränkten Lizenzen. Und wir haben einen Punkt da drin, in diesem Fundament, das Plan S bietet, der uns alle
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vor große Herausforderungen stellen wird. Und das ist die Schränken auf kommerzielle Verlage, die jetzt endlich mal uns sagen müssen, warum alles so teuer ist. Das ist natürlich schwierig und das gilt auch für die Angebote, die wir selber betreiben. All die schönen unkommerziellen, dezentralen Non-APC-Modelle,
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die wir uns in unseren Einrichtungen so vorstellen. Auch die müssen natürlich sagen, was sind die Betriebskosten, warum braucht man dafür folgendes Geld von Autorinnen oder von Förderorganisationen oder irgendeiner anderen Seite. Das muss man dabei mitdenken. Ich halte es für sinnvoll, die eigenen Angebote in Institutionen, wenn wir darüber
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nachdenken, wie bewegen wir uns als Einrichtung denn in Richtung Open Access. Und wir haben jetzt auch heute schon mal darüber gesprochen, dass das eine Erwartung eigentlich an alle Akteure sein sollte. Die eigenen Angebote im Einklang mit Plan S auszugestalten. Das ist eine Formulierung, die ich ganz sinnvoll finde, um sich daran zu orientieren und zu
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sagen, wir wollen kompatible Möglichkeiten schaffen und unterstützen. Wir können dabei die Gestaltungsspielräume vor Ort nutzen, dort das ausprägen, was wir lokal ausprägen können und ansonsten mit anderen zusammenschließen, um dann nachhaltig gute Open Access Angebote machen zu können. Ich habe einmal versucht, darzustellen, was meiner Meinung nach in Institutionen
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alles getan werden kann. Ich werde im Anschluss dann noch mal stärker auf die eigene Perspektive und die eigene Einrichtung eingehen. Wir können natürlich Publikationsangebote so ausgestalten, dass wir kompatible Open Access Modelle unterstützen. Ich habe im letzten Jahr auf den Open Access Tagen schon
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mal ein bisschen über Repositories und Journals gesprochen. Ich habe den Link hier angegeben. Wir können uns die Förderkriterien anschauen in unseren Publikationsfonds. Wir können unsere Erwerbungs- und Lizenzierungsentscheidungen überdenken oder anschauen, inwiefern wir inkompatible Publikationen dort weiter unterstützen, abonnieren, mit einfließen lassen wollen. Wir
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sind für Open Access Strategie immer ganz wichtig, auch wenn das so ein softes Thema ist. Wir sind Richtlinien für die eigene Institution uns anschauen. Wo werden die Publikationen unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, unserer Kolleginnen und Kollegen veröffentlicht?
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Welche Dinge können wir ihnen mit an die Hand geben? Welche Journals können wir empfehlen? Das ist vielleicht ein bisschen zu viel verlangt, aber welche Rechercheinstrumente stellen wir ihnen zur Verfügung, um zu entscheiden oder möglichst gute Open Access Publikationsmöglichkeiten zu finden? Dazu würde dann entsprechend ab nächsten Jahr auch gehören die Nutzung des Journal-Checker-Tools für Plan S. Weiter
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Entwicklung des Plan S in Richtung Buch und Konferenzen. Ich hatte am Anfang ja grob die Kriterien vorgestellt, das bis im Moment alles auf Zeitschriftenartikel bezogen, mit dem Anspruch, das mit ein bisschen Zeitverzug auf andere Publikationsarten ebenfalls sinngemäß anzuwenden. Das heißt, Buchveröffentlichungen, Konferenzveröffentlichungen, Proceedings,
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Sachen, wo wir auch darüber sprechen werden, wie man diese Kriterien unmittelbarer, freilizensierter Open Access denn umsetzen kann. Da können wir uns in den Einrichtungen jetzt schon Gedanken machen mit Angeboten, Staaten, mit anderen sprechen. Das ist sinnvoll. Zwei Punkte, die ich in Klammern vermerkt habe, sind eher so mittelbar. Ich halte es für extrem sinnvoll, wenn Institutionen nach wie vor darauf drängen,
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dass dieser Plan S unterstützt wird auch zum Beispiel aus Deutschland heraus, wo das noch fehlt, auch an Förderer zu appellieren, an Organisationen zu appellieren, dieses Ziel gemeinsam zu verfolgen. Und ein wesentlicher Punkt für viele Publikationsaktivitäten ist ja auch immer das, was Fachgesellschaften machen, die
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nah an ihren Communities dran sind, die häufig selbst in die Herausgabe von Zeitschriften und anderen Publikationen involviert sind, die manchmal nicht mehr zu unterscheiden sind von anderen kommerziellen Verlagen, aber die ein guter Ansprechpartner sind, um darüber auch zu sprechen, wie diese Kriterien denn zur Anwendung gebracht werden können und in den Communities verbreitet werden können.
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Wenn wir ein bisschen genauer noch auf die Praxis schauen, dann kann ich vielleicht kurz ein bisschen berichten, was ich glaube oder was gerade so mich beschäftigt in Bezug auf ganz konkret eigene Angebote im eigenen Zuständigkeitsbereich.
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Bibliotheken engagieren sich ja beispielsweise auch bei der Umstellung auf Open Access. Wir haben Zeitschriften, die nicht frei zugänglich sind, die aber diesen Weg gehen wollen, bei einem bisherigen Verlag oder bei einem anderen Verlag und eine der möglichen Sachen, auch das haben wir in dieser Session schon gehört heute, wie man einen solchen Umstieg bewerkstellen
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kann, wäre zum Beispiel konsoziale Finanzierung. Wir tragen Geld gemeinsam zusammen in Modellen wie zum Beispiel bei der Open Library of Humanities, um diese Zeitschriften zu finanzieren und in einem ABC-freien Modell vielleicht auch hinzustellen. Dabei können wir natürlich schauen, und das ist etwas,
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das ich auch konkret versuche, dann solche Modelle zu unterstützen, die eben kompatibel mit Plan S sind. Das heißt insbesondere, die CC-Beilizenzen verwenden, die Transparenzanforderungen erfüllen und nicht die davon abweichen und Open Access nur im Namen tragen, aber vielleicht eine freie Lizenz fehlt oder wir wissen gar nicht, warum das so teuer ist.
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Sehr verwandt dazu die Beteiligung überhaupt an existierenden konsozialen Modellen, nicht nur von der Umstellung, sondern überall dort, wo wir in Open Access Modelle einzahlen. Ist uns das transparent genug? Passen die Lizenzen? Plan S ist eine gute Vorlage, dafür zu sagen, wir möchten die Modelle unterstützen, die kompatibel damit sind und nicht
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das, was dahinter zurückfällt. Wenn wir eigene Publikationsplattformen betreiben, wir machen in Hannover zum Beispiel jetzt eine neue Publikationsplattform auf Basis von Open Journal Systems für Konferenzen und Zeitschriften. Natürlich schauen wir dann, dass wir kompatible Zeitschriften finden, die wir auf dieser Plattform ansiedeln, mit denen wir
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zusammenarbeiten wollen, dass wir dann auch sagen können, dass was wir hier versammeln, was wir unterstützen, was wir hosten, wo wir gemeinsam weiter fortschreiten, das sind Modelle, die sind kompatibel mit Plan S. Warum sollten wir jetzt noch Angebote starten, bei denen wir Zeitschriften auf den Markt bringen oder auf unserer Plattform ansiedeln, bei denen dann hinterher zum Beispiel
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Forscherinnen, die aus diesem Kreis der Förderer finanziert werden, gar nicht veröffentlichen und das wäre ja widersinnig. Insofern auch da eine ganz klare Vorlage für eigene Angebote. Was ich schwieriger finde, sind Publikationsfonds, ein probates Mittel, das an vielen Hochschulen etabliert worden ist
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in den letzten Jahren. Aber hier müssen wir natürlich die Förderkriterien spätestens jetzt anpassen und da freie Lizenzen als Mindestanforderung auch setzen. Aber wir müssen diese Fonds vermutlich auch transformieren. Wozu brauchen wir sie noch? In Zeiten von Plan S, von Deal und so weiter. Wofür wird dieses Geld noch benötigt für Forscherinnen, die irgendwo
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veröffentlichen wollen, wo es APCs kostet, aber der Förderer das nicht übernimmt? Das braucht dann aber vielleicht ein anderes Finanzvolumen. Vielleicht brauchen wir diese Publikationsfonds auch in zehn Jahren nicht mehr, weil sie ja doch sehr aufwendig sind. Auch dort kann Plan S uns eine gute Grundlage für die Entscheidung liefern. Und schließlich, das ist eben so ein bisschen herabgesetzt
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als ein softes Thema, aber natürlich müssen wir auch in der eigenen Einrichtung schauen, wo ist denn in den letzten Jahren publiziert worden? Wo haben wir noch Luft nach oben beim Open Access Anteil? Was können wir dazu beitragen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen die besten Informationen an der Hand haben, um die besten Entscheidungen treffen zu können für den passenden Publikationsort, aber eben
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dann auch Open Access Verfügbarkeit herzustellen. Mein Eindruck, ich hatte eingangs schon gesagt, Plan S spielt nach wie vor keine große Rolle in der Diskussion, zumindest in Deutschland. Das wundert mich tatsächlich. Es gibt keine Mitgliedschaft aus Deutschland, aber es wird schon sehr bald Wirkung entfalten, die die Förderer
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starten mit der Implementierung zum Jahreswechsel. Da gibt es unterschiedliche Zeiträume, manche Förderer sagen für alle Calls, alle Ausschreibungen, die wir ab 1. Januar veröffentlichen. Andere sagen alle Publikationen, die ab 1. Januar erscheinen. Das ist schon sehr bald und das wird auch in Deutschland Wirkung entfalten, mindestens über das Horizon Euro Programm. Organisationen und Einrichtungen
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haben hier eine Blaupause, die sie nutzen können, um ihre Strategien ambitionierter auszugestalten. Das ist sinnvoll und das ist eine sinnvolle Strategie innerhalb von Plan S gibt. Davon bin ich überzeugt, dass es gibt einen ganz probaten Ansatz für mehr Open Access, den Plan S liefert. Es gibt sicherlich auch andere Ansätze, aber
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dort, wo wir Forschende direkt adressieren über die Förderer, ist das hier ein sehr sinnvolles Instrument. Institutionen können aber, das habe ich versucht, deutlich zu machen, darüber hinaus wirken. Die Kriterien, die wir in Plan S versammelt haben, sind eine sinnvolle Leitlinie, sowohl inhaltlich, weil sie unnötigen Open Access unter einer freien Lizenz fördern, aber auch pragmatisch, weil es dazu
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führt, dass wir Open Access Botschaften harmonisieren und auf gleiche Standards und gleiche Botschaften setzen. Wir müssen nicht immer darüber reden, welche von 32 verschiedenen Open Access Flavors wir haben wollen, sondern es ist ganz klar, die Forschung soll frei zugänglich sein und zwar in dem Moment, wo sie veröffentlicht wird und nachnutzbar für alle anderen. Das ist das, was wir erreichen wollen.
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Diese Harmonisierung, wir haben es, glaube ich, sinnvoll, aktiv einzugreifen in diesen ganzen Markt. Auch das haben wir in der Session schon mal diskutiert, aber Verantwortung dafür zu übernehmen und zu sagen, wir können jetzt diese Ausgestaltung von Open Access mit beeinflussen. Wir können eine Open Access Strategie entwickeln und wir können sie dann auch
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umsetzen, in Anlehnung an die Kriterien von Plan S. Das halte ich für sinnvoll. Meine Frage an die Runde ist, welche Relevanz sehen Sie von Plan S in Ihren Einrichtungen und welche Möglichkeiten sehen Sie, diese Kriterien als Vorbild zu nutzen für eigene Aktivitäten? Weil ich dazu gerne eine Diskussion in Gang bringen würde. Vielen Dank für die
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Aufmerksamkeit. Vielen Dank, Marco. Frau Wenat hat in den Chat geschrieben, dass das Vortrags Tempo sehr hoch ist. Ich würde eine Frage direkt an Frau Wenat stellen. Haben Sie einen Punkt, den Sie gerne noch mal erläutert haben
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möchten? Sie könnten das ja in das F&A-Tool da reinschreiben. Das wäre sehr nett. Nein, Sie hätten jetzt keine konkrete Frage, die Sie mal erläutert haben möchten. Wir haben hier eine Frage, da wurde eigentlich
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zweimal gestellt, einmal von Clemens Trautwein und dann von Elke. Die Frage ist, wo denn der Unterschied zwischen dem Journal-Checker und dem Directive of Open Access Journal ist und ob es ein neues Tool braucht. Also ich habe ja den Auftrag nicht vergeben.
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Und ich glaube, dass das Ziel dieses Auftrags ist, ein ganz klarer und unter eigener Aufsicht stehendes Tool zu haben, das sagt, hier gibt es eine verbindliche Aussage, ob dieses Journal tauglich ist oder nicht. Und die Kriterien, manche dieser Kriterien, wenn wir jetzt sagen, CC- Beilizenz und muss Open
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Access sein, das können wir im DOJ nachschauen. Wenn wir das für eine verlässliche Quelle halten, dann würde das ausreichen. Aber wir haben ja andere Sachen. Wir haben Transformations- Verträge, die zulässig sind oder zumindest dann die Zusicherung, dass eine Autorin, die in der Subskriptionszeit Schrift X veröffentlicht, am ersten Veröffentlichungstag gleich
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und dass sie sie bei ins Repository einstellen darf. Das liefert uns das DOJ nicht. Das heißt, dafür ist, glaube ich, ein solches Tool schließt zumindest eine Lücke. Das könnten wir uns auch mühsam alle vor Ort implementieren. Aber vermutlich wird es ganz hilfreich sein, wenn es ein zentrales Tool gibt, wo dann man auch sagen kann, ja aber ihr habt mir gesagt, das ist, das ist unter diesen
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Bedingungen möglich. Der Philipp Zumstein hat noch eine Frage. Inwiefern soll es mit Plan S, wie inwiefern soll Plan S zum Meer oben Exis führen, wenn dies wie ein Beispiel der EU ein bereits bestehendes OA-Mandat ersetzt? Ich hoffe darauf, dass
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in der Implementierung von Plan S die Kontrolle eine höhere Aufmerksamkeit erhält als bisher. Und wir haben die die Ersetzung natürlich auch von Klauseln, bei denen ein Embargo erlaubt wird, hin zu Embargo-Losen Open Access jetzt. Ich glaube, dass das natürlich jetzt nicht in der
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Gesamtsumme und in Ex-Post nach zwei Jahren dann vielleicht zu mehr Open Access führt, aber natürlich zu einer schnelleren Verfügbarkeit, was ich auch für sinnvoll halte. Ansonsten hoffe ich ja darauf, dass es weitere Mitglieder in dieser coalition S geben wird, die vielleicht auch noch weniger ambitionierte Open Access-Klauseln bisher haben
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und dann hier Open Access stärker erzwingen. Wenn wir Mitgliedschaften in der coalition S aus Deutschland hätten und zum Beispiel die Anforderungen von DFG oder BMBF damit harmonisiert bekämen, dann wäre das ein großer Schritt nach vorne. Wir haben hier noch
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eigentlich eine Antwort von Joachim Höpper auf eine Frage, die du gestellt hast. Also du hast ja gefragt, warum braucht es in Zukunft noch ein Publikationsfonds und die Antwort ist hier, weil es darum geht, wissenschaftliches Publikieren orientiert an wissenschaftlichen Disziplinen und communities zu organisieren und nicht nur an der Zubehörigkeit zu der
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Einrichtung. Falls du magst, kannst du dazu noch was sagen und wenn nicht, dann nicht. Und dann gehen wir zur nächsten Frage. Also ich glaube, dass es sicherlich noch eine Weile brauchen wird. Lieber wäre es mir, wenn wir uns nicht mit der Bezahlung einzelner Artikel rumschlagen müssten, sondern wenn wir Zeitschriften
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und andere Publikationsorte ausfinanziert hätten, wenn die Abwicklung zentralisiert ist und wir nicht darüber reden müssen, dass irgendjemand befürchtet, auf einer Rechnung sitzen zu bleiben oder so. Und Zugehörigkeit zu Institutionen ist immer ein Problem für uns. Wir haben natürlich auch nicht affiliierte Forscherinnen und Forscher, die jenseits
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ihres Tagesjobs etwas machen, die Citizen Science machen oder die landeskundliche Forschung oder was auch immer machen und die dann auch auf diese Fonds keinen Zugriff haben. Insofern das beste Mittel, wäre nach wie vor, diese Kosten von den Autorinnen ganz wegzunehmen. Die Sonja Herrkön fragt, wie du dir heute die Selbstarchivierung,
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also Grün-OA im Kontext von Plan S einschätzt? Als eine hoffentlich Übergangslösung. Ich glaube, so ist sie in Plan S ursprünglich auch formuliert als eine, wir wollen nicht
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dass ganz viele Publikationen nicht mehr zugänglich sind für geförderte Forscherinnen und Forscher. In den ursprünglichen Formulierungen ist auch relativ klar angedeutet, dass das nach einer ersten Periode evaluiert wird, ob das weiterhin zulässig sein soll. In den jetzt zum Beispiel dieser Rights Retention Strategy
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gibt es ein deutlich größeres Augenmerk auf diesen Weg. Und es wird auch betont, dass es all diese drei Wege, also Direkt Open Access, Repository oder Transformationsvertrag, dass die alle zulässig sind. Ich halte Repositories und Selbstarchivierung dessen ungeachtet nach wie vor für eine sehr sinnvolle Sache zum Beispiel im Hinblick auf die Langzeitverfügbarkeit
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und die Autonomie und Hoheit über diese Sachen, das auch in den Institutionen aufbewahren zu können. Aber trotzdem fügt es ja eine weitere Hürde bei der Auffindbarkeit und Zugänglichkeit hinzu, solange Verlage dann am Erstveröffentlichungsort keinen Link setzen auf die Repository-Fassung,
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müssen wir immer andere Dienste bemühen, um die Repository-Fassung aufzufinden. Schöner im Sinne einer allgemeinen Zugänglichkeit aller Publikationen wäre es, wenn jede Publikation am Erstveröffentlichungsort frei zugänglich ist. Ich habe jetzt eine Frage von Barbara Ziegler, die vielleicht ein bisschen größer ist,
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wenn man die ganz erläutern möchte. Wir hätten aber noch mehr Fragen. Vielleicht kannst du dir kurz was dazu sagen. Und zwar ist es vielleicht kann man die Kriterien im Verhältnis zum DINI-Zertifikat etwas verdeutlichen, dass immer von hoher Relevanz ist. Okay, ich würde,
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wenn es um die Repositories geht, dann würde ich ein bisschen auf den verlinkten Vortrag vom letzten Jahr verweisen, wo ich dazu mehr gesagt habe. Es gibt es gibt da keine keine großen Widersprüche. Also es gibt ein paar Anforderungen
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technischer Art, die aber auch im Laufe der Zeit abgeschwächt worden sind. Ich glaube, ein Repository, das DINI-zertifiziert ist, müsste sich da keine großen Sorgen machen, kompatibel mit den Anforderungen zu sein. Darauf bin ich jetzt nicht eingegangen, aber Repositories sind in der Plan S Strategie auch nur dann zulässig, wenn sie selber bestimmte Kriterien erfüllen. Die sind relativ klar niedergelegt
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und deren Implementierung halte ich speziell für DINI-zertifizierte Repositoren für einfach. Vielen Dank. Werner Rolf fragt, da geht es um das Kriterium 2 von Plan S. Ich habe die jetzt gerade nicht auswendig.
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Das Kriterium 2. Ach so, Entschuldigung, vielleicht höre ich erst mal zu. Ja, es geht darum, ob Journals formales Mitglied bei Coke sein müssen. Ich weiß es nicht. Müsste man nachschauen, aber ich glaube nicht.
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Also kann ich so nicht beantworten. Okay, dann der Herr Maximilian Lindner hat eine Frage. Und zwar bedanke sich erst mal für den Vortrag. Und dann fragt er, können Sie eventuell noch kurz eine Information
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zu den unterschiedlichen Modellen zur Überprüfung der Postentransparenz-Empforderungen ausführen? Also Modelle zur Überprüfung der Postentransparenz-Empforderungen? Also es wird jetzt relativ relativ weit führen. Es gibt zwei anerkannte
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Rahmenwerke dafür, die beide auf der Homepage der Coalition S. veröffentlicht sind. Das eine ist von Information Power. Das ist die Firma von Elischa Weiss und das andere ist von der Fair Hope Nexus Alliance. In beiden Fällen gibt es Vorlagen zu welchen Kriteriendaten verlangt werden.
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Ich kann jetzt nicht sagen, welcher ausführlicher oder besser ist. Ich weiß noch nicht. Also bisher sieht es nicht so aus, als ob da weitere Kriterienkataloge hinzukommen. Aber ich würde dann empfehlen, sich das anzuschauen. Es gibt Beispiele auf der Homepage, wo zum Beispiel erste Journeys,
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die das gemacht haben, zum Beispiel hier Faculty of Thousand. Die haben so etwas schon gemacht. Es gibt auch einzelne Verlage, die sich für das eine oder andere Modell schon entschieden haben. Copernicus z.B. wendet auch von der Fair Hope Nexus Alliance an. Und da kann man sich an diesen Beispielen, glaube ich, ganz gut orientieren.
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Also es geht natürlich um Artikelaufkommen, welcher Aufwand dahinter steckt, welche Kosten anfallen in welcher Kostenart. Aber ich sehe keine großen Unterschiede zwischen diesen zwei Modellen. Also was da jetzt besser passt zu dem jeweils internen Buchhaltungs- und Reportingsystem wird man dann vermutlich auswählen.
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Ich hätte jetzt noch eine Frage, habe ich selber auf der Liste. Du hattest ja so verschiedene Maßnahmen erneutert, die die Betriebsunternehmen können. Ein Angriff von Plan S, eine ist ja Finanzierung, da geht es um Verträge auch.
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Dann geht es ja ums Publizieren, also Publikationsservices. Das letzte war ja dann praktisch so Journal-Artikel-Förderung oder APCs. Was ich mich frage, meistens ist es ja so, dass die, die sich mit oben Exis beschäftigen, nicht unbedingt die sind, die die Verträge aushandeln
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oder für die Dienstzuständige sind. Verstehe ich das richtig dann richtig, dass man im Prinzip die Organisation von Bibliotheken ändern müsste? Das ist eine sehr gute Vorlage für mich, darauf zu verweisen, dass wir an Tag 3 dieser Konferenz einen Workshop haben zur Ansiedlung von Open Access
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in der Einrichtung, wo genau diese Frage nochmal ein bisschen diskutiert werden soll. Allerdings ist die Anmeldung schon geschlossen. Das ist immer, natürlich ist die Organisation dieser Themen in den Bibliotheken immer ganz schwierig. Egal, wie man sich entscheidet, wird man Einzelfälle finden, wo das dann doch suboptimal gewesen ist,
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was glaube ich in keinem Fall geht, ist, dass so eine klassische Erwerbungsabteilung und eine vielleicht neue Open Access Abteilung nicht miteinander spricht. Also, dass diese Strategien abgestimmt werden müssen, das ist letztendlich auch eine Frage für die gesamte Leitung. Eine Bibliotheksleitung, wenn wir jetzt in diesen Feldbibliotheken bleiben,
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muss natürlich einfach irgendwann auch Ansagen machen und sagen, das ist jetzt eine Verhandlungsstrategie, die wir verfolgen wollen und so etwas, wie ich hier vorgeschlagen habe, zu sagen, wenn wir nicht alles gleichzeitig machen können und begrenzte Mittel haben, dann priorisieren wir Dinge, die zum Beispiel kompatibel mit Plan S sind, weil wir damit auf einem zukunftsfähigen Weg uns befinden.
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Das ist etwas, das dann auf Leitungsebene gesagt werden muss, egal, wo diese Themen angesiedelt sind. Und dann hoffe ich natürlich, dass Open Access, also wenn wir das noch so getrennt betrachten wollen, dass Erwerbungsleute und Open Access Leute natürlich sich da eng miteinander austauschen. Das machen wir natürlich jetzt in Hannover
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dauernd, dass wenn jetzt ein neues, das ist ja auch manchmal ganz ohne eigenes Zutun, da kommt ein neues Angebot rein, wollen wir dieses Open Access-Angebot unterstützen? Dann schauen da Kolleginnen aus den verschiedenen Teams und Abteilungen drauf und sagen, das hier ist ein probates Open Access-Modell. Das ist eine Publikation, die fachlich interessant ist, die zu unserem Auftrag passt,
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die wir gerne im Bestand hätten oder die wir gerne unterstützen wollen. Dann gibt es eine Entscheidung am Ende. Aber natürlich muss man sich, um die jetzt mit dem langen Bogen zurückzukommen zum Kern der Frage, natürlich muss man sich solche Prozesse und Ansiedlungen anschauen. Aber ich glaube, der Fokus sollte darauf liegen,
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die Workflows und Gesprächskanäle zu implementieren. Und es wird nicht die eine Blaupause geben, wie das im Organigramm aussieht. Das muss in die jeweilige Organisation passen. Danke. Wir haben jetzt noch eine Bemerkung von Herrn Mark Kielmann, das ein sehr schönes Stoßwort ist, finde ich, für diese Sitzung.
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Herr Kielmann schreibt, Plan S halte ich persönlich auch im institutionellen Rahmen für sehr relevant. Ich arbeite selbst an einem Platinum Open Access Publisher, Weilstein Institut, und begrüße, dass True Open Access Publishing Mainstream wird. Plan S ist ein wichtiges Statement.